Gemein: Drei Bäume gefällt

Drei Bäumchen direkt neben dem Dom sehen jetzt so aus: elend und traurig.

Drei Bäumchen direkt neben dem Dom sehen jetzt so aus: elend und traurig.

Nichts Böses ahnend kommst du an der „Rose“ vorbei, gehst in Richtung Münsterplatz, und dann siehst du es: Hier fehlen drei Bäume. Direkt am Dom standen sie, hübsch anzusehen, rund um den kitschigen Spatzenbrunnen, den sie im Frühling und Sommer gnädig ein bisschen verdeckten. Drei Bäumchen, kein bisschen krank oder morsch, soweit ich sehen konnte. Jedes mit einer Baumscheibe, sogar.

Warum wurden sie abgehackt? Die Aachener Grünen unterstützen eine Kampagne, die angeblich 2012 vom Rat mal einstimmig beschlossen wurde. Bis 2030 sollen genau 10.000 Bäume in Aachen gepflanzt werden. Ist geplant, zuvor 10.000 Bäume abzuhacken oder wie?

Mit unserer Aktion „Hier fehlt ein Baum“ sammeln wir Orte, an denen nach unserer und eurer Meinung neue Bäume gepflanzt werden könnten. Sei es am Straßenrand, auf öffentlichen Plätzen oder auf Grünflächen: Mach ein Foto und schicke es zusammen mit einem Hinweis auf den Ort an uns . . .

Die Grünen im Internet. Und:

Man kann auch unter Telefon 432 / 3615 Vorschläge für Baumstandorte an die Verwaltung durchgeben.

24, 30 oder sogar 100 Bäume sollten in der Nizzaallee gefällt werden. Und zwar noch im Februar diesen Jahres, weil das wegen des ab 1. März bestehenden Schutzes der Vögel nicht mehr möglich wäre. Doch endlich: Zum ersten Mal, soweit ich weiß, haben sich Bürgerinnen und Bürger gegen eine Baumfäll-Aktion gewehrt und prompt einen Aufschub erreicht.

Am Lousberg hat es die Verwaltung mit Fachleuten zu tun. Die geplante Umwandlung vom roten Rotdorn (der entfernt werden soll) zum weißen Apfeldorn (der angeblich neu gepflanzt werden soll) würde das Straßenbild verändern. Das wollen in der Nizzaallee Wohnende nicht akzeptieren.

Auch der Wechsel von drei Bäumen auf einem Platz mit Spatzenbrunnen zu gar keinen Bäumen auf dem Platz verändert das Straßenbild. Eigentlich noch viel mehr als der Wechsel von Rot zu Weiß. Gut, die Verwaltung muss sparen und möchte vermutlich von pflege- und kostenintensiven Bäumen auf Gewächse umsteigen, die gar keine oder nur sehr wenig Pflege brauchen. Kann man machen.

Man kann aber auch Patenschaften für Bäume ins Leben rufen und mal fragen, ob die Anwohner die Pflege (mitsamt Kosten) nicht selbst übernehmen wollen. Da stehen nach meiner Einschätzung die Chancen nicht schlecht.

Drei Rest-Bäume, drei Baumscheiben und ein Spatzenbrunnen im strömenden Regen und orkanartigen Wind fotografiert.

Das ist ja mal ne Platzgestaltung: Drei Rest-Bäume, drei Baumscheiben, ein Müllbehälter und ein Spatzenbrunnen (im strömenden Regen und bei orkanartigem Wind fotografiert).

update (03. 02., 9 Uhr): Dieser Text wurde bis heute von 1435 Personen angeklickt. Wer das ist, und ob die alle ihn auch gelesen haben, weiß ich nicht, und das ist auch gut so.  Ich lese aber aus der Zahl ab, dass überraschenderweise  am Zustand der Bäume in Aachen ein gewisses Interesse besteht.

Deshalb sei hier auch erwähnt, dass mir via Facebook mitgeteilt wurde: „Zwei Bäume waren abgestorben einer krank. Diese könnten also nicht stehen bleiben. Es kommen dort wieder drei neue, vitale Bäume hin.“

Die Auskunft ist seriös, ihr könnt das unter meinem Account bei Facebook nachlesen, wobei ich weiß, dass viele von euch Facebook meiden wie die Pest,  und da gibt es auch gute Gründe für.

