Auf Kosten der kleinen Leute

Es gibt die offizielle Kunst, die in den Museen hängt, und die Kunst der Bürger. Dazu gehören z.B. die Graffiti, allgemein das, was Menschen machen ohne Unterstützung der öffentlichen Hand. Das können Theater und Kabarett, Ausstellungen und Performances sein, Kunstvereine meist sowieso.
Die Piraten der Stadt Düren wollen sich mittelfristig in die Kommunalpolitik der Stadt Düren einmischen. Wie auch immer. Um Kommunalpolitik zu machen, sollte man seine Stadt kennen, zumindest die wichtigsten Einrichtungen.
So lag es nahe, dass die Piraten sich mal das sanierte und erweiterte Leopold-Hoesch-Museum anschauen. Es wurde eine Führung organisiert. Jeder war eingeladen. Neun  Personen haben sich schließlich führen lassen. Gezeigt wurden die Werke des weltberühmten Otto Piene und die  von Andreas Schulze. http://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Schulze
Andreas Schulze malt große, farbige Bilder. Darauf stellt er dar, womit einfache Menschen sich gern umgeben, was ihnen Wohlbefinden verursacht, wie sie sich einrichten. Er malt Lampenschirme, die heute in jedem Sekretariat stehenden Palmen, Gärten mit langweiligen Gartenbänken, komisches altmodisches Porzellan, Fachwerk-Dekoration, eben alles ganz einfache 0815-Gegenstände, die die 0815-Menschen schön finden und sich kaufen. Auch eine Sonnenbank und so allerlei Krempel.
Damit macht er sich über die Leute lustig, die keinen erlesenen Geschmack haben. Er stellt das übergroß raus, was sie an Pröll mögen. Er erhebt sich über den Geschmack der Massen, was eine gewisse unschöne Arroganz aufblitzen lässt.
Sehr sonderbar ist es, wenn jemand Menschen, die ganz wenig Geld haben und wegen des schlechten Bildungssystems so wenig exquisiten Geschmack ausbilden konnten, so an den Pranger stellt und von oben herab auf sie blickt. Es ist aber eine Haltung, die man bei Künstlern nicht selten antrifft. Und es ist schon sehenswert und gut, dass ein Museum sowas zeigt. Allerdings sollten die Betrachter sich nicht dazu verleiten lassen, jetzt ebenfalls auf Menschen herabzusehen.
Die Kunst von Andreas Schulze ist gut darin, die dämlichen Heiligtümer gewisser Ungebildeter rauszustellen. Die gemalten Teile künden von einem beschränkten geistigen Horizont. Das Anliegen, das so rauszustellen, ist aber im Grunde wenig edel. Kaum was ist einfacher, als sich über „Spießbürger“ lustig zu machen. Es ist bescheuert, hochnäsig und  . . .  na ja.

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