Erinnerung an ein wichtiges Datum

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Besonders heute erinnern sich in Aachen Mitglieder der Piratenpartei an ein wichtiges Datum: Ein Verbrechen, wie es die Menschheit zuvor noch nie erlebt hatte, ein mit großer bürokratischer Konzentration und Gnadenlosigkeit ausgeführter Mord an einem ganzen Volk wurde endlich gestoppt.  Nur wenige Juden in Europa hatten überlebt.

Ein Volk, das Bauwerke geschaffen hatte, die heute zum „Weltkulturerbe“ gehören, hatte die bestialische Vernichtung eines anderen Volkes bis ins Kleinste hinein geplant und ausgeführt. Bisher nie für möglich gehaltene Verrohung und Grausamkeit hatten sich ohne alle Hemmungen austoben dürfen. Man schämt sich noch heute zu sehen, mit wie viel Raffinesse und Erbarmungslosigkeit Menschen andere Menschen misshandelt haben. Aachenerinnen und Aachener haben sich daran beteiligt.

Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz. Auch heute, 72 Jahre später heißt es gegen faschistische Ideologien und rassistische Hetze anzukämpfen. Wir werden die Opfer von Auschwitz und die Opfer des Faschismus nicht vergessen und stehen auch deshalb noch immer auf den Straßen im Kampf gegen Rassismus und faschistische Propaganda. Denn alles hat nicht mit Gaskammern angefangen, sondern mit Ideen und Worten.

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Bahnhof Aachen-Rothe Erde

Im Vorbeigehen gesehen. Beachtet rechts das Teil, das optisch an die Umgebung angepasst wurde.

Im Vorbeigehen gesehen. Beachtet rechts das Teil, das optisch an die Umgebung angepasst wurde.

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Kommunalpolitik: Nächste Runde

Wer sich für Aachen interessiert, der kennt höchstwahrscheinlich auch den Verein „Stadtbekannt & Co“. Seit vielen Jahren veranstalten in diesem Verein sachkundige Leute Führungen durch Aachen und die Region, und zwar keine 0815-Führungen, sondern solche, die immer außergewöhnlich, innovativ, anders sind.

Aachen von seinen weniger bekannten Seiten zu zeigen, das ist ein Ziel von „Stadtbekannt & Co“. (Die Seite sollte man sich, sofern noch nicht bekannt, auch als alter Aachener ansehen und mal eine Führung mitmachen: http://www.stadtbekannt-aachen.de/www/index.php )

Unter dem Dach des gemeinnützigen Vereins werden seit knapp 20 Jahren auch Themen aufgearbeitet, die – jenseits des Immer-Gleichen – sehr speziellen Interessen nachgehen. Dabei finden die Förderung der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und der Völkerverständigungs-Gedanke ausdrücklich Berücksichtigung. Die Verwaltung bescheinigt dem Verein treffend „ein besonderes Profil (…), das vom Mainstream der rein touristischen Führungen abweicht“.

Der Verein hat sich an die Stadtverwaltung mit der Bitte um eine Finanzspritze gewandt. Man möchte in der Geschäftsstelle des Vereins professioneller arbeiten als bisher. 40.000 Euro, so stellt man sich vor, könnten die ohnehin schon vorhandene Professionalität noch deutlich erhöhen.

40.000 Euro müssten die Politiker im Hauptausschuss (Mittwoch, 25. Januar, 16 Uhr, Ratssaal, Rathaus) bewilligen. Doch da ist man weit davon entfernt. Die Verwaltung rät ab, die Politik wird folgen.

Man meint, es gebe doch in Aachen schon andere, die Führungen machen, man wisse zudem gar nicht, wie viele Mitglieder „Stadtbekannt“ hat, und die wirtschaftliche Situation sei auch unbekannt, man dürfe obendrein keinen Präzedenzfall schaffen, und die Historiker und Gesellschaftswissenschaftler sollten 2017 gar nicht und danach irgendwie anders gefördert werden.

Bla bla blubber blubb, mit anderen Worten: Es gibt keine Kohle für „Stadtbekannt“. Sehr, sehr schade. Wenn man DIESE Initiative nicht unterstützt, dann weiß ich es auch nicht.

