Kostenexplosion in Aachen-Nord

Ein Bauprojekt der Stadt Aachen droht zu entgleisen, und zwar in finanzieller Hinsicht. Der Umbau des alten Straßenbahndepots in der Talstraße (Nähe Blücherplatz) wird 2 Millionen Euro teurer als geplant und obendrein nicht pünktlich fertig.

9,4 Millionen sollte der Umbau des Depots in ein Stadtteilzentrum eigentlich kosten. Jetzt kommen vorerst weitere 2 Millionen hinzu, wenn nicht noch mehr, aber das muss man abwarten. Das Depot ist seit Anfang der 80er Jahre so dermaßen heruntergekommen, dass man sich wundert, dass dort überhaupt noch an eine Umgestaltung gedacht wurde.

Aufgefallen ist der desolate Zustand der Mauern, Fundamente, Hallenstützen, Betondecken und -träger usw erst (tadaa:) mitten in den Bauarbeiten. Vorher hatte ein Gutachten ausgesagt: Die Bausubstanz sei im Großen und Ganzen noch in Ordnung. Piraten, die was vom Bauen verstehen, haben schon vor Tagen zu mir gesagt: „Die Schäden an dem Bauwerk kann kein Gutachter übersehen haben.“

Das Gutachten, das vor dem Beginn der Arbeiten erstellt wurde, hat „nur“ 16.000 Euro gekostet. Kann man bei dem Preis nicht verlangen, dass der Gutachter richtig hinschaut? Offenbar nicht. Die 16.000 Euro kann man jetzt mit Fug und Recht rausgeschmissenes Geld nennen. Aber hätte man mit dem Umbau überhaupt begonnen, wenn von Anfang an klar gewesen wäre, wie zerrüttet das Bauwerk ist? Alles ungeklärte Fragen.

Die zuständigen Politiker haben sich im Ausschuss ein bisschen aufgeregt und mit Mehrheit schon grünes Licht für die Mehrausgaben gegeben. Einzig Bauingenieur und Pirat Heidi Teuku stimmte dagegen. So leicht wollen die Piraten da nicht zur Tagesordnung übergehen. Auch, wenn ein Stadtteilzentrum in Aachen-Nord eine höchst sinnvolle Sache ist. Das Thema wird heute ab 19.30 Uhr in der Fraktionssitzung der Piraten (im Verwaltungsgebäude am Katschhof)  ab 20 Uhr im Piratenbüro, Hirschgraben 24, besprochen. Gäste willkommen.

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Tagesmütter und Erzieherinnen sind sauer

Mit Luftballons vor dem Rathaus machten gestern Frauen, die Kinder betreuen, auf ihre prekäre finanzielle Lage aufmerksam.

Auf der Rathaustreppe: Mit Luftballons machten gestern Frauen, die Kinder betreuen, auf ihre prekäre finanzielle Lage aufmerksam.

Die Erzieherinnen in den Kitas wollen mehr Geld für ihre immer anspruchsvollere Arbeit, und dafür sind sie auch gestern auf die Straße gegangen. Dazu hatte Aachens Oberbürgermeister (OB) Marcel Philipp sinngemäß geäußert, die von den Erzieherinnen geforderten Lohnerhöhungen würden die Stadt Aachen direkt in den Nothaushalt verfrachten. Er, Philipp, sei auf der Arbeitgeberseite und werde auch Arbeitgeber-Positionen vertreten. Er meinte ferner, er werde die Tariferhöhung 1:1 auf die Kitagebühren, die die Eltern zahlen müssen, umlegen. Warnstreiks hält der OB für überflüssig, die veranstalte die Gewerkschaft bloß, um neue Mitglieder zu gewinnen.

Der zuständige Ver.di-Gewerkschaftssekretär Mathias Dopatka reagierte entsprechend angefressen. Und auch die Piraten haben eine Stellungnahme zu dem Streit verfasst (s.u.).

