Ratsantrag zum Thema „Seenotrettung“ eingereicht

Marc Teuku (s. Foto) hat für die Aachener Piratenfraktion – gemeinsam mit Christoph Allemand von der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) – einen Ratsantrag zum Thema „Seenotrettung“ eingereicht. Teuku und Allemand sind Mitglieder des Rates der Stadt Aachen.

In dem Antrag  heißt es: „In unseren Augen ist es unverantwortlich und unmenschlich, flüchtende Menschen und ihre Seenotretter tagelang auf dem Mittelmeer treiben zu lassen, weil ihnen europäische Häfen den Zugang verwehren.“ Dies sei um so tragischer, „als diese Menschen nicht wie selbstverständlich mit dem Leben davongekommen sind“. Nein, sie seien vielmehr davongekommen, OBWOHL die Seenotretter durch europäische und afrikanische Behörden massiv an ihrer wichtigen Arbeit gehindert wurden und werden.

Und weiter: „Wir fordern den Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp mit unserem Antrag auf, der Bundesregierung die Bereitschaft der Stadt Aachen mitzuteilen, diese geretteten Menschen aufzunehmen.“

Die Antragsteller halten es für skandalös, dass die Europäische Union (EU) offensichtlich unwillig oder unfähig ist, für diese Geflüchteten eine menschenwürdige Aufnahmeregelung zu finden. Gerade im Hinblick auf den diesjährigen Karlspreisträger António Guterres „halten wir es für besonders wichtig, dass die Stadt Aachen mit der Umsetzung unseres Antrags ein Zeichen für Menschlichkeit und Anstand setzt“.

Anlässlich dieses Antrags zitieren Piraten und UWG den designierten Karlspreisträger Antonio Guterres wörtlich:

„The first thing we must do is be more honest about what is happening.That includes recognizing that this is more than a migrant issue: Many of the people on these boats are refugees, fleeing from conflict and persecution. This means we have an unambiguous legal obligation to protect them. Seeking asylum is not only a universal human right – it’s also a political principle that has guided nations for thousands of years and is at the very foundation of the values upon which modern Europe was built. (. . . ) But we know from experience that border surveillance alone is not an answer to a crisis that involves refugees. This stems from a simple truth: we can’t deter people fleeing for their lives. They will come. The choice we have is how well we manage their arrival, and how humanely.” (Time Magazin 2015)

Übersetzung: „Als erstes müssen wir ehrlicher sehen was wirklich passiert. Dazu gehört auch die Erkenntnis, dass dies mehr ist als ein simples Migrations-Problem: Viele der Menschen auf diesen Booten sind Flüchtlinge, die vor Konflikten und Verfolgung fliehen. Dies bedeutet, dass wir eine eindeutige gesetzliche Verpflichtung haben, sie zu schützen. Die Asylsuche ist nicht nur ein universelles Menschenrecht, sie ist auch ein politisches Prinzip, das die Nationen seit Tausenden von Jahren geleitet hat und auf der Grundlage der Werte steht, auf denen das moderne Europa aufgebaut wurde. (. . . ) Aus Erfahrung wissen wir, dass alleine die Überwachung der Grenze keine Antwort auf eine Krise ist, in der sich Flüchtlinge befinden. Dies ergibt sich aus einer einfachen Wahrheit: Wir können Menschen nicht davon abhalten, um ihr Leben zu fliehen. Sie werden kommen. Wir können nur überlegen, wie gut wir ihre Ankunft managen und wie menschlich.“

Über AachenNews.org

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Ratsantrag zum Thema „Seenotrettung“ eingereicht

  1. Pingback: Deutlich Stellungnahme zum Thema Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer | AachenNews

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.