Das Brauchtum, die Heimat, der Karneval

Piraten in Aachen feiern Karneval vor und in ihrem Büro in der Lothringerstraße. Mit Ironie. 

Was für ein schönes Büro! Warm, mit Logenplätzen und einem Blick auf den Zug des Märchenprinzen. – Das Brauchtum feierte sich am Sonntag selbst. Heute (12. 02.) übrigens auch, denn da ist Rosenmontag. Was soll man da machen? Ob die zwei Heimatminister (eine aus NRW, einer im Bund) sich demnächst auch um den Karneval in Aachen kümmern werden? Möglich ist alles.

Heimat, Heimatpflege, Brauchtum . . . werden wir in Aachen bald auch noch einen Heimatausschuss besetzen müssen? Und was wird dieser Ausschuss beschließen? Was werden die zwei Heimatministerien machen mit unserer Heimat?

Fragen über Fragen. Alles keine beruhigenden Aussichten. Die „Heimat“ kam bisher jedenfalls ohne ein Spezialministerium ganz gut zurecht. Man wollte in Aachen lieber international sein. Reitturnier, Hochschule, Karlspreis – was haben die mit Heimat zu tun? Holländer und Belgier gehen Rosenmontag im Zug mit.

Statt eines Digitalministeriums bekommt Deutschland ein Heimatministerium. Deutlicher kann man kaum sagen: Fortschritt, bleibe uns fern! Wir wollen zurück in die Vergangenheit. – Der Begriff Heimat teilt die hier lebenden Menschen in solche, die schon immer hier leben, und solche, die neu hinzugekommen sind. Der Begriff Heimat hat fremdenfeindliches Potential. Man sollte ihn der rechten Szene überlassen.

Die geistige Enge und Angst der Heimat-Heinis nervt schon jetzt. Karneval kann ein Mittel sein, der Ausschließeritis zu entkommen. Wir sind ja nämlich hier alle jeck, und  jeder Jeck ist anders.

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Leicht und zugleich kraftvoll: Kunst aus Draht und Papier

Gebaut aus Draht und Papier: Kunst von Sabine Jacobs ist zur Zeit in Aachen zu sehen.

Noch bis einschließlich Samstag, 24. Februar, ist in den Räumen des „Kunstwerk Aachen“ (Arkaden, 2. Etage) Kunst von Sabine Jacobs zu sehen. Der Titel der Schau lautet: „wireline + paper“, was zugleich die Materialien benennt, die die Künstlerin verwendet: Draht und Papier.

Das oben abgebildete Werk ist zugleich das größte und eindrucksvollste von  allen in Aachen ausgestellten. Es ist wuchtig und scheint einen erschlagen zu wollen. Zugleich ist es filigran und fragil. Man wagt beim Nähertreten kaum zu atmen aus Angst, es zu zerstören. So ist man hin- und hergerissen und staunt nicht schlecht. Es ist ein besonderes Erlebnis, sich diesem Werk in einem Raum auszusetzen.

Auch die kleineren Arbeiten von Sabine Jacobs schweben im Raum. Sie wirken zart wie ein Hauch und gleichzeitig monumental. Sehr sonderbar. Es wird einem wieder bewusst, dass etwas sehr Zartes und Schwaches doch eine große Kraft haben kann. Das ist gewissermaßen erfreulich und tröstend.

Wunderbar sind zudem die Zeichnungen, die zur Ausstellung gehören. Nichts Gegenständliches, gezeichnet mit Graphit. Auch hier sind der Künstlerin Linien wichtig, ein wenig so, wie ich es bei Ernst Wille mal gesehen habe.

Sabine Jacobs ist 1966 in Aachen geboren, sie studierte an der Fachhochschule, machte 1993 Examen bei Professor Dr. Ulf Hegewald und ist seit 1993 freiberuflich als bildende Künstlerin tätig. Ihr Lebensmittelpunkt ist in Monschau. Ihr Werk ist durch zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland bekannt.