Heute, Dienstag, machten Unzufriedene vor der Sitzung des Kinder- und Jugendausschuss, der zusammen mit dem Schulausschuss im Rathaus tagte, auf ihr Anliegen aufmerksam. Einige bekommen so wenig Gehalt, so wurde mitgeteilt, dass sie einen Nebenjob etwa in einer Tankstelle annehmen müssten.

Hier die Stellungnahme der drei Ratsmitglieder der Piratenpartei: 

Im Konflikt um die Lohnerhöhung bei der Kindertagesbetreuung zwischen Verdi und dem Oberbügermeister Philipp schließt sich die Piratenfraktion den Forderungen und der Kritik von Verdi an. 

Bei den zu erwartenden steigenden Kosten werden jedoch auch die nicht gewerkschaftlich organisierten Kindertagespflegepersonen zu beachten sein. Auch im Bereich der Tagesmütter sind noch wesentliche rechtliche und systematische Neuregelungen nötig. Auch an dieser Bausstelle hat sich seit über einem Jahr nichts verändert, obwohl es Politik und Verwaltung gut bekannt ist. Passiert ist an dieser Stelle bisher leider nichts. 

Der Kritik Dopatkas von der Gewerkschaft Verdi, kann sich die Piratenfraktion  anschließen. Der Standpunkt von OB Philipp, als Arbeitgeber darauf zu achten die Löhne möglichst niedrig zu halten und Geld zu sparen, ist zwar nachvollziehbar, aber in diesem Fall nicht automatisch gerechtfertigt. Da OB Marcel Philipp hier als Arbeitgeber zu agieren hat, sollte er die tariflichen Bestimmungen einhalten. Er muss nicht nur das Interesse der Stadtfinanzen vertreten, sondern auch die Interessen der städtischen Angestellten, auch wenn es Gewerkschaften wie Verdi gibt, die diese Interessenvertretung übernehmen.

Der OB macht den Fehler, den Haushalt an einem Punkt festzumachen. Gut, dass er Geld einsparen will, ist ein sinnvolles Anliegen.Wir Piraten wünschen uns jedoch, dass dies bei den Projekten Tivoli, neues Kurhaus und ganz neu das Depot in der Talstraße, geschieht. Zu behaupten, ausgerechnet die Umsetzung der Lohnforderungen aus der Kindertagespflege würden die Stadt direkt in den Nothaushalt rutschen lassen, ist kein guter Politikstil. Ebenso verhält es sich mit der Drohung, die Elternbeiträge erhöhen zu wollen. Es ist kein Geheimnis, dass diese Erhöhung bereits beschlossene Sache ist. 

Der OB versucht dadurch, wie Gewerkschaftssekretär Dopatka bereits gesagt hat, tatsächlich einen Keil zwischen Elternschaft und Erziehungspersonal zu treiben. Diese sehen sich täglich und hier wird Druck aufgebaut. Die Elternbeiträge sind bei weitem nicht kostendeckend. Sie dienen nur dazu, die Kommune finanziell zu entlasten. Verwaltung und Politik kalkulieren mit einer Tariferhöhung von einem Prozent. Und das, bei einem Etat, der so auf Kante genäht ist wie der Aachener und wo die Politik im Monat nach der Verabschiedung des Haushalts wieder fröhlich Neuausgaben durchgewunken hat. 

Zusätzlich weist der OB darauf hin, dass die Hälfte aller Eltern keinen Beitrag zahlt. Falls dies ein Versuch sein sollte, einen Keil zwischen die Elternschaft zu treiben, dann höchstens zur Ablenkung. Denn unter Gerechtigkeitsaspekten ist es eigentlich ein weiteres Argument gegen Elternbeiträge. 

Zuletzt greift der OB die Gewerkschaften direkt an: Warnstreiks seien „vor allem ein Instrument der Mitgliedergewinnung auf dem Rücken der betroffenen Eltern und Kinder“.
Unseres Erachtens sind Warnstreiks ein Kernelement unserer Demokratie.

