Aachen hat sich verändert. Das Leben hat sich verändert.

So eng werden derzeit (hier: Forst) die städtischen Grundstücke bebaut. Alles, um die Wohnungsnot zu lindern.
Noch mehr Wohnungen entstehen am Freunder Weg. Original im Stil der 50er Jahre übrigens: die Gaststätte Zeppelin Eck (hinten links).
Sieht schön aus, wirkt aber wie tot. Es macht in diesen Tagen keinen Spaß, durch die Innenstadt zu spazieren. Es fehlen (hier: der Hof) die Menschen, die Stimmung lappt ins Depressive.
Auf dem Katschhof sollten 6 Linden gepflanzt werden. Was man fand, war – kaum zu glauben – eine Römerstraße (s. auch unten), 6 Meter breit und von der Domsingschule zum Hühnermarkt führend. An der Häuserwand: Werbung für die große Dürer-Ausstellung, die am 7. Oktober eröffnet werden soll.
Hier haben jetzt offenbar die Archäologen die Regie übernommen. Das Foto ist nicht gut gelungen, es entstand in Eile, die Innenstadt ist so tot, dass wir schnell wieder weg wollten. Man sieht eigentlich nur noch die Obdachlosen, die jetzt viel mehr auffallen als sonst. Erstaunlich, wie viele es sind.

Wir fahren auf Sicht

Erschütternd, wie schnell viele Menschen finanziell am Ende sind. Das macht sprachlos. Tausende Solo-Selbstständige sind schon nach 2 Wochen total pleite. Keine Spur von langfristig. Unternehmer und Geschäftsleute und sogar Giganten wie Kaufhof und Adidas sind sofort am Ende.

Wir sehen jetzt: Wenn es mal einen 4-wöchigen Stillstand gibt, dann kracht schon alles zusammen. Was ist das für ein System, in dem wir leben müssen? Menschenfeindlich, unmenschlich. Es ist offenbar alles auf Kante genäht.

Wir lernen: Systemrelevant sind die, die am schlechtesten bezahlt werden. Vom Beifallklatschen der übrigen können sie ihre hohe Miete nicht bezahlen. Die Unterbezahlten werden später hoffentlich klarmachen, das es so nicht weitergeht.

Die Gier hat die Ökonomisierung des Gesundheitswesens vorangetrieben. Die Folge jetzt: Tote. Die Gier kostet jetzt Menschen das Leben. Reibach machen mit der Gesundheit – das hat allen voran die Bertelsmann-Stiftung so propagiert.

Und das Corona-Virus zeigt uns auch, wie sehr die Gesellschaft in zwei Teile geteilt ist. Es gibt Familien mit Haus und Garten, viel Platz, vollen Kühltruhen im Keller, die Kinder haben iPads und andere Computer zum Lernen außerhalb der Schule. – Andere Eltern leben jetzt mit zwei Kindern auf 70 Quadratmeter in sehr beengten Verhältnissen, ohne Balkon. Häusliche Gewalt nimmt zu.

Das Corona-Virus ist kein Gleichmacher, wir sitzen nicht alle im selben Boot. Die einen haben Beatmungsgeräte und die anderen (auf Lesbos) nicht. Und was passiert nach Ostern, wenn vielleicht entschieden wird: Schulen und Kitas bleiben weiter zu? Dann summieren sich Angst und Frust, Leute ohne Rücklagen fragen sich: Wofür machen wir das alles? Es gibt doch eigentlich nur Nachteile.

Trotzdem: schönes Wochenende und bleibt virenfrei

Über AachenNews.org

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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