Aus der Rubrik: „Sparen am falschen Ende“

Mit den Ausstellungen (des Jahres 2015) im KuK in Monschau ist die Städteregion endgültig auf der Überholspur angekommen. Um auch wirklich verstanden zu werden: Die Städteregion zieht mit dem KuK in die Bundesliga, die Liga der absoluten Spitzenvereine ein. Im KuK wird Kunst von so enormer, weltweit anerkannter Qualität präsentiert, wie man sie sonst nur in großen Städten Europas und Amerikas zu sehen bekommt.

Und was macht die Städteregion jetzt, da endlich auch überregionale Medien auf diese Ausstellungs-Stätte und ihr Programm aufmerksam werden? Die Städteregion reduziert das Programm. Das ist kein Witz.

Im Kunst- und Kulturzentrum (KuK) der Städteregion Aachen, das sich in Monschau befindet, wird in diesem Jahr und 2016 vorzugsweise Fotokunst gezeigt, die nach einhelliger Einschätzung von Experten zum Besten gehört, was es gibt auf der Welt. Gleichzeitig werden der Einrichtung  Mittel und Personal gekürzt.

Im Kunst- und Kulturzentrum (KuK) wird in 2015 und 2016 vorzugsweise Fotokunst gezeigt, die nach einhelliger Einschätzung von Experten zum Besten gehört, was es gibt. Gleichzeitig werden der Einrichtung Mittel und Personal gekürzt. Im Foto: hauptsächlich Einladungen aus 2014

Geld und Personal sind 2015 so verknappt, dass statt neun (9) nur noch fünf (5)  Ausstellungen stattfinden können, und 2016 sind nurmehr vier (4) Ausstellungen drin. Eine Dummheit und Hornochsigkeit, die ins Guinnessbuch der Rekorde gehört.  Ein Vorgehen, das nicht sehr klug zu sein scheint. Oder ins ehemalige Nachrichtenmagazin „Spiegel“ passt – unter der Überschrift „Wie eine Städteregion ihr eigenes Erfolgsprojekt platt macht“.

In Aachen behaupten Freunde von Kunst und Kultur, Monschau (!) zeige ja kontinuierlich gute Kunst. Das erzählt man sich mit dem Unterton (den ich hier schlecht wiedergeben kann), dass man sich so etwas für Aachen auch vermehrt wünschen würde.

Es mag ja sein, und das kann man auch niemand vorwerfen, dass den  Kommunalpolitikern im Städteregionstag Namen wie Cartier-Bresson und Roger Ballen, Elliott Erwitt und Axl Klein unbekannt sind. Oder Namen wie Ara Güler, Viviana Maier, Jürgen Klauke und Gina Lee Felber. Dann ist es Aufgabe gutgezahlter Kultursachverständiger in den Verwaltungen der Kommunen, Aufgabe der Museumschefs, Ex-Museumschefs, Kulturredakteure und Kuratoren aktiv zu werden. Warum machen die das nicht?

Sicher, es muss überall gespart werden. Aber hier haben wir ein gelebtes Beispiel aus der Rubrik „Sparen am falschen Ende“. Der Ausstellungsmacherin des KuK  werden Geld und Personal reduziert. Dabei schafft sie es seit Jahren, mit einem Etat von sagenhaften 5000 Euro auszukommen, den sie durch Anträge bei der EU, beim Landschaftsverband (und ich weiß nicht, wo noch) sehr clever kräftig hochschraubt.

Symbolbild: Blick auf den Gebäudekomplex der Verwaltung der Städteregion in Aachen, Zollernstraße.

Blick auf den Gebäudekomplex der Verwaltung der Städteregion in Aachen, Zollernstraße.

Am vergangenen Mittwoch, 18. Februar, wurde das KuK-Ausstellungsprogramm 2015 von Dr. Mika-Helfmeier vorgestellt. Und zwar im zuständigen Ausschuss für Tourismus und Kultur in der Zollernstraße. Seitdem habe ich den Verdacht, dass dort die Politiker, insbesondere die Mehrheit aus CDU und Grünen unter Förderung des Tourismus einzig und allein verstehen: Ausbau von Rad- und Wanderwegen.