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Mittwoch könnte sich ab 17 Uhr der Besuch des Stadtrates lohnen (Rathaus). Es werden Reden gehalten, jede Partei teilt mit, was 2017 in Aachen geschehen soll und was besser nicht. Auch Ratsherr und Pirat Marc Teuku wird in die Bütt gehen und CDU/SPD die Leviten lesen (Versäumnisse und Fehler vorhalten).

Außerdem geht es um die Frage, wie viel Geld die Stadt Aachen an die Städteregion zahlen muss, damit die Verwaltung die Städteregion effektiv verwalten kann. Es sind 164.104.440,00 Euro. Hier nachlesen: http://ratsinfo.aachen.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=16163

Es handelt sich um eine Umlage: Alle Kommunen der Städteregion (von Monschau bis Baesweiler) zahlen einen bestimmten Satz. 2017 ist es knapp ein Prozentpunkt mehr als im Vorjahr.

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Die Grünen haben eine Idee, die leider nicht durchführbar ist. Schaut mal unter Punkt Ö 7 nach. Es geht um hunderttausende Euro, die in die Kasse der Stadt gespült werden, weil viele Bürgerinnen und Bürger die Umweltzone ignorieren oder sonst diesbezüglich was falsch machen. Und darum, was mit diesem Geld geschehen soll.

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Der Ratsbeschluss, dass Aachen Mitglied der neuen „Metropolregion Rheinland“ (Sitz in Köln) wird, ist eine reine Routine-Sache. Was diese Metropolregion genau soll, entzieht sich weiterhin meiner Kenntnis. Angeblich will man sich zusammenschließen, um Geld in Brüssel für die Region zwischen Aachen und Duisburg locker zu machen. Kaum zu glauben ist aber, dass man dazu so eine neue Riesen-Organisation braucht, die allerdings formal als einfacher „Verein“ daherkommt.

Was da wirklich dahintersteckt, wird uns garantiert erst nach der Landtagswahl offenbart.

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Donnerstag treffen wir uns dann im Betriebsausschuss Kultur (17 Uhr, Raum 207/208, Verwaltungsgebäude Mozartstraße), wo unter anderem die „Designmetropole Aachen“ die Gelegenheit bekommt, sich und ihre Arbeit vorzustellen. Noch ne Metropole . . . da bin ich mal gespannt. Mehr hier: http://www.designmetropole-aachen.de

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Man könne in diesen Tagen keiner Arbeit nachgehen, „weil man so viel sehen, lesen, „fasse es nicht“-schreien, verarbeiten und weiterlesen muss“, schrieb ein Journalist auf Twitter. Deshalb: Am Ende ein Tipp für alle, die sich weniger für die Stadt, mehr für die Nation interessieren. Es gibt einen sehr interessanten Podcast: „Lage der Nation“ Ein Jurist und ein Journalist helfen dir, angesichts sich überschlagender Ereignisse das Chaos im Kopf ein wenig zu ordnen.

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Neue Wohnungen hinter trister Fassade

Rue de tristesse, und das nicht nur an dunkeln Tagen.

Rue de tristesse, und das nicht nur an dunkeln Tagen.

Zwischen Frankenberger Viertel und Adalbertsteinweg ist eine neue Wohnanlage gebaut geworden, die „Frankenberger Höfe“ mit knapp 200 247 Wohnungen. Zur Orientierung: Die sind genau da, wo sich mal das Finanzamt Aachen-Land befand, an der Beverstraße. Dort kann man Wohnungen jetzt noch mieten und auch kaufen.

So sollte das Areal eigentlich mal aussehen: hell und freundlich.

Grau in Grau ist in der Realität die Fassade derzeit. Grau gilt als langweilig, traurig, nichtssagend. Die „graue Maus“ ist sprichwörtlich und charakterisiert eine Person als uninteressant. Grau steht für etwas Unbedeutendes und Uninteressantes. Es bedeutet Eintönigkeit und symbolisiert Trübsinn, Depression. „In den Kronprinzengärten“ lautet hochtrabend die Adresse dort und die passt auf das Gelände eher gar nicht. Gärten stellt man sich bunt vor.

Na sowas. Ein paar Eimer Farbe hätten den Gebäuden gut getan.

