Kfz-Stellplätze am Straßenrand: Müssen es so viele sein?

Ob Josef-von-Görres-Straße und Gneisenaustraße oder . . .
am Hangeweiher – wie auch sonst im Stadtgebiet, am Rande des Stadtzentrums und in den Stadtteilen: Blechlawinen. Wo man auch hinkommt, parken immer Autos. 90 Prozent aller Aachener Autos parken kostenlos, so schätze ich. Sie benutzen den öffentlichen Raum kostenlos als Abstellplatz für ihre Pkw. Man sollte von jedem 80 Euro im Jahr verlangen. Andere Städte machen das.
Aachener und Münchener Allee. Da ich neulich am Hangeweiher zu Besuch war, habe ich nur als ein Beispiel für Aachens Straßen mal schnell einige Fotos gemacht. So sieht es auch z. B. in der Mataréstraße und den umliegenden Straßen aus. Oder anderswo. Dabei sind immer in der Nähe viele freie Parkplätze vorhanden, aber die nutzen die Leute nicht. Sie parken lieber am Straßenrand.
Platz satt für die Pkw (ist nahezu leer und bleibt dank Sonderzulassung auch leer). Auch in der Goethestraße ist ein großer Parkplatz, den sah ich noch nie auch nur annähernd voll. Der große Parkplatz an der Goethestraße (mit Schranke gesichert) ist ausschließlich!!! für die Mitarbeiter von Missio und einige wenige andere Privilegierte.
Parkhaus am Eisenbahnweg, draußen stehen beidseitig der Straßen die Pkw, das Parkhaus ist immer so gut wie leer. Wie seltsam, gerade wird in unmittelbarer Nachbarschaft noch eine Tiefgarage gebaut (mit Bürogebäude drauf).
Nur als Beispiel. Bei Bedarf können wir auf AachenNews noch mehr Fotos liefern.
Ja, könnte man doch nur die Bäumchen abholzen, dann wäre noch mehr Platz zum Parken da. Lange müsst ihr nicht mehr warten, liebe AutofahrerInnen. Dann gehen die Bäume von allein ein. Schön, ne?

Ich könnte hier noch 500 Aachener Straßen und mehrere große Parkplätze jeweils in unmittelbarer Nähe fotografieren, und bestimmte Leute würden die Notwendigkeit, da mal was zu ändern nicht sehen. „Ja gut, höchsten 5 Prozent der Autos könnten woanders stehen, mehr aber nicht“, hört man dann. Oder: „Meine Mutter/Oma/Uroma ist behindert und kommt ohne Auto nicht mal 100 Meter weit.“

Tja, dass Behinderte und Mütter mit kleinen Kindern, Krankenwagen und Müllabfuhr, Lieferverkehr, Taxis und Busse usw. usw. usw. natürlich weiter fahren und am Straßenrad parken dürfen (Sondergenehmigung), ist ja wohl klar. Wenn man das noch erklären muss . . .

Das wurde jetzt in einer Fraktionsrunde gefragt und diskutiert: Um wieviel Prozent sollen Kfz-Stellplätze innerhalb des Alleenrings
(am Straßenrand und in Parkhäusern) während der kommenden Wahlperiode bis 2025 reduziert werden?
Das finde ich eine wichtige und gute Frage. Meine Antwort: Alles in allem um mindestens 20 Prozent. Innerhalb des Alleerings auf jeden Fall mehr als außerhalb.

Clermontstraße. Kostenlos stehen hier Autos.

Barcelona als Vorbild und unbedingt anschauen: How Barcelona is taking city streets back from cars

Auch Paris kämpft gegen Blechlawinen

s. dazu auch den Leser-Kommentar unten

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Eine Antwort zu Kfz-Stellplätze am Straßenrand: Müssen es so viele sein?

  1. Florian G. schreibt:

    Ihr Lieben,

    ich lese sehr gerne Euren bissigen und zuweilen gut recherchierten Beiträge, die auch einfach mal den Finger drauf halten, aber heute muss ich auch einfach mal „Moooooment, halt, stop!“ reinrufen.

