Ein Wahlabend mit böser Überraschung?

Frankreich wählt morgen und alle Welt meint: das wird schon gutgehen! Damit ist gemeint, dass die rechtsradikale Marine Le Pen bestimmt verlieren, und dass der nächste Präsident in Frankreich wieder Emmanuel Macron heißen wird. Schön wär’s!

Es sei daran erinnert, dass seinerzeit auch kaum jemand dachte, dass in den USA Trump die Präsidentschaftswahl gewinnt, oder dass es in England eine Mehrheit für den Brexit geben würde. Es hatte auch niemand mit einer weltweiten Seuche gerechnet (außer ein paar Virologen). Dass es jemals einen so altmodischen Krieg in Europa mitsamt Atomkriegs-Drohung geben würde, hatte ebenfalls niemand auf den Schirm.

So ist ja in den letzten Jahren auf der großen Bühne praktisch alles schiefgegangen, was schiefgehen konnte. Insofern ist nun in Frankreich definitiv mit Le Pen zu rechnen.

Die Frau steht für einen krass-rechten, nationalistischen und ausländerfeindlichen, außerdem EU-feindlichen Kurs und ist zudem noch eine Deutschland-Hasserin, die eine ungute Nähe zu Wladimir Putin pflegt. Wie Trump konnte sie den Anschein erwecken, es gehe ihr um „unten gegen oben“. – Macron schaffte vor 5 Jahren die Vermögenssteuer ab und galt seither als Präsident der Reichen, was unfair ist. Er driftet allerdings manchmal ins Napoleonische ab. Überblick über beide Positionen hier in der Süddeutschen.

Geht es nach den Stimmen, die Macron bei der 1. Wahl aus Reims, der Partnerstadt Aachens bekommen hat, dann kommen wir an der Katastrophe vorbei. In Reims lag Macron deutlich vor Marine Le Pen.

Schaut man indes auf Monschaus Partnerstadt BourgSaint-Andéol, so liegt dort mit über 30 Prozent Le Pen glasklar vorn.

In Stolbergs Partnerstadt Faches-Thumesnil wiederum will die Mehrheit von Le Pen gar nichts wissen und entschied sich in der Vorwahl für den dritten (ultralinken) Kandidaten Jean-Luc Mélenchon (der neue Star der franz. Linken).

Was ist mit Dürens Partnerstadt Valenciennes? Dort lag bisher Macron klar vorn.

Bleibt zu hoffen, dass demnächst nicht auch diese Beziehungen (zu den französischen Partnerstädten) „eingefroren“ werden müssen, wie die von Aachen zu Kostroma (in Russland).

Falls Le Pen gewinnt, das hat sie oft genug gesagt, werde sie viele Kooperationen mit Deutschland NICHT fortführen. Sind da Städtepartnerschaften eingeschlossen? Das wäre schade. Doch es liegt auch an uns, ob wir den Kontakt abbrechen oder sogar intensivieren und uns als gute Freunde erweisen, die auch mal eine schwierige Phase aushalten.

Das hat zu allem Schrecklichen noch gefehlt, dass es in Frankreich eine Wahl für die Tonne geben könnte. Foto: AachenNews Archiv

Interessanter Podcast, für alle, die Zeit haben: Frankreichs Medien und der Aufstieg der Rechtsextremen.

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