Gegen Abschiebung und die unhaltbaren Zustände an den Grenzen Europas

„Diese EU tötet“ und „Stoppt das Sterben, nicht die Retter“. Hinter diesen Bannern versammelten sich in Aachen mehrere hundert Menschen (s. auch Foto im Header). Sie zogen vom Elisenbrunnen zum Ausländeramt.
Einige waren schon in der Theaterstraße, als die letzten gerade abgingen. 600 sollen es laut Polizei gewesen sein. Andere sprachen von 700 oder sogar 800 Menschen, die demonstrierten.

Manch einer kann nicht mehr gemütlich auf seinem Sofa sitzen bleiben, wenn an den Grenzen Europas wehrlose Erwachsene und Kinder mit Tränengas beschossen werden. Es sind Menschen, die vor einem Bombenhagel geflohen sind. Gleichzeitig soll auch noch ein gut integrierter junger Mann aus Aachen nach Pakistan abgeschoben werden, der dort noch nie war, dort niemanden kennt und auch die Sprache nicht spricht.

Hallo? Ausländeramt! Gehts noch?

Kaum auszuhalten, wenn die Werte unserer europäischen Kultur so mit Füßen getreten werden! Die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Europäische Union ist ein mächtiger Verbund, dachte man bisher. Allerdings bekommt diese Union rein gar nichts geregelt, was mit Flüchtlingen und ihrer ansatzweise humanen Behandlung zu tun hat. Ein so krasses Versagen überrascht.

Heute sind nun also mehrere hundert Menschen in Aachen auf die Straße gegangen, sind vom Elisenbrunnen zum Ausländeramt gezogen, das einen jungen Mann aus Aachen festnehmen und in ein Abschiebe-Gefängnis bringen ließ. Ein unglaublicher Vorgang, der rückgängig gemacht werden konnte. Das Ausländeramt in Aachen treibt es noch so weit, denke ich, dass eines Tages alle diese Menschen das Amt stürmen. Wollen die das?

Die Frage steht auf der Tagesordnung. Oder war das mit den christlichen Werten alles nur Gerede?

Aachen ist eine Grenzstadt und wird sich seine Offenheit, Hilfsbereitschaft und Internationalität bewahren. Das wünschte sich jedenfalls Aachens Bürgermeisterin Hilde Scheidt bei ihrer kurzen Ansprache auf dem Bahnhofsvorplatz. Auch andere Redner und Rednerinnen vor dem Elisenbrunnen und vor dem Hbf fanden passende Worte angesichts der Ereignisse, die quasi jeden Tag im TV zu besichtigen sind. 

Hilde Scheidt bei ihrer Rede. „Grenzen öffnen für Menschen, Grenzen schließen für Waffen“, steht auf dem Transparent hinter ihr.

Zum Weiterlesen in der örtlichen Presse: hier

Auch in Wien demonstrierten Menschen auf der Straße. Hier ein Mini-Video.

Über AachenNews.org

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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