Projekt „Neugestaltung Büchel“ kommt einen Schritt weiter

Baustellen gibt es reichlich in Aachen. Dass am Büchel mal gebaut wird, das dauert noch Jahre. Die Politik setzte sich jüngst auf Anraten der Stadtverwaltung über die Bedenken der Aachener Polizei hinweg.

Die Kommunalpolitiker haben sich diese Woche mit dem „Altstadtquartier Büchel“ und seiner gänzlichen Neugestaltung befasst. Ein Thema, das in Aachen oft hitzig diskutiert wird. Es handelt sich um ein großes Projekt, es geht um die komplette  Überplanung und Umgestaltung eines ganzen Viertels.

Zum Hintergrund: Das Viertel soll mit einem Mix aus Wohnen, Büros und Einzelhandel zu einem vollwertigen Teil der Aachener Innenstadt werden. Ein Städtebauwettbewerb sah das renommierte Büro Chapman Taylor als Sieger.  Der Entwurf sieht vor, dass der Bereich zwischen Büchel, Kleinkölnstraße, Großkölnstraße und Mefferdatisstraße in vier Baublöcken mit einem hohen Anteil von Wohnbebauung entwickelt werden soll. Ein nahezu baufälliges 60er-Jahre-Parkhaus mit 445 Stellplätzen soll abgerissen werden.

In den vergangenen Monaten wurde das Bebauungsplanverfahren auf den Weg gebracht. Es gab außerdem eine Beteiligung der Öffentlichkeit. Anschließend wurden alle Eingaben und Stellungnahmen zum Bebauungsplan „Antoniusstraße / Mefferdatisstraße“ ausgewertet.

Zuletzt kamen aber der Polizeipräsident und der Oberbürgermeister plötzlich  mit grundsätzlichen Bedenken um die Ecke. Es ging um die Frage, ob der seit 700 Jahren in der Antoniusstraße angesiedelte Rotlichtbezirk . . erhalten bleiben soll oder nicht. Die Polizei kam zu der Empfehlung, dass aus Sicherheitsaspekten eine Auslagerung der Bordelle wünschenswert sei. Weg aus der Mitte der Stadt in z. B. ein Gewerbegebiet . . .

Man blickte nun in der Stadtverwaltung auf Zahlen der Kriminalstatistik und der Strafanzeigenhäufigkeit für das Gebiet Büchel und andere Bereiche. Ergebnis: Die Kriminalität ist im hier infrage stehenden Gebiet nicht höher als in einigen anderen Innenstadtbereichen. „In der Blondelstraße wurden zum Beispiel mehr als doppelt so viele Körperverletzungen zur Anzeige gebracht als in der Antoniusstraße“, fand die Verwaltung heraus.

Weitere Stellungnahmen von Ordnungsamt und „Arbeitskreis (AK) Prostitution“ wurden erbeten und studiert. Ergebnis: Der Puff wird verkleinert und bleibt wo er ist (in der Antoniusstraße). Die fundierte Stellungnahme des AK Prostitution (an dem auch die Piraten beteiligt sind), wurde ausdrücklich gelobt.

Die Stadtverwaltung hat nun der Politik geraten, das Bebauungsplanverfahren einfach wie geplant fortzusetzen. Als nächstes wird der Bebauungsplan bearbeitet,  zudem sollen die anvisierten Hochbauwettbewerbe, vorrangig für den Südwestblock, wo heute das Parkhaus Büchel steht, vorbereitet werden. Hierzu ist eine einvernehmliche Abstimmung mit den Investoren Voraussetzung.

Wann rücken denn nun am Büchel die Bagger an? „Es wäre zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös, ein konkretes Datum zu nennen, wann mit ersten sichtbaren Bau- bzw. Abrissarbeiten am Büchel begonnen werden kann“, teilte die Verwaltung mit. Bei optimalem Verlauf könne man nicht vor Anfang 2019 damit rechnen, dass es einen Offenlagebeschluss (für den Südwestblock / Parkhaus Büchel) gibt.

Man wird sich also noch eine Weile (bis zur Fertigstellung des gesamten Areals) streiten. 

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