Ein altes Aachener Viertel und seine Müll-Probleme

Große Sauberkeitsdefizite und Schädlingsprobleme im Bereich Rothe Erde und auch in Forst macht die SPD zum Thema im zuständigen Politiker-Gremium (Ausschuss B0). Gefordert wird, dass die Stadtverwaltung sich dieser Probleme annimmt. 

Untragbare Zustände, von denen ich im genannten Wohnbereich bis jetzt noch nie was mitbekommen habe, gelte es – so meinen die Sozialdemokraten – zu beheben. Aber was weiß ich schon von der Gegend, in der ich wohne?! Viel weniger jedenfalls als Patrick Deloie, der für seine Partei formuliert, Bürger*innen hätten sich über Berge von wildem Müll und Ratten beschwert (mehrfach). Nachzulesen im Antrag an Bezirksbürgermeister Achim Ferrari (Grüne).

Ausgelegte Rattenköder hätten keine Wirkung gezeigt, steht in dem Antrag. Offenbar wurde keine einzige Ratte gefangen. Ja, warum wohl nicht? Vielleicht weil gar keine Ratten da sind? ?? Wer diesen Tieren begegnen will, muss sich mal in die alten Keller der Häuser in der Innenstadt begeben, oder in andere Ortsteile, wo die Tiere angesichts des Hochwassers in Scharen die Flucht ergriffen und insofern plötzlich sichtbar wurden.

Die Ecke des Anstoßes? In der Tat: Schön ist das nicht, dass an diesem Baum am Freunder Weg alle möglichen Leute schon samstags ihre gelben Säcke ablegen, die erst am Montag abgeholt werden.

Aus alter Zeit ist der Ruf des Viertels (Rothe Erde) noch ramponiert, völlig zu Unrecht, denn hier lebt es sich ganz ungeniert. Fast täglich sind die Mitarbeiter*innen des Stadtbetriebs unterwegs und achten darauf, dass in dem dichtbesiedelten Viertel übervolle Glascontainer geleert werden. Klar, auch in Rothe Erde und Forst gibt es Personen, die von Mülltrennung noch nie was gehört haben. Aber Wilden Müll sammelt der Stadtbetrieb in ganz anderen Aachener Straßen ebenfalls ein. Täglich: eine Tonne. Kosten: etwa eine Million Euro im Jahr. (s. hier)

Wie dem auch sei! Die Diskussion am Mittwoch über die Sauberkeit im Viertel ist öffentlich (Mundschutz, Ausweis und Impfpass mitbringen) im Tivoli, Club Lounge 1, Krefelder Straße.

Die geforderten „regelmäßigen Überprüfungen der Situation vor Ort durch Ortsbegehungen“ können nicht schaden. Eine Attraktivierung des Stadtteils nachhaltig zu unterstützen, das kann ebenfalls kein Fehler sein. Über bürgerschaftliches Engagement und Zusammenschlüsse von Akteuren in den Stadtteilen muss man sich unterdessen unbedingt freuen. Das deutet auf eine funktionierende Nachbarschaft hin, von der ich allerdings schon öfter was mitbekommen habe.

An diesen Glascontainern in der Zeppelinstraße legen Anwohner manchmal ihren Müll ab, außerdem Textilien und Beutel mit Flaschen, sobald die Container voll sind. Auch kein schöner Anblick. Da haben die Beschwerdeführer Recht. Man könnte die Container gut vor den Bunker stellen, säh vielleicht besser aus.

Zur Info: Im Schnitt 632 Kilo Müll pro Person haben die Deutschen 2020 entsorgt – 67 Kilo mehr als 2005. Nur in drei anderen EU-Staaten hat sich mehr Abfall angehäuft: In Dänemark 845 Kilo pro Kopf, in Luxemburg 790 und in Malta 643. EU-weit haben Unternehmen und Haushalte 225,7 Mio Tonnen Müll produziert. Deutsche produzieren überdurchschnittlich viel Müll.

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Die Bäume sorgen für Schatten und kühle Temperatur, man freut sich auf den Sommer . . . hier: die Zeppelinstraße. Foto: Archiv

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Ebenfalls auf der Tagesordnung der Sitzung (Mittwoch, 9. Februar, ab 17 Uhr) steht die bauliche Entwicklung von Rothe Erde, wo ja das Continental-Gelände bald geräumt wird. Es wird vermutlich festgelegt, dass und inwiefern moderne Unternehmen in Rothe Erde künftig ansässig werden können und wo noch Wohnungsbau stattfinden darf. Eine schöne Idee wäre es, wenn man die alte Strang-Halle (Philipsstraße 2) als Kantine für alle Mitarbeiter der neuen Firmen nutzen könnte.

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Ich bin Journalistin und Bloggerin.
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Eine Antwort zu Ein altes Aachener Viertel und seine Müll-Probleme

  1. Anonymous schreibt:

    Ich kenne einige Bürger*innen aus dem Viertel, die sich regelmäßig über sehr viel wilden Müll vor allem im Bereich des Bunkers beschweren, ich mache das als Bewohner des Viertels auch immer wieder, da es dort vor allem morgens tatsächlich untragbare Zustände gibt (starke Verschmutzung, Gehweg mit Müll blockiert etc). Ratten gibts auch, ziemlich viele, und das ist nicht ausgedacht. Ist wirklich nicht tragbar für ein Wohnviertel und darüber hinaus auch noch für einen stark frequentierten Schulweg zur (sehr beliebten) Montessori-Grundschule. Oder?

    Es stimmt, die Stadtreinigung ist sehr aktiv, vielleicht ist Ihnen auch deshalb der Müll noch nicht so aufgefallen? Übrigens nicht täglich um die Glascontainer zu entleeren, sondern um eben den wilden Müll wegzuräumen. Weiß ja nicht wann Sie so unterwegs sind. Ihr Foto scheint eher nach einer Reinigung entstanden zu sein…

    Aus meiner Sicht ist es gut, dass Patrick Deloie den Antrag gestellt hat. Und von welcher Partei der kommt, ist jedenfalls mir ziemlich egal. Ich habe außerdem nicht den Eindruck, dass irgendwo suggeriert wird, dass er oder die SPD hier die Experten fürs Viertel sind.

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