Ich habe mich in dem Gremium auch zu einem Wortbeitrag aufgeschwungen und in einer (leider etwas struddeligen Rede) darauf hingewiesen, dass mit der Kunst ein ganz anderer Menschenschlag in die Eifel kommen wird. Mal keine Wanderer oder Fahrradfahrer, sondern Kunstinteressierte. Monschau steht kurz davor, sich für die hiesige Kunstszene als ein „place to be“ in ganz NRW bekannt zu machen. Dem sollte man nicht durch kleinliches Sparen im Wege stehen.

 

———— Anmerkungen ———

Wenn ihr euch mit Kunst nicht auskennt, schaut einfach im Netz nach Vivian Maier, Ara Güler oder Jürgen Klauke. Dann wisst ihr prototypisch, was in Monschau abgeht. Die Güler-Ausstellung wird am kommenden Sonntag, 22. Februar, um 12 Uhr eröffnet. Man sieht sich.

Weil bei den Vernissagen immer so viele Leute erscheinen, dass man fast die Bilder nicht mehr sieht, besuche ich Ausstellungen meistens nicht zur Eröffnung, sondern später. Eine Vernissage ist eigentlich ein gesellschaftliches Ereignis, wo man Leute trifft, mit denen plaudert und hat da auch ihre Berechtigung. Mit der Kunst setzt man sich besser dann auseinander, wenn man nicht abgelenkt werden kann.

Hier wird – aus Gründen – nicht davon ausgegangen, dass dieser Bericht noch irgendetwas bewirken kann.

Das war meine dritte Städteregions-Sitzung des Ausschuss für Tourismus und Kultur ever. Ich bin noch nicht gänzlich mit allen Feinheiten von Tourismus und Kultur in der Städteregion vertraut. Für Infos und Korrekturen benutzt bitte die Kommentarfunktion (s. unten).

 

 

 

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Patenprojekt für junge Flüchtlinge, Folge VI

Mit meinem afghanischen Patenkind gehe ich zur Arbeitsagentur, zur AOK, zum Ausländeramt und zum Jobcenter. Demnächst werde ich seine Lehrerin kennenlernen und einen Sozialarbeiter/Betreuer.

Nach den Behördengängen muss zumindest ich mich erholen, und wir trinken etwas im Café Egmont. Dort kann ich wunderbar die ein oder andere Tageszeitung anschauen. Dem Patenkind zeige ich die Fotos und erkläre ihm, was darauf zu sehen ist. Das Patenkind ist geradezu extrem interessiert.

Ich zeige ein Foto von einem Schiff mit Flüchtlingen. Und das Patenkind weiß: Es kommen auch Menschen „aus Europa nach Deutschland“, aber das sei falsch, in Europa sei nämlich „alles gut“. Es stellt sich raus, dass der Junge wohl etwas von den Roma gehört hat, die aus dem Kosovo zu uns kommen. Er ist überzeugt davon, dass diese Leute hier nichts zu suchen haben.

Ich melde Zweifel an und muss innerlich lachen: Das Patenkind ist wie alle Flüchtlinge. Selbst im gelobten Land angekommen wollen sie nicht, dass weitere hierher kommen. Wie gewisse konservative Vertriebene aus Ostpreußen und Schlesien, die – obwohl einst selbst Flüchtlinge – jetzt keine weiteren hier haben möchten.

*

An einem anderen Tag schauen wir in einer Zeitung ein Foto an, das Neonazis zeigt.
„Was sagen die Neonazis?“, fragt das Patenkind.
„Ausländer raus“, antworte  ich.
Das Patenkind blickt erschrocken, überlegt kurz. „Was sagt Frau Merkel?“, fragt der Junge jetzt.
„Frau Merkel sagt: Die Flüchtlinge sollen bei uns bleiben“, antworte ich.
„Frau Merkel ist wirklich eine gute Frau“, äußert tatsächlich jetzt das Patenkind.

Ich erzähle noch, dass es in Aachen auch Neonazis gibt, 130 sage ich, und dass das Patenkind (165 cm, Kleidergröße S) diesen Leuten nicht mutig entgegentreten, sondern schnellstens weggehen soll, sobald sich diese Leute auch nur in weiter Ferne blicken lassen.

