Wohin mit all den Autos? Politik kann Anwohnern nicht helfen

Das Bürgerforum tagte in der Alkuinschule, die sich in der Nähe vom Möbelhaus Porta befindet. Etwa 150 Menschen aus den umliegenden Straßen kamen, die meisten wollten über ihre Parkplatz-Not diskutieren. Die Straßen rechts und links von der Krefelder Straße sind so dicht mit Autos vollgestellt, dass ich mich beim Hinfahren schon wunderte und dachte, „hier hat wohl jeder Haushalt 5 Autos oder wie oder was?“

1. Doch zunächst ging es um die Frage, ob auf dem Waldfriedhof und dem Friedhof Lintert ein Belag mit Kies/Steinen gestattet werden soll? Ich argumentierte für die Piraten gegen den Steinbelag auf den Gräbern und ließ spontan im Publikum ein Meinungsbild erstellen.

Ergebnis: Nur 10 Personen in der Schulaula votierten für Steine. Alle anderen legten Wert auf das Garten- und Park-Flair und wollten es komplett erhalten wissen.

Grab mit Kieselsteinbelag, das ist auf dem Ostfriedhof gestattet. Auf dem Waldfriedhof nicht.

2. Eine Bürgerin machte sodann auf den Umstand aufmerksam, dass Menschen ohne Auto den Recyclinghof in Eilendorf mit ihrem Müll nur sehr beschwerlich oder gar nicht (per Bus oder Rad?) erreichen können. Der Stadtbetrieb will versuchen, für ausgesuchte Wertstoffe (Holz, Metall) leicht zu erreichende Sammelstellen in den Stadtvierteln einzurichten.

3. Dann ging es endlich ums Parken, bzw. der Mangel an Parkplätzen. Die Anwohner beiderseits der Krefelder Straße (ab Höhe Rolandplatz) wollen Anwohnerparkscheine bekommen, sie wollen ein Anwohnerparkbereich werden. Das wollen in Aachen viele hunderte Menschen in vielen Straßen, sie warten auf die Umwandlung ihrer Straßen in entsprechende Zonen. Derzeit gibt es in Aachen schon 23 Anwohnerparkzonen mit insgesamt 15.113 Parkplätzen. (2017 gab es 19 solcher Zonen mit 12.992 Parkplätzen.)

Weitere 10 Anwohnerparkbereiche muss Aachen mindestens noch einrichten. Es gibt eine Prioritätenliste. Aus Mangel an Arbeitskräften können nur jedes Jahr maximal 2 neue Zonen eingerichtet werden. Das ist wenig. Die Stadtverwaltung hatte sich auf die Suche nach mehr Personal für diese Aufgabe gemacht, doch es fand sich niemand. Fachkräftemangel.

Die Anwohner, die in die Alkuinschule gekommen waren, wollten bevorzugt auf die Prioritätenliste eingestellt werden, Spitzenposition. – Mindestens 10 Aachener Gebiete warten – wie erwähnt – ebenfalls auf Umwandlung in einen Anwohnerparkbereich.

Der Ausschuss lehnte es mit Mehrheit ab, sich dafür einzusetzen, dass die Anwohner rechts und links der Krefelder Straße bevorzugt werden, obwohl die wegen der vielen neuen Arbeitsplätze an der Krefelder Straße und wegen des Hotels und anderer schon eingerichteter Zonen sehr in Not sind. Aber wie sie stehen die AachenerInnen auch in anderen Vierteln ohne Möglichkeiten da, ihre Pkw abzustellen. Viele Anwesende machten ihrer Enttäuschung Luft.

Schuld ist aber die örtliche Lokalpolitik und die unzureichende Förderung des ÖPNV. Gäbe es bequeme und häufig fahrende Busse, könnte mancher seinen Wagen auf den Park&Ride-Parkplatz am Tivoli abstellen oder gleich ganz abschaffen. Die Masse der Autos, die in Aachen von Jahr zu Jahr – kontinuierlich – immer nur steigt, wird eines Tages die Straßen so dermaßen verstopfen, dass niemand mehr fahren kann. Vielleicht wird man dann überlegen, wie man vom Individualverkehr wegkommt.

The power of parking

“Many people will drive, even when they know they’ll be stuck in traffic they will drive. They won’t drive if they know they won’t have a place to park. That shows you the power of parking.” — sagt Stadtplanung-Experte @BrentToderian

Über AachenNews.org

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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