Die Zeichen an der Wand. Rettung scheint möglich.

Mittlerweile hoffen ziemlich viele Leute, dass das Bild hinter dem Vorhang ihnen eines Tages in frischen Farben entgegenleuchtet. Foto: Maximilian Render

Mittlerweile hoffen ziemlich viele Leute, dass das Bild hinter dem Vorhang ihnen eines Tages in frischen Farben entgegen leuchtet.     Foto: M. Render

Die Rettung des Bildes „Zwischen den Tagen“ schreitet munter voran. Und das allein deshalb, weil sich viele Menschen wirklich sehr viel Mühe gegeben haben und immer noch geben. Alle Achtung.

Behördenvertreter, Politiker, Kunstfreunde, Hochschulangehörige, die Kathy-Beys-Stiftung und die Arbeiter vor Ort haben die Ärmel hochgekrempelt. Gestern war sogar der ganze Stadtrat von Aachen mit dem Bild befasst. Acht Paier-Fans hatten sich deshalb eigens im Ratssaal in die Zuschauerbänke gequetscht.

Einstimmig (!) appellierte der Stadtrat an den Rektor der RWTH, an den Bau und Liegenschaftsbetrieb NRW und an das Land Nordrhein-Westfalen, das Bild zu erhalten und unter Schutz zu stellen. Vertreter von FDP, Die Linke und den Grünen sprachen teils bewegende Worte zur Kunst im öffentlichen Raum und zu den Bildern von Klaus Paier im Besonderen.

Dabei ist der Zustand des Bildes „Zwischen den Tagen“ kritisch. Es wurde nicht unmittelbar auf Mauerwerk aufgetragen, sondern auf eine sandige Putzfläche, die sich wiederum auf dem Mauerwerk befindet. Das Bild zu konservieren, das ist sehr aufwendig. Allerdings sind jetzt Experten vor Ort. Auch das Wandbild „Der große Krieg“, ein paar Meter weiter, ist noch nicht verloren. Für dieses Bild werden in Kürze ebenfalls Anstrengungen unternommen. Hier soll aber jetzt nicht vollmundig rumtrompetet werden. Besser wäre es, es würden sich noch mehr Mitstreiter finden. Die sollten sich regelmäßig um die Bilder kümmern: um die zwei vom Augustinerbach, das vom Café Kittel und ein weiteres sehr gut erhaltenes in der Mörgensstraße.

Aachen war nach Berlin eine der ersten Städte in Deutschland, die Graffiti unter Denkmalschutz gestellt hat, weiß Aachens oberste Denkmalschützerin Monika Krücken. Sie hat auch einen wunderbaren Aufsatz über Klaus Paier geschrieben. Irgendwo müssen auch noch die zahlreichen Skizzen sein, die Klaus Paier zu jedem Bild (als Vorbereitung) anfertigte. Wenn die (zum Beispiel) dem Archiv der Stadt, das seit heute mit einem neuen Chef-Archivar am Start ist, überlassen würden, könnten sich Ehrenamtliche an die Aufarbeitung machen.

Jedenfalls haben wir Bürgerinnen und Bürger es mit einer Stadt zu tun, die vor 30 Jahren schwere Fehler machte und gute Kunst vernichtete, die dies aber als Fehler erkannt hat, es bedauert und in Grenzen Wiedergutmachung leisten will.

Aufsatz Monika Krücken

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