    Dieser Artikel klingt mir doch zu stark nach wilder Propaganda, ist zu eindimensional gedacht und ist zudem noch falsch recherchiert.

    Natürlich muss sich an der Verkehrspolitik in Aachen so einiges ändern und wir sind uns einig, dass es so absolut nicht lange weiter gehen kann. Aber: in Aachen hat man, auch wenn gebetsmühlenartig versucht wird anderes zu behaupten, oftmals keinerlei Option als mit dem Auto in der Stadt voranzukommen, es sei denn man hat kein Leben, zu viel Zeit oder generell keinen Zwang zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort arbeiten zu müssen. Erst wenn auch nur mal ein ansatzweise akzeptables, dem modernen Leben angepasstest Mobilitätskonzept geplant, entsprechend proaktiv vorgestellt und (vor allem zeitnah!) eingeführt werden würde, dann hätten die Bürger wenigstens auch eine Alternative mit der sich gut leben lassen würde.

    Ich arbeite beispielsweise in der Goethestraße und ich bin quasi auf das Auto angewiesen, weil die Busverbindungen mir keine Möglichkeit lassen zur Arbeit zu kommen. Wenn ich aus Laurensberg zu meiner Arbeitsstelle wollen würde, dann müsste ich z.B. entweder direkt von meiner Bushaltestelle vor dem Haus um kurz nach 7 Uhr losfahren und dann am Klinikum umsteigen. Hier warte ich dann 27 Minuten (!) um mit der 43 weiterfahren zu können. Nach etwas über einer Stunde Fahrzeit habe ich dann mein Ziel von Tür zu Tür erreicht. Alternativ, ich bin ja gut zu Fuß, kann ich aber auch 720 m zur Hauptbushaltestelle in Laurensberg laufen, auch kein Problem. Hier fahre ich dann in 18-25 Minuten, je nach Verkehrslage, direkt mit der 44 bis zum Aachener Hauptbahnhof. Von hier aus muss ich dann allerdings auch noch einmal 15 bis 20 Minuten Fußweg zurücklegen, sodass wir hier auch am Ende bei 50 Minuten Reisezeit von Tür zu Tür wären. Fahre ich mit dem Auto im dicksten Berufsverkehr einfach „hintenrum“ am Klinikum vorbei, so brauche ich maximal 20 Minuten. Heute früh kam ich mit dem Auto aus Maastricht Süd und war in 38 Minuten auf Arbeit, finde den Fehler!

    Und kleine Nebenbemerkung: der große Parkplatz in der Goethestr. ist Privatbesitz der Aachener und Münchener Versicherung, respektive der GENERALI. Der wird auch bewacht und kostet ebenfalls Geld. Missio hat einen eigenen Parkplatz, der auch regelmäßig von Wildparkern kostenlos mißbraucht wird.

    Bevor ich mir ein Auto im Jahr 2012 zugelegt habe fuhr ich stets mit dem Bus zur Arbeit, jedoch kümmern sich der Verkehrsausschuss und ASEAG hauptsächlich und immer nur um Verbindungen innerhalb des Alleenringes, sowie Nord-Süd und Ost-West Verbindungen. In all der Zeit habe ich stets auf den Moment gewartet, dass die ASEAG auch mal eine Studie in Auftrag gibt, die die Gäste nach Ihrem Abfahrts- und Zielort befragt und ergründet um wieviel Uhr welche Personengruppen in welche RIchtung fahren. Ja gut, theoretisch könnte man das ja mit den „neuen“ elektronischen Busfahrkarten ziemlich schnell erfassen, aber hey, who am I? Achja, und wieso benutzt die Dinger keiner, bzw. warum funktionieren die Geräte nie? Und überhaupt – warum kann man Tickets eigentlich noch bar bezahlen im Bus oder einfach schwarz fahren, weil es am Ende die Bratwurst interessiert und es niemand kontrolliert.