Ich hatte mir die Stümpfe der Bäume genau angeschaut und nur gutes Holz gesehen. Aber ich bin keine Expertin, ich wundere mich nur: Wenn man das Fällen von Bäumen beklagt, kommt unglaublich oft der Hinweis, die Bäume seien krank. Kann das sein, dass in Aachen das Baumsterben viel schlimmer ist als in anderen Gegenden Deutschlands? Liegt das an der schlechten Luft von Bad Aachen? Oder werden so viele neue Bäume gekauft, weil eventuell  die ein oder andere Baumschule am Leben erhalten werden muss?

Es wird weiter berichtet. 🙂

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„Nicht jeder Clown gehört zum Karneval“

Hat sich durch Unmenschlichkeit hervorgetan und wird in Aachen für "Menschlichkeit im Amt" mit dem "Orden wider den tierischen Ernst" ausgezeichnet: Markus Söder (CSU).

Hat sich durch Unmenschlichkeit hervorgetan und wird in Aachen für „Menschlichkeit im Amt“ mit dem „Orden wider den tierischen Ernst“ ausgezeichnet: Markus Söder (CSU).

Eine muntere Truppe machte sich gestern (23. 01.) auf, lief quer durch Aachen zum Eurogress. Alles Leute, die meinen, CSU-Scharfmacher Markus Söder hätte so einiges verdient, nur nicht den „Orden wider den tierischen Ernst“ für Humor und Menschlichkeit im Amt. Motto des Zuges: „Oecher Jeisterzoch für Menschlichkeit und Humor in jeder Lebenslage“.

Es war eine lustige Demo, viele hatten sich verkleidet, und es gab Karnevalssongs als musikalische Begleitung. Vom Autonomen Zentrum am Bahnhof ging es zum WDR, dann am Elisenbrunnen vorbei über den Hansemann Platz bis zum Eurogress. Immer in Begleitung von unübersichtlich vielen Polizisten (zu Fuß) und Polizeiautos.

"Nicht jeder Clown gehört zum Karneval" meinten rund 100 Anti-Söder-Demonstranten.

„Nicht jeder Clown gehört zum Karneval“ meinten rund 100 teils verkleidete Anti-Söder-Demonstranten (Teilansicht).

Knapp 100 Leute, darunter auch ein Ratsherr der Piratenpartei, bildeten Aachens ersten Geisterzug. Witzige und ernsthafte Slogans wurden skandiert. Und man nannte die Namen derjenigen, die zwar eingeladen waren, aber an der Verleihung nicht teilnehmen wollten: Cem Özdemir und Laudator Anton Hofreiter (Grüne), Sarah Wagenknecht (Die Linke), Daniela Jansen (SPD) und die 4 Amigos (Karnevals-Combo).

„Zeigen Sie Charakter, verlassen Sie den Saal, wenn Markus Söder die Bühne betritt“.

Aufforderung an die in das Eurogress strömenden Freunde des Söderschen Humors.

Wer noch nie bei einer AKV-Ordensverleihung dabei war: Es ist eine an Ödnis und Langeweile, Peinlichkeiten, Geschmacklosigkeiten und Dummheit nicht zu überbietende Veranstaltung, die weitgehend ihr mit euren Rundfunkgebühren bezahlt. Sie wird im Fernsehen übertragen. Ansehen! (Montag, 25. 01. um 20.15 Uhr, ARD)

Der AKV – von jeglichem Anstand verlassen – konnte keinen unpassenderen Preisträger finden. Scharfmacher Söder und Menschlichkeit??? Mehr Gegensatz

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war nie. Da kann man den Orden auch gleich an Frauke Petry oder an einen ihrer Spießgesellen von der AfD verleihen. Wie man diesen elenden Bayer ohne Not nach Aachen einladen kann. . . es ist nicht zu begreifen. Aber auf Preisträger aus Bayern ist der AKV ja abonniert. Facepalm ohne Ende.