Na sowas. Ein paar Eimer Farbe hätten den Gebäuden gut getan.

Aber dieses Grau? „Feldgrau“ steht für Unauffälligkeit. Es gibt die Grauzone und das Haar wird grau, wie traurig. Das Morgengrauen ist weder schwarze Nacht noch heller Tag. Und in grauen Vorzeit gab es mal die graue Eminenz. Stellt img_4356euch vor, ihr kommt abends nach Hause und geht diese Straße entlang. Da greift man doch gleich zur Flasche. (Neulich drehte dort ein Mann durch und wurde in die Psychiatrie gebracht.)

Die Frage ist hier: Warum haben die Architekten bei den Gebäuden die Farbe Grau gewählt? Wenn es noch knallhelle Grautöne wären . . . aber so!? Wer möchte da wohnen? Würde mich nicht wundern, wenn es Probleme gäbe, dort Wohnungen zu vermieten.

Im übrigen Frankenberger Viertel haben sich die Architekten jedenfalls nicht umgesehen. Dann wäre ihnen aufgefallen, dass dort auch ROTE und BLAUE Fassaden gut hinpassen.

Quasi am anderen Ende des Frankenberger Viertels steht dieses Gebäude und strahlt Lebensfreude aus.

Quasi am anderen Ende des Frankenberger Viertels stehen diese Gebäude und strahlen Lebensfreude aus.

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Zum Weiterlesen: http://www.aachener-nachrichten.de/lokales/aachen/das-betongold-bleibt-der-renner-1.1491156

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Initiative „Recht auf Stadt“ im Interview

In Aachen fehlen mindestens 1000 Wohnungen für Leute, die wenig Geld zur Verfügung haben. Sie müssen an den Rand der Stadt ziehen oder ganz aus Aachen weg.

Die Initiative „Recht auf Stadt“ hat sich kürzlich gegründet und sucht noch Mitstreiter. Die Initiative möchte erreichen, dass mehr Wohnungen für Minderbemittelte gebaut werden und nicht nur Wohnungen für Menschen, die eine hohe Miete oder gar eine Eigentumswohnung bezahlen können.

In der neuen Folge vom Kanal Trivial (Folge: 9) wird Christian Walter interviewt.

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Alles Gute für 2017

Vor einer Kneipe in der Rennbahn gesehen

Vor einer Kneipe in der Rennbahn gesehen: Hochrad von 1886.

Tja, wer mit diesem Fahrzeug unterwegs ist, kommt nur langsam voran. Und unbequem ist es auch noch, man betrachte die Pflastersteine, über die das Hochrad durch Aachens Innenstadt rollt.

Das Teil sieht aus wie aus einer anderen Welt. Im 19. Jahrhundert wurde es erfunden und bald wieder verboten. Der Grund: Tödliche Kopfstürze häuften sich. Das Auf- und Absteigen dürfte auch nicht ganz einfach gewesen sein.

Das Hochrad ist ein Vorläufer unserer heutigen Fahrräder, es wurde aus der Laufmaschine entwickelt. Diese gilt als das erste Fahrzeug, bei dem zwei Räder hintereinander laufen. Mit der Laufmaschine wurde – ohne Vorbild in der Natur – 1817 das bis dahin unbekannte Zweiradprinzip erfunden.

Das Hochrad, von der anderen Seite aus gesehen.

Das Hochrad, von der anderen Seite aus gesehen. Im Hintergrund übrigens ein Gebäude des Bistums, das innen und außen und rundum erneuert wird.

Erfindungen technischer Art gibt es seitdem ohne Ende. Und auch 2017 werden wir bestimmt wieder von technischen Problemlösungen erfahren, die uns mit neuen Mitteln zu neuen Zielen treiben. Wichtig ist nur, dass wir den Anschluss nicht verpassen.

Einen guten Rutsch und ein gutes neues Jahr wünsche ich allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs. Und danke sage ich allen alten und neuen Besuchern dieser Seite. 2016 sind wieder viele Neue hinzugekommen. Das freut mich sehr.