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Patenprojekt für junge Flüchtlinge, Folge IX

Ihr Outfit verdanken die minderjährigen, alleinreisenden Flüchtlinge den Aachener Second-Hand-Läden. Erstaunlich, was da alles für wenig Geld zu finden ist. Diese Läden habe ich jetzt auch mit meinem Patenkind abgeklappert. Und weil die Herren-Sachen ihm zu groß sind, auch die in Größe S, sind wir mal gleich in den Kinder-Ausstattungs-Laden, Alexianerstraße 47  Alexianergraben 47,  rein.  Sa.gen.haft.  Mega Auswahl. Alles gut erhalten, fast neu, und Spitzenqualität. Hier wurden wir fündig.

Mit Schuhen ist alles viel schwieriger. Ich merke: Die Flüchtlinge haben kein Problem damit, getragene Schuhe zu kaufen und anzuziehen. Ich schon . . . äh sehr, und deshalb gehe ich doch mal lieber in ein Sportgeschäft mit ihm. Ergebnis der Schnell-Recherche: Unter 129,90 Euro ist nix Vernünftiges zu bekommen. Ich fall aus allen Wolken.

Das Patenkind möchte Adidas-Schuhe haben. Das sagt der Junge nicht so direkt, aber im Gespräch kann man heraushören, dass das schon seine Wunsch-Schuhe wären . . . Ich erzähle dem Patenkind ein wenig von Adidas und von Kinderarbeit in Pakistan. Ergebnis: Die Marke ist für ihn auf der Stelle gestorben.

Wir treten dem Gedanken nahe, ein Paar Nike Sportschuhe zu erwerben. Nike, ebenfalls eine Lieblingsmarke, hat einen Großteil seiner Schuhproduktion nach Indonesien ausgelagert, Schuhe werden dort teilweise von Kindern für 19 US-Cent pro Stunde Arbeitslohn gefertigt. Ich bringe es einfach nicht über das Herz, das auch noch zu erzählen.

Am Ende wurden für 45 Euro gebrauchte Nike-Schuhe im Second-Hand-Laden in der Südstraße 1 gekauft. In Hellgrün. Das Patenkind versuchte zu meiner Überraschung umstandslos und ganz selbstständig, den Preis noch etwas herunterzuhandeln, allerdings ohne Erfolg.

(wird fortgesetzt)

Folge VIII findet ihr hier

 

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Neue Richtlinien für Aachens Museen

Im Bereich der Aachener Museen, insbesondere was Ludwig Forum (LuFo) und Suermondt-Ludwig-Museum (SLM) betrifft, könnte es eine Entwicklung hin zu

Das Ludwig Forum für internationale Kunst befindet sich, etwas ungünstig gelegen, im Ostviertel der Stadt an der Jülicher Straße. Dort soll es auch bleiben.

Das Ludwig Forum für internationale Kunst befindet sich, etwas ungünstig gelegen, im Ostviertel der Stadt an der Jülicher Straße. Dort soll es auch bleiben.

etwas Positivem geben. Eine Kommission hat sich mehrfach mit den Museen befasst und mit der Frage, wie die Häuser für die Menschen in Aachen und Umgebung (einschl. Belgien und Holland) wieder etwas attraktiver werden könnten? Die Kommission stellt ihre Ergebnisse in der kommenden Sitzung des Kulturausschuss (Donnerstag, 26. März, altes Finanzamt, Raum 207, Mozartstraße) vor. Die Sitzung ist öffentlich.

Mitglieder der Kommission waren: die Ausschussvorsitzende des Kulturausschuss,  die kulturpolitischen SprecherInnen der Parteien (einschließlich Piratenpartei natürlich), die Kulturdezernentin, die Museumsdirektionen, die Betriebsleitung des Kulturbetriebs sowie die kaufmännische Geschäftsführerin des Kulturbetriebs. Zu einzelnen Fachthemen wurden beratend MitarbeiterInnen aus anderen Bereichen eingeladen.