Mehr von  Sabine Jacobs seht ihr hier: http://jacobs-sabine.de

Die Öffnungszeiten im Kulturwerk, in den Arkaden, Trierer Straße 1, Aachen: Mo.-Sa. 13 bis 19 Uhr. Ein Besuch lohnt sich.

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Neue Formen des Zusammenlebens ausprobieren

Heimatministerium, Heimatminister . . . dergleichen wird es in Deutschland bald bundesweit geben. Heimat hat mit Heim zu tun. Ein Heim, eine Wohnung zu haben, die groß genug und angenehm zum Leben ist . . . das ist mal eine Grundvoraussetzung dafür, dass Menschen Heimat erleben. Wer von Heimat redet, sollte mal zuerst sehen, ob überhaupt jeder über ein angenehmes Heim verfügt?

Auch für alternative Lebensformen muss Geld und Platz da sein. So, wie es in Aachen der Fall ist: Zwei Jahre nach Bezug ihres ersten Wohnprojekts (Mataréstraße) nimmt die Aachener Genossenschaft LebensWeGe Aachen eG Anlauf für das nächste Vorhaben.

Im Wiesental wird in Kooperation mit der Stadt Aachen das zweite Projekt der LebensWeGe entstehen. Dort sollen (so teilt das Presseamt der Stadt mit) in der Burggrafenstraße etwa 20 bis 25 Menschen mit einem hohen Maß an Selbstorganisation und Selbstverwaltung eine Heimat finden. Nachbarschaftliche Beziehungen werden im neuen Wohnprojekt groß geschrieben. Architektur und Wohnkonzept sind auf bewussten Kontakt im Haus abgestellt, es wird Gemeinschaftsräume und gemeinschaftlich genutzte Flächen geben.

Am Montag, 19. Februar, findet um 18 Uhr in der Nadelfabrik am Reichsweg 30 eine Informationsveranstaltung statt, bei der die verschiedenen Aspekte des Wohnprojekts erläutert werden. Finanzierungsfragen werden hier ebenso erläutert wie die Funktionsweise einer Genossenschaft, die verschiedenen Bauschritte und das Leben in einem Projekt.

Zudem erklären Angelika Hildersperger und Christiane Schwarz vom städtischen Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen das städtebauliche Konzept sowie das weitere Vorgehen im Bebauungsplan. Dazu sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen.

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Das hat uns vergangene Woche interessiert

Einen „super blue blood moon“ gab es diese Woche zu sehen. Dieser Mond in Aachens Osten wurde etwas spät fotografiert. Aber egal: Der Mond ist ja eigentlich immer schön.       Foto: Otto Weber

Platz für Unternehmen und für Wohnanlagen ist knapp in der Stadt. Da möchten die Politiker auf die letzten großen Aachener Freiflächen nicht vorschnell verzichten. Zum Beispiel auf das 44 Hektar große Freigelände „Camp Hitfeld“ im Aachener Süden.

Das ehemalige Militärgelände wollte ein Investor (Landmarken AG) dem Bund abkaufen. Stopp, sagte jetzt der Stadtrat und pochte auf seinem Vorkaufsrecht. Das Gelände macht seit etwa 25 Jahren einen total verkommenen Eindruck, und man darf gespannt sein, was jetzt daraus wird. Schwermetalle, Arsen, Mineralöle, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe oder Blindgänger aus Kriegszeiten könnten sich dort befinden. Trotzdem wird dort (in einem sehr tief liegenden Stollen) angeblich auch Trinkwasser gewonnen.

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Und dann ploppte auf meinem Handy die Nachricht auf: „Die RWTH macht Vergiftungsversuche an Menschen“. Himmelherrgottsakra, wer glaubt denn so einen Quatsch? Was war passiert? „Alles ganz normale Forschung“, meinten die Professoren. Ein „Vergifteter“, diverse Mediziner und ein Mitglied der Ethikkommission stellten sich mittlerweile im Klinikum der Presse, der Skandal schlug nämlich Wellen, und aufgrund der umfassenden Berichterstattung kann sich jetzt jeder selbst ein Bild machen.