Bei so einem Blog kann man „hinter dem Vorhang“ nicht viel erkennen, man sieht aber, wie viele Menschen die Seite angeklickt haben und aus welchem Land diese Leute kommen. Dabei erfahre ich immer nur, was ich ohnehin schon vermutet habe: z. B. ihr werdet immer mehr, und über 90 Prozent von euch kommen aus Deutschland, der Rest aus Belgien, den Niederlanden, Österreich und Frankreich (in dieser Reihenfolge). Der weitere Rest aus anderen Ländern.

2017 will ich hier ein schönes neues Projekt starten, bleibt also dran, es wird bestimmt nicht langweilig.

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Aachener Stadtbetrieb beginnt mit dem Tausch der Abfallbehälter

Eine neue Mülltonne für jedes Haus. Und das nicht nur in Aachen, sondern auch in Monschau.

Eine neue Mülltonne für jedes Haus. Und das nicht nur in Aachen, sondern auch in Monschau (Foto).

Ein vom Aachener Stadtbetrieb beauftragtes Unternehmen beginnt am Montag, 2. Januar, mit dem Tausch der Abfallbehälter. Begonnen wird in den Außenbezirken (Aachen-Brand, Eilendorf, Oberforstbach, Haaren, Horbach, Verlautenheide, Soers, Kornelimünster, Walheim, Laurensberg und Richterich). Das teilt das Presseamt der Stadt mit.

Es werden nur bei den Anwohnerinnen und Anwohnern die Behälter getauscht, die im Vorfeld vom Aachener Stadtbetrieb angeschrieben worden sind. Dies betrifft den 60-Liter-Restabfallbehälter mit wöchentlicher oder 14-täglicher Leerung und den 120-Liter-Restabfallbehälter mit wöchentlicher Leerung.

Weiterhin werden die Behälter von Leuten getauscht, die von sich aus bereits an den Aachener Stadtbetrieb herangetreten sind.

Die betroffenen Behälter werden am jeweiligen Entsorgungstag getauscht. Die Anwohnerinnen und Anwohner werden daher gebeten, ihre Mülltonnen nach der Leerung bis 17 Uhr am Straßenrand stehen zu lassen.

Bis zum Tausch des eigenen Restabfallbehälters gilt noch der alte Abfuhrrhythmus. Erst anschließend greift für die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner der neue Leerungsrhythmus.

Anders ist es bei der Leerung der Biobehälter: Hier gilt für das gesamte Aachener Stadtgebiet direkt ab Montag, 2. Januar, der neue, ausschließlich 14-tägliche Leerungsrhythmus. Im Onlineabfallkalender ist dieser geänderte Rhythmus für Biobehälter ab sofort geändert. Die Änderungen für Restabfallbehälter sind erst einige Tage, nachdem vor Ort der Behälter getauscht wurde, online einsehbar.

Der Austausch der Behälter in der Innenstadt beginnt erst nach dem Tausch in den Außenbezirken. Dies wird voraussichtlich im Laufe des Februars sein. Hierzu wird eine gesonderte Mitteilung veröffentlicht. Betroffen sind dann auch wieder vorerst die bereits angeschriebenen Nutzerinnen und Nutzer sowie jene, die bereits vorab beim Aachener Stadtbetrieb einen Wechsel beantragt haben.

Insgesamt werden in der Stadt Aachen rund 60.000 Abfallbehälter getauscht. Sollte es beim Behältertausch zu fehlerhaften Auslieferungen kommen, bittet der Aachener Stadtbetrieb vorab um Verständnis. Betroffene Bürgerinnen und Bürger werden in einem solchen Fall gebeten, sich telefonisch beim Servicecenter der Abfallberatung unter 0241/432-18666 zu melden.

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Zum Jahresende

Wir wissen nicht, wie weit zurück die Ultrarechten gehen wollen, aber hier ist schon mal eine alte Karten von Aachen, als Burtscheid noch nicht zu Aachen gehörte.

Man weiß ja nicht, wie weit zurück in Richtung „früher“ die Ultrarechten gehen wollen, aber hier ist schon mal eine alte Karte von Aachen (als Burtscheid noch nicht eingemeindet war).

Ein Rückblick folgt dem nächsten, es ist wieder soweit: Ein Jahr geht zuende. Ich will niemandem Angst machen, aber auch 2017 werden wieder viele prominente Menschen sterben. Stellt euch schon mal darauf ein.