Jetzt zu den Entscheidungen: Alle Museen behalten ihre Standorte (sollen aber ihre Profile schärfen). Das LuFo soll „die Stadtgesellschaft einbindend“ arbeiten. Das ist wichtig. Das LuFo soll kein abgehobenes Haus sein, das so auch in jeder anderen größeren Stadt Europas stehen und arbeiten könnte. Es soll Bezug nehmen „auf die Stadtgesellschaft“ in Aachen. Es wird ausdrücklich und wörtlich „Internationalität mir Rückbezug auf Aachen“ angeordnet. Man wird dort nicht sagen können: Wir ziehen hier unser Programm durch, und was die Aachener Künstler machen und was die Aachener umtreibt, was die hiesige Kulturszene gern sehen möchten, geht uns am Arsch vorbei.

Zum Suermondt-Ludwig-Museum: Das soll der „alten Kunst“ verhaftet bleiben. Aber auch dort soll „die Präsentation von KünstlerInnen aus Aachen und der Region . . . grundsätzlich möglich sein“. Die gelegentliche Konfrontation alter Kunst aus dem Mittelalter mit junger Kunst wird damit schon beinah vorgeschrieben.

Beide Häuser sollen sich besser als bisher abstimmen. In den anderen Museen (Couven Museum, Centre Charlemagne, Zeitungsmuseum, Zollmuseum usw.) bleibt – bis auf Kleinigkeiten – alles beim Alten.

Die Kommission  äußert sich zu „Kunst im öffentlichen Raum“, und da

Kunst im öffentlichen Raum ist in Aachen zum Teil in beklagenswertem Zustand. Hier: "Der große Krieg", Wandbild von Klaus Paier.

Kunst im öffentlichen Raum ist in Aachen zum Teil in beklagenswertem Zustand. Hier: „Der große Krieg“, Wandbild von Klaus Paier.

wären wir bei den Wandbildern von Klaus Paier. Zur Kunst im öffentlichen Raum heißt es: Es soll ein „vorpolitisches Expertengremium“ gegründet werden, das sich mit den Sachen befasst. Potzblitz, das sind wir aber mal gespannt.

Es wird in der Sitzung noch anderes zum Thema „Aachener Museen“ zur Sprache kommen. Das könnt  ihr alles lesen, wenn ihr euch von hier aus weiter auf die Vorlage für den entsprechenden Tagesordnungspunkt des Kulturausschuss durchklickt:

http://ratsinfo.aachen.de/bi/to010.asp?SILFDNR=3213

http://ratsinfo.aachen.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=13381

Und: What should our museums look like in 2020?

 

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Heute hochaktuell: Paiers Wandbild „Der große Krieg“

Das Wandbild "Der große Krieg" von Klaus Paier am Café Kittel in Aachen

Das Wandbild von Klaus Paier am Café Kittel in Aachen. Foto: Archiv

Mit dem Engagement für das Wandbild, das sich gegenüber vom KKG befindet „Zwischen den Tagen“, sind wir vorerst durch (mein Eindruck).
Dringender finde ich es jetzt, sich für den Erhalt des Wandbildes „Der große Krieg“ am Café Kittel stark zu machen. Was meint ihr dazu? Sollen wir uns mal vor dem Bild versammeln und die Presse dazu einladen? Hat jemand Ideen?

Das habe ich auch auf der Seite unserAC gefragt (hier). Dort könnt ihr euch ebenfalls äußern. Oder mir einfach eine Mail schicken an feuertinte@googlemail.com oder mich auf Twitter kontaktieren. Gerade, wo das Thema Krieg jetzt so aktuell ist (Afghanistan, Kosovo, Ukraine, Syrien, Irak Israel, Palestina. . . von den Ländern in Afrika gar nicht zu reden) sollte eine Mahnung wie sie uns vom Aachener Wandmaler Klaus Paier geblieben ist, erhalten bleiben.

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Die Sonnenfinsternis, die Bestseller und ein Film

Huch, hier konnte man doch neulich noch eine große Baustelle fotografieren. Wie ein Riegel versperrt jetzt am Adalbertsberg das neue Aquis Plaza die Sicht. Rechts unten ist ein Fahrradgeschäft.