Zehn Affen atmeten stundenlang Abgase eines VW ein. Und es zeigte sich, dass in einem Land, wo jeden Tag 2 Millionen Tiere auf ekelerregende Weise und brutal getötet werden, jene 10 Affen die Menschen rührten. Ich fass es nicht.

2013 testeten Arbeitsmediziner an Freiwilligen (n = 25) die Verträglichkeit von Stickstoffdioxid (NO2) am Arbeitsplatz. Ein Test an 25 Personen? Hää? Bei der geringen Anzahl von Testpersonen, wie sollte denn da ein irgendwie relevantes Ergebnis erzielt werden?

Alles in allem zeigt die ganze Aufregung, dass Leute sich gern auf einzelne, haarsträubende Fälle stürzen und nicht merken, dass das Problem in Wirklichkeit woanders liegt: Nämlich bei der massenhaften „Vergiftung“ der Bevölkerung in den Städten, wo Tausende wegen der ungezügelten Gier der Autoindustrie krank werden und vorzeitig sterben. Und kein Staatsanwalt ermittelt und die Politik hält sich zurück! – Aber die zehn Affen und die 25 Freiwilligen! Über die schreiben dumme Menschen lange Kommentare voller Empörung.

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Was noch? Der Karneval tobt vor sich hin, die Ordensverleihung (Wider den tierischen Ernst) kam – am TV jedenfalls – nicht schlecht rüber, Gregor Gysi (Die Linke) und Winfried Kretschmann (Grüne) waren witzig. Wer mehrfach einer solchen Sitzung im Saal beiwohnen musste (wie die Autorin dieser Zeilen), ist übrigens froh, wenn er/sie an dem Abend zu Hause bleiben kann. 

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Und sonst? Im Kulturausschuss gab es Zoff wegen der Verteilung von Geld an „freie Kulturschaffende“. Gefördert werden immer dieselben, für etwas neuere Initiativen ist fast nichts da. – Zoff gibt es auch wegen der Breslauer Straße. Die wollte die Verwaltung schmaler und den Straßenraum intensiver für Radfahrer nutzbar machen. „Alles Quatsch“ meinte die CDU, und die Opposition ist deshalb wütend. – Kein Zoff (bis jetzt) gibt es wegen des baufälligen Tunnels Adenauerallee/Trierer Straße. Der muss höchstwahrscheinlich nicht nur ausgebessert, sondern komplett neu gebaut werden. (Ein Beispiel für die vielen in die Jahre gekommenen Brücken und Tunnel, die in ganz Deutschland erneuert werden müssen.)

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Seht euch an, was MONITOR über einen weiteren, höchst unsicheren Reaktor im belgischen Tihange gesendet hat. Bisher unveröffentlichte Dokumente, die MONITOR vorliegen, belegen: Von einem noch älteren Reaktor (Tihange 1) gehen weit größere Gefahren aus als bisher bekannt.

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Zum Schluss: In Berlin hat ALDI Nord angekündigt, verschiedene Filialen abreißen zu wollen und dann neu zu bauen, größer und mit etwa 100 Wohnungen auf jeder Filiale. Die Wohnungen sollen teilweise nur 6,50 Euro Miete pro Quadratmeter kosten. Wie schön. Das könnte/sollte auch in Aachen (von ALDI Süd) umgesetzt werden. Die Gelände, auf denen sich ALDI-Märkte befinden, sind nämlich groß und in Wohngebieten gelegen (s. Foto unten, Freunder Weg), und mit den Flachbauten ist die Fläche relativ schlecht verwertet.

In Berlin will ALDI tatsächlich auf vergrößerten Filialen Wohnungen errichten, preiswerte natürlich. In Aachen auch?

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Wer ist hier Graswurzel? Und wer ist Elite?

Nach einer etwas länglichen Kreativpause meldet sich der „Kanal Trivial“ zurück. Marc Teuku (bekannt aus Rathaus, Piratenpartei und diversen Fußballstadien) und der geniale Filmer Andreas Müller sprechen mit Ina-Marie Orawiec über die Bürgerinitiative „Wir für Hier – Aachen Kulturhauptstadt 2025“.

