Eine Gesamtschule kämpft um’s Überleben

Die HHG ist Aachens erste und älteste Gesamtschule. Wird man in Aachen und Köln eine Lösung finden, um diese Schule zu erhalten? Sollte das NRW-Schulministerium eingeschaltet werden?

Am Donnerstag kommt es zu einer Sondersitzung des Schulausschusses. Es geht buchstäblich um Alles oder Nichts. Die Politik in Aachen ist sich relativ einig, der Gegner sitzt in Köln.

Einziges Thema der Sondersitzung ist die Heinrich-Heine-Gesamtschule (HHG). Die Bezirksregierung Köln will dieser Schule untersagen, neue Eingangsklassen einzurichten. Was das faktische Aus bedeuten würde. Der (gute) Grund für die Kölner: In der Schule werden seit nunmehr 4 Jahren viel zu wenig Kinder angemeldet, statt mindestens 100 sind es immer nur etwa 30, zuletzt nicht mal 30.

In Jahrgangsstufe 5 und 6 gibt es eindeutig viel zu wenig Kinder, ab 7 und 8 ist dagegen alles rappelvoll, da läuft der Unterricht vierzügig, es gibt die geforderten vier Parallelklassen.

Anfangs zu wenig Kinder, später ist alles voll – Wie kann das sein?

Es gibt in Aachen immer noch Eltern, die ihr Kind nach der Grundschule zum Gymnasium schicken, obwohl die Kinder keine Empfehlung für diese Schulform haben. Diese Kinder scheitern dann nicht selten im Gymnasium in den unteren Klassen und können in einer Hauptschule oder in der Laurensberger HHG angemeldet werden. Und in der HHG ist man von Seiten der Pädagogen sozusagen längst darauf spezialisiert, „schwierige Fälle“ doch noch zum Abitur zu bringen. Dort werden schöne Erfolge erzielt.

Die Heinrich-Heine-Gesamtschule (HHG) in Laurensberg kämpft um ihren Bestand. Die Fotos entstanden bei einer Protest-Aktion im August.

Die HHG ist Aachens älteste Gesamtschule. Schon bei ihrer Gründung war klar, dass Laurensberg für eine Gesamtschule eventuell der falsche Standort ist. Die Schule ist von Burtscheid aus, von Forst und Rothe Erde aus und sogar aus der Innenstadt heraus schwer zu erreichen. Kaum jemand will seinem Kind nach der Grundschule einen so weiten Weg zumuten, wo am Bushof umgestiegen werden muss.

Wäre es also eine Lösung, die HHG mehr in die Innenstadt zu verlegen? Wenn ja, wohin da?

Die Bezirksregierung hat vorgeschlagen, die HHG in eine Sekundarschule (eine Art erweiterte Realschule) zu verwandeln. Bei Lichte besehen: Das will in Aachen niemand, aus gutem Grund. Alle Parteien wollen die HHG erhalten, man unterscheidet sich nur in der Einschätzung, wie hoch die Chancen sind, dass das noch gelingen kann.

Noch wichtig: In Aachen fehlen Gesamtschulplätze, es sind bis auf die HHG alle Gesamtschulen bei Anmeldeverfahren überlaufen, jedes Schuljahr müssen Kinder abgewiesen werden. In so einer Situation eine Gesamtschule zu schließen – erscheint widersinnig.

Innen berieten jüngst die Politiker*innen, von draußen machten Protestierende auf sich aufmerksam.

Mehr relevante Infos zur Sondersitzung (Donnerstag, 10. September, 17 Uhr, Mensa des St. Leonhard Gymnasiums, Jesuitenstraße 9) hier.

Über AachenNews.org

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