Huch, hier konnte man doch neulich noch eine große Baustelle fotografieren. Wie ein Riegel versperrt jetzt das neue Aquis Plaza die Sicht. Rechts unten ist das Fahrradgeschäft Lenzen.

„Dass die Sonnenfinsternis am morgigen Freitag kommen wird und auch wann (9.38 Uhr bis 11.58 Uhr), steht seit ungefähr ein paar Millionen Jahren fest“, schreibt Chefredakteur Lorenz Maroldt vom Tagesspiegel (erscheint in Berlin). Doch das sei zu wenig Zeit gewesen für die Händler – sie haben Tage vor dem Ereignis so gut wie keine Schutzbrillen auf Lager. Ohne aber sollte man nicht (nie!) in die Restsonne schauen, die der Mond, der sich davor schiebt, übrig lässt.  Falls ihr die Sonnenfinsternis diesmal verpasst: 2021 ist es angeblich wieder soweit.

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St. Ursula-Schülerinnen haben sich mit Bestsellern beschäftigt. Donnerstag, 26. März, 17.30 Uhr, werden sie euch die Ergebnisse in der Stadtbibliothek (Couvenstraße 15) präsentieren. In Form eines Bestseller-Speeddatings. Nix wie hin. Jeder Teilnehmer bekommt zwei Minuten lang ein Buch aus der Bestsellerliste vorgestellt. Dann ist Platzwechsel, um sich von der nächsten Bestseller-Schülerin ein weiteres Buch vorstellen zu lassen. Diese Bücher sind u.a. dabei: „Noah“ von Sebastian Fitzek, „Miss Blackpool“ von Nick Hornby, „Endgame“ von James Frey, „Morgen kommt eine neuer Himmel“ von Lori Nelson Spielman. Zum Schluss: Ausleihe der Bücher möglich.

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Neue Folge aus der Serie „Geld spielt keine Rolle (ist ja nicht meins)“: der Radschnellweg von Aachen über Kohlscheid und Herzogenrath nach Heerlen. Kosten auf deutscher Seite 15 Millionen Euro. Der Radschnellweg – für den extra Brücken und Tunnel gebaut werden – soll die Roermonder Straße vom Berufsverkehr entlasten. Man stellt sich vor, dass hunderte Autofahrer ihre Pkw stehen lassen, aufs Rad umsteigen und dann immer zur Arbeit radeln. Wäre ja schön. Vorhersage: Das wird nicht klappen. Wenn ihr das auch meint oder anderer Meinung seid, schreibt das hier rein:  https://www.unserac.de/initiativen/i/initiative/256.html

Update vom 21. 03. : Über Twitter erhielt ich den Hinweis auf eine Untersuchung (zu den Vorteilen von Radwegen) der Uni Kassel. Bei Interesse hier klicken.

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Von Mitte April bis Anfang Mai wird im Raum Aachen gedreht. Die Produktionsfirma „Lieblingsfilm“ braucht Komparsinnen und Komparsen. Die Geschichte spielt in verschiedenen Zeitepochen. Für Szenen, die in der Gegenwart spielen, werden Erwachsene jeden Alters (ab 18 Jahre) sowie jeder Nationalität gesucht. Für historische Szenen im 17. und 18. Jahrhundert werden Leute mit langen, ungefärbten Haaren, aber ohne Tattoos und Piercings benötigt. Für Szenen der „goldenen 20er Jahre“ sollen Menschen zum Einsatz kommen, die bereit sind, sich die Haare schneiden zu lassen oder bereits „Bob“-Frisuren haben. Interesse? Mail mit Kontaktdaten, Geburtsdatum, Konfektions-, Körper- und Schuhgröße und zwei aktuellen Fotos (Porträt & Ganzkörper) an: komparsen@lieblingsfilm.biz.