*

An verschiedenen Reaktionen merke ich, dass das Patenkind denkt, ich sei ein Mensch, der viel weiß („Frau Vallot, du weißt alles“) und als Journalistin, die so viel im Internet schreibt, sei ich auch noch sehr mächtig.

Ich arbeite hart daran, diesen Eindruck zu korrigieren. Wir gehen zum Aachener Ausländeramt, ich schau mich suchend um und sage: „Hier. war. ich. noch. nie!“ Das Patenkind schaut erschrocken, schweigt lange . . . und ringt sich dann zu der Frage durch: „Frau Vallot, du warst hier noch nie???

„Nö“, sag ich und schau mich (betont) nochmal um, ob wir wohl richtig sind??? Ich weiß genau, was der Junge denkt, man sieht es ihm förmlich an. Ich bin sehr zufrieden. Ich möchte, dass er sich keine Illusionen macht. Im Leben eines Flüchtlings ist es am besten, wenn man die Dinge klar und unverblümt sieht.

Nach einer Dreiviertelstunde kommen wir dran, ich habe ein Dutzend Fragen auf einen Zettel geschrieben, die Fragen alle gestellt und sehr freundlich Antwort bekommen. Jetzt blicke ich etwas besser durch. Das Patenkind auch.

*

Wir müssen beim Jobcenter warten und nutzen die Zeit zum Lernen. Ich kritzele die Buchstaben BRD auf einen Zettel und frage: „Was bedeuten diese Buchstaben?“ Langes intensives Überlegen. Ich: „Es ist etwas, was du schon kennst.“ Man sieht ihn denken.

Das aufgelöst frage ich: Was bedeuten die Buchstaben „AC“? Wieder keine Ahnung. Ich:  „Es ist etwas, was du sehr magst.“ Das hat er mir schon zweimal gesagt, dass er Aachen schön findet.

Neben dem Aufzug stehen die Buchstaben „EG“. Ich frage nach der Bedeutung und sage, diese Frage sei jetzt schwer. Dann sage ich langsam: „Es bedeutet Erd-ge-schoss.“ Dann erkläre ich, was ein Erdgeschoss ist.

An der Wand stehen auch die Buchstaben „KL“. Ich frage, was das bedeutet? Der Junge sagt „Ich weiß es nicht.“ Ich sage: „Ich weiß es auch nicht.“  Wir lachen.

*

Einmal die Woche treffen wir uns: das Patenkind und ich. Wir geben uns zur Begrüßung die Hand, der Junge hat jedes Mal eiskalte Finger. Eine Mütze hat er auch nicht auf dem Kopf und eine dünne Jacke an, die er auch innen nicht auszieht.

„Sollen wir mal nach Handschuhen, Mütze, einem Schal und einem dicken Winterpullover für dich schauen?“, frage ich das Patenkind. „Nein, Frau Vallot, das habe ich alles.“  Das sagte der Junge bereits mehrfach. Ich bezweifle das allmählich und bin ratlos.

Dem Patenkind ist sein Aussehen nicht egal. Gar nicht, das merke ich. Er fragt nach Sportmöglichkeiten, weil er gern kräftiger aussehen möchte, sagt er. Ich habe keine Ahnung, mit welchen Klamotten solche Jungs gern rumlaufen. Im Zweifel kaufe ich haargenau das Falsche, das weiß ich von meinen Nichten. „Voll peinlich“ war immer das, was ich ihnen an Textilien kaufte.

Schon zwei Mal musste der Junge eine Verabredung absagen, weil er krank war. Auf Nachfrage zeigt er mir die Medikamente, es ist alles gegen Erkältung. Mich wundert das nicht. Ich habe Angst, dass er sich eine Lungenentzündung holt.

Mit Folge VII geht es weiter

Folge V der Serie findet ihr hier.