In rasendem Tempo ändert sich die Welt. Davon wird vielen schwindelig. Und 2017 – davon ist auszugehen – wird das Tempo nochmals gesteigert.

Wie habe ich Ende des vorigen Jahrhunderts die Erfindung des Internet bejubelt! Ich konnte ja nicht ahnen, dass man in Deutschland – einer wichtigen Industrienation – so viel falsch machen würde. Vom Geschäftsführer in der Medienbranche bis zum Minister brüsteten sich Männer damit, dass sie keinen E-Mail-Account besitzen. Journalisten meinten, das Internet sei „ein Quatsch, der bald wieder verschwindet“. Und so ging es immer weiter. Eine Technik-Ferne wurde offensichtlich, die einem die Tränen in die Augen treiben konnte wegen der vielen verpassten Chancen.

Aber jetzt ist es zu spät. Man kann fordern, dass Google und Facebook verstaatlicht werden. Allein: Das wird 2017 nicht geschehen, es wird vermutlich leider niemals geschehen. Stellt euch darauf ein, dass eure Daten, eure

Erste Neuerung im neuen Jahr: Umzug. Die Kisten sind gepackt. In diesem Blog bleibt allerdings vorerst alles beim Alten.

Erste Neuerung im neuen Jahr: Umzug. Die Kisten sind gepackt. In diesem Blog bleibt allerdings vorerst alles beim Alten.

Gewohnheiten, eure politischen Ansichten, euer ganzes Verhalten aufgezeichnet werden und ultrarechte Politiker*innen darüber verfügen werden. Man sollte für den schlimmsten Fall der Fälle eine Strategie im Hinterkopf haben.

Ihr wisst, welche Wahlen im kommenden Jahr stattfinden. Mal werden die Richtigen gewählt, mal die Falschen, ich lass mich überraschen, es sieht nicht gut aus. Nur die Piratenpartei, die wird mit Sicherheit nicht mehr gewählt. Was bei den einen die Technikferne, ist bei den Piraten die Politikferne. Die allermeisten wissen bis heute nicht, was „Opposition“ eigentlich ist und was deren Aufgabe.

So muss man der Überlegung nahetreten, vielleicht demnächst als „Aix-Piraten“ aufzutreten. Aber das hat noch Zeit . . . bis über 2017 hinaus.

Ich wünsche allen Leser*innen dieser Zeilen einen guten Rutsch und ein gutes neues Jahr. Alles doppelt so viel wie ihr mir wünscht.

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Pirat im Rat: Auf diese Menschen ist Aachen angewiesen

Bildung, ein zentrales Thema der Piratenpartei, fängt im Kleinkind-Alter an. Entsprechend macht sich die Fraktion der Piraten für gute Arbeitsbedingungen derjenigen stark, in deren Hände Eltern ihre Kinder geben (müssen). Hinten im Bild: Ratsherr Sait Başkaia

Bildung, ein zentrales Thema der Piratenpartei, fängt im Kleinkind-Alter an. Entsprechend macht sich die Fraktion der Piraten für gute Arbeitsbedingungen derjenigen stark, in deren Hände Eltern ihre Kinder geben (müssen).  Im Bild: Ratsherr Sait Başkaya

Der Stadtrat von Aachen muss Richtlinien festlegen, nach denen etwa 150 Tagesmütter (es sind auch einige Männer dabei) fast 600 Kinder betreuen. Viele dieser Kinder sind unter 2 Jahre alt. Sie werden von Tagesmüttern und -vätern betreut, weil die Stadt Aachen nicht genug Kitaplätze zur Verfügung stellen kann.

Im Rat der Stadt hat gestern Sait Başkaya, Ratsherr der Fraktion der Piraten, ausführlich dargestellt, dass für die Tagespflege Richtlinien vorgelegt werden müssen, die auch wirklich angemessen sind und nicht wieder, wie die derzeitigen Richtlinien, vom Gericht als illegal, ungerecht, falsch oder unpassend abgeurteilt werden.

