Aachen goes Tübingen. Negatives Testergebnis als „Tagespass“ für den freien Zugang.

Im Rat der Stadt wurde gestern ein interessanter Beschluss mitgeteilt. Die StädteRegion mitsamt der Stadt Aachen will der Stadt Tübingen nacheifern, will Modellkommune werden. Jetzt muss nur noch die Landesregierung in Düsseldorf zustimmen.

Als Modellprojekte können extra ausgewählte Regionen mit strengen Schutzmaßnahmen und einem Testkonzept einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens öffnen. Die Krisenstäbe von Stadt und StädteRegion haben beschlossen, sich beim Land NRW für die Durchführung eines solchen Modellprojektes zu bewerben.

Dabei soll in einem ersten Schritt versucht werden, dass zumindest die Öffnung der Außengastronomie, erweiterte Einkaufsmöglichkeiten in Geschäften, die Öffnung von Museen und Theatern und die Durchführung von bestimmten Veranstaltungen wie beispielsweise im Sport möglich werden.

Das alles allerdings immer unter strengen Hygieneauflagen und – ganz wichtig – immer nur mit einem negativen Testergebnis vom selben Tag, dem sogenannten „Tagespass“. Bundesweit macht – wie erwähnt – derzeit die baden-württembergische Stadt Tübingen als entsprechende Modellstadt bereits positive Schlagzeilen. Nur Karl Lauterbach (SPD-Politiker und Wissenschaftler) ist skeptisch, er sagte bezüglich Tübingen: Das Projekt ist gut, aber es ist nicht genug.

Über 100 Teststellen gibt es in der StädteRegion Aachen (hier: Hauptbahnhof Aachen). Jetzt möchte man einen Versuch wagen: Wer sich testen lässt, mit negativem Ergebnis, darf dieses Ergebnis als „Tagespass“ nutzen und an diesem Tag Veranstaltungen besuchen, einkaufen, Museen und Theater besuchen, draußen sitzen und die Frühlingssonne auf der Terrasse eines Cafés genießen. Könnte es sein, dass die Menschen dann noch mehr darauf achten, sich nicht anzustecken, damit ihnen diese „Freiheiten“ erhalten bleiben? Foto Henning Brinkmann

Die Stadtverwaltung teilt unterdessen mit: „Wir haben mittlerweile weit über 100 öffentliche Teststellen, Apotheken und Arztpraxen, die den Bürgertest anbieten. Zudem ist unser Gesundheitsamt an alle relevanten Programme, Apps und Tools angebunden, die auch die Kontaktpersonennachverfolgung optimieren.“ Gesundheitsdezernent Dr. Michael Ziemons sieht beste Voraussetzungen für die Umsetzung des Modellvorhabens.

Der Versuch soll wissenschaftlich begleitet werden. Dabei wird insbesondere untersucht, wie sich ein solches Vorgehen auf die Inzidenzzahlen auswirkt. „Der konkrete Inzidenzwert einer Kommune spielt nicht die entscheidende Rolle“, so Ziemons, „vielmehr kommt es darauf an, ob wir durch digitale Tools das Geschehen besser in den Griff bekommen und eine bessere Akzeptanz bei den Bürgerinnen und Bürgern für die Schutzmaßnahmen erreichen können“.

UPDATE:

Der Kölner Stadtanzeiger will erfahren haben, dass Aachen mit der StädteRegion tatsächlich eine von 4 Kommunen ist, wo man mit negativem Testergebnis als „Tagespass“ größere Freiheiten genießt als zuvor.

Und ehrlich gesagt: Ich finde, es ist an der Zeit, in aller Vorsicht mal etwas auszuprobieren. Immer nur zu Hause rumzusitzen, das ist fast nicht mehr auszuhalten. Dann doch lieber frisch getestet mit anderen frisch negativ Getesteten einen Kakao mit Sahne draußen trinken. 4 Monate Mini-Lockdown haben uns jedenfalls nicht wirklich weitergebracht. Und einen krassen, richtigen Lockdown will man uns nicht zumuten. Der richtige Zeitpunkt dafür ist sowieso schon längst vorbei.

Anstatt zu streiten sollten wir lieber überlegen, warum das mit dem Impfen so langsam geht. Wo gäbe es denn zusätzliche Impfdosen, und kann man mit den dortigen Politiker*innen (z. B. in USA und Israel) nicht so lange verhandeln, bis die das Zeug zu uns rüberwachsen lassen? Jede*r Infizierte kostet die Bundesrepublik horrende Summen, selbst bei milder Erkrankung entstehen Kosten durch Arbeitsausfall usw. (Pavel Mayer hat es ausgerechnet). Da sollte man diese Summen lieber in den zusätzlichen Kauf von Impfdosen investieren.

Wenn man sieht, wie die Menschen in Tübingen derzeit leben, kann man doch nur neidisch werden.

Über AachenNews.org

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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