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Wieder wilde Bilder gesehen

Sie können naturgemäß nur in der Fotografie überleben: die Figuren und Aktionszeichen an den Häuserwänden in Aachen. Ein Bild, das nur in der Fotografie existiert, das ist weniger als das, was es mal war. „Es reicht jedoch, denen etwas vorzutanzen, für die Kunst käuflich sein muss und genehmigt.“ (Zitat aus dem Buch „Kölner Totentanz“, 1982, Verlag der Buchhandlung Walther König)

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In Nähe der Kirche St. Adalbert lugt dieses Katzengesicht um die Ecke. Gelbe Buchstaben mit blauen Bällen und weißen Punkten (unten) gibt es unter anderem in der Wirichbongardstraße. In der Harscampstraße in einer Toreinfahrt befindet sich das dritte Wandbild.

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In Aachen gibt es praktizierte Stadtkunst auf Mauern, Pfeilern und Fassaden. Die Stadt wird schöner und lebendiger, wenn mit Witz, Intelligenz und sicherem Strich  neue Reize vermittelt werden.


 

Update: am 17. 03. weitere Graffiti entdeckt

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Patenprojekt für junge Flüchtlinge, Folge VIII

Es gibt eine gute Nachricht: Das Paten-Projekt des SKM wird weitergehen.
Dem Projekt mit dem Titel „Aachener Hände“ waren die EU-Mittel gestrichen worden (wir berichteten). Ab Mai diesen Jahres wollte Brüssel keinen Cent

Flyer des Katholischen Vereins für soziale Dienste in Aachen.

Flyer des katholischen Vereins für soziale Dienste in Aachen.

mehr nach Aachen überweisen. Das Geld fehle an anderer Stelle, es werde demnächst anderweitig eingesetzt, so wurde (sinngemäß) mitgeteilt. Auch die Stadt Aachen, das Land NRW und Berlin haben bisher nichts zugesagt.

Trotzdem: Der Vorstand des SKM-Aachen e.V. hat jetzt beschlossen, dass das Projekt bis nächstes Jahr (31.05. 2016) weitergeführt werden soll. Ein Büro, Sachmittel und zwei 75-Prozent-Stellen werden noch eine Weile weiterfinanziert. „Mit dieser mutigen Entscheidung drückt der Vorstand seine große Wertschätzung und sein Vertrauen gegenüber dem Projekt, den Mitarbeiterinnen und vor allem Ihnen, den Paten aus“, schreibt Anna Klein von der Projektleitung.

Es werden also weiterhin alle Patenschaften betreut, Schulungen werden angeboten und neue Patenschaften werden vermittelt. Darüber kann sich eigentlich ganz Aachen freuen. Denn was machen hunderte junge Männer, die kein Erwachsener betreut/unterstützt/fördert/beaufsichtigt/ihnen Grenzen zeigt/ihre übertriebenen Ansprüche reduziert/mit ihnen auf Wohnungssuche geht/mit ihnen Behördengänge erledigt/zum Besuch der Schule (trotz Anfällen von Unlust) anhält usw? Was machen solche Jugendlichen?

Viel Blödsinn, würde ich mal vorsichtig sagen. Paten muss es geben, meiner Meinung nach. Denn sonst geht in Aachen bald gewaltig was schief. Für junge Flüchtlinge ist eine Stadt wie Aachen voller Verlockungen. Sportgeschäfte, Mediamarkt und Saturn etwa haben Waren, die eine unvorstellbar große, ja gigantische Anziehungskraft besitzen. Fast wie für Drogensüchtige eine mehr oder weniger frei herumliegende Droge. Da braucht es viel Kraft um dem zu widerstehen und das wenige Geld zusammenzuhalten. Und Unterstützung durch einen möglichst lebenserfahrenen Erwachsenen.

„Die Ereignisse der letzten Wochen zeigen, dass unser Projekt von einer großen Hilfsbereitschaft getragen wird.“

Anna Klein, Projektleitung bei „Aachener Hände“

Insofern würde ich mich sehr freuen, wenn die katholische Kirche durch ihren Sozialdienst (SKM) weiterhin Paten an Flüchtlinge vermittelt und die Paten auch informiert über die Gewohnheiten fremder Menschen, über Flüchtlingsrouten und traumatische Erlebnisse, über Fragen, die das Asylrecht betreffen und alles andere, was man wissen muss, um diese Arbeit leisten zu können.

