Interstellare Höhenflüge im Depot in der Talstraße

Wird zur Konzerthalle: das alte Straßenbahndepot im Aachener Ostviertel.

Passend zur Marslandung (s. Twitter: #marslanding und  ) kommt es am Freitag,  30. November, zu einem ganz besonderen Konzert mit dem Sinfonieorchester Aachen. Das teilte jetzt der Kulturbetrieb mit. Unter der musikalischen Leitung von Christopher Ward wird im Depot, Talstraße 2, musiziert.

Wie klingen Planeten? Wie klingt „musikalische“ Schwerelosigkeit? In
der außergewöhnlichen Klangstätte des Depots begibt sich der neue Musik-Chef vom Stadttheater, Christopher Ward, zusammen mit dem Sinfonieorchester Aachen auf „interstellare Höhenflüge“.

Der Blick von der Erde ins Weltall, von der Heimat in die Fremde bildet
die philosophische Inspiration, um der Sphärenmusik auf den Grund zu
gehen. Auf diese Weise wird nicht nur zeitgenössische Musik erkundet,
sondern es werden völlig neue Klangräume erschlossen.

Auf dem Programm stehen: Richard Strauss: »Also sprach Zarathustra«, György Ligeti: »Arc-en-ciel«, Jörg Widmann: »Dubairische Tänze«, »Ikarische Klage«, Arnold Schönberg: »Verklärte Nacht» op. 4.

„Im Depot: classic lounge – RADICAL VIBES“ ist eine neue
Konzertreihe, die unter dem Titel „Interstellare Höhenflüge“ ihren
Auftakt setzt. Das ehemalige Straßenbahndepot der ASEAG wird zur Klangkulisse für Neugierige jeden Alters, die Lust haben,
zusammen mit dem Sinfonieorchester Aachen und Christopher Ward
neue Wege zu beschreiten.

Tickets für das Konzert gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen und natürlich an der Theaterkasse. Beginn ist um 20 Uhr.

Viel Platz für Veranstaltungen jeder Art: im Depot in der Talstraße.

Zum Twitter-Account des deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt: https://twitter.com/DLR_de

Das nächste Konzert im Depot findet statt am 8. März 2019. Motto: Extreme Evolution.      Empfehlung: Hingehen, hingehen, hingehen.

 

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Alles sauber. Nur die Luft, die ist es nicht.

Zertifizierte Anlage des Landes NRW zum Messen von Luftverschmutzung. Foto: Archiv

Was wir einatmen in Aachen, ist nicht sauber. Was wir essen, was wir trinken, das ist höchstwahrscheinlich sauber. Aber die Luft! Sie ist es nicht.

Aachen muss das Bundes-Immissionsschutzgesetz einhalten, das vorschreibt, dass man seit dem 1. Januar 2010 die Luft im Schnitt nicht mit mehr als 40 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter belasten darf. Um das im Gesetz Vorgeschriebene zu erreichen, gibt es einen Plan, den Luftreinhalteplan.

Aber Aachen bricht dieses Gesetz Jahr für Jahr seit bald 9 Jahren. Warum? Weil die von der Mehrheit gewählten Politikerinnen und Politiker von CDU, SPD und Grünen im Rat der Stadt keine geeigneten Maßnahmen beschlossen haben, um die Ursachen dieser Gesundheitsgefährdung zu bekämpfen. Warum die Politik uns die saubere Luft nicht gönnt, ist mir ein Rätsel.

Warum ist die Aachener Luft so schmutzig? Die Ursache liegt zum überwiegenden Teil bei den Pkw in der Stadt.

Die Ratsmehrheit hat sich sogar aktiv dagegen gesträubt, den Verkehr in dieser Stadt weiterzuentwickeln. Sie haben es nicht einmal geschafft, durchgehend eine einzige Stelle in der Verwaltung für den Verkehrsentwicklungsplan vorzuhalten. Mir kann niemandem erzählen, die Politik in Aachen würde sich für den Verkehr interessieren.

