Aufstellen von Fahrradbügeln wird wohl eine Jahrhundertaufgabe

„Ist schon Saure-Gurken-Zeit?“ Das fragt man sich bei den Aachener Fahrradfreundinnen und -freunden. Aachener Hobbypolitiker Lokalpolitiker, so heißt es weiter, „wollen offenbar über jeden Fahrradbügel einzeln mitbestimmen“. Das könne, so wird vermutet, bei 15.000 beschlossenen neuen Radstellplätzen eine echte Jahrhundertaufgabe werden.

Einige Politiker wollen vor dem Aufstellen von Fahrradbügeln (hier: Hartmannstraße) erst noch extra gefragt werden und dann abstimmen lassen oder so. Es ist ein für Aachen typisches Verfahren, das eine mögliche Entwicklung in der Stadt massiv verlangsamt. Die Folge: rasender Stillstand. Foto: Archiv

Was ist passiert? Während des Weihnachtsmarkts wurden in der Hartmannstraße genau 16 mobile Fahrradbügel auf vier Kfz-Parkplätze gestellt. Viele Menschen, die mit dem Rad zum Markt fuhren, haben in der Weihnachtszeit die Bügel gerne genutzt.

Nun sollen die angemieteten Bügel abgebaut und durch fest montierte Bügel auf dann zwei Parkplätzen ersetzt werden. Teilen der Politik passt dieses „eigenmächtige“ Verwaltungshandeln nicht, man will das Thema in großer Runde öffentlich diskutieren (Mittwoch, 5. Februar, 17 Uhr, Rathaus).

Der Radentscheid Aachen reagiert seinerseits und lädt in der kommenden Woche, am Dienstag, 28. Januar, von 13 bis 14 Uhr, in die Hartmannstraße (ggü. Geldbrunnen) ein, und zwar „zur regen Nutzung der Fahrradbügel und zum Dialog vor Ort“.

Aktive des Radentscheids möchten mit den umliegenden Händler*innen sowie Politiker*innen und Verwaltungsfachleuten ins Gespräch kommen. Sie teilen mit: „Für uns geht es hier grundsätzlich um die Frage: Muss/soll die Politik über jeden einzelnen der insgesamt 15.000 im Radentscheid beschlossenen Fahrradstellplätze mitreden? Dies führt zu unnötigen Zeitverzögerungen, zu bürokratischem und finanziellem Mehraufwand und zu zusätzlicher Belastung für die Verwaltung. Gibt es nicht wichtigere Dinge, die die Politik in Sachen Verkehrswende mit aller Kraft vorantreiben müsste? “

Radentscheid-Ziel 5 zum Fahrradparken findet sich hier: https://radentscheid-aachen.de/ziele/ 

Hier eine bildliche Darstellung der Verkehrspolitik von CDU und SPD in Aachen. Hinweis: Es geht von hinten durch die Brust ins Auge. Hauptsache ist, es gibt viel Bewegung und zugleich kein Weiterkommen.

***

Jetzt noch ein wenig Sprachkritik. Vorgaben für den Sprachgebrauch sind normalerweise gar nicht, was ich möchte. Trotzdem:

Die Polizei beschreibt UNFÄLLE (für die Presse, damit deren Leserinnen und Leser erkennen können, was so alles passiert auf der Straße), das machen zumindest die Aachener ganz gut. Allerdings kann es nicht schaden, wenn man mal überlegt, aus welcher Perspektive der Unfall geschildert wird. Überraschend oft aus der Perspektive des verständnisvollen Beifahrers (Autofahrer „konnte nicht mehr bremsen“, „nicht mehr ausweichen“. Die Radfahrerin oder der Fußgänger dagegen „wurde touchiert“, „erfasst“, „stürzte“ oder „kam unter den Wagen“.).

Darüber gibt es einen vielgelesenen Text im Tagesspiegel. Hier klicken und lesen.

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