Von Proportionen und Dimensionen

So sieht’s jetzt noch aus. Aber nicht mehr lange.

Hier werden bald die Gehweg-Platten ganz eng nebeneinander gelegt. Dann können auch problemlos Behinderte im Rollstuhl, Fahrradfahrer und viele, viele Kinder hier entlang kommen und zur Schule kommen. Skater wird man vielleicht sogar treffen. Diese Hof wird endlich belebt. Die Platten sind jetzt einigen Menschen zu weit auseinander.

Das Erscheinungsbild wird sich stark verändern, und zwar nur indem man die Platten enger aneinander rückt. Jetzt ist es noch so: Die Platten in ihrem Abstand befinden sich in einem abgestimmten Verhältnis zu den Grünflächen, zu dem abgestuften und versetzten Dreieck in der Mitte, zu den Bänken und Lampen, zu den Balkonen, ja zur ganzen Innenanlage. Alles ist in seinen Proportionen und Dimensionen ideal aufeinander abgestimmt.

Man nimmt allerdings nur unbewußt die stimmigen Proportionen wahr. Es ist ein Ensemble, angelegt von jemand, der sich mit Proportionen auskennt. Das ist für das Auge sehr angenehm und hat eine heiter stimmende Wirkung, wenn man draufschaut.

Dieser Hof wirkt gewissermaßen fein und zeugt in seiner Gesamtanlage von einem guten Geschmack, der im Ostviertel so nicht häufig vorkommt, möchte ich mal sagen.

Aber das wird geändert. Dann werden die Platten eng zusammengelegt. Das wird nicht ganz billig, aber die Investition dürfte sich lohnen, wenn man im gegenwärtigen Bauboom erst mal ein Bauunternehmen gefunden hat, das den Auftrag übernimmt. Mit zusammengelegten Gehweg-Platten passt die Anlage einfach viel besser ins leicht schäbbige Aachener Ostviertel. Es ist dann doch eher Arte Povera, wenn man so will.


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2 Responses to Von Proportionen und Dimensionen

  1. Peer van Daalen sagt:

    Radfahrer, Skater und viele, viele Kinder … !? Willkommen im Hades der Rücksichtslosigkeiten und herzlichen Glückwunsch zum Dezibel-Gewinn. Papierkörbe seh´ ich auch kein. Oder?

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  2. Ja, der Hof sieht proportional gelungen aus! Wobei ja manche Architekten manchmal einfach zu vergessen scheinen, daß sie kein Bild malen, sondern etwas schaffen, in dem Menschen leben und sich wohlfühlen wollen. Die Kunst ist doch, das „form follows function“ schön hinzukriegen. Wenn das dann „povera“ aussieht, dann ist das wohl eher ein Armutszeugnis für den Erdenker… Sorry, meine Sicht – in meinem Beruf gehört Ähnliches auch zur Wirklichkeit.

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