Schule auf der Grenze. Kommt bald das Aus?

Die Grundschule in Lichtenbusch gibt es dort seit 1885. Der ganze Ort steht auf der Grenze, die Schule auch.

Dass etwas wegen überragendem Erfolg geschlossen werden muss, das hört man auch nicht jeden Tag. In Lichtenbusch kann man das zur Zeit erleben. Dort ist die Grundschule bei Kindern und Eltern so beliebt, dass sie definitiv zu klein geworden ist und über kurz oder lang schließen muss.

Es sei denn, es findet sich bis Mitte diesen Jahres eine Lösung. Von den Schwierigkeiten war jüngst im zuständigen politischen Gremium (Schulausschuss) kurz die Rede. 

Die Schule in Lichtenbusch ist etwas Besonderes: Lichtenbusch ist zwar ein Ortsteil von Aachen . . . aber nur etwa zur Hälfte. Die andere Hälfte ist belgisch. Spaziert man durch den Ort, ist man ohne es zu wissen, mal in Belgien, mal in Deutschland. Und nur weil uns die Pandemie so schrecklich am Wickel hat, fragt man sich: Darf ich überhaupt aus Deutschland so einfach raus und wieder rein usw?

Das gibt es auch nur im Westen. In Lichtenbusch steht man (mitten im Ort) plötzlich vor Ortsausgangs- und Ortseingangsschildern.

Deutsche Kinder, die in Deutschland wohnen, müssen eine deutsche Schule besuchen – nicht so in Lichtenbusch. Da gehen aktuell 150 deutsche und belgische Kinder in eine belgische Schule und in den Kindergarten, denn der gehört auch noch zu der Einrichtung. Würde die Schule geschlossen, dann müssten die belgischen Kinder nach Eynatten und die deutschen Kinder ins 10 Kilometer entfernte Oberforstbach gefahren werden. 

Das wär blöd, und genau das will niemand. Die Leute in Lichtenbusch machten jetzt – etwas spät – auf die Problematik aufmerksam. Die Tageszeitung und der WDR berichteten umfassend. Ein vorbildliches, gut funktionierendes, europäisches Projekt steht vor dem Aus. Das ist sehr zu bedauern. 

Die Lichtenbuscher kämpfen für den Erhalt ihre Schule. Die will ihnen im Grunde auch keiner nehmen. Das Gebäude samt Containern ist einfach nur zu klein.

Die Beziehungen zwischen Belgiern und Deutschen waren längst nicht immer gutnachbarlich. Viele Belgier haben bis heute die äußerst brutalen Überfälle der Deutschen auf ihr Land nicht vergessen. Es kommt Freude auf, wenn man in Lichtenbusch erzählt bekommt, wie ausnehmend gut die Menschen hier zurecht kommen, wie man sich gegenseitig respektiert und das Zusammensein genießt. Da ist die Schule der wichtigste Anker.

Für die Schule gibt es zur Zeit leider wenig Hoffnung. Anbauen in Lichtenbusch scheint nicht möglich zu sein. Auch findet sich angeblich kein freies Grundstück im Ort, wo sich eine neue Schule errichten ließe. Und: Wer kann einen Neubau bezahlen?

Ob Brüssel mit Geld hilft? Ob es vielleicht doch noch ein Grundstück gibt? Ob die Stadt Aachen vielleicht in einer Resolution des Rates zunächst mal erklärt, dass ihr der Erhalt der Schule wirklich außerordentlich wichtig ist? Was meint der Rat der Gemeinde Raeren, zu dem der belgische Teil von Lichtenbusch gehört? Kann sich die StädteRegion des Themas annehmen? 

Die Fragen sollten unverzüglich angegangen werden.

UPDATE (26. März): Der Rat der Stadt Aachen hat schon reagiert und einstimmig und offiziell seine Ansicht verkündet, dass nämlich Lichtenbusch auch weiterhin eine Schule haben sollte.

Die Europa-Sterne – bedeuten sie uns noch was? Ich denke: ja. Besonders, wenn es auf den höheren Ebenen nicht mehr so gut klappt.
Innen und außen wird jeder freie Raum genutzt.

s. auch: https://gs-lichtenbusch.net

Über AachenNews.org

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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