Seine Ansprache, für die es aus den Reihen der zahlreich erschienenen Zuhörer Beifall gab, wird hier ungekürzt wiedergegeben (Hervorhebungen von mir):

 

Dies ist der Auftrag an den Rat heute: Eine Richtlinie zu beschließen, welche Rechtssicherheit bietet. Rechtssicherheit für die Stadt und Rechtssicherheit für die Tagespflegepersonen.

Wenn wir heute keine rechtssicheren Richtlinien beschließen, können wir davon ausgehen, dass mit dem Bescheid im März (die Richtlinie soll ja ab 01. März gelten) also Anfang April die Klagen bei Gericht – gegen die Stadt und die heute zu beschließende Richtlinien – eingehen werden.
Wir können diese Klagen, die damit verbundenen Kosten für die Stadt und den Aufwand für die Verwaltung und für die Tagespflegepersonen verhindern, wenn wir heute eine rechtssichere Richtlinie beschließen.

Als Piratenfraktion sind wir der Meinung, dass gerade der vorliegende Entwurf keine Rechtssicherheit geben wird und wir mit einer Klagewelle zu rechnen haben. Im Weiteren möchte ich meine „Behauptung“ mit Nennung konkreter juristischer Lücken aufzeigen.

Noch einmal: Wenn diese Richtlinien – wie heute seitens der Verwaltung vorgelegt – beschlossen werden, prophezeie ich Sait Başkaya, dass gegen diese Richtlinien geklagt wird. Bei Prophezeiungen ist es meist so, dass zwischen Prophezeiung und Eintreten dieser Prophezeiung lange Zeit vergeht und am Ende alles vergessen wird. Aber es handelt sich diesmal nur um wenige Monate. Sie können sicher sein, dass wir im Frühjahr hier erneut zusammensitzen werden, und ich werde Sie an meine heutige Prophezeiung erinnern. Nach dem Motto #toldyouso

Damit dies aber nicht passiert, legen wir als Piratenfraktion einen Änderungsvorschlag vor, den ich im Weiteren erläutern werde. Im KJA (zuständiger Ausschuss) wurde ganz schnell klar, dass Unwissen und Unverständnis bezüglich der Thematik herrschen, deshalb hier nochmal in aller Klarheit:

Ich verstehe, dass die Materie zu komplex sein kann und man eventuell als  „normales“ Ratsmitglied bei Richtlinien- oder Satzungsentscheidungen eher vorsichtig ist. Als Fraktionen haben wir deshalb auch Fachleute in die jeweiligen Ausschüsse entsandt, damit eine Aufgabenteilung existiert, da nicht jedes Ratsmitglied über alle kommunalpolitischen Themen in der Tiefe Ahnung haben kann. Das Problem dabei ist natürlich, wenn auch die Fachleute im Fachausschuss zugeben müssen, dass diese Expertise nicht vorliegt. Dann fällt das Kartenhaus zusammen.
Auch ich habe nicht über alle Themen im KJA bis ins kleinste Detail Ahnung, aber ich bringe die Bereitschaft mit, denjenigen Leuten zuzuhören und diese nicht wegzuignorieren.

Ich möchte hier ausdrücklich darauf hinweisen, dass es sich nicht um einen klassischen Interessenkonflikt von zwei Parteien handelt. Wenn etwas gebaut wird, dann kann eine Seite davon profitieren und die andere möchte dies nicht, weil es mit Lärm etc. verbunden ist. Aber hier geht es nicht um einen Interessenskonflikt, sondern um eine schlechte Vorlage und Planung der Verwaltung.

Ich mache diese Behauptung an einem konkreten Beispiel deutlich. Die Stadt plant die Mehrkosten von 1,3 Millionen Euro folgendermaßen: Sie geht von

Drängeln war erforderlich, um einen Blick in den hoffnungslos überfüllten Ratssaal werfen zu können.