Es ist in vielerlei Hinsicht ein außergewöhnliches Interview.  Es wird in dieser kleinen Elektro-Postille (uebergangshymne) präsentiert, um die Diskussion in der Kulturszene zu ergänzen. Seht euch auch an, was Wolfgang Becker auf Facebook zum Thema Kulturhauptstadt geschrieben hat und was ihm geantwortet wurde.

Der Begriff  „Graswurzel-Bewegung“ spielt eine Rolle. So haben sich die Kulturhauptstadt-Fans selbst genannt. Harald Baal (CDU-Fraktionschef) hat im Rathaus in öffentlicher Sitzung diesen Terminus für sich und den Rat in Anspruch genommen und – mit Blick auf die Initiative – gemeint: Darüber, wer in Aachen Graswurzel-Bewegung ist, „darüber muss man mich nicht belehren“. Das wirkte arrogant. Viele meinen jetzt, die Leute, die sich da Graswurzel-Bewegung nennen, seien in Wirklichkeit Elite.     Zwinkersmiley.

 

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Mehr Infos zu den „Menschenversuchen“

So kann’s gehen: Mit einem Schlag ist das Image der RWTH massiv angekratzt, weltweit.

„Menschenversuche“ lautet der Vorwurf, „mit Gas“. Da braucht man in Deutschland nicht weiter nachzufragen und aufzuklären, auch die Studie selbst hat bestimmt keiner derjenigen, die so vernichtend kritisieren mal studiert. Der Vorwurf ist nicht mehr zu toppen. Ich gebe hier mal wieder, was Piraten in Aachen (danke Rahu) an Zusatzinfos weitergeleitet haben.

Hier findet ihr die besagte Studie: Biological effects of aled nitrogen dioxide in healthy human subjects
http://docs.dpaq.de/13191-brand_no2_2016.pdf 

Interssantes in diesem Zusammenhang auch vom Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages: Stickoxidgrenzwerte der Außenluft und am Arbeitsplatz
https://www.bundestag.de/blob/531762/6a7d2a26e62fab08cef1ebe7c79961be/wd-8-035-17-pdf-data.pdf 

Übrigens hat die AfD das Thema Grenzwerte am Arbeitsplatz ja auch schon missbraucht. Ist kein halbes Jahr her.
Dazu der Faktenfinder: Die Grenzen der Grenzwerte
http://faktenfinder.tagesschau.de/stickstoffdioxid-grenzwerte-arbeitsplatz-101.html

Und hier noch eine kleine Anfrage der AfD im Landtag NRW zu Stickoxid Belastung in NRW
https://www.landtag.nrw.de/Dokumentenservice/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD17-863.pdf;jsessionid=EEDD9CE60C1F65862BB2953DBD3309A7.

Ich traue der Autobranche so ziemlich alles Schlechte zu. Aus Profitgier ist ihnen unsere Gesundheit egal, das denke ich tatsächlich. Seriöse Beweise muss man für diesen Vorwurf allerdings bringen. Oliver Krischer (Grüne) hat in den Tagesthemen vom 29. 01. 2018  deutliche Worte gefunden.  Gut so. Die Politik – auf allen Ebenen – darf  nicht wegschauen.
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Kinder auf Schritt und Tritt überwachen?

Die Aachener Piraten haben eine Pressemeldung zum Projekt „Schutzranzen“ herausgegeben. In der Zwischenzeit (Stand: 26.01.2018, 12 Uhr) haben sich die Stadt Wolfsburg und die Volkswagen AG offiziell aus dem Projekt zurückgezogen. Weiterhin an Bord sind u.a. die Firma Coodriver, die Stadt Ludwigsburg und der AvD.

Ich veröffentliche hier die Pressemeldung im originalen Wortlaut mit Streichungen, weil es um die prinzipielle Haltung der Piraten zum Thema „Überwachung von Kindern“ geht und es völlig wumpe ist, wer sich daran als Projektförderer beteiligt. 

Aachener Piraten warnen vor  Einsatz der App „Schutzranzen“

Das Projekt „Schutzranzen“, eine Entwicklung des Startups Coodriver in Kooperation unter anderem mit der Volkswagen AG und dem AvD, möchte den Schulweg von Kindern sicherer machen, schießt jedoch weit über das Ziel hinaus.

