Schon wieder: Vandalismus auf dem Ostfriedhof

Irgendjemand ist hier anscheinend sehr wütend gewesen. Warum? Auf dem Ostfriedhof von Aachen befinden sich die Gräber von Franz Oppenhoff (Oberbürgermeister), Felix Kreusch (Dombaumeister), aber auch das Grab vom Nazi-Oberbürgermeister Quirin Jansen. Beide Fotos: Stadt Aachen

Der ganze Ostfriedhof steht seit 1988 unter Denkmalschutz. Er ist in letzter Zeit seltsamerweise Zielobjekt von Vandalismus und Zerstörungswut. Was macht einen an einem Friedhof wütend? Missfällt der Blumenschmuck? Die Beleuchtung oder die altmodische Einfassung der Gräber? Die Mitarbeiter*innen des Aachener Stadtbetriebs stehen vor einem Rätsel.

„Erneut ist ein historisches Grabdenkmal auf dem Ostfriedhof zerstört worden“, so wurde jetzt mitgeteilt. Der Stadtbetrieb habe das verwüstete Grab am Montagnachmittag bei einem Kontrollgang entdeckt. „Es macht uns fassungslos, mit welcher brachialen Gewalt diese Schandtaten verübt werden“, sagt Wolfgang Berg, Bereichsleiter Friedhofwesen und Krematorium des Stadtbetriebs. 

Mehr als 100 Jahre war das historische Denkmal, das jetzt so herb beschädigt wurde, alt. Der Grabstein war mit einem Aufsatz und einem Hochkreuz versehen und insgesamt rund vier Meter hoch. Das Kreuz muss mit entsprechendem Kraftaufwand umgestoßen worden sein, sodass es auf die Gruftplatte fiel, die, wie auch der Grabstein, in viele Teile zersprang. Haben vielleicht Heranwachsende ihre Kräfte gemessen? Wäre da nicht ein Fitness-Center der passendere Ort?

Schon vor einigen Tagen hatte die Polizei mitgeteilt: Insgesamt wurden nach derzeitigem Kenntnisstand im Zeitraum vom 23. Dezember 2022 bis 9. Januar 2023 genau 17 Gräber „offensichtlich unter Einsatz massiver Gewalt“ beschädigt sowie mehrere Grabtafeln zerschlagen.

In den letzten drei Jahren waren über Fördermittel des Landes NRW und Eigenaufwendungen der Friedhofsverwaltung knapp 80.000 Euro in die Restaurierung auf dem Ostfriedhof geflossen. Zeugen, die sachdienliche Hinweise auf die Täter*innen geben können, werden gebeten, sich bei der Polizei unter der Rufnummer 0241/ 9577-33201 oder unter 0241/ 9577-34210 zu melden.

Es kommentiert unser Mitarbeiter Johann Gottfried Seume mal ganz generell: „Privilegien aller Art sind das Grab von Freiheit und Gerechtigkeit.“

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