Jetzt auch in Aachen: Arbeit von Sanitätern und Polizei behindert

UPDATE. Dazu erreichte uns (von Bernd) ein sehr kritischer Leserkommentar. Anmerkung der Redaktion: Der Leser hat Recht.

Gestern um 16 Uhr, da befuhr ein Mann (52) mit seinem Roller die Haarener Gracht in Richtung Verlautenheide. In Höhe des Ortseinganges kam ihm ein anderer Aachener mit seinem Pkw entgegen.

Plötzlich geriet der Rollerfahrer auf die Gegenfahrbahn und stieß mit dem Pkw zusammen, so teilt die Polizei mit. Der Rollerfahrer erlitt bei dem Zusammenstoß lebensgefährliche Verletzungen und wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Beide Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden, der Sachschaden wird auf ca. 20.000 Euro geschätzt. Zur Unfallrekonstruktion forderte die Polizei einen Sachverständigen an. Der setzte u.a. eine Drohne ein. Die Aachener Polizei bittet die am Unfallort tätigen Ersthelfer dringend sich unter der Rufnummer 0241/9577-11211 zu melden.

***

Mittwoch, 22. Juli, gegen 7 Uhr morgens kam es im Einmündungsbereich Vaalser Straße/ Bleiberger Straße zu einem Zusammenstoß zwischen einem abbiegenden Pkw und einem ihm entgegenkommenden Radfahrer. Der Pkw- Fahrer (19) fuhr zur Unfallzeit die Vaalser Straße in Richtung Innenstadt hinunter und bog verbotswidrig nach links in die Bleiberger Straße ab.

Hierbei übersah er den auf dem Radweg stadtauswärts fahrenden Pedelec- Fahrer (59), es kam zum Zusammenstoß. Der 59- Jährige prallte gegen die Front des Pkw und stürzte auf die Straße.

Er musste schwer verletzt mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Die Polizei stellte beide Fahrzeuge sicher. Die Unfallörtlichkeit war zeitweise für die erste Hilfe- Maßnahmen der Rettungskräfte und die polizeiliche Unfallaufnahme für den Radverkehr gesperrt.

Die eindeutig zu erkennenden Sperrungen missachteten allerdings etliche Fahrradfahrer. Diese traten verbotswidrig in den abgeflatterten Bereich hinein oder durchfuhren ihn sogar. Ein ausreichender Abstand zu den behandelnden Sanitätern und dem Verletzten war somit nicht mehr gegeben.

Und auch die Polizisten wurden immer wieder in ihrer Arbeit gestört und behindert. Augenscheinlich wollte man den von den Beamten ausgewiesenen Umweg über eine Ampelanlage nicht in Kauf nehmen. Erst als die Polizei einen neuen Radweg aufgemalt und markiert hatte, beruhigte sich die Situation. (pw)

***

Die Gruppe Radentscheid Aachen hat dazu auf Facebook schon mitgeteilt: Die Gruppe wird gemeinsam mit anderen Initiativen konkrete Forderungen zu einer zügigen baulichen Veränderung der Stelle an der Bleiberger Straße stellen. Die ist seit langem als Gefahrenstelle bekannt und muss endgültig entschärft werden.

Da kann man schon wütend werden: Ein Autofahrer hat in Aachen mal wieder einen Radler in Lebensgefahr gebracht. (UPDATE: Hier stand zunächst eine andere Bildunterschrift)

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2 Antworten zu Jetzt auch in Aachen: Arbeit von Sanitätern und Polizei behindert

  1. Heijo Eck schreibt:

    Ja, auch mir platzt der Kragen, wenn ich lese, dass ein Grünschnabel, der vielleicht gerade ein paar Wochen den Führerschein hat, durch verbotswidriges Abbiegen einen Fahrradfahrer schwer oder lebensgefährlich verletzt.
    Was der Kommentator Bernd aber daraus macht, läuft letztlich auf eine Abkehr vom (möglichst) neutralen und objektiven Journalismus hinaus: Das Verhalten des Autofahrens soll nicht nur als verbotswidrig, so wie es der Polizeibericht vorgibt, dargestellt werden, sondern auch als „rücksichtslos“. Die moralische Verurteilung, die Kommentator Bernd offenbar vermisst, ist aber nicht Aufgabe des Journalisten, sondern des Richters, der möglicherweise später über diesen Fall zu urteilen hat. Nein, der Journalist kann gar nicht anders, als die möglichst sachliche Darstellung der Polizei zu übernehmen, er war ja nicht selbst dabei – das hat, bitte schön, nichts mit „unkritisch“ zu tun.
    Kommentator Bernd hat Recht, wenn er bemängelt, dass das zentrale Geschehen sich nicht in der Überschrift wiederfindet; dann aber wiederum geht er hin und relativiert die Behinderungen durch die Radfahrer mit dem Wort „angeblich“, und man fragt sich: Sind die Behinderungen durch die Radfahrer jetzt „ärgerlich“ oder gab es sie gar nicht? Beides geht nicht! Anders ausgedrückt: Das schlimme Schicksal des schwer verletzten Radfahrers relativiert überhaupt nicht das Fehlverhalten der anderen Radfahrer.

    Ich möchte den Gedanken noch ein Stück weiterführen: Die rücksichtslosen Fahrradfahrer im Straßenverkehr, die es leider vermehrt gibt, haben das große Glück, dass sie mit ihren zwei Rädern eben nicht so großen Schaden anrichten können wie rücksichtslose Autofahrer.

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  2. Bernd schreibt:

    Jetzt fangt Ihr nicht auch noch an, die Polizeimeldungen unkritisch zu übernehmen. Autofahrer „übersah“ den Radfahrer, „es kam zum Zusammenstoß“…
    Hallo: Da ist einer verbotswidrig und rücksichtslos abgebogen, hat sich einen Scheiß um Radfahrer gekümmert. Der hat nicht übersehen sondern gar nicht geguckt – diese These ist nicht besonders ausschweifend.
    Und so ärgerlich und unentschuldbar die angebliche Behinderung der Rettungsarbeiten ist – das ist nicht der Kern des Unfalls, der es in die Überschrift verdient hat sondern nur ein schlimmer Nebeneffekt. Da kämpft ein Mensch jetzt um sein Leben, weil ein rücksichtsloser Jungmaschinenführer über die Straße wütet und das Nebengetue wird hochjejazzt.
    Nee, wirklich.

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