Per GPS-Tracking sollen Eltern über eine App jederzeit den Aufenthaltsort ihrer Kinder ermitteln. Autofahrern teilt die App mit, ob sich gerade Kinder mit dem entsprechenden Tracker in ihrer direkten Umgebung aufhalten.

„Das ist auf so vielen Ebenen bedenklich, dass es schwerfällt, sich auf die gröbsten Schnitzer zu beschränken“, so Michael Sahm, bildungspolitischer Sprecher der Aachener Piraten.

Die fragwürdige Datenschutzlage ist noch das geringere Problem, obwohl nicht eindeutig ersichtlich ist, wer alles Zugriff auf die Kommunikation zwischen App und weltweiten Cloud-Servern hat.

„Viel fataler ist das Signal, das hier alle Beteiligten erhalten“, so Sahm weiter. „Das Projekt suggeriert den Eltern, es sei in Ordnung, ihre Kinder auf Schritt und Tritt zu überwachen. Für Kinder wird die Überwachung und damit der Verlust von Privatsphäre zur Gewohnheit. Und Autofahrer brauchen nur dann ihre Fahrweise anzupassen, wenn eine App sie darauf hinweist.“

Sehr viel sinnvoller ist eine umfassende Verkehrserziehung an den Schulen und in den Elternhäusern, eine vernünftige Absicherung der Schulwege durch vorbeugende bauliche Maßnahmen und entsprechende Verkehrsregelungen sowie empfindliche Strafen bei deren Missachtung.

„Man kann durchaus fortschrittliche Technologien im Hinblick auf fahrerlose Autos und moderne Verkehrskonzepte entwickeln,“ schließt Michael Sahm. „Das darf aber nicht zu Lasten der Privatsphäre, des gesunden Menschenverstands und schon mal gar nicht unter dem Deckmäntelchen des Kinderschutzes passieren.“

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Der Verein Digitalcourage e.V. sammelt Unterschriften für einen offenen Brief an die beteiligten Unternehmen mit der Forderung, die Überwachung von Kindern zu stoppen. https://aktion.digitalcourage.de/civicrm/petition/sign?sid=5&reset=1

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Was sonst noch los ist . . .

Es brennt in letzter Zeit ein bisschen sehr häufig in Aachen (Foto). Was sonst so los ist, lest ihr unten.                                 Foto: Henning Brinkmann

Was ist los in Aachen, worüber spricht man?

Da fällt mir zunächst der Personalmangel in der Stadtverwaltung ein. Es sind an die 200 Stellen unbesetzt, besonders bei der Feuerwehr und in den Kitas. Mehr Geld und unbefristete Verträge sollen jetzt für mehr BewerberInnen sorgen.

Dann der Karneval. Da haben wir mit Freude vernommen, dass der Sohn von Oberbürgermeister Marcel Philipp jetzt Kinderprinz (Julius I.) ist, wie einst sein Opa Dieter Philipp, der 1956 Kinderprinz (Dieter II.) gewesen sein soll. Ja, manche Posten bleiben in der Familie. So ist das eben, so sind eben die Gene und die Erziehung, schlecht finde ich das eigentlich nicht.

Thema: Zugestellte Bürgersteige. Wie viel Platz müssen eigentlich die Gastronomen den Fußgängern zur Belebung der Straßen bei der Außengastronomie überlassen? Sind 1,20 Meter zu wenig? Sollen es 1,50 oder 1,80 Meter sein? Mindestens 1,80 Meter Platz müssen freigehalten werden, fordern alle – außer den Gastronomen. Und der Gedanke, sogar Parkplätze der Gastronomie zur Verfügung zu stellen (Beispiel: Bonn) ist – juhu – auch noch nicht vom Tisch.

Erstaunlich, wie sehr doch etliche Bürgerinnen und Bürger das Fällen von Bäumen in Nähe des Klinikums erschüttert. Die Bäume müssen weg, denn das Klinikum erweitert sich (mehr Räume für OPs) und baut dazu noch ein Parkhaus. Da führt mMn leider kein Weg dran vorbei.