„Wenn das alleine nicht schon schlimm genug ist, so folgt hier aus dieser Geringschätzung für Verkehrspolitik eine Geringschätzung deutscher Gesetze“, sagt Matthias Achilles, verkehrspolitischer Sprecher der Piratenpartei in Aachen.

Die Politiker in Aachen mussten sich am 8. Juni vom Aachener Verwaltungsgericht erklären lassen, dass Gesetze auch für Aachen gelten, dass der Grenzwert schon der Kompromiss und ohne Wenn und Aber einzuhalten ist (AachenNews.org berichtete), dass der Betrug der Automobilindustrie keine höhere Gewalt darstellt, dass Maßnahmen dann ausreichend sind, wenn sie im Ergebnis das Gesetz einhalten und nicht, wenn uns mehr Maßnahmen zu anstrengend wären.

Achilles weiter: „Es ist schade, dass offenbar weder die Bezirksregierung noch der Oberbürgermeister sich die Zeit genommen haben, um einmal die Urteilsbegründung zu lesen. Dann wäre nämlich beiden klar, dass Aachen mit diesem jetzt neu vorliegenden Luftreinhalteplan weiterhin das Gesetz brechen wird.“

Matthias Achilles (und die Piratenfraktion) haben dem neuen Plan nicht zugestimmt, „weil wir die Gesetze des Landes und des Bundes achten, wie man so schön vorliest, wenn man hier anfängt mit der Politik“. Der Luftreinhalteplan enthält jetzt weder Fahrverbote, noch Maßnahmen, die in der gleichen Zeit die gleiche Wirkung entfalten können, wie unmissverständlich vom Gericht gefordert wird.

Für die Piraten in Aachen geht Gesundheit vor Eigentum. Sie möchten in einem Rechtsstaat leben, in dem gerade der Staat sich an seine eigenen Gesetze hält.

Wer in Aachen die lokale Politik beobachtet, der weiß: Man hätte es nicht soweit kommen lassen müssen, die Politiker und Politikerinnen hätten die letzten Jahre auch einfach beherzt Politik machen können. Das kann aber nicht geschehen, wenn die SPD bei jeder Abstimmung erst zu Frau Breuer (CDU) schauen muss, um ja nicht „falsch“ abzustimmen. Solange die CDU nur sagt: „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen“ und die SPD „keine Experimente“ fordert und sich keiner von ihnen komisch dabei vorkommt, wird von der Politik in dieser Stadt keine Verbesserung ausgehen.

So kann Matthias Achilles nur an CDU und SPD in Aachen appellieren: „Hören Sie auf mit diesen Koalitionen, lassen Sie Ihren Leuten eine eigene Meinung, dann können wir offen debattieren und endlich das tun, was wir für das Beste für Aachen halten und nicht das, was Ihr unnützes Bündnis am wenigsten gefährdet.“

(Fotos von Luftverpestung durch Autos in Aachen folgen. Im Weihnachtsverkehr wird daran kein Mangel sein.)

***

UPDATE:

Hier soll nicht verschwiegen werden, dass der OB dieser Tage mit den Ergebnissen stadteigener Messungen um die Ecke kam. Der OB hatte allerlei Döschen (2 Dutzend, nicht zertifiziert) zum Messen von Stickoxid aufhängen lassen, u. a.  in Parks und Fußgängerzonen, es war zu komisch. Ergebnis natürlich: Alles in Butter, die Luftqualität in Aachen sei im Durchschnitt gut, ein Fahrverbot sei überflüssig.

Die Fachwelt lachte sich teils kaputt, teils war man empört und deutete die Ergebnisse auch noch ganz anders als der OB. Der habe an den falschen Stellen messen lassen, teilte das NRW-Umweltamt mit. Und dann habe er noch – methodisch unkorrekt – den Durchschnitt errechnet und für den entscheidenden Wert gehalten.