(Wird fortgesetzt)

 

 

 

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Aus der Abteilung Ekstatik und Frohsinn: Chronik einer Massenparty

Rosenmontag. Erst fängt es ganz langsam an . . . Es ist 13 Uhr. Ein paar Leute versammeln sich,  mehr und mehr kommen hinzu.

rosen_1Bald sind es Hunderte, und der Zug geht auch schon los, bzw. er ist aus dem Frankenberger Viertel über Elisenbrunnen und Markt endlich in der Jakobstraße angekommen. Dort ist alles in bester Stimmung, Kinder halten große Beutel parat, um sich für den Rest des Jahres mit Süssigkeiten einzudecken.

rosen_2Vier Stunden lang geht es nun ununterbrochen rund: Fußgruppe folgt auf Musikkorps folgt auf Narrenschiff folgt auf Pferdestaffel folgt auf ichweißnichtwas. Die ersten drei Stunden sind die Zuschauer noch fit und aktiv, singen, tanzen, rufen „Alaaf“ so laut sie können. Und aus den Wagen regnet es Printen, Popkorn, Rosen, Süßes, Schokotaler, Stofftiere und was sonst kein Mensch braucht.

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So geht es immer weiter, manche Gruppe ist nett anzuschauen und marschiert zur Freude der Zuschauer mal vorwärts, mal rückwärts. Politische Themen werden unterdessen in Aachen nicht aufgegriffen. Schade, aber so ist es eben.

IMG_0402Schließlich, es ist längst 17 Uhr durch, tut sich eine größere Lücke auf im Zug, und es erscheint – tadaaa – der Prinzenwagen. Die jeweilige Tollität, diesmal Axel II., schleudert die Bonbons gleich kistenweise unters Volk. Der Prinz hat immer den prächtigsten Wagen.

rosen_3Ist der Prinz erstmal durch, zerstreut sich die völlig erschöpfte Menge schnell und hinterlässt die Gegend, die dann aussieht wie Sau.

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Doch man muss nicht lange warten, denn eine starke Truppe nähert sich unter Höllenlärm. Spätestens um 19 Uhr, es ist inzwischen schon fast dunkel, wird die Straße gefegt.  – Das hat uns jetzt wieder Spaß gemacht.

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Im Glitzerkostüm durch die Innenstadt

Die Sonne knallte vom Himmel, als sich in Aachen der Kinderzug durch die Innenstadt schlängelte. Morgen schauen wir uns den Rosenmontagszug an.

Die Sonne knallte vom Himmel, als sich in Aachen der Kinderzug durch die Innenstadt schlängelte. Morgen schauen wir uns den Rosenmontagszug an.

Das war ein wunderbarer Kinderzug 2015 – mit vielen Fußgruppen, Wagen, Pferden  und Musikkorps in schönem Wechsel. Die Sonne knallte vom Himmel maerchenprinz_48und brachte die Farbenpracht zum Leuchten. Die Gruppen waren in diesem Jahr sehr groß, kleine Grüppchen gab es kaum. Mir ist erstmals aufgefallen, dass in vielen Gruppen auch dunkelhäutige Kinder dabei waren und Süßigkeiten verteilten. Im Gegensatz zum vorigen Jahr, wo man viele Kaiser Karle sehen konnte, gab es dieses Jahr jede Menge Pferde (wegen der Europameisterschaft). Außerdem standen Glitzerkostüme hoch im Kurs. Geradezu wie edle Theaterkostüme wirkten die Gewänder der Musikgruppen. Offenbar muss 2015 niemand an Material sparen.

Mitten in das fröhliche Zugschauen und Winken platzte die Nachricht, dass in Braunschweig der Zug ausfallen musste. Terrorwarnung. Die Verantwortlichen wollten kein Risiko eingehen. 250.000 enttäuschte Narren mussten die Innenstadt meiden.

Die Musikgruppen sehen wir bestimmt morgen im Rosenmontagszug wieder. Ich freu mich.

Die Musikgruppen sehen wir bestimmt morgen im Rosenmontagszug wieder. Ich freu mich.