Wer nur ein wenig Fingerspitzengefühl hat, der merkt sogleich, dass da etwas übelst Unpassendes geplant wurde. Schon bei anderen „Ordensrittern“ hatte ich erschreckt gedacht: Oweia, jetzt ist es soweit. Weite Teile der Bevölkerung machen sich am Abend der Verleihung auf zum Eurogress, um unter Protestgeschrei den Abbruch der Veranstaltung zu erzwingen.

Aber es ging dann immer noch mal gut. Bis die Wahl auf Söder fiel. Und nächstes Jahr bekommt Erika Steinbach den Orden.

Rechts die Demonstranten. Hinten: das Eurogreis

Rechts die Demonstranten. Hinten: der Eingang vom Eurogress.

 

Klickt euch bitte in die von dieser Webseite wegführenden Berichte, damit ihr euren Blickwinkel weitet:

Link zum Veranstalter, hier: http://gutesleben.blogsport.de

Das hat die Rheinische Post geschrieben.

Das hat die örtliche Zeitung (am 25. 01.) gebracht.

 

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Alles rosig in der Notunterkunft

Knapp 300 Personen kamen zur Info-Veranstaltung. Viele äußerten Befürchtungen und erhielten Antworten auf ihre vielen Fragen.

Knapp 300 Personen kamen zur Info-Veranstaltung. Viele äußerten Befürchtungen und erhielten Antworten auf ihre vielen Fragen.

„Das macht mir Sorgen!“ Und: „Wieviel Sicherheitspersonal wird eingesetzt?“ und „Womit wollen Sie die Flüchtlinge beschäftigen?“

Knapp 300 Aachener hatten am Donnerstag dieser Woche viele Fragen, als die Kölner Bezirksregierung ins Audimax zur Info-Veranstaltung geladen hatte. Es ging um das Gelände am Westbahnhof, wo nach Karneval – Zug um Zug – bis zu 1000 Flüchtlinge untergebracht werden sollen.

Der stellvertretende Regierungspräsident Wilhelm Steitz und Aachens zuständiger Sozialdezernent Dr. Manfred Sicking sollten reden. Beide erschienen nicht zu der Veranstaltung.
Wohl aber andere Vertreter der Stadt Aachen, der Polizei und des Deutschen Roten Kreuz (DRK). Die Diskussion gestaltete sich im Wesentlichen so: Die Bürgerinnen und Bürger – deutlich noch unter dem Eindruck der Ereignisse in Köln – äußerten sachlich ihre Befürchtungen. Und die Offiziellen unternahmen es, zu beschwichtigen und Vorfälle in Aachen, von denen einige Fragesteller wussten herunterzuspielen.

Tatsächlich gibt es wohl in einer Notunterkunft nicht mehr und nicht weniger Anlässe für Polizeieinsätze, als in anderen Stadtvierteln. Nur schaut mancher bei Flüchtlingen besonders intensiv hin. Und was ansonsten übersehen oder schnell wieder vergessen wird, fällt bei Flüchtlingen gewaltig ins Auge. Derartige Effekte erläuterte sachkundig ein Kripobeamter. Ihm wurde applaudiert.

Das Bagatellisieren gelang. Die Menschen ließen sich lang und breit erklären, wie friedlich es doch für gewöhnlich in einer Notunterkunft zugeht, was alles für die Sicherheit der Flüchtlinge und für die der Nachbarschaft unternommen wird, wie viel Personal da rund um die Uhr im Einsatz ist und wie die Kinder betreut werden. Auch die medizinische Versorgung sei top, hieß es. Und den Öcher Bend werde eine Hundertschaft bewachen.
Selbst auf bohrende Fragen gab es gut gemeinte, beschwichtigende Antworten. Tenor: Vor uns stehen Menschen, die dringend Hilfe brauchen und denen helfen wir jetzt.