Und dann die Kultur: Das Zeitungsmuseum soll attraktiver werden, mehr Besucher anlocken und mehr Einnahmen generieren. Da braucht man natürlich einen fantasievollen Kurator . . .  Zeitungen sind ja als Ausstellungsobjekte nicht wirklich spannend. Das wird schwer. Das Stadttheater soll ebenfalls mehr Geld einnehmen, soll eventuell für die besseren Plätze die Ticketpreise anheben. Die Bewerbung um den Titel „Kulturhauptstadt Europa 2025“ kann sich die Initiative in die Haare schmieren, ein Antrag wird nicht gestellt, eine Bewerbung findet nicht statt. Soweit die Kultur.

Ja, und wie steht es um das Dauerthema: Umgestaltung des Büchels mitten in Aachen? Schlecht, würde ich sagen, denn still ruht der See. Jüngst wurde bekannt, dass das alte Parkhaus so kaputt ist, dass oben schon 2 Etagen geschlossen sind und das komplette Objekt – absehbar – bald ganz wegen Baufälligkeit geschlossen werden muss. Schöne Pleite. Dort wird auch noch jahrelang weiter nichts passieren.

Wie immer finden Ereignisse in der großen, weiten Welt ihre Widerhall in Aachen. In Nord-Syrien bekämpft die türkische Armee die Kurden, prompt demonstrieren Kurden auch in Aachen, und selbstverständlich macht das die Erdogan-Fans ungeheuer wütend. Ja, und dann kommt es am Rande eine ganz legalen Kurden-Demo zu Zusammenstößen.
Mir ist es absolut rätselhaft, wie freundlich und entgegenkommend man in Deutschland auf höchster Ebene den wie einen Diktator auftretenden Erdogan behandelt. Absolut rätselhaft. In den DITIB-Moscheen, die von Ankara aus geführt werden, betet man für einen Sieg der türkischen Armee über die Kurden, hieß es mehrfach im WDR. Das ist Kriegspropaganda, wer das zulässt, lässt Hetze zu und sorgt dafür, dass die Situation sich verschärft. Der nimmt in Kauf, dass am Ende noch mehr Flüchtlinge zu uns nach Deutschland kommen.

Zum Schluss: Ist das nur mir aufgefallen, dass es in Aachen in letzter Zeit ziemlich häufig brennt? Am Adalbertsteinweg, in der Elsaßstraße, in der Charlottenstraße . . .

Wer noch Aufkleber, die sich aber leicht wieder entfernen lassen, braucht, der kann sie sich kostenlos im Büro der Piraten (Ecke Wilhemstraße/Lothringer Straße) abholen. Immer donnerstags ab 18.30 Uhr bis mindestens 20 Uhr. Man sieht sich.

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Der Hof, plötzlich ohne Bauzaun

Der Hof ist ein gemütlicher Platz zwischen Körbergasse und Krämerstraße. Er lässt sich jetzt für kurze Zeit mal wieder ohne Baustellenzaun erleben.

Endlich mal ohne Bauzaun ist in diesen Tagen der Hof zu erleben – der Platz zwischen Körbergasse und Krämerstraße. Wäre ja schön, wenn der dreieckige Platz über Karneval so bliebe, danach allerdings wird wieder alles aufgerissen, denn der Hof wird gänzlich neu gestaltet (das hat er auch nötig).

Vor über vier Jahren ging es los: Ein uralter Kanal musste erneuert werden, alles sollte ein Jahr dauern. „Gehen wir mal vom Doppelten aus“, dachte ich damals schon. Doch wer so dachte wie ich, lag völlig daneben.

Wer mitten in der Stadt Aachen ein Loch buddelt, stößt mindestens auf Reste aus der Zeit Karls des Großen oder sogar auf Funde aus römischer Zeit. So auch im Hof. Über zehn Tote waren es, die all die Jahrhunderte dort beerdigt waren, ohne dass wir fröhlichen Kaffee-, Kakao- und Biertrinker vor dem Domkeller was davon geahnt hätten. War der Hof einmal ein Friedhof?

