Aus einem Bunker in Aachen soll Wohnraum werden

Auch ein Vertreter der Aachener Piratenpartei hat an der Info-Runde im RWTH Hauptgebäude teilgenommen. Dabei ging es vordergündig um „Erhalt oder Abriss des Lousberg-Bunkers“.
 
Nach dem dreistündigen Meinungs-Marathon hatten viele Anwesende allerdings den Eindruck, dass hier nicht die Meinung der Bürgerinnen und Bürger abgefragt werden sollte, sondern dass mal wieder die Menschen lediglich informiert wurden. Und zwar über das, was für die Stadtverwaltung Aachen und den Investor längst eine abgemachte Sache ist. 
 
Dabei ist mir zum Beispiel nichts lieber, als dass in der alten Kaiserstadt endlich Wohnraum geschaffen wird. Ob es unbedingt „hochwertige Stadthäuser“ sein müssen oder Eigenrumswohnungen, die sich nur  sehr wenige Menschen in Aachen werden leisten können, sei dahingestellt. Auf gar keinen Fall hinnehmbar ist aber wieder das Verfahren, mit dem sich die Anwohner konfrontiert sehen: In nichtöffentlicher Sitzung haben Politiker im zuständigen Ausschuss den Abriss des Bunkers durchgewunken. Kein Wunder, dass jetzt die Bürger Sturm laufen. Wann kapiert man in Aachen endlich: So geht das nicht. 
 
Die Uebergangshymne unterstützt die Bürgerinitiative Lousberg-Bunker. Dabei steht für mich nicht so sehr der historische Wert des Bauwerks im Vordergrund, sondern die Art und Weise, wie es zu dem Verkauf des Grundstücks an den Investor gekommen ist: Über die Köpfe der Menschen hinweg. Die Anwohner haben – nebenbei erwähnt – durchaus gute Argumente dafür, dass der Beton-Koloss als Denkmal erhalten blieben muss.
 
Verschiedene Zuhörer und Zuhörerinnen konnten übrigens insbesondere den Auftritt des Herrn von der Bauaufsicht der Stadt Aachen nicht billigen. Seine Erklärung, warum die Stadt dem Investor schon vor dem Bauantrag eine Abrissgenehmigung erteilt hat, wurde nicht nachvollzogen und war ein einziges Ärgernis.  

 

Über uebergangshymne

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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2 Antworten zu Aus einem Bunker in Aachen soll Wohnraum werden

  1. Manitu schreibt:

    Hochwertige Stadthäuser bauen, wertet die Gegend auf und schafft andernorts freien Wohnraum. Die hier vermutete Meinung, viele Bürger sind dagegen ist falsch. Im Vergleich zur Einwohnerzahl waren wenige Interessierte anwesed. Die Meinung einzelner Betroffener kann nicht ausschlaggebend sein.

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  2. feuertinte schreibt:

    Ein Bunker gilt im Baurecht als Baulücke. Wo der Bunker ist, ist baurechtlich gesehen nichts.
    Das bedeutet, dass alles, was anstelle des Bunkers errichtet wird, sich an der Umgebung orientieren muss. Gemeint ist die Höhe, der Straßenzug gibt die Höhe vor.
    Die Pläne des Investors sagen aber, dass das neue Gebäude deutlich höher wird als die Nachbargebäude, zwei Geschosse sollen es sein.
    Der Investor soll gesagt haben, wenn er weniger Geschosse baut, lohnt sich das ganze für ihn finanziell nicht.

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