 

 

 

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Seit April 2007: Mein Leben auf Twitter

Unten sieht man Beispiele dafür, was ich auf Twitter veröffentliche (tweete) und weiterleite (retweete). Dort habe ich zur Zeit 624 sogenannte Follower. Das sind Menschen, die das lesen können, was ich tweete und retweete. Auf Twitter bin ich als @feuertinte unterwegs. Außerdem findet man mich auf Twitter seit April 2007 unter @lawasch (das ist ein armenisches Wort und bedeutet: Brot) und unter @margret_vallot

Twitter ist bei Journalisten und Web-Experten sehr beliebt. Alle ernstzunehmenden Journalisten, die ich – zumindest vom Namen her – kenne, sind auf Twitter aktiv. Man lässt sich dort gegenseitig News zukommen und macht sich gegenseitig auf wichtige Themen aufmerksam. Außer Journalisten sind dort auch noch einige Politiker und fast alle Mitglieder der Piratenpartei aktiv. Es ist immer sehr schön und spannend, wenn man jemand, den man von Twitter seit Jahren kennt, plötzlich leibhaftig gegenübersteht.

Hier also einige Tweets:

 

 

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Das war Fettdonnerstag

Fettdonnerstag bin ich mit neuer Technik unterwegs gewesen und habe 90 Prozent Schrott produziert. Da kann man nichts machen, das Filmen ist  nicht so einfach. Deshalb hier nur einige nebenbei geschossene Fotos.

Auf dem Münsterplatz. Die Tropigarde (Markenzeichen: Klobürste) brannte ein dreistündiges Programm ab, das sehr amüsierte.

Auf dem Münsterplatz: Die Tropigarde (Markenzeichen: Klobürste) brennt ein dreistündiges Programm ab, das sehr amüsierte.

Die Tropigarde singt gern alte Aachener Liedchen, teilweise in Öcher Platt. Das kommt bei den Leuten wirklich gut an. Außerdem hatten die Tropis eine Taxifahrerinnen-Nummer dabei, die war echt toll.

Samba gab es vor dem Domkeller, wo die Stimmung auch großartig war.

Vor dem Domkeller im Hof.

Vor dem Domkeller im Hof.

Ins große Zelt auf dem Katschhof kam ich nicht rein. Eine Menschenmenge stand in einer Schlange vor dem Eingang. Innen müssen sich die Massen gequetscht haben, so voll schien es zu sein.

Alle wollten in das Zelt rein. Draußen gab es einen krassen Polizeieinsatz.

Alle wollten in das Zelt rein. Draußen gab es einen krassen Polizeieinsatz.

Rund 20 Polizisten mussten nachmittags einen oder mehrere Schläger bändigen. Da muss ein Streit eskaliert sein, ein Mädchen wurde mit einem Messer verletzte. Einzelheiten stehen bestimmt morgen oder schon heute Abend im Polizeibericht, den ihr ja einsehen könnt.

Direkt unter dem  Schild liegt ein Mann, der sich ohne Ende gegen seine Festnahme wehrte.

Direkt unter dem Schild „Pandora“ liegt ein Mann, der sich rabiat gegen seine Festnahme wehrte. Im Halbkreis schirmen Polizisten ihn und andere Polizisten ab.

Fettdonnerstag kann man ja höchstens bis 16 Uhr rausgehen, danach sind zu viele Besoffene unterwegs.

Im Krönungssaal vom Rathaus gab es tags zuvor eine „närrische Ratssitzung“ mit frechen Sprüchen gegen Kommunalpolitiker und ihre Arbeit. Die hier abgebildeten 4 Herrschaften waren auch dabei.

Bei der "närrischen Ratssitzung" am gestrigen Mittwoch gesehen.

Bei der „närrischen Ratssitzung“ am gestrigen Mittwoch gesehen.

 

Zum Schluss

So kennen wir sie, so lieben wir sie: die Berliner. Sie kennen alles, wissen alles, wissen alles besser.

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Die Kunst, der Baumfrevel und eine Kamerafahrt

Werbung für die Lacroix-Ausstellung

Werbung für die Lacroix-Ausstellung

Das ist neu: Mitten in Aachen, am Rande des Katschhof, wird für eine Ausstellung im Ludwig Forum geworben. Und zwar für einen Aachener Künstler –  und das nicht gerade zurückhaltend. Welche Wertschätzung, welch angemessenes Vorgehen! Da kann man sich freuen. Vielleicht dürfen wir Aachener auch eines Tages – ohne weit zu reisen – sehen, was zum Beispiel der

"Der Späher", 1974.