(wird fortgesetzt mit Folge IX)

(Folge VII findet ihr hier)

Wer etwas spenden möchte: Pax Bank Aachen, 

IBAN: DE 61370 6019 30000 1501 50, 

BIC: GENODED1PAX 
Verwendungszweck: Aachener Hände. 

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Nina Hagen, die Geschäftswelt und der Zaster in der Kassette

Nina Hagen, eine Frau, die immer sagt, was sie denkt, ist heute 60 geworden. Von ihrer Exzentrik hätte ich manchmal gern etwas abgehabt. Autorin, Schauspielerin, Sängerin, Umweltaktivistin, 2-fache Mutter, eine Frau, die ausrasten kann und auch immer Zeit hat für Humor. Sexy, kämpferisch, verrückt und komisch. Happy Birthday.

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Der Eigentümer des Gebäudes, in dem sich das Geschäftshaus SinnLefferts befindet, will bauen, und zwar auf dem Grundstück, wo sich jetzt noch der Parkplatz (Zugang Mostardstraße) befindet. Die Verkaufsfläche des Modehauses soll von 6800 Quadratmeter auf 8200 Quadratmeter vergrößert werden. 1400 Quadratmeter zusätzlich, ganz schön viel für ein Unternehmen, das im April 2009 eine Insolvenz erfolgreich abgeschlossen hat. Der Neustart mit weniger Filialen und weniger Mitarbeitern scheint gelungen.

Gebaut wird bis Ende 2016 eine Tiefgarage für 200 Autos und – wie erwähnt – darüber zwei Etagen mit Verkaufsfläche. Besonders kompliziert werde der Bau im Innenbereich nicht, so war bei der Vorstellung der Pläne im Piratenbüro zu erfahren. Er könnte höchstens den Bewohnern der Neupforte nach hinten raus etwas Licht nehmen. Aber das – angeblich – nur in geringem Umfang.

 

Die Zufahrt von der Neupforte aus zum neuen  Anbau von SinnLefferts.

Die Zufahrt von der Neupforte aus zum geplanten Anbau von SinnLefferts.

Der Zugang zu den Parkplätzen in dem Anbau soll über die Neupforte erfolgen. Dort existiert eine Toreinfahrt (s. Foto oben). Ob die breit genug ist, wird mit Sicherheit die Baubehörde prüfen. Aber wie man hört, ist der Oberbürgermeister nachgerade hocherfreut über die Investition. Marcel Philipp begrüßt alles, was den Kundenstrom vom neuen Aquis Plaza (130 Läden, Ende des Jahres fertig) in Richtung Dom und Rathaus zieht.

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Eine Sauerei ist, dass Peek & Cloppenburg die Geschäftslokale in der Großkölnstraße (früher Modehaus Pfeiffer) seit Jahren ohne Konsequenzen so derart verkommen lassen darf. Ungeheuerlich, dass derartiges nicht sanktioniert wird mit Strafzahlungen, die automatisch jedes Jahr höher werden. Neuerdings, so gerüchtet es, soll der Moderiese die Adalbertstraße ins Auge gefasst haben. Drei Häuser wollen die Peek & Cloppenburger angeblich niederlegen, um dann dort einen ganz neuen, ganz großen Modetempel zu errichten. Hoffentlich verweigert die Stadt den Düsseldorfern die Erlaubnis.

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Ein Hinweis hat jetzt in letzter Minute verhindert, dass ich kriminell wurde. Gerade hatte ich mir Zugang zu Räumen mit einer Geldkassette verschafft und träumte schon von einem ausgedehnten Urlaub auf Hawaii, da las ich den Hinweis und konnte mich in letzter Sekunde zurückreißen.