In der Tat haben die Anwohner von Adalbertsteinweg, Wilhelmstraße, Trierer Straße, Hansemannplatz, Jülicher Straße usw nichts davon, wenn am Markt, am Elisenbrunnen und in Burtscheid die Höchstwerte nicht überschritten werden, bei ihnen vor der Haustüre aber wohl. Die EU-Grenzwerte werden an den vielbefahrenen Straßenschluchten gerissen. Die Anwohner können nicht einfach alle zum Markt oder nach Burtscheid umziehen.

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Unter dem Sternenzelt

Nicht in der Eifel, sondern im Harz wurde dieses Foto gemacht. An dem Abend war es zunächst neblig, dann in der Nacht klar und kalt.  Um die Milchstraße zu sehen, kann man auch in die Eifel fahren.         Foto: Henning Brinkmann

Die Eifel ist eines der wenigen Gebiete in NRW, wo Menschen am Firmament nachts die Milchstraße erkennen können. Mit bloßem Auge. Bei passendem Wetter ist das ein außergewöhnliches Erlebnis.

Von Lichtverschmutzung, Lichtsmog, Lichtverunreinigung oder Lichtimmission ganz frei ist oft der Himmel über dem Nationalpark. Das ist sensationell und ein Anblick, den Stadtmenschen gar nicht mehr kennen.

„Unter dem Sternenzelt – Eifel bei Nacht – Nachthimmel begreifen, bewundern, und bewahren“, so lautet der Titel eines Projekts, mit dem sich die Region an einem Wettbewerb beteiligt hat. Naturpark Nordeifel e. V., die StädteRegion und der Nationalpark haben sich zusammengetan und gute Aussichten auf Zuschüsse vom NRW-Umweltministerium.

Der Blick in den sternenklaren Nachthimmel, am besten noch unter

Im Haus der StädteRegion Aachen, Zollernstraße, geht es am kommenden Mittwoch um die Möglichkeit, mit bloßem Auge die Milchstraße zu sehen.   Foto: Archiv

fachkundiger Anleitung, das ist eine touristische Attraktion der Extraklasse. 2014 wurde der Nationalpark schon als „Sternenpark“ ausgezeichnet. Am 15. Dezember will man in Düsseldorf bekannt geben, ob die neueste Bewerbung erfolgreich war.

Dann könnte Geld ausgegeben werden, um die Bedeutung eines dunklen Nachthimmels möglichst vielen Menschen klarzumachen: Er ist wichtig für den Artenschutz, für die Biodiversität und die menschliche Gesundheit. Schulen und Kitas könnte man Angebote machen, eine besondere touristische Infrastruktur kann aufgebaut werden. Bis hin zur Fortbildung zum Thema „Vermeidung von Lichtverschmutzung“ wäre dann drei Jahre lang vieles möglich.

Der Eigenanteil der StädteRegion ist vergleichsweise gering: Es müssten drei Jahre lang jeweils 9343,06 Euro aufgebracht werden. Dies ist einer Vorlage des Tourismus- und Kulturausschuss zu entnehmen. Man trifft sich am Mittwoch, 28. November, um 16 Uhr in Aachen im Mediensaal, Zollernstraße 16, zu öffentlichen Beratungen.

Wen es interessiert: Der Geschäftsführer des Naturpark Nordeifel e.V., Dominik Hosters, wird in der Sitzung ausführlich von dem Projekt berichten.

(Hier wird weiter berichtet)

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Bonner Kanzlerbungalow steht plötzlich im Aachener Elisengarten

Oh, du schöne Weihnachtszeit. Teile des Elisengartens sind wieder zugeballert mit einer Wüstchenbude, groß wie ein Bungalow.

