Mordsgeschichte im Ludwig Forum

Ein Erlebnis: Theater K. im Ludwig Forum

Richtig gute Theaterkost wird in diesen Tagen im Ludwig Forum geboten. Das Aachener Theater K. führt dort „Nike“ auf, ein blutrünstiges, pralles Stück von Thea Dorn.

Es handelt von einer Frau, die mindestens 19 ältere, gebildete, weiße Männer (darunter: zwei Lehrer und ein Journalist) ermordet hat, und die deshalb in einem Museum zur Schau gestellt wird (Regie: Agma Formanns). Ein Besuch lohnt sich.

Nike, das ist in der griechischen Mythologie der Name der Siegesgöttin. Die Nike im Stück (Mona Creutzer) ist aber zunächst alles andere als eine Siegerin. Sie sitzt im Museum, ist dort quasi in einem Käfig gefangen, und sie ist – wie auch ihre Mordwerkzeuge, mit denen sie den Männern lustvoll die Köpfe (!) abschnitt – Ausstellungsobjekt. Wie es dazu kommt, dass sie am Ende doch als Siegerin das Museum verlässt, das ist vordergründig der Inhalt des Stücks.

Das Publikum erlebt zunächst eine typische Museums-Situation: Man wird im LuFo als Gruppe von Kunstwerk zu Kunstwerk geführt . . . bis hin zu Nike, die außer ein paar schwer verständlichen Zaubersprüchen nichts von sich gibt. Die schlanke und sehr hübsche Museumsführerin Kyra (Anna Scholten) aber, das wird bald klar, gehört zur Inszenierung, und sie bekommt es mit zwei Männern zu tun.

Der Erste ist ein lebensmüder, dickbäuchiger Mann mit Glatze (Martin Päthel), der sich zunächst von Nike ermorden lassen will, sich dann aber unversehens in

Kunst von Allen Jones, die sich im Ludwig Forum befindet, spielt im Stück eine Rolle.

Kyra verliebt, der er mit seiner aufdringlichen Art gewaltig auf die Nerven geht. Nach Art gänzlich rücksichtsloser Männer/Stalker erlaubt sich der Verliebte krasse Übergriffe.

Der zweite Mann ist Kyras Freund Andy (Jochen Deuticke), auch irgendwie lästig. Er kann nicht verstehen, dass sie sich nicht freut, wo er sie doch an ihrem Arbeitsplatz besuchen kommt. Tja.

Was schließlich Nike mit beiden Männern macht, ist nicht schwer zu erraten. Teils bizarr, teils komödiantisch ist das Stück, 80 Minuten vergehen wie im Flug. Am Schluß gab es im LuFo verdienten, lang anhaltenden Beifall.

Weitere Termine im Januar: 18., 19., 24., 26. 27., 31. im Ludwig Forum, Jülicher Straße 97 – 109.

Theater K. http://www.theater-k.de/nike_index.htm

Termine und Vorverkaufsstellen. http://www.rger.de/theater-k.de/images/Spieltermine_NIKE.pdf

Was Sabine Rother (AN/AZ) schreibt: https://www.aachener-nachrichten.de/kultur/moerderisches-im-ludwig-forum-aachen_aid-35617009

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