Die Veranstaltung war geprägt von Sachlichkeit. Beruhigend: Weil Aachen am Westbahnhof 1000 Menschen (in drei Zeltbauten) wohnen lässt, werden danach monatelang keine weiteren Flüchtlinge mehr in die Stadt kommen. Die 1000 und alles, was sie brauchen (Unterkunft, Essen, Betreuung, Bewachung) wird komplett aus der Kasse des Landes NRW bezahlt, Aachen bleibt finanziell außen vor.

Nur sechs oder acht Wochen, nicht länger, bleiben die Flüchtlinge aus Afghanistan, Syrien und dem Irak am Westbahnhof. Danach werden sie auf ganz NRW verteilt. 250 Aachener, die zuvor keine Arbeit hatten, wurden übrigens zur Versorgung der Flüchtlinge schon eingestellt, vorzugsweise Menschen mit Fremdsprachenkenntnissen, die nebenbei auch übersetzen können.

Ein Jahr wird es am Westbahnhof die Notunterkunft geben, „was danach geschieht, wissen wir nicht“. Was die Gruppe der jungen Männer von 18 bis 30 betrifft, so riet eine junge Frau, ihre Erfahrungen in Griechenland hätten sie gelehrt, das SPORT die Lösung des Problems sei. Möglicherweise könnten die Flüchtlinge ja in den benachbarten Hochschulsport eingebunden werden. Um das seelische Wohl der Menschen werden sich  Vertreter der verschiedenen Religionen kümmern. Das ließ ein Mitarbeiter der Bilal-Moschee wissen.

Nicht wenige Menschen verließen das Audimax deutlich zufriedener, als sie hingekommen waren.

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Schau doch mal rein

 

Das Gebäude der Bundespolizei in Aachen, Eingangsbereich, ist ein Schmuckstück, einen und außen.

Das Gebäude der Bundespolizei in Aachen am Hauptbahnhof, Eingangsbereich, ist ein Schmuckstück, innen und außen.

1000 mal gehe ich an dem Gebäude vorbei, dann kommt der Tag, da muss ich innen was erledigen. Und dann steh ich da und staune.

„Hier ist es aber schön!“, denke ich des öfteren, zuletzt im alten Aseag-Gebäude am Adalbertsteinweg und im relativ neuen Finanzamt von Aachen Stadt und Städteregion an der Krefelder Straße (Tipp für Feinschmecker: die Kantine).

Treppenhaus mit Glasbausteinen und passendem Geländer in einem Gebäude der Stadtverwaltung in Aachen. 50er-Jahre in Vollendung erhalten

Treppenhaus mit Glasbausteinen und passendem Geländer in einem Gebäude der Stadtverwaltung in Aachen. 50er-Jahre in Vollendung erhalten.

So stand ich auch vor einiger Zeit im Alten Hauptzollamt am Bahnhof in Aachen, in dem schon seit mindestens zwei Jahren die Bundespolizei ansässig ist. Ideal, könnte man sagen, ist doch die Überwachung von Bahnverkehr und Bahnhof eine der wichtigen Aufgaben der Bundespolizei. Ich musste dort rein, weil einige Flüchtlings-Paten über die Arbeit der Bundespolizei mit minderjährigen Flüchtlingen informiert werden wollten. Die rührigen Damen vom SkM hatten das Treffen arrangiert.

Das alte Hauptzollamt ist für sieben Millionen Euro innen und außen ganz wunderbar umgebaut worden. Der Polizei steht dort modernste Technik zur Verfügung, aber sehenswert sind auch die Räume und Flure und das Treppenhaus. Im Eingangsbereich habe ich beim Reinkommen flott ein paar Fotos gemacht, später nicht mehr, wegen des interessanten Vortrags habe ich mal wieder das Fotografieren vergessen.

Das ganze Bauwerk ist denkmalgeschützt, die Fenster sind aus Panzerglas. Wer etwas über den Baumeister Andreas Hansen (1788-1875) erfahren will, lese hier. Ich habe immer öfter den Eindruck, dass es bei den Verwaltungen sehr schön gestaltete Arbeitsplätze gibt. Nicht zu vergleichen mit den winzigen Büros mit Blick auf eine Brandmauer, in dem Kolleginnen und Kollegen der Presse jahrelang sitzen.