„Der Späher“, 1974, von Joachim Bandau

Aachener Künstler Joachim Bandau eigentlich in den letzten Jahren geschaffen hat. Schließlich haben seine Objekte einmal auf das vorbereitet, womit wir uns heute befassen müssen (s. Der Späher, 1974). Da wäre es doch interessant zu sehen, womit sich Bandau heute beschäftigt.

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Zum Kunstverkauf: Höchstwahrscheinlich nach Katar wurde ein Bild von Paul Gauguin verkauft, für 300 Millionen Euro. Tja, Leute. Bevor ihr jetzt trompetet, „das Bild hängt sich der Herrscher von Katar in seine private Bar“, bedenkt, dass es in Katar ein erstklassiges Museum für moderne Kunst gibt.

Hierzulande ist ja neuerdings dauernd von „nationalem Kulturgut“ die Rede und davon, dass „das Nationale“ nicht ins Ausland verkauft werden dürfe. Da werdet ihr bei Katar ja sicher aufheulen. Ich nicht, denn ich denke, dass dort die Sheikha Al Mayassa bint Hamad bin Khalifa Al-Thani (wurde 2012 in die Forbes Liste der 100 einflussreichsten Frauen der Welt aufgenommen) durchaus berechtigt ist, das Bild von Paul Gauguin ins Museum ihrer Hauptstadt zu hängen.

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Vor der Hochschul-Bibliothek, Templergraben

Vor der Hochschul-Bibliothek, Templergraben

Der Baumfrevel geht weiter. In der Innenstadt ist man mittlerweile froh, wenn morgens alle Bäume, die man abends gezählt hat, noch vollzählig vorhanden sind. Das Foto entstand jetzt am Templergraben. Dort störten dünne Bäume. Man fragt sich: Warum?

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Möchtet ihr euch den Aachener Dom mal genauer und in Ruhe am Schreibtisch ansehen? Dann klickt hier und begebt euch auf eine Kamerafahrt.

Zeitungen und Zeitschriften machen mit Online-Specials auf sich aufmerksam. Hier zwei Beispiele: Die Welt überzeugt mit einem interaktiven Feature über das Thema Angst. Reportagen, Expertenmeinungen und Simulationen machen die Geschichte rund. http://www.welt.de/angst/ – Die Berner Zeitung erzählt eine ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen einem Afrikaner und einer Schweizerin. Es ist ein sehr schönes Web-Projekt.

Hier eine wunderbare Seite für alle, die die Welt gern von oben sehen. Faszinierende Bilder. Niederzier ist auch dabei. http://www.overv.eu

Ein informatives Special bei „Zeit online“ zeigt in einem Überblick, welche radikalen politischen Strömungen es in der EU gibt und welche Ziele diese Parteien auf beiden Seiten des politischen Spektrums verfolgen.

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Antrag: LVR soll Freifunk unterstützen

„Wie läuft es eigentlich im Landschaftsverband?“, fragen mich Leute, und ich denke, da ich auch dort als sachkundige Bürgerin aktiv bin, sollte ich mal Auskunft geben. Unter anderem habe ich mich mit dem Antrag „Unterstützung von freiem Internet- und Informationszugang mittels Einbringung von LVR-Liegenschaften in Bürger-WLAN“ befasst.

Der Landschaftsverband (LVR) definiert  sich selbst (via eigene Pressestelle) so:
Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) arbeitet mit rund 18.000 Beschäftigten für 9,4 Millionen Menschen im Rheinland. Die Verwaltung ist in Köln.
Mit seinen 40 Schulen, 10 Kliniken, 19 Museen und Kultureinrichtungen sowie mit seinem Heilpädagogischen Netzwerk und dem Landesjugendamt erfüllt er Aufgaben, die rheinlandweit wahrgenommen werden.

