Wenn deine Straße dir fremd wird . . . .

Diese Bus-Haltestelle wird nicht mehr angefahren, sie wird überflüssig. Der Bus hält auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Die Anwohner sind damit nicht einverstanden.

Es ist mal wieder so weit: Das Bürgerforum tagt, und wer etwas zu meckern oder zu verbessern hat (in Aachen), darf vorsprechen. Es sind immer Menschen, die eine Sachlage – weil sie unmittelbar in ihrer Nachbarschaft stattfindet – anders einschätzen, als die Stadtverwaltung und die Kommunalpolitiker. Weil sie näher dran sind, wissen sie es besser. 

Am kommenden Dienstag geht es zunächst um einen Bürger, der dringend anregen will, dass der Bend auf dem Gelände des Alten Polizeipräsidiums an der Krefelder Straße stattfinden soll.

Das Gelände möchte der ALRV ebenfalls gern übernehmen. Mal sehen, wer das Rennen macht. Ich denke: Den ALRV als absolutes Aushängeschild der Stadt mit seinem weltbekannten CHIO sollte man nicht in seiner Entwicklung behindern, eher unterstützen. Und den Bend in Nähe der Roermonder Straße belassen.

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Nächstes Thema: Der Schusterweg in der Nähe vom Papst-Johannes-Stift versinkt bei Regen in Morast und Pratsch, die Senioren bleiben mit Rollstuhl und Rollator und auch als zumindest leicht Gehbehinderte im Matsch stecken. Ganz üble Sache. Die Stadt möchte den Weg asphaltieren, doch der Weg gehört ihr gar nicht, sie hat den Weg nur gepachtet. Der Eigentümer möchte keine Asphaltierung.

Der Schusterweg sollte also anderweitig befestigt werden. Das ist nicht unmöglich (eine wassergebundene Decke reicht), kostet etwa 15.000 Euro. Warum also nicht?

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Ein bisschen kompliziert ist die im nächsten Punkt geforderte Änderung der Linienführung der Aseag-Busse auf der Bayernallee. Betroffen sind allerdings mehrere hundert (alte) Menschen in Burtscheid. Die Aseag fuhr immer von der Robert-Schumann-Straße in Richtung  Kalverbenden in die Innenstadt. Neuerdings geht es genau umgekehrt herum. Die befestigte Haltestelle Rathenauallee (in der Bayernallee) wird aufgehoben, und damit sind die Anwohner gar nicht einverstanden. Sie fordern schlicht: Wiederherstellung des alten Zustands, haben schon hunderte Unterschriften gesammelt.

Wir kennen die Aseag, ich denke, die kümmert sich nicht um die Befindlichkeiten der Anwohner und besteht stur auf ihrer neuen Linienführung. Die Senioren müssen neuerdings eine kleine Anhöhe hinauf, und das fällt ihnen schwer. Und: Sie müssen zu einer anderen Haltestelle laufen, die deutlich weiter weg ist. Für manchen alten Menschen sind 300 Meter mehr oder weniger entscheidend. Tja, wer nimmt da schon Rücksicht?

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Die Parksituation im Goldammerweg ist für die Anwohner mittlerweile schwer auszuhalten. Der beschauliche Goldammerweg ist nämlich werktags ständig mit Pkw von fremden Leuten zugeparkt. Die stellen ihre Wagen ab und gehen dann zu Fuß weiter zum  Gewerbegebiet Eilendorf-Süd. So ist der Goldammerweg – eigentlich eine Sackgasse – jetzt langsam zur Durchgangsstraße geworden.

Der Weg sollte Anliegerstraße werden, das schlagen die Beschwerdeführer vor, und das wäre auch passend. Die Betriebe, zu denen die Autofahrer eilen, sollten allerdings auch mal überprüft werden hinsichtlich der Vorgaben, die die Stellplatzordnung ihnen macht. Dieser Stellplatzordnung gemäß sind nämlich Firmen verpflichtet, ihren Mitarbeitern ausreichend Parkplätze anzubieten.

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Wie dürfen Geschäftsleute und Gastronomen den öffentlichen Straßenraum (der ihnen nicht gehört) nutzen? Was müssen sie zahlen, und wer muss gar nichts zahlen? Das ist der letzte Punkt im Bürgerforum, da wird eine neue „Sondernutzungssatzung“ vorgestellt.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Gebühren für eine kommerzielle Nutzung des Straßenraums (Café-Terrasse) moderat steigen werden. Nicht-kommerzielle Nutzung ist kostenlos. Was alles im öffentlichen Raum angebracht wird (teils kostenlos, teils teuer): Plakate, Werbetafeln, Automaten, Blumenkübel, Fahrradständer, Windschutzelemente, Stehtische, Sonnenschirme, Markisen usw.

Und: Ein Stück Gehweg in der Breite von 1,80 Meter  muss frei bleiben (in Ausnahmefällen 1,50 oder 2 Meter).

Ich denke, den Belangen der Behinderten muss Rechnung getragen werden. Aber man darf auch nicht vergessen, dass durch Gastronomie und bunte öffentliche Geschäftsauslagen im öffentlichen Raum ein gewisses Flair entsteht, das Aachen gut gebrauchen kann. Ohne Flair und Ambiente keine belebte Innenstadt. 

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Soweit ich jetzt sehen kann, beginnt das Bürgerforum (am Dienstag, 20. März) um 17.30 Uhr im Sitzungssaal des Haus Löwenstein (gegenüber Rathaus).  UPDATE: im Raum 107 im Katschhof, Verwaltungsgebäude. Zugang über Johannes-Paul-II.-Straße 1.    Zunächst waren ein andere Ort und eine andere Uhrzeit angegeben. Da werde ich noch nachfragen und es ggf. hier vermerken.

Über uebergangshymne

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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Eine Antwort zu Wenn deine Straße dir fremd wird . . . .

  1. Wolfgang schreibt:

    Interessant das alles hier zu lesen, denn ich bin ein gebürtiger Aachener, der allerdings schon seit etwa 25 Jahren nahe Bonn lebt. Früher gabe ich eine Zeit lang als Immobilienkaufmann in Aachen gearbeitet und kenne mich daher noch so ein wenig aus, was die Strassen und die Möglichkeiten angeht, die hier von Ihnen beschrieben werden. Und ja ich finde auch , dass der Öcher Bend doch an der Roermonder Strasse seinen angespannten Platz behalten könnte.

    Aber wie in Aachen, wo ich zuletzt vor etwa 2 Jahren war ist es auch hier. Immer muss alles mögliche verändert werden. Manchmal ganz selten ist es zum Vorteil der Einwohner, überwiegend aber mehr zum Vorteil der Investoren und der Stadtherrn.

    Also danke nochmal für den Einblick. Ich schaue immer mal wieder vorbei, um im Bilde zu bleiben, was in Aachen so geschieht und was sich verändert.

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