Mir gefleht die "Kunst am Bau", auch die bizarren Teile in einem Hof des neuen Finanzamt in Aachen sind sehenswert. Das Gebäude gefällt mir ebenfalls sehr. Es ist riesig und wirkt doch luftig, leicht und freundlich. Gar nicht wie ein Finanzamt alten Stils.

Mir gefällt das Projekt „Kunst am Bau“, überhaupt Kunst im öffentlichen Raum, auch die bizarren Teile in einem Innenhof des neuen Finanzamts in Aachen sind sehenswert. Das Gebäude ist riesig und wirkt doch luftig, leicht, transparent und freundlich. Gar nicht wie ein Finanzamt alten Stils.

 

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Sehenswerte Ausstellung über armenische Architektur und den Genozid

Eine Ausstellung in der Volkshochschulen Aachen vermittelt einen Überblick über Verlust und Zerstörung des armenischen Architekturerbes.

Eine sehenswerte Ausstellung in der Volkshochschulen Aachen vermittelt einen Überblick über Verlust und Zerstörung des armenischen Architekturerbes.

Wer interessiert sich schon für das kulturelle Erbe der Armenier in der Türkei? Viele sind das nicht. In diesem Zusammenhang würde mich die Resonanz auf eine Ausstellung interessieren, die derzeit in der Volkshochschule in Aachen zu sehen ist. Armenische Architektur steht dabei im Mittelpunkt.

Die Ausstellung besteht hauptsächlich aus Fotos von Menschen und Bauwerken sowie kurzen Texten. Man kann sich über das vielfältige Leben der Armenier in der Türkei vor 1915 informieren, insbesondere über ihre herausragende Baukunst. Die Armenier bauten Schulen, Kirchen und Klöster, Wohn- und Geschäftshäuser, Cafés und Restaurants und sonstige gewerblich genutzte Räume, bis die Osmanen die Ausrottung dieses christlichen Volkes beschlossen und sich in einem gigantischen Raubzug das Eigentum der armenischen Bevölkerung aneigneten.

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Was geschah mit den imposanten Bauten nach dem Genozid, also nach 1915? Die Ausstellung stellt Fotos mit der Situation von damals den heutigen Aufnahmen gegenüber. Kirchen wurden manchmal niedergerissen, bestenfalls als Moscheen verwendet. Oft wurden und werden sie aber auch als Garagen und sogar als Steinbrüche genutzt für wenig kunstvolle Häuser der Einheimischen.

Viele Gebäude sind zwar schwer beschädigt, aber noch erhalten. Jedoch wird niemals darauf hingewiesen, dass es sich um Gebäude aus armenischem Besitz handelt. Die offizielle Türkei von heute besteht darauf, dass es den Genozid niemals gegeben hat. Zu einem perfekten Genozid gehört ja, dass auch die Erinnerung an das ausgelöschte Volk unmöglich gemacht wird. Und das schafft man, indem man leugnet, dass überhaupt etwas passiert ist.

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Genau den entgegengesetzten Zweck bewirkt die Wanderausstellung mit ihren 22 Tafeln, worüber man sich wirklich freuen kann. Geboten wird ein kleiner Überblick über Verlust und Zerstörung des armenischen Architekturerbes. Es wird eine breite Palette an Beispielen präsentiert.

„1915 – 2015. Armenische Architektur und Genozid“, in der VHS in Aachen, Peterstraße, noch bis 29. Januar.

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Mehr über die Ausstellung hier (pdf): http://www.deutscharmenischegesellschaft.de/wp-content/uploads/2014/12/Handreichung_Ausstellung-Armenische-Architektur-und-Genozid-Info-2.pdf

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Update am Samstag, 13. Februar: Die Ausstellung ist am letzten Tag zielgerichtet beschädigt worden. Ein Fall für den Staatsschutz. s. Tageszeitung

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Die Polizei und die Auskunftspflicht

„Gibt es dazu Fakten von der Polizei?“ So hat man sich immer gefragt, wenn es einen spektakulären Unfall (z. B. auf der Autobahn) gab mit Mega-Staus bis in die Innenstadt hinein. Oder bei einem Großbrand, wo man gern Einzelheiten wüsste oder bei besonders schweren, die Bevölkerung verunsichernden Delikten.