Die 13 kreisfreien Städte und die 12 Kreise im Rheinland sowie die StädteRegion Aachen sind die Mitglieder des LVR, und die finanzieren ihn auch per Umlage. Im LVR-Parlament gestalten Politikerinnen und Politiker aus den rheinischen Kommunen die Arbeit des Verbandes.

In Köln bin ich Teil der Fraktion Freie Wähler/Piraten. Eine unserer ersten „Amtshandlungen“ betraf Freifunk. Wir haben beantragt, dass alle Gebäude des Landschaftsverband zur Verfügung stehen sollen, damit Freifunk möglich wird.

Der LVR ist ein Riese und hat auch eine „riesige“ InfoKom. Das ist der IT-Dienstleister für den Landschaftsverband Rheinland, der versorgt den gesamten Verband sowie weitere Kunden mit IT-Serviceleistungen.

Die InfoKom hat sich unseres Antrags bezüglich Freifunk angenommen, hat  recherchiert und das Ergebnis der Recherchen im öffentlichen Teil einer Sitzung vorgetragen. Ich hatte dabei den Eindruck, als habe sich die riesige InfoKom zum allerersten Male (seit Erfindung des Internet) mit Freifunk befasst. Das wäre ein Armutszeugnis für diese mit über 100 Mitarbeitern und viele Millionen teurer Technik und Software ausgestattete Einrichtung. Ist aber nur ein Eindruck.

1. Es wurde vorgetragen, dass man sich zunächst mit rechtlichen Fragen befasst hat – wegen der Störerhaftung. Und – oh Wunder –  man hatte ermittelt, „dass der LVR in der jetzigen Rechtslage von Störerhaftung befreit ist, wenn er nicht selbst als Server auftritt“.  Was hierzulande schon viele Bürgermeister in kleinen Orten wissen, hat auch die InfoKom jetzt herausgefunden. Hurra.

2. Dann habe man verschiedene Preis-Angebote angefordert – bei Vodafone, NetCologne und Freifunk. Ergebnis: Es sind noch nicht alle Anfragen zu den Preisen beantwortet. Dabei weiß jedes Kind, dass Freifunk unschlagbar preiswert ist.

3. Schließlich hat man sich bei der InfoKom gefragt: Wo kann man WLAN aufbauen? Und es soll sich gezeigt haben, dass es in kleinen Dienststellen, wo es kaum Bandbreiten gibt, nicht möglich ist.

Resümee: Es soll nun eine Arbeitsgruppe von LVR-Abgeordneten und sachkundigen Bürgern gegründet werden, die sich mit der Sache intensiv befasst.

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Gekommen, um zu bleiben

Überraschung des Jahres (Tusch): Ich kann weiter als sachkundige Bürgerin im Ausschuss für Tourismus und Kultur der Städteregion mitarbeiten und abstimmen. Das habe ich gestern erfahren, nachdem es des öfteren hieß, mit dem Verlust des Fraktionsstatus sei dort für mich Schluss.

Blick auf das Gebäude der Städteregion in Aachen. Foto: Archiv

Blick auf das Gebäude der Städteregion in Aachen. Foto: Archiv

Die frühere Fraktion, jetzt Gruppe, Piraten/UFW verliert wegen Weggang eines Piraten zur CDU (!) die Sitze von sachkundigen Bürgern im Ausschuss für Personal und Informationstechnik, im Rechnungsprüfungsausschuss, im Wahlprüfungsausschuss, Ausschuss für Integration von Ausländern, Inklusionsausschuss, Partnerschaftsbeirat, Sozialausschuss. Aber in anderen, wichtigen Ausschüssen (z. B. Ausschuss für Schule und Bildung, Bauausschuss, Ausschuss für Wirtschaft und Wissenschaft usw.) sind wir als sachkundige Bürger weiterhin präsent.

Es wird zwar alles etwas schwerer, aber wir hatten ohnehin nicht gedacht, dass politische Arbeit leicht ist. Ich habe z. B. keinen Vertreter mehr. Wenn ich mal keine Zeit habe für den Ausschuss, bleibt mein Platz eben leer. Na ja. Anträge dürfen wir wohl auch nicht mehr stellen.

Trotzdem freue ich mich, dass es weitergeht. Ich werde weiter berichten.

