Beschlossen: Aus Parkplätzen können Terrassen werden

Straßen in Aachen sind an den Rändern zugestellt mit Autos. Wenn schon kein Platz für Fahrräder freigehalten wird, sollte wenigstens für die Terrassen von Cafés ein wenig zusätzlicher Platz gewährt werden.

Piraten und Grüne haben neulich im Rat einen Erfolg erzielt. Ein gemeinsamer Antrag bekam eine Mehrheit, folgendes wurde beschlossen: Wegen der Mindereinnahmen durch die Corona-Krise dürfen Cafés und Restaurants ihre Außengastronomie erweitern und dafür sogar Pkw-Parkplätze in Anspruch nehmen.

„Die Verwaltung wird beauftragt, zum Erhalt der (Außen-)Gastronomie in Aachen und als Schutzmaßnahme in Zeiten der CoVid-19-Pandemie eine Möglichkeit für Gastronomiebetriebe anzubieten, die Außenbewirtungsflächen nach Sondernutzungssatzung kostengünstig und temporär auf Flächen der umliegenden Parkplätze zu erweitern.“

Als Begründung für ihren Antrag teilten Matthias Achilles (Piraten) und Kaj Neumann (Grüne) mit, nach dem Lockdown seien Gastronomiebesuche zwar wieder möglich, aber die Platzbedürfnisse seien aufgrund der pandemiebedingten Abstandsregelungen deutlich gewachsen. Der Platz im Innenraum der Gebäude lasse sich nicht vergrößern, und auch im Außenbereich könnten auf gleicher Fläche wie bisher weniger Sitzplätze angeboten werden.

Zufällig fotografierte Situationen. Bevor man dort die Parkmöglichkeit zugunsten von Gastronomie aufhebt, sollte man den Gastwirt natürlich mal fragen, ob er überhaupt erweitern will. Die, die ich gefragt habe, wollten alle.
In Aachen, außer in den Fußgängerzonen, stehen vor vielen Gaststätten und deren Terrassen: parkende Autos. Politiker haben das jüngst im Stadtrat bestritten. Sie gehen nicht mit offenen Augen durch die Stadt. Das kann man machen, ist aber für einen Kommunalpolitiker schlecht.

Zum Antrag: Die Gehwege müssten selbstverständlich in voller Breite für Fußgänger freigehalten werden. Deshalb böte sich nur die Öffnung des Fahrbahn-Randbereichs für ausgedehnte Außengastronomieflächen an.

Kurz und gut: Der Parkraum müsse an diesen Stellen saisonal und Corona­-bedingt Platz machen.

Abschließend heißt es in dem Antrag, die Gastronomie mache einen großen Teil des Flairs einer lebendigen Stadt aus. Ohne eine florierende Außengastronomie sei Aachen so unbelebt wie in den 1980er Jahren. Nicht nur als Wirtschaftsfaktor, sondern als einladende, spannende, weltoffene Stadt brauche die Bevölkerung lebendige Aufenthaltsflächen im öffentlichen Raum.

Kein Wunder, dass niemand dort sitzt, in unmittelbarer Nähe zu den Pkw.
Drei wunderschöne Bäume und Sitzplätze – eingekeilt zwischen Pkw. Und da wundert sich die Politik, dass die Innenstadt gemieden wird. Wo soll da Flair herkommen?
Wo man geht und steht: Autos. Da, wo Gastronomie in der Nähe ist, kann diese auch Pkw-Abstellplätze für ihre Zwecke nutzen. Der Beschluss wurde jüngst im Rat gefasst.
Aachen, deine Strassenränder sehen alle gleich aus, ob am Hangeweiher oder im Ostviertel.

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