Drängeln war erforderlich, um einen Blick in den hoffnungslos überfüllten Ratssaal werfen zu können.

einem alten Stundensatz aus, rechnet die Differenz zum neuen Stundensatz in Prozent (nämlich 30 %) aus und rechnet damit die Mehrkosten von 1,3 Millionen aus.
Was dabei aber nicht beachtet wird: dass mit der neuen Richtlinie gerade die Fehlzeiten abgezogen werden sollen. Wenn ich eine andere Berechnungsgrundlage habe, dann kann ich nicht einfach die Mehrkosten nach diesem Schema berechnen.
Es werden auch nicht der damit verbundene Mehraufwand in der Verwaltung berücksichtigt, denn jeder Bescheid müsste eventuell am Ende des Monats neu berechnet werden, da Fehlzeiten der Tagespflegepersonen und Kinder berücksichtigt werden müssen. Ich spreche hier „nur“ von dem Bürokratieaufbau innerhalb der Verwaltung, ich lasse die neue Bürokratie bei den Tagespflegepersonen außen vor. Dies ist ein weiterer Punkt der beachtet werden muss.

Schauen wir uns nun die Änderungsvorschläge an: Es gibt diesen Mythos (welcher auch in der Verwaltungsvorlage kommuniziert wird) des „Jahresgesamteinkommens“ von 61.500 Euro. Wenn man allein diese Zahl hört, dann denkt man vielleicht „ja wo is denn das Problem?“

Bei diesem Eurobetrag, der fälschlicherweise als Einkommen, Einnahmen, Gehalt angesehen werden kann, handelt es sich um einen Jahresumsatz.

Umsatz ist nicht das, was mir am Ende zur Verfügung steht. Dies sollte jedem hier klar sein. Damit es deutlich wird ein Beispiel: Ein kleiner Kiosk macht vielleicht einen Jahresumsatz von 60.000 Euro im Jahr.
Das bedeutet aber nicht, dass diese 60.000 als Gewinn anzusehen sind. Davon müssen Waren, Miete, Heizung etc. bezahlt werden.
Das wären die sog. Sachaufwendungen. 20.000 Euro, also ein Drittel davon sind diese Sachaufwendungen, die gar nicht als „Entlohnung“ anzusehen sind. Die geben die Tagespflegepersonen z.B. für Spielzeug, Kinderwagen, Hygieneartikel usw. aus.

Außerdem sind diese 61.500 Euro das absolute Maximum, was nur rein hypothetisch erwirtschaftet werden könnte, was in der Realität nie passieren wird. Die theoretische Berechnungsgrundlage ist, dass eine Tagespflegeperson 5 Kinder + 45 Stunden pro Woche + das gesamte Jahr (auch z. B. an Silvester, an allen Weihnachtstagen, Feiertagen usw) betreuen muss.

In der Realität werden im Stundenkorridor von 40 bis 45 h pro Woche unter 20 % der Kinder betreut. Ich habe mir den Spaß erlaubt, die Wahrscheinlichkeit dieser Konstellation auszurechnen und bin auf 0,3 Promille (also 0,00032 % Wahrscheinlichkeit) gekommen.
Dies bedeutet, dass niemand diese mystische Zahl 61.500 Euro erreichen kann. Aber nehmen wir mal an, dies wäre der Fall.

Dafür müsste eine Tagespflegeperson das gesamte Jahr über arbeiten können und müssen. Können, weil gerade gesetzliche Feiertage dies nicht ermöglichen werden. Das ist ein Ausfall!
Wenn die Tagespflegeperson krank wird oder im Urlaub ist, dann ist das ein Ausfall! (Vgl. hierzu im Gegensatz die Situation des Kita-Personals)
Nun soll auch noch der Ausfall der Kinder (wofür die Tagespflegeperson nichts kann) ebenfalls abgezogen werden. Also sollen unter bestimmten Umständen die Betreuungszeiten der Kinder, die krank oder im Urlaub sind, abgezogen werden. (Wieso bestrafen wir die Tagespflegepersonen hierfür?)

Ich möchte hier nur in Erinnerung rufen, dass jeder vierte U3-Platz in der Tagespflege realisiert wird. Aachen möchte eine familienfreundliche Stadt sein und die Betreuungsquote erreichen. Wir haben in den letzten Jahren aber gesehen, dass wir nicht ausreichend neue Tagespflegepersonen akquirieren können. Planen aber im Gegensatz jedes Jahr 50 neue U3-Plätze in der Tagespflege ein. Da stimmt doch etwas nicht!

