Die RWTH ist exzellent – und der Rest von Aachen auch?

Das hat in Aachen wahrscheinlich jede/r mitbekommen: Die RWTH darf sich exzellent nennen und bekommt deshalb zusätzlich zur finanziellen Grundversorgung noch 15 Millionen Euro pro Jahr (sieben Jahre lang) plus noch weitere Millionen mehr für jedes der sogenannten Wissenschafts-Cluster. – Cluster sind große Verbundforschungsprojekte, in denen WissenschaftlerInnen verschiedener Disziplinen zu einem zukunftsträchtigen Thema zusammenarbeiten.

Zwei Jahre lang lief der Wettbewerb zwischen den deutschen Hochschulen. Im Laufe dieser Zeit hat sich deren Blick geändert: Sie haben viel über Forschung nachgedacht und welche Fakultät an ihrer Hochschule wohl exzellent ist oder werden könnte.

Es gab schließlich noch 19 Bewerber, maximal 11 sollten am Ende exzellent sein. Ausgezeichnet wurde aber nur Forschung, nicht beste Lehre oder Digitalisierung usw. Es siegten unter anderem Berlin, München, Dresden, Hamburg und eben . . . Aachen. Köln ist nicht dabei.

Die RWTH Aachen muss jetzt die Forschungsprojekte umsetzen, dafür Personal finden und zwar international. Das bedeutet: Dass Aachen es schaffen muss, Spitzenforscher aus anderen Ländern anzulocken. Hoffen wir mal, dass die auch die Stadt Aachen als Wohnort toll finden, sonst bleiben die nämlich lieber woanders.

Studierende kritisieren das Ausrufen von Exzellenz-Unis: Sie sähen das Geld lieber in der Breite ausgegeben. Für bessere Lehre, also moderne Seminarräume mit zuverlässigem Internetanschluss, kleine Lehrgruppen, mehr Lehrende und nicht so erbärmliche, zeitlich befristete Arbeitsverträge für das wissenschaftliche Personal. An den deutschen Hochschulen haben die allermeisten Forscher Zeitverträge, manche davon nicht mal für ein Jahr. Echt kein guter Zustand, exzellent ist das ja eher nicht.

Aber jetzt freut man sich erst mal – zusammen mit Oberbürgermeister Marcel Philipp . Hier zu sehen.

Aachens Oberbürgermeister gratulierte beim Fest im Super C der Exzellenzuniversität RWTH Aachen und sagte – laut Pressestelle – unter anderem, er habe miterlebt, welchen Aufwand die Hochschule betrieben hat, diesen Antrag auszuarbeiten und zu formulieren.

Er sprach von der „Strahlkraft der RWTH Aachen“, von der unsere Stadt in höchstem Maße profitiert. „Das Ergebnis wird eine große Wirkung haben, Aachen wird zusätzlich attraktiv“. Und Philipp betonte, dass er sich auch darüber freut, dass die RWTH-Spitzen sich neuerdings für die Entwicklung Aachens als Stadt interessieren, was jüngst RWTH-Rektor Ulrich Rüdiger im Hauptausschuss deutlich erkennen ließ.

Neubau auf dem Campus Melaten. Dort arbeiten WissenschaftlerInnen in zahlreichen Instituten. Ihre Forschung wird ab sofort zusätzlich finanziell unterstützt mit Geld aus Berlin.

Dazu lesenswert: Ein Vermögen für die Exzellenz, Süddeutsche.de und unbedingt hören, was Armin Himmelrath im Politik-Podcast (als 4. Thema) Lage der Nation erklärt. – Und das tut sich in den USA, ein Beispiel: Die KnightFoundation.org investiert 50 Millionen Dollar um ein neues Forschungsfeld zu entwickeln, das sich mit den Auswirkungen der Technologie auf die Demokratie befasst. So können Wissenslücken geschlossen werden. wie die Gesellschaft im digitalen Zeitalter informiert wird. Tolle Sache.

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Eine Antwort zu Die RWTH ist exzellent – und der Rest von Aachen auch?

  1. AachenNews.org schreibt:

    Hat dies auf AachenNews rebloggt.

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