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Navelbrush hat dazu ebenfalls gebloggt: http://msahm.piraten.ac/gekommen-um-zu-bleiben/

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Patenprojekt für junge Flüchtlinge, Folge V

Flüchtlinge sind fast täglich Thema in den Zeitungen. Nicht alle Städte können die Menschen angemessen unterbringen. Die Schulen sehen vor schwierigen Aufgaben. Da ist die Arbeit der Ehrenamtlichen mal wieder besonders wichtig.

Flüchtlinge sind fast täglich Thema in den Zeitungen. Nicht alle Städte können die Menschen angemessen unterbringen. Die Schulen stehen vor schwierigen Aufgaben. Da ist die Arbeit der Ehrenamtlichen besonders wichtig.

Der Sozialdienst SKM in Aachen hat – wie hier bereits berichtet – ein Patenprojekt für junge Flüchtlinge ins Leben gerufen. Viele Aachener machen mit und sind schon Paten geworden. Weitere wollen ebenfalls Paten werden und einem minderjährigen, alleinreisenden Flüchtling helfen, sich in Aachen zurecht zu finden. Auch ich kümmere mich um einen Flüchtling. Und ich nehme an den Workshops des SKM teil, weil man uns die Aufgabe nicht ohne fachlichen Beistand zumuten will.

„Fit für Vielfalt“ war jetzt das Motto eines interkulturellen Trainings, bei dem gut ein Dutzend Patinnen und Paten mitmachten. Von 11 bis 17 Uhr versuchte der Islamwissenschaftler und Ethnologe Markus Reissen uns klarzumachen, dass sich andere Menschen in anderen Ländern ganz anders verhalten, und dass sie unser Verhalten so komisch finden wie wir ihres. Konkret ging es um die Tatsache, dass es in manchen Ländern als Unverschämtheit gilt, Fremden bei der Begrüßung direkt knallhart in die Augen zu schauen.

Den Blickkontakt zu vermeiden, das ist ein Verhalten, das wir in Deutschland als unhöflich bezeichnen. Das aber unsere ausländischen Gesprächspartner wiederum für ausgesucht höflich halten. An diesem und anderen Beispielen wurde klar, wie Missverständnisse entstehen und wie flexibel man sein muss, wenn man mit Menschen aus anderen Kulturkreisen zu tun hat.

Interkulturelle Missverständnisse und Konflikte waren das Thema. Auch wurde uns klargemacht, dass die Flüchtlinge uns womöglich für sehr mächtig halten, weil wir viele Leute kennen und immer wieder jemand finden, der eventuell helfen könnte bei Schwierigkeiten, die für die Flüchtlinge unüberwindbar scheinen, weil sie von den Erfahrungen in ihrer Heimat ausgehen.

Alles war sehr spannend und interessant. Mir wurde klar, wie wichtig anderen die Familie ist, in der alles gemeinsam nach bestimmten Mustern entschieden wird. Und wie bedeutend uns unser Individualismus ist. Wie direkt wir im Gespräch zur Sache kommen, klare Ansagen lieben und wie vorsichtig und um viele Ecken herum andere ihr Ziel erreichen. „Niemand soll sein Gesicht verlieren“, krass „nein“ sagen muss vermieden werden.

Dann dachte ich nochmals darüber nach, wie leicht wir „Autoritäten“ kritisieren: den Vermieter, den Lehrer, den Chef, den Oberbürgermeister, die Bundeskanzlerin. Niemand nimmt ein Blatt vor den Mund. Unvorstellbar unhöflich und kalt ist das für Menschen anderer Kulturen. Da ist man ein klares und eindeutiges „Nein“ nicht gewöhnt und zieht sich geschockt zurück.

So lernten wir und haben auch viel gelacht. In der Mittagspause haben wir darüber diskutiert, welche der Aachener Moscheen/Gebetsräume die Jugendlichen besuchen. Es wurde vor einer „Moschee“ (in der Ottostraße) gewarnt, und es zeigte sich, dass bei diesem Thema noch viel Informationsbedarf besteht.


(wird fortgesetzt mit Folge VI)

Folge IV der Serie findet ihr hier

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