Wir können und sollten deshalb nicht der Argumentation folgen: Ja, das Risiko tragen nun mal die Tagespflegepersonen und diese müssen mit der neuen Richtlinie leben!
Wenn wir dies tun, dann werden wir ganz schnell nicht nur die neueingeplanten, sondern auch die derzeit zur Verfügung stehenden Betreuungsplätze in Aachen verlieren.
Wir müssen deshalb das Risiko bepreisen, d.h. kostenneutral die Jahreszahlung anstelle von 52 Wochen in 44 Wochen auszahlen.

Ein Grund, warum Eltern die Tagespflege präferieren ist, dass diese flexibel ist, also nicht immer die 45 Stunden benötigt werden. Mal wird das Kind früher/später gebracht und auch früher/später abgeholt. Dienstleistungen, die wir als Stadt in unseren Kitas niemals anbieten könnten. (Ich sage nicht, dass

Sait Başkaya hatte aufmerksame Zuhörer.

Aufmerksam verfolgten die Menschen die Redebeiträge gestern im Rathaus von Aachen. Es gab eine Bürgersprechstunde, die diesen Namen verdient. Bürger*innen kamen ausführlich zu Wort.

die Kita schlechter ist als die Tagespflege, aber am Rande kann erwähnt werden – das war aktuell in der Zeitung – dass mehr als die Hälfte des Kita-Personals ihre eigenen U3-Kinder nicht in die Kita geben würden, 13 % würden diese sogar in die Tagespflege geben.)

Es wurde hier auch oft vom Wahlrecht der Eltern gesprochen. Aber: Mit dieser neuen Richtlinien nehmen wir langfristig den Eltern das Wahlrecht weg, da es über kurz oder lang keine Betreuung in der Tagespflege geben wird. Warum sollte man denn bei dieser nicht existierenden Wertschätzung und fehlenden Anerkennung diesen Beruf ausüben?

Wir sind verpflichtet, für diesen Beruf Anreize zu schaffen, auch monetäre Anreize, da wir als Stadt auf diese Betreuungsplätze angewiesen sind. Aber zu sagen: Ich hebe zwar den Stundensatz an (wir wurden vom Gericht gezwungen, leistungsgerecht zu entlohnen, sonst hätten wir dies auch nicht getan!) aber ziehe dann die Fehlzeiten wieder ab. Das ist eine Milchmädchen-Rechnung.   

Unsere Forderungen deshalb:
1. Fehlzeitenregelung nicht einführen, sondern wie bisher regeln
2. den Stundensatz der Verwaltungsvorlage um einen Qualifizierungszuschlag ergänzen
3. die Eingewöhnungszeiten auf maximal 4 Wochen anheben

Wenn wir schon als Rat sagen „wir nehmen 1,3 Millionen Euro in die Hand“ dann lassen Sie uns auch eine rechtssichere Richtlinie beschließen, die nicht Klagen und unnötigen zusätzlichen Verwaltungsaufwand nach sich zieht, sondern die Tagespflegepersonen leistungsgerecht entlohnt und ihnen und der gemachten Arbeit Anerkennung schenkt.

*

Mit Mehrheit beschlossen wurden am Ende die kritisierten Richtlinien der Verwaltung. Allerdings sollen in einem halben Jahr ihre tatsächlichen Auswirkungen  geprüft werden.

Journalistische Arbeit war gestern nicht gerade einfach: Der Ratssaal war hoffnungslos überfüllt. Zwei verschiedene Gruppen wollten gegenüber der Politik ihre Interessen vertreten.

Dabeisein war gestern nicht gerade einfach: Der Ratssaal war hoffnungslos überfüllt. Zwei verschiedene Gruppen von Bürgern wollten in der letzten Sitzung des Jahres gegenüber der Politik ihre Interessen vertreten.

 

 

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Elisenbrunnen in knallige Farben getaucht

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Licht in vielen unterschiedlichen Farben, dazu Weihnachtswünsche in verschiedenen Sprachen und Schriften gab es dieser Tage im Elisengarten zu sehen. Projektionsfläche war der Elisenbrunnen, und zwar die Rückseite, zum Garten hin. Einheimische und Touristen schauten erstaunt und freuten sich über die Aktion der Aachener Geschäftswelt.

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