„Gibt es dazu Fakten von der Polizei?“ Wer das nach Silvester noch fragt, muss grenzenlos naiv sein. Denn die Polizei, die per Gesetz zur Auskunft verpflichtet ist, hat die Öffentlichkeit belogen. Mehrfach. Sie hat die Fakten verheimlicht. Und man fragt sich, ob dies in Köln zum ersten Mal geschehen ist, und wie es die Polizei in Aachen hält. Wird hier auch gelogen, dass sich die Balken biegen?

1. Zunächst hieß es in Köln, es habe in der Silvesternacht „keine besonderen Vorkommnisse“ gegeben. Dabei hatte es ein Massen-Spießrutenlaufen von jungen Frauen gegeben, im Bahnhof und vor dem Bahnhof. Die Polizisten beobachteten verzweifelte, weinende Frauen und Mädchen. Diese wurden umzingelt und begrapscht, einigen wurden die Strumpfhosen zerrissen. Über 500 haben mittlerweile Anzeige erstattet. Davon knapp die Hälfte wegen sexueller Delikte.

„Keine besondere Vorkommnisse“, in einer Nacht, wo Hunderttausende feiern, in einer Millionenstadt? Das kann gar nicht sein. Das zu glauben ist weltfremd. Es gibt ja sogar im verträumten Düren jedes Jahr zu Silvester mindestens einen gefährlichen Brand, und mehrere Schwerverletzte müssen ins Krankenhaus transportiert werden.

2. Dann meinte die Polizei wahrheitswidrig, es handele sich um eine Trickdiebe-Masche. Es war verharmlosend von „Antanzen“ die Rede. Es handele sich dabei um ein Phänomen, das nicht neu sei. Wer da in Massen kriminell wurde, das sei angeblich nicht bekannt. Flüchtlinge seien aber nicht dabei.

Später kam raus, dass Personalien von mutmaßlichen Tätern aufgenommen wurden, und dass etwa 40 Prozent von ihnen Asylbewerber sind, Flüchtlinge.

So log man sich – hatte zumindest ich den Eindruck – rein und raus. Ich denke, dass es eine Vorschrift gegeben hat, die die Polizisten zur sogenannten politischen Korrektheit verpflichtet hat: „Dass Flüchtlinge kriminell werden, das hängen wir nicht an die große Glocke, um den Ultrarechten keine Vorlagen zu liefern.“ So wird sinngemäß die Anordnung gelautet haben. Nur: Wer hat sie ausgesprochen? Schriftlich?

„Man kann die Bevölkerung eine Weile lang belügen, man kann auch einige wenige Leute ganz lange belügen. Aber die ganze Bevölkerung ganz lange zu belügen, das klappt nicht.“  Sinngemäß zitiert nach Abraham Lincoln, 16. Präsident der USA, 1809 – 1865.

„Gibt es dazu Fakten von der Polizei?“ Das fragt seit Silvester keiner mehr, der auch nur für 2 Cent politisch denkt. Ja, die Fakten gibt es wohl, aber werden sie der Öffentlichkeit auch mitgeteilt? Anscheinend nicht.

Damit wird verhindert, dass Ehrenamtliche helfen und sich um die Probleme kümmern, sie kennen sie ja nicht. Auch wird verhindert, dass Kommunalpolitiker gegensteuern, dass sie in bestimmten Szenen mehr Sozialarbeiter und Helfer einsetzen, sie wissen ja ebenfalls nicht, wo genau es gerade brennt.

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Wo befindet sich dieses Teil?

Dieser Tage habe ich etwas in Aachen fotografiert. Die Frage ist jetzt: Wo befindet sich dieses Teil? Unter allen richtigen Antworten wird eine CD von Amy Winehouse verlost. Also los, ratet!

Wer weiß, wo sich dieses gelbe Teil befindet, schreibt  die Antwort an vallot@gmx.net und nimmt an einer Verlosung teil.