Einige Skelette wurden präpariert und 2015 im Centre Charlemagne ausgestellt. „Sprechende Knochen“ lautete der Titel der Schau. Die Archäologen konnten an den Knochen vieles ablesen: Wann die Leute ungefähr gelebt hatten, wie alt sie geworden sind, ob sie gehungert oder immer gut zu essen hatten, ob es Männer oder Frauen waren und vieles mehr.

Unterdessen arbeitete die Stawag unterirdisch am Kanal. Millionen Euro werden so verbuddelt, ohne dass man auf das Ergebnis groß hingewiesen würde. Auf dem Bauzaun waren Daten und Fakten abzulesen, man gewöhnte sich an den Anblick. Und reagiert jetzt verunsichert, fragt sich „Hä, da fehlt doch was?“

Ich wäre jedenfalls froh, wenn ich den fertigen Hof noch zu Lebzeiten genießen könnte. Gut eine halbe Million Euro soll die Verschönerung kosten. Diesmal wird eine Bauzeit von fünf bis acht Monaten vorausgesagt. Aber auch hier gilt: Gehen wir mal lieber vom Doppelten aus.

 

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Hol dir Infos und Aufkleber (jetzt mit update)

Bei Fragen zu eTickets kommt zum Stammtisch heute (Die., 16. Januar) ins Piratenbüro Wilhelmstraße 85, Aachen. Ab 19.30 Uhr steht Verkehrspolitiker Matthias Achilles dort für Fragen und Anregungen zu e-Ticket und auch zum Thema „Mobilität in Aachen“ zur Verfügung.

Das neu eingeführte E-Ticket von AVV und der Aseag weist Datenschutzprobleme auf (die Presse berichtete). Der Piratenpartei in Aachen wurde von Nutzern mitgeteilt, dass beim E-Ticket die auf dem Ticket gespeicherten Daten mit einem handelsüblichen Android Smartphone und der entsprechend frei zugänglichen App auslesbar sind.

Die Piraten haben daraufhin die Behörde der NRW Landesdatenschutzbeauftragten informiert, dot war man  über den Sachverhalt schockiert, dass die gespeicherten Daten nicht einmal ein Mindestmaß  an Verschlüsselung aufweisen. Der Fall wurde nun an den Bundesdatenschutzbeauftragten weitergeleitet. Für die Piraten Aachen ist der Skandal ein Fall mit Ansage. 

Der Verkehrspolitische Sprecher Mathias Achilles meint:

„Wir haben frühzeitig unsere Bedenken in Sachen Datensicherheit geäußert, aber unsere Bedenken wurden offensichtlich nicht ernstgenommen. Hier wurde nur auf ein Mindestmaß an Funktionalität geachtet, statt das technisch Mögliche von Informationssicherheit und Verschlüsselung zu nutzen.“

Die FAQ zum E-Ticket sind ziemlich eindeutig:
https://www.aseag.de/fileadmin/user_upload/documents/Bestimmungen/Datenschutz_FAQ_AVV.pdf

2.1.6. Wer kann die Daten auf dem eTicket auslesen?
Mitarbeiter der Verkehrsunternehmen im AVV können die zehn letzten Transaktionen nur in den jeweiligen Kunden‐Centern einsehen, wenn der Fahrgast seine Chipkarte zur Verfügung stellt.

Und auch das Kapitel 3 bzgl. BDSG und Datenschutzaufsichtsbehörde des Landes NRW ist lesenswert.

Falls ihr also Fragen und Anregungen habt, kommt ins Piratenbüro. Dort gibt es auch die unten abgebildeten Aufkleber für Menschen, die sich über Pkw-Fahrer ärgern, die auf Fahrradwegen und Fußgängerwegen parken. (So lange der Vorrat reicht.)

Was passiert, wenn ein Falschparker das auf seinem Auto klebend vorfindet? Ist das dann „Sachbeschädigung mit Ansage“? Das kann ja mal ein Aachener Gericht klären. Ich bin gespannt.

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