FußgängerInnen gegen RadfahrerInnen! Die Sache hat System.

Das Foto zeigt das Parkhaus der Aachen Arkaden in Rothe Erde. Es ist zu zwei Drittel permanent leer. Fahrradparkplätze gibt es dort nur wenige. Aachen – „keine Stadt ist wie diese“, schreibt ein hiesiger CDU-Politiker gelegentlich auf Facebook. Und da hat er in einem Sinne, den er natürlich so nicht meint, tatsächlich Recht.

Ordnungsgemäß abgestellte Räder nehmen den Fußgängern den Platz weg.  Foto: Archiv

Immer mehr Menschen sind bei Wind und Wetter mit dem Rad unterwegs. Gleichwohl fehlt es an allem: Radwege, Fahrradbügel, Fahrradparkhäuser  – die ganze Infrastruktur. Und es kommen sich auf den Bürgersteigen FußgängerInnen und RadlerInnen oft ins Gehege. So kann man erreichen, dass sich Bevölkerungsgruppen gegenseitig anfeinden: Mach ihre Räume möglichst eng und bestimme, dass sie sich diese Mini-Räume teilen müssen.

Exkurs: Oft werden Minderheiten kleine Teilräume zugestanden, wo im Grunde nur für Eine oder Einen Platz ist (Motto: „Es kann nur eine geben“). Schwarze, Juden, Behinderte, Frauen kennen dieses Muster.  Und die Mehrheit wundert sich, dass die gnädig Zugelassenen untereinander in Streit geraten, beim Kampf um die wenigen Plätze.

Nicht gerade selten fahre ich mit dem Rad über den Bürgersteig. Auch da, wo es eigentlich nicht gestattet ist. Und ob ich nun klingele oder nicht: Die Fußgänger erschrecken sich, springen zur Seite, sind sauer. Über den Bürgersteig fahren Radler, weil es auf der Straße viel zu gefährlich ist. Wer möchte schon von einem Pkw oder Bus angefahren werden?

Der massenhafte Umstieg aufs Fahrrad ist nach meiner persönlichen Einschätzung in Aachen politisch nicht gewollt, trotz anderslautender Sonntagsreden. Sonst wäre man  schon längst dabei, die Infrastruktur zu schaffen. Die zuständigen Leute bei der Stadtverwaltung sind unterdessen fahrradfreundlich, können aber ohne politischen Auftrag nur wenig ausrichten. Um die vielen jungen Menschen, die sich Hoffnung machen, tut es mir leid. Eines Tages merken sie, dass sie gegen Windmühlen gekämpft haben. Und dann?

***

Wird fortgesetzt, falls wir demnächst mit E-Roller unterwegs sind:

Bundesrat erlaubt E-Rolleraber nicht auf Gehwegen. Oder anders gesagt: Das Konjunkturprogramm für Chirurgen ist erstmal abgesagt“, schreibt Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt im Checkpoint.

Über AachenNews.org

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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