Vorher Parkplatz, nachher Terrasse

Bitte mit dem Regler hin und her schieben.

Ein Beispiel für viele: Wo zuvor Autos viel Platz einnahmen, konnten die Parkplätze vor Gaststätten plötzlich auch anders genutzt werden. Tische, Stühle und Pflanzkübel wurden aufgestellt, fertig war die Terrasse.

Die Gäste saßen Corona-unfreundlich draußen, wo die Aerosole flott davonfliegen, der Gastwirt konnte seinen Umsatz machen und schöner aussehen tat es auch noch. Hoffentlich eine Einrichtung, die von Dauer ist.

Für das gesamte Jahr 2020 verzichtet die Stadt Aachen auf die Erhebung von Gebühren für die Nutzung des öffentlichen Raums an Straßen und Plätzen zum Zwecke der Außengastronomie. Außerdem können Gastronomiebetriebe  beantragen, ihre Flächen für Außengastronomie zu erweitern. Damit wird vor allem den notwendigen Abstandsgeboten Rechnung getragen. Durch den Gebührennachlass verzichtet die Stadtverwaltung allein in der Innenstadt auf Einnahmen in Höhe von rund 400.000 Euro.

***

Die Innenstadt von Aachen ist in den letzten zehn Jahren immer mehr heruntergekommen. Die Außenbezirke sind teils wunderschöne Wohngebiete, aber die Innenstadt . . . runtergerockt. Anders kann man es nicht nennen.

Niemand geht gern in die Großkölnstraße, am Büchel hält man sich nur auf, wenn es unbedingt nötig ist. Viele Ladenlokale stehen leer, neuerdings ist auch der Marktplatz selbst davon betroffen. Hier werden keine Fotos vom Niedergang gebracht, es würde einen nur traurig machen.

Dazu schreiben die Mitglieder der Piratenpartei in ihrem Wahlprogramm:

Die Stadt Aachen hat nur endlich viel Fläche zur Verfügung und diese Fläche ist grob umschrieben mit Wohnen, Gewerbe, Verkehr und Grün schon ausgereizt. Jeder Zugewinn für einen der vier Bereiche ist automatisch ein Verlust für andere.

Der bisherige Ansatz, die Grünflächen zu verringern, um dem restlichen Bedarf gerecht zu werden, hat sich überlebt. Außerdem wurden Gebäude bisher im wesentlichen bis zum Ende ihrer Nutzung geplant, was Rückbau und Wiederverwertung ignoriert. Wir wollen beide Probleme angehen und die Stadtverwaltung mit planungsrechtlichen Instrumenten ausrüsten, die bei jedem größeren Bauprojekt eine Handhabe bieten, um „cradle to cradle“ vorzuschreiben und den Flächenverbrauch einzudämmen.

Für eine lebenswerte Stadt ist Aufenthaltsqualität ein Hauptfaktor. Bisher ist diese Aufenthaltsqualität eher konzentriert an einigen Plätzen in der Stadt zu finden. Wir wollen diese Qualität breiter streuen und jedem Quartier Orte geben, die zum Verweilen und Flanieren einladen.

In der Innenstadt wollen wir das Profil als urbanes Zentrum stärken. Dafür müssen Orte wie die Umgebung des Bushofs, der Büchel und die Theaterstraße so umgebaut und gestaltet werden, dass die dichte Bebauung einer Großstadt kombiniert wird mit weiten Flächen für Fußgänger*innen und Grün. Die Innenstadt wird sich in den nächsten Jahren deutlich verändern. Der Einzelhandel als Frequenzbringer hat sich überlebt und wird in Zukunft eine deutlich kleinere Rolle spielen.

Wir wollen diese Veränderung gestalten und Leerstand durch kreative Erdgeschossnutzung vermeiden und die Innenstadt durch Grünflächen, Wasser und Gastronomie attraktiv halten.

Konkret bedeutet das:

  • Den Bushof mit hochwertigem Städtebau umgeben, damit du vom Bus in eine einladende Stadt trittst und nicht in einen abweisenden Angstraum
  • Das Quartier am Büchel mit viel Wohnraum und Grün entwickeln, damit du dich in diesem zentralen Bereich wohlfühlst, egal ob du Anwohner*in, Passant*in, Sexarbeiter*in oder einfach auf der Suche nach Wissen oder Entspannung bist
  • Die Theaterstraße mit weniger Fahrspuren und ohne Parkplätze zu einer Flaniermeile umbauen, damit du Platz zum Spazieren oder Chillen hast
  • Öffentliche Toiletten, Wasserspender und Bänke an allen belebten Orten in Aachen, damit du entspannt und ohne Konsumzwang in deiner Stadt unterwegs sein kannst
  • Mehr Platz für Grünflächen und Aachener Bäche offenlegen, damit du es in Aachen auch bei Hitze aushalten kannst

Über AachenNews.org

Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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