Das war anders geplant: Noch keine einzige Radvorrangroute ist fertig

Den Aktiven für den Radentscheid Aachen geht es zu langsam. Die Freund*innen des entspannten Radelns in Aachen veranstalten eine Demonstration und schicken deshalb folgende Mitteilung:

Mehr als drei Jahre nach dem mit großer Mehrheit gefassten Beschluss des Stadtrates, den Radentscheid umzusetzen, ist im Stadtbild noch viel zu wenig sichtbar.

Wir wollen Sofortradwege. Denn die
➔ sind schnell und preiswert zu verwirklichen,
➔ erhöhen die Sicherheit für Menschen auf Fahrrädern unmittelbar,
➔ motivieren zum Radfahren,
➔ bringen mehr Verkehr auf’s Fahrrad.

Sofortradwege können an vielen Stellen der Stadt Aachen ziemlich problemlos umgesetzt werden. Oft reichen Markierungen, Flexi-Poller und Schilder. Über Details kann man später diskutieren, wenn die Stadtverwaltung Planungskapazitäten frei hat. Bis dahin radeln wir schon mal sicher!

Auf Social Media erbrachte unsere Umfrage folgende Prioritäten:

  1. Theaterstraße,
  2. Jülicher Straße,
  3. Roermonder Straße,
  4. Turm- und Junkerstraße.

Offenbar wünschen sich viele auf der Theaterstraße auf beiden Seiten separate Fahrradstreifen; denn sie ist eine wichtige Achse für zügigen Fahrradverkehr in und durch die Innenstadt. Der Autoverkehr ist hier ohnehin so mäßig, dass es auch in Baustellenzeiten zu wenig Staus kommt.

Mit unserer Aktion möchten wir am kommenden Freitag, 27. Januar, demonstrieren, wie einfach es sein kann, Radfahrende zu schützen. Start ist ab Ecke Bahnhofstraße. Daher reservieren wir von 16:30 bis 19 Uhr stadtauswärts von der Bahnhofstraße bis zur Kreuzung Normaluhr den rechten Fahrstreifen für Radfahrende. Dann fahren wir mehrere Runden auf der Verbindung Theaterstraße, Vereinsstraße, Horngasse, Bahnhofstraße, Theaterstraße. Die Demonstration wird von der Polizei begleitet.

Sofortradwege sollen die Umsetzung des Radentscheids beschleunigen. Sie stellen
vorweggenommene dauerhafte Lösungen dar. Insbesondere ermöglichen sie die schnelle
Umsetzung der Ziele 1 und 3 des Radentscheids, die im November 2019 vom Stadtrat
beschlossen wurden:

  • Ziel 1: Durchgängiges, engmaschiges Radwegenetz erstellen!
  • Ziel 3: Sichere Radwege an Hauptstraßen!

Noch keine einzige Radvorrangroute ist fertig. Es gibt nur Teilstücke. Auch ein Ende der
Planungen ist nicht in Sicht, geschweige denn der Bau. Konkrete Planungen und realisierte Teilabschnitte gibt es an den Radvorrangrouten nach Brand, Eilendorf und zum Campus Melaten. Auf der Altstraße oder einem Teil der Lothringerstraße ist zu erleben, wie radfreundlich die Routen werden. Für die Radvorrangrouten nach Haaren und Verlautenheide beginnen jetzt die Planungen. Es bleiben noch fünf weitere Routen zu planen und umzusetzen.

An den Hauptstraßen gibt es bisher nur wenige Abschnitte, die fahrradgerecht umgestaltet wurden: z.B. Ludwigsallee mit Saarstraße sowie Pontwall. In der Planung sind außerdem z.B. Lütticher Straße, Hohenstaufenallee, Monheimsallee, Breslauer Straße und die Vaalser Straße an der Grenze. Ansonsten: noch große „Lücken“!

Die Aktiven beim Radentscheid loben die Planungen der Stadt Aachen und die gute Zusammenarbeit. Sie wissen, dass die Kolleg*innen in der Verwaltung engagiert arbeiten, und eine gute Bürgerbeteiligung sowie politische Entscheidungen ihre Zeit brauchen. Es zeigt sich aber, dass eine zusätzliche Strategie für eine schnellere Umsetzung des Radentscheids nötig ist.

Über AachenNews.org

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Das war anders geplant: Noch keine einzige Radvorrangroute ist fertig

  1. Linda Schrey schreibt:

    Als passionierte Radfahrerin vermisse ich eine professionelle Planung. Da wird mit der Markierung von Radwegen begonnen, dann auf einmal aufgehört: Warum wird die Markierung nicht bis zu Ende geführt? Da werden Baustellen wie die Viehofstr. in Burtscheid beendet und übrig bleibt Fahradweg, der sich dadurch auszeichnet, in einem Bereich eine Senke aufzuweisen, die fein säuberlich so geteert wurde. Da gibt es auf der oberen Theaterstr. den ins Leere laufenbden Fahrradweg, der seit Jahren eine Verwerfung aufweist, die eine Rille zwischen Bürgersteig und Straße bildet und auf diese Weise Radfahrer*innen zur Falle wird. Echt übel. Ich könnte die Liste immer weiter fortführen, habe aber aufgehört, weil Mails an die Stadt im Nirwana verschwinden, anders ist die Funkstille nicht zu erklären.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..