Als Naturschützer zwischen Baum und Borke

Allerhand Gestrüpp wird entfernt, weil der Vennbahn-Radweg ausgebaut wird.

Wie schön, der Vennbahn-Radweg wird verbreitert. Wie doof, es müssen Bäume gefällt und Flächen versiegelt werden. Soll man sich freuen?

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Heute, Samstag, trifft sich wieder halb Aachen auf dem Vennbahn-Radweg. Rennradfahrer zischen an Spaziergänger*innen vorbei, E-Bike-Fahrer*innen überholen die auf den „normalen“ Rädern, und dazwischen sieht man Skater und sogar Rollerfahrer. Man muss höllisch aufpassen auf diesem Radweg. Erstens hat man selber eine gewisse Geschwindigkeit drauf, und dann wird man von anderen überholt, die nicht das geringste Geräusch von sich geben. Unheimlich, wie diese Stillen aus dem Nichts aufzutauchen scheinen.

Und doch ist eine Tour von Kornelimünster nach Aachen und zurück auf dem Vennbahn-Radweg deutlich sicherer und bequemer (weniger steil) als auf der Busspur der Trierer Straße zu absolvieren. Deshalb kommt Freude auf, weil dieser Radweg nun breiter wird. Und zwar auf etwas über 9 Kilometern – von Rothe Erde bis Kornelimünster.

Bezahlt wird dieser Ausbau zu 80 Prozent von Geld, das Brüssel nach Aachen rüberschiebt. Bedingung: alles muss bis Juni 2022 fertig sein. Das sollte zu schaffen sein.

Der Radweg ist eine ehemalige Bahntrasse, teilweise liegen noch Schienen, die allerdings von Gestrüpp überwuchert sind. 4 Meter breit soll der Weg werden, jetzt ist er an den meisten Stellen noch nicht mal 2 Meter breit. Und: Am Wochende sind zwar viele Freizeit-Sportler unterwegs, aber der Weg wird ebenfalls heftig von Menschen befahren, die beruflich pendeln.

Die Politiker*innen aller Parteien haben für den Ausbau gestimmt. Die Naturschutzorganisation BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) protestierte gleichwohl gegen die Pläne. Man mache bei dem Radweg den gleichen Fehler wie bei den Autobahnen: Eine zusätzliche Fahrspur führt dort bekanntlich nur dazu, dass nach einer Weile noch mehr Verkehr als zuvor auf der Strecke unterwegs ist und wieder Staus entstehen.

Zudem wird Waldboden versiegelt. Denn ein Rad ist zwar CO2-neutral, aber ein Radweg ist auch eine versiegelte Fläche.

Am Rande des Vennbahn-Radweges wächst und wuchert so allerhand. Im Frühling zum Beispiel Unmengen von Maiglöckchen. Foto: Archiv

Oben und unten: Nicht gepflegter Baumbewuchs am Rande des Vennbahn-Radweges.

Ausschlaggebendes Argument ist in diesem Fall wahrscheinlich die Sicherheit. Der Vennbahn-Radweg ist beliebt, immer mehr Menschen schaffen sich Räder an. Wie doof, wenn es zu schweren Unfällen kommen sollte!

Zum Weiterlesen: die Argumente der Naturschützer

Über AachenNews.org

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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