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Die Urban Art Cloud von IBM verwandelt Gebäude und Denkmäler in übergroße Leinwände. Seht selbst:

https://www.wired.de/collection/latest/feinste-visual-art-von-allen-fur-alle

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Der Bahnhof, die Kunst und das Bundesverdienstkreuz

Der „Bahnhof“ von Eilendorf, der nur ein Haltepunkt und kein richtiger Bahnhof ist, bekommt – wie erwartet – eine Brücke mit zwei (2!) Fahrstühlen. Da gratulieren wir: Was in Düren am Bahnhof nicht funktioniert und in Stolberg an der Bahn ebenfalls ein Reinfall ist  – die Fahrstühle (dauernd defekt) – wird jetzt in Eilendorf für viel Geld  noch mal ausprobiert. Hier seht ihr ein Modell.    Das ist lernen mit Schmerzen, nur ohne lernen. Die Fahrstühle werden keine 10 Monate nach der Installation schon defekt sein, wetten?

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Schön war, was man am heutigen Dienstag in Aachen beobachten konnte: Wo vor 10 Uhr noch schwarze Erde an gar nichts erinnerte, leuchteten wenig später weiße und gelbe Blümchen in der Sonne.

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Von Aldi kommend, mit zwei Einkaufstaschen schwer bepackt, keuche ich in Richtung Markt. Vor dem Geldbrunnen werde ich von einem Schülertrupp aus Belgien ins Auge gefasst und angesprochen. „Warum heißt dieser Brunnen Hühnerdieb?“, fragt ein Junge und zeigt auf den Geldbrunnen. In der Hand hat er ein Papier, offenbar einen Fragebogen, den er ausfüllen muss.

Ja, Leute, jetzt geht das wieder los. Horden von Jugendlichen, die Fragebögen ausfüllen müssen und dafür auf die Hilfe von Ortskundigen angewiesen sind. Ein Tipp: Tief durchatmen und freundlich bleiben. 🙂

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„Der Kunstmarkt wird immer unersättlicher“ titelte dieser Tage eine Aachener Zeitung. Wohl wahr. Und kein Wunder, wenn man weiß, dass zwischen 2000 und 2014 weltweit mehr Museen gegründet wurden als im gesamten 19. und 20. Jahrhundert zusammen (schreibt Artprice). Diese Museen müssen gefüllt werden. Und leider alle mit dem Zeug, das schon in den anderen Museen der Welt hängt: Warhol, Picasso, Francis Bacon, Gerhard Richter und Mark Rothko, dazu Monet, Giacometti und Jeff Koons. Nicht besonders abwechslungsreich, aber die Preise steigen natürlich.

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Leute, Leute, es geschehen noch Zeichen und Wunder! Im Aachener Ortsteil Brand sind ab sofort Internet-Bandbreiten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde möglich.  50 Megabit pro Sekunde! 25 Jahre nach Erfindung des Internet wird das groß herausgestellt. Die Bürger sind vermutlich komplett aus dem Häuschen, denn sie werden für kommenden Mittwoch, 11. März, ins Pfarrhaus St. Donatus eingeladen (ab 19 Uhr, Infoveranstaltung zum Thema „Schnelles Internet in Brand“). Seien wird ehrlich: 100 Megabit pro Sekunde wäre doch eigentlich Mindeststandard. Dazu passt, was Herrn Wirtz (IHK) aufgefallen ist:

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 „Wir müssen natürlich auch den Betrieben, den Unternehmen in der Eifel die Möglichkeit geben, am weltweiten Netz teilzuhaben.“

Bert Wirtz , Präsident der IHK Aachen am heutigen Dienstag im Krönungssaal des Rathauses.
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Das Bundesverdienstkreuz ist eine Auszeichnung, die Männer reihenweise Männern verleihen, vorzugsweise Männern, die in der Kommunalpolitik aktiv sind oder waren.

Große Ausnahme: Am 18. März verleiht Oberbürgermeister Marcel Philipp Frau Wilhelmine Boßhammer die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (16 Uhr, Weißer Saal des Rathauses). Wenn Frauen derart ausgezeichnet werden, dann weil sie sich bis zur Erschöpfung jahrzehntelang aufgeopfert haben für andere Menschen. Frau Boßhammer wird entsprechend „für ihr jahrzehntelanges Engagement vor allem in der Seniorenarbeit“ ausgezeichnet. Den Rest kann man sich denken.

 

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