Mauer saniert. Was wird jetzt aus dem Bild?

Nach der Mauersanierung haben sich Regina und Dieter Weinkauf das Wandbild einmal sehr genau angeschaut. Sie haben unter anderem Fragmente des Vorgängerbildes gefunden. Foto: D. u. R. Weinkauf

Nach der Mauersanierung haben sich Regina und Dieter Weinkauf das Wandbild einmal genau angeschaut. Sie haben unter anderem Fragmente des Vorgängerbildes gefunden. Foto und Markierungen: D. u. R. Weinkauf

Wie geht es nun weiter mit dem Wandbild von Klaus Paier in der Innenstadt?

Zunächst sehen wir: Die Wand ist bestens stabilisiert, das ist schon mal ein großer Fortschritt. Die Fetzen und das Grünzeug sind entfernt, und es ist offen sichtbar, wie sehr das Bild in Wind und Wetter gelitten hat. Aber es sind auch Dinge sichtbar geworden, mit denen niemand gerechnet hat.

Regina und Dieter Weinkauf haben sich das Wandbild einmal sehr genau angeschaut und das oben abgebildete Foto zugeschickt. Darauf ist alles markiert, was dem Bild abhanden gekommen ist und was überraschenderweise zutage getreten ist.

Abhanden gekommen sind: Farbe, Hintergrund, Teile von Kopf und Hand, ein Teil der Beschriftung. Einiges ist jetzt aber auch wieder zum Vorschein gekommen. Dazu sollte man sich ein  Bild anschauen, für das die Fotografin die Erlaubnis zur Veröffentlichung gegeben hat. Es zeigt eine große Hand mit

Das Vorgängerbild. Es wurde Ende der 70er Jahre fotografiert von Erika Schmalen. Es wurde dem Buch "Was war los in Aachen 1950-2000" von Dr. Manfred Vigener, Sutton Verlag entnommen.  Hier abgebildet mit freundlicher Erlaubnis von Erika Schmalen.

Das Vorgängerbild wurde Ende der 70er Jahre fotografiert von Erika Schmalen. Es wurde dem Buch „Was war los in Aachen 1950-2000“ von Dr. Manfred Vigener, Sutton Verlag, entnommen. Hier abgebildet mit freundlicher Erlaubnis von Erika Schmalen.

schwarzem Ärmel und einen kleinen Jungen mit Schultasche auf dem Rücken. „Der Schüler wird zum Sinn des Lebens bekehrt“, ist zu lesen. „Dieses Bild war dann wohl direkt vor ‚Zwischen den Tagen‘ auf die Wand gebracht worden, denn jetzt schimmert die Hand mit schwarzem Ärmel, ein Teil des Jungen in Grün und des rotbraunen Ranzen und ein Teil der Schrift ‚…Lebens Bekehrt‘ durch.“ So schreibt Dieter Weinkauf in einer Mail.

Die Reste der Vorgängerbildes sollten bei einer Restaurierung erhalten bleiben. Aber wird es überhaupt eine Restaurierung geben? Oder bleibt alles so, wie es jetzt ist? Wer ist eigentlich jetzt für die Arbeit am Bild (nicht an der Mauer) zuständig? Und wer bezahlt nun die sachgerechte Restaurierung? Kann man, und auch dieser Frage gingen die Weinkaufs nach, „eine Art Info-Tafel … mit dem Originalbild …anbringen?“

Wie zu erfahren war – und ich verrate hier keine Geheimnisse –  ist der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) der Eigentümer des Wandbildes. Und mit diesem muss gesprochen werden, wenn es um die weitere Sicherung des Bildes geht. Ob die weitere Sicherung technisch umsetzbar und finanzierbar ist, das ist jetzt hier die Frage, die man an den BLB richten muss.

Unterdessen habe ich zum Ludwig Forum in Aachen Kontakt aufgenommen. Dort befinden sich im Archiv etliche sehr hochwertige Fotos von ich weiß nicht wie vielen Arbeiten von Klaus Paier. Die darf ich mir in Kürze anschauen. Da wird es wohl ein Wiedersehen geben mit Wandbildern, vor denen ich vor etwa 30 Jahren in Aachen staunend gestanden habe. Darauf freu ich mich sehr.

Letztlich wäre es sehr zu begrüßen, wenn es endlich mal einen Bildband gäbe mit den wichtigsten Aachener Wandbildern, mit Skizzen, die Klaus Paier zur Vorbereitung stets angefertigt hat und mit einem klugen Text zu den Arbeiten.

Auf diesem Foto sind die Arbeiten markiert, die zur Stabilisierung an der Mauer vorgenommen wurden. Foto und Markierung: D. u. R. Weinkauf

Auf diesem Foto sind die Teile markiert, die zur Stabilisierung an der Mauer gebaut wurden. Foto und Markierung: D. u. R. Weinkauf 

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