Wer weiß, wo sich dieses gelbe Teil befindet, schreibt die Antwort an vallot@gmx.net und nimmt an einer Verlosung teil.

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Was wird aus der „Frittezang“?

Der Busunterstand am Eisenbrunnen von Stararchitekt Peter Eisenbahn gehört der Firma Decaux. Diese Firma baute zur Zeit in Aachen ihr "Stadtmobiliar" ab. Was wird nun aus der "Fritezang"am Elisenbrunnen?

Der Busunterstand am Elisenbrunnen von Stararchitekt Peter Eisenman gehört der Firma Decaux. Diese Firma baut zur Zeit in Aachen ihr „Stadtmobiliar“ (hauptsächlich Busunterstände) ab. Was wird jetzt aus der „Frittezang“?

Ein kurios wirkender Vorgang wirft Fragen auf. Hunderte Busunterstände und beleuchtete Werbetafeln der Firma Decaux verschwinden gerade aus dem Stadtbild. Doch was wird aus dem kunstvollen Unterstand am Elisenbrunnen, der  ja ebenfalls Decaux gehört? Antwort: Nichts genaues weiß ich nicht.

Es gab für diese Stadtmöbel eine Ausschreibung, und an der hat sich Decaux erst gar nicht beteiligt. Das Rennen machte die Firma „Reclamebureau Limburg“, und dieses Unternehmen aus Heerlen wird auch in Kürze damit beginnen, seine

Die "Frittezang" am Elisenbrunnen.

Die „Frittezang“ am Elisenbrunnen.

eigenen, neuen Busunterstände und Werbetafeln aufzustellen. Die sehen allerdings denen von Decaux zum Verwechseln ähnlich.

So wird es in den nächsten Wochen insgesamt knapp 700 kleine Baustellen geben. Der Verkehr soll jedes Mal einspurig daran vorbeigeführt werden. Die Kunden der ASEAG müssen derweil im Regen stehen, doch die sind ja bekanntlich geduldig – verhindern lässt sich die Tauschaktion sowieso nicht mehr.

Mir gefällt der von JCDecaux entwickelte und errichtete Unterstand am Elisenbrunnen. Er wird „Frittezang“ genannt und stammt aus dem Büro des New Yorker Architekten Peter Eisenman, der auch das Berliner Denkmal für die ermordeten Juden Europas geschaffen hat.  Das Aachener Teil halte ich tatsächlich für eine Bereicherung der hiesigen Baukultur.

Blöd wär jetzt natürlich, wenn Decaux die „Frittezang“stehen lässt, aber Aachen zur Nutzung pro Jahr 130.000 Euro zahlen müsste. 130.000 Euro? Das ist genau die Summe, die die niederländische Firma pro Jahr an die Stadt zahlt, damit sie ihre Unterstände und Werbetafeln aufstellen darf – 15 Jahre lang.

Mehr Infos unter www.aachen.de/haltestellen

Wird in Kürze abgeschraubt: Die Unterstände der Firma Decaux.

Werden in Kürze abgeschraubt: Die Unterstände der Firma Decaux. Und nicht nur die (s. unten stehenden Text).

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Alles korrekt gelaufen – aber trotzdem hirnrissig

Wird bald abgerissen: eins von 432 Bus-Wartehäuschen, hier. Judengasse. Kaputt sind die Unterstände eigentlich nicht, weg müssen sie trotzdem.

Wird bald abgerissen: eins von 432 Bus-Wartehäuschen in Aachen, hier  Judengasse. Kaputt sind die 432 Unterstände eigentlich nicht, weg müssen sie trotzdem. Und nicht nur die.

Die Busunterstände der Firma Decaux in Aachen werden in diesen Tagen mitsamt ihren Fundamenten abgebaut. Die Arbeiten laufen bereits, die alten Unterstände werden durch neue ersetzt. Das muss geschehen, obwohl die alten Unterstände nahezu aussehen wie die neuen und die alten auch – soweit ich sehen kann – gar nicht defekt sind. Die Firma Decaux hat schließlich die Wartehäuschen fast 30 Jahre lang sorgfältig gepflegt, bisweilen repariert, stets in Schuss gehalten und mit Werbung versehen.

