Sex – bezahlt oder nicht – Hauptsache freiwillig

Das ist nicht lustig. Auch in Aachen arbeiten Frauen nicht freiwillig als Prostituierte, sondern weil sie dazu gezwungen werden.

Das FrauenNetzWerk der StädteRegion Aachen machte jüngst darauf aufmerksam. Es wurden zum wiederholten Male in einigen Aachener Kneipen Bierdeckel mit Aufschriften verteilt (s.o.).

Frauen werden erpresst. Sie werden zur Prostitution gezwungen, indem die Zuhälter Gewalt androhen und ausüben, indem sie drohen, dass die Frauen ihre Kinder nie mehr wiedersehen werden. Oder dass ihren Familien im Heimatland was passiert.

Prostitution ist nicht selten ein Ding von einem Mann mit einem anderen Mann: Der eine Mann will möglichst viel Geld, der andere will Sex. Diese beiden Männer bekommen, was sie wollen, sobald es dem Zuhälter gelingt, eine Frau so unter Druck zu setzen, dass sie – notgedrungen – mitmacht. Die Gewinne für die Zuhälter sind enorm.

Frauenhandel ist für die politisch aktiven Frauen in Aachen selbstverständlich ein Thema. Im entsprechenden Arbeitskreis wird (unter Beteiligung der Piratenpartei, danke @Ava) gänzlich ohne Parteienstreit beraten und agiert. Die Frauen sind sich einig: Es geht um Menschenrechte, um das Selbstbestimmungsrecht jeder einzelnen Frau. Frauen wurden meist unter falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt und müssen aus unerträglichen Situationen befreit werden.

Deutschland entwickelt sich gerade zu einem Zentrum für Menschenhandel, so teilt das Bundeskriminalamt (BKA) mit. Rund 200.000 Frauen werden nach Schätzungen der UNO in Deutschland zur Prostitution gezwungen, sehr viele kommen aus früheren Ostblockländern, aus Rumänien zum Beispiel. SOLWODI (Arbeitskreis Prostitution) in Aachen möchte, dass das Thema in der Öffentlichkeit diskutiert wird.

Und falls du Freier bist, schau genau hin:

Ist die Frau erschöpft, siehst du Spuren von Misshandlung, von Desorientierung oder Teilnahmslosigkeit?

Spürst du eine Art Überwachung? Siehst du, dass ihre Einnahmen an Dritte abgegeben werden, gibt es Dienstleistungen ohne Kondome?

Bedenke, du bist vielleicht der einzige Kontakt zu dieser Frau in dieser Situation. Du solltest die Missstände (geht auch anonym) bei der Polizei melden. Oder bei SOLWODI in Bonn, Aachen, Oberhausen oder Duisburg (um nur die Stellen in NRW zu nennen). Sei mutig.

Über uebergangshymne

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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Eine Antwort zu Sex – bezahlt oder nicht – Hauptsache freiwillig

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