Bekommt der eSport in Aachen doch noch eine Chance?

Da kommt Freude auf. Der Corona-bedingte, beinah überstürzte Aufbruch ins Digitale hat auch Gutes: Im kommenden Bürgerforum am 19. Mai steht der Antrag eines Bürgers auf der Tagesordnung, in dem es darum geht, die eSport Bewegung nachhaltig zu fördern. Und die regierende CDU/SPD blockt die Sache tatsächlich nicht ab.

Ein Antrag, den so ähnlich die Piratenfraktion im Rat der Stadt bereits im April 2017 gestellt hatte und der damals auf pures Unverständnis, Hohnlachen („Was für ein Quatsch ist das denn?“) und Weigerung, sich intensiv damit zu beschäftigen stieß.

Aber man soll nicht nachtragend sein und sich freuen, wenn meistens rückschrittlich orientierte Herrschaften sich mal eines Besseren besinnen.

„Vor dem Hintergrund der rasant fortschreitenden Digitalisierung ist es dem Antragsteller ein Anliegen, dass die Stadt einen Beitrag dazu leistet, Begegnungsstätten wie auch eine nachhaltige gesellschaftliche Integration des eSports in unser soziales Gefüge zu schaffen.“ So zu lesen in dem Text, den die Verwaltung den Politiker*innen im Bürgerforum zur Abstimmung/Weiterleitung vorlegt.

In der Sitzung (ist öffentlich) am kommenden Dienstag, 19. Mai, 18 Uhr, im Eurogress kann der Antragsteller die positiven Seiten des eSports herausstellen – als da wären: soziale Kontakte fördern, Gesundheitsvorsorge, Kombination von traditionellem Sport und eSport, „Safergaming“, Suchtprävention entwickeln usw.

Der Antragsteller ist der Ansicht, dass die Stadt Aachen bereits jetzt den Anschluss an diese Entwicklung zu verlieren droht. Und da hat er Recht. Aktuell gebe es in Aachen keine notwendige Infrastruktur, auf die Menschen oder Vereine zurückgreifen könnten. Er empfiehlt Förderprogramme in diesem Bereich da Aachen im Dreiländereck die besten Voraussetzungen hat, um kultur- und länderübergreifend Menschen spielend zusammenzubringen.

Allerdings gibt es ja in Aachen bereits eine eSport-Abteilung bei der Alemannia mit diversen Aktivitäten, wie man dieser Seite entnehmen kann. Und auch auf Städteregion-Ebene soll es eine Initiative geben.

Der Antrag der Piraten wurde seinerzeit erst im Sportausschuss behandelt und von da in den Kulturausschuss abgeschoben und dort recht oberflächlich behandelt (Sitzung vom 26. 09. 2017, Tagesordnungspunkt Ö 13) Im September 2017 kam man nämlich zu dem Ergebnis, dass eSport nicht als Sport anerkannt ist und möglicherweise eine kulturelle Angelegenheit ist. Und die Sache sei zwar irgendwie förderungswürdig, aber gefördert hat man dann nichts.

In der Vorlage heißt es, der Kulturbetrieb der Stadt Aachen wird im Rahmen der Sitzung des Bürgerforums zum Antrag mündlich Stellung nehmen. Da sind wird dann mal gespannt, ob Aachen noch die Kurve kriegt.

Links zum Thema: Osnabrück, Gera, Kiel, Berlin

eSport Aachen bei Twitter, leider wenig gepflegt: hier

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