    Meine Erfahrung sagt mir, dass insbesondere die Pendler durch die starren Fahrpläne gar nicht berücksichtigt werden. Wieso gibt es nicht zu Pendlerzeiten Schnellbusse oder Linien, die auch mal „quer“ fahren? Und dann ist da noch das sprunghaft gestiegene Aufkommen durch immer mehr Studenten, die auch in Laurensberg und Richterich wohnen. Da ist der Bus ja schon voll, wenn ich zusteigen möchte. Ich erinnere mich noch sehr gut an den Morgen im Bus, als ich mit einer befreundeten Pendlerin morgens in Laurensberg einstieg und wir bildlich gesprochen mit dem Gesicht an die Frontscheibe gedrückt bis zum Ponttor fahren mussten – mal wieder. Wir hatten vorher schon oft zur ASEAG geschrieben, dass man doch bitte Gelenkbusse einsetzen solle, vor allem morgens und abends. Aber hey, die passen ja – lt. ASEAG – nicht durch die Streckenführung. Lustig, an Samstagen passen die aber sehr wohl durch die ach so engen Straßen und das nichtmal ansatzweise halb gefüllt mit Fahrgästen versteht sich. An diesem Tag habe ich laut zu allen Mitpendelnden gesagt, nein, es reicht, ich kaufe mir ein Auto, so geht das nicht mehr weiter. Und seitdem fahre ich jeden Morgen mehr oder weniger happy zur Arbeit und zurück und ich tue mir dieses (nichtmal erschwingliche) Theater nicht mehr an.

    Und so wie mir geht es sicherlich ziemlich vielen Menschen, die in Aachen ihre Brötchen verdienen. Und solange sich daran nichts ändert wird sich auch die Anzahl der PKW nicht verringern. Und ja, man kann auch einfach alle Parkplätze mit Kosten belegen, aber ist das dann fair? Wenn es keine brauchbare Alternative gibt? Das wäre ja fast schon Erpressung, die pure Bereicherungsabsicht. Man nutzt die „Not“ (zugegeben, etwas überspitzt ausgedrückt, aber da kennt Ihr Euch ja mit aus, gell?) dann einfach schamlos aus. Wäre ja in Ordnung, wenn von dem Geld wenigstens mal etwas produktives bezahlt werden würde, z.B. das völlig marode Schulzentrum Laurensberg aufmöbeln, dem Campus Melaten durch Startsubventionen für Wohn- und Kleinunternehmen endlich Leben einhauchen oder oder oder…

    Es ist und bleibt ein unsägliches Thema, über welches ich mich den ganzen Tag aufregen kann. Aber anstatt auch einfach mal Konzepte zu erarbeiten, die nicht dem Zeitgeist der späten 80er Jahre entsprechen, sondern vielleicht etwas mehr „2020like“ sind, wird immer nur abgewunken, weil zu teuer, zu viel Aufwand, zu viel was auch immer. Und anstatt Projekte einfach durchzuboxen und dazu zu stehen oder ein Konzept für ALLE Bürger der Stadt vorzubringen (Campusbahn – super Idee – aber Aachen besteht nicht nur aus Campus, liebe Stadt! Hätte man das Konzept von vornherein in Richtung Stadtbahn entwickelt, dann hätte man euch auch nicht mit einem klaren Nein abgewatscht.)

    Und deswegen finde ich es auch nicht in Ordnung und auch nicht zielführend, wenn die Autofahrer immer als die Dummen, die Bösen, die Rücksichtslosen, die Egoisten, generell als die Vollidioten des innerstädtischen Verkehrs verschrien und angeprangert und die Radfahrer als die geilsten abgefeiert werden. WIR ALLE SIND EINFACH NUR VERKEHRSTEILNEHMER UND MÜSSEN UNS ARRANGIEREN UND GEMEINSAM DEN ÖFFENTLICH RAUM TEILEN UND MITEINANDER AUSKOMMEN UND AUFEINANDER RÜCKSICHT NEHMEN.

    Und das ist die verf***te Aufgabe der Stadt Aachen, die aus völliger Ahnungslosigkeit einfach nicht aus dem Quark kommt.

    So, der kleine Ausraster musste kurz sein und macht weiter so (mit etwas weniger Radfahrer-sind-geil-Autofahrer-sind-kacke

    Liken

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