Was es in Aachen geben sollte. Folge 3: Willkommenskultur

Aachen ist im Grunde eine gastfreundliche Stadt. Hier sei an die hunderte Springreiter, Pferdeknechte, Wagenlenker, Dressurreiter aus aller Herren Länder, die zumindest früher allesamt während der Reitturnier-Woche in privaten Haushalten untergebracht wurden, erinnert. Es waren viele.

Außerdem hat die Stadt als Ziel einer der größeren Heiligtumsfahrten eine lange Tradition darin, Fremde zu empfangen. Man ist hier ein wenig mehr daran gewöhnt, Fremde bei sich aufzunehmen als anderswo. An diese Tradition sollte angeknüpft werden.

Aachen sollte ein Programm auflegen: „Offenheit gegenüber Migranten“. Das sollte alles ehrenamtlich geschehen, und ich glaube, die Bereitschaft dazu ist vorhanden. Es sollte Gruppen geben, die unter dem Motto „Wir gehen mit“ die Migranten beim Gang zu den Ämtern und Behörden begleiten (die Idee ist bei der Piratenpartei abgeschaut). Einige Aachener haben als Studenten im niederländischen Vaals gelebt und wissen, wie es ist, wenn man in Bank und Behörde kein Wort versteht. Überhaupt hat ja Aachen allein schon als Grenzstadt Erfahrungen mit „Fremden“.

In den Ämtern müssten dann Zug um Zug mehr Menschen mit Migrationshintergrund eingestellt werden. Also nicht nur bei der Müllabfuhr. Auch die Schulen und die Medien müsste die Kampagne erreichen. Denn an eine ausgewachsene Kampagne, die Aachen über Deutschland hinaus bekannt machen kann, denke ich.

Die Willkommendkultur, die man übrigens auch aufbauen kann, wenn noch gar nichts vorhanden ist, signalisiert Migranten, dass sie erwünscht sind und dass es für sie in Aachen Perspektiven gibt. Es muss in den Familien zum guten Ton gehören, dass mehrfach im Jahr eine ausländische Familie eingeladen wird.

Um die Kampagne zu starten, müssen sich die „Einheimischen“ in Arbeitsgruppen treffen. Sie müssen sich gut informieren über die Gewohnheiten, Sitten und Gebräuche der Ankömmlinge. Ankömmlinge meint Asylbewerber, Flüchtlinge, noch gar nicht integrierte Ausländer genauso wie hochqualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland.
Es muss eine Wertschätzung dessen erarbeitet werden, was Ankömmlinge für die Stadt leisten können. Es muss Freude an einem Zuwachs an Internationalität entstehen. Viel mehr Hilfen beim Sprachenlernen und beim Einleben in die hiesige Gesellschaft muss es geben.

Die Kampagne muss die Bürgerinnen und Bürger packen, sie muss Freude machen und selbstverständlich von allen ganz und gar freiwillig mitgetragen werden. Sie muss von ernsthaften Menschen professionell geplant werden und bei der Polizei, in Kitas und Schulen, in den Bereichen Kultur, Medien und Behörden einen starken Widerhall finden.

Über AachenNews

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.