Doch die Stadtverwaltung will nicht mehr mit Decaux zusammenarbeiten. Eine niederländische Firma zahlt pro Jahr 130.000 Euro IMG_1517an die Stadt, wenn sie ihre eigenen Unterstände aufstellen und mit Werbung füllen darf. Decaux kann/will da nicht mithalten. Und da hat man natürlich den Vertrag mit den Franzosen nicht verlängert und macht lieber mit den Niederländern weiter.

Das alles geschieht nach Recht und Gesetz, mutet aber hirnrissig an. 432 Busunterstände werden rausgerissen, ein paar mehr, nämlich 460 will der neue Betreiber aufstellen. Wer eines der neuen Häuschen besichtigen will: An der Monheimsallee soll schon eins stehen.

Die Austausch-Aktion ist bereits in vollem Gange und betrifft auch Aachens 153  

WC-Häuschen in der Nähe vom Eisenbrunnen. Auch das gehört der Firma Decaux.

WC-Häuschen in der Nähe vom Elisenbrunnen. Auch das gehört der Firma Decaux.

Werbetafeln und 6 WC-Häuschen. Schon jetzt ist die Beleuchtung der  Wartehäuschen abgeschaltet, bald werden die Glasscheiben und die Sitzbänke entfernt, dann kommen die Dächer weg und die Tiefbauarbeiten beginnen.

Alles wird angeblich in Windeseile geschehen, so dass man als Kunde der ASEAG kaum was mitbekommt und sich plötzlich in einem leicht veränderten Wartehäuschen vorfindet. Zum Aufbau eines neuen Häuschens werden nur drei Stunden benötigt. Und wie man hört, können 90 Haltestellen pro Woche ab und 50 aufgebaut werden. Den Adler (Stadtwappen) wird es dann allerdings auf den neuen Teilen nicht mehr

Ganz schön öde: Teile der Aachener Stadtmöblierung sehen derzeit nicht gerade attraktiv aus. Die Beleuchtung ist überall ausgeschaltet. Doch das wird sich bald ändern.

Ganz schön öde: Teile der Aachener Stadtmöblierung sehen derzeit nicht gerade attraktiv aus. Die Beleuchtung ist überall ausgeschaltet. Doch das wird sich bald ändern.

geben. Na ja, besonders schön war der sowieso nicht (s. Foto ganz oben).

Fünf Bautrupps sind an fünf verschiedenen Orten im Einsatz. Der Busverkehr der ASEAG läuft normal weiter, so wurde versprochen. Und: Der Abbau soll insgesamt fünf Wochen, der Aufbau acht Wochen dauern. Ende März soll alles tipptopp mit Reklame versehen sein – wenn nicht eiskaltes Wetter dazwischenkommt . . .

Wenn man mal drauf achtet, merkt man es: Ganz schön viel Zeug von der Firma Decaux steht in der Stadt rum.

Wenn man mal drauf achtet, merkt man es: Viel Zeug von der Firma Decaux steht in der Stadt rum. Auch die Litfaßsäulen gehören dazu.

Weitere Infos auf: www.aachen.de/haltestellen

Ihr findet unter dem Link insbesondere eine Tabelle, wann in welcher Straße das Bushäuschen abgebaut und an welchem Tag das neue Teil aufgebaut wird.

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Seit Tagen: Still ist es im ganzen Hochschulviertel

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Die nächsten 10 Tage spielt sich hier auf der Seite vermutlich gar nichts ab. Deshalb bringe ich  mal schnell ein paar Fotos aus dem Hochschulviertel, wo dieser Tage kaum ein Mensch zu sehen ist.

Wer gern schöne Podcasts anhören möchte, der muss hier klicken. Spiegel-online hat 12 wirklich empfehlenswerte Teile aufgelistet. Ich höre zum Beispiel sehr gern den an 7. Stelle erwähnten Podcast von Jan Böhmenmann und Olli Schulz, jeden Sonntag gibt es was zu lachen (intelligenter Quatsch) – bei „sanft & sorgfältig“. Deren „Best of 2015“ findet ihr hier.

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