Schreck am Abend, als ich dieser Tage am Geldbrunnen vorbei vom Münsterplatz zum Elisenbrunnen gehen wollte: „Oh heiliges Jesuskind, was stellt sich mir denn da in den Weg?“

Der nächste Gedanke: Jemand hat den Bonner Kanzlerbungalow nach Aachen transferiert. Ein Haus mit Flachdach und großer Veranda. Zu welchem Zweck? Gut, der Elisengarten ist seit seiner Neugestaltung nie mehr wirklich schön geworden. Aber dort gleich eine Gebäudegruppe zu positionieren? Wer hat sich das ausgedacht?

Oder soll das jetzt der Amtssitz des Oberbürgermeisters sein? Wird die Familie von Marcel Philipp hier einziehen, und werden die eigentlich auch Miete zahlen? Hallo?

Ohne Witz: Die Hütte vom Ex-Karnevalsprinz ist wieder da. Und man wüßte doch zu gern, was der Hausherr gegen die Stadtverwaltung und den Rat in der Hand hat, dass er das Bauwerk genehmigt bekommt. Nichts? Ach so.

Oder ich frage mal den obersten Öcher Prinzenberater, Alwin Fiebus. Vielleicht weiß der Rat und kann denen helfen, die auch gern mal eine Bude auf dem Weihnachtsmarkt (oder am Rand) aufstellen möchten.

Mal was ganz anderes, das hat jetzt echt nichts mit der Bude zu tun und soll niemand persönlich nehmen, aber Frage: Hat die CDU Aachen in den letzten Wochen eine fette Spende erhalten oder läuft da in den Wochen nach Weihnachten was ein? Darf man da mal die Konten sehen?

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Millionen für ein Parkhaus, das geschlossen gehört

Die untere von vier Ebenen (D) ist nur in der Weihnachtszeit voll: „Parkhaus Rathaus“ in der Innenstadt von Aachen (Foto: 19. November 2018).

Das „Parkhaus Rathaus“ in der Mostardstraße (gegenüber vom Modehaus Sinn) muss neu gebaut werden, und man fragt sich, wer das eigentlich wo entschieden hat. Mit seinen vier unterirdischen Ebenen gehört es (über die Aachener Parkhausgesellschaft APAG) der Stadt Aachen.

Der Neubau wird schwierig, denn genau auf dem Parkhaus stehen Restaurants, Geschäfte, Wohnungen und die Aachener Zentrale einer Krankenkasse. Die sollen bei der Totalsanierung nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Gleichwohl müssen 3000 Tonnen Beton zuerst entfernt und dann neu eingebracht werden. Dazu noch hunderte Tonnen Stahl. – Elektrik, Lüftung und Brandschutz müssen ebenfalls erneuert werden.

Anstatt dieses Parkhaus mit seinen 366 Stellplätzen zu schließen, und so zu verhindern, dass Autos im Schneckentempo quer durch die Innenstadt bis fast vor das Rathaus fahren, werden Millionen investiert. Wieviel genau alles kosten wird, ist vorerst noch nicht herauszubekommen. Besser so. Man würde sonst mit Herzinfarkt zusammenbrechen.

Besonders zur Weihnachtszeit ist dieses Parkhaus (gebaut in den 1960er

Im Dezember: Die Pkw-Schlange (r.) vor dem Parkhaus in der Mostardstraße wird jeden Tag länger. Foto: Archiv

Jahren) in Ermangelung eines guten P&R-Systems wirklich voll. Vor dem Eingang gibt es dann eine lange Schlange. Seit vielen Jahren haben dort, wo jetzt auf Decken und Fahrbahnen der Beton aufplatzt, etwa 200 Personen einen Nachtparkplatz gemietet. Ab Frühjahr 2019 soll das Parkhaus für ein Jahr geschlossen werden.

Gearbeitet wird mit Druckwasser. (Einzelheiten hier nachzulesen.) Verbrauch: 200.000 Liter am Tag. Wie wird sich im Ernstfall die Feuerwehr versorgen? Zwei riesengroße Stromerzeugungsaggregate, die rund 1000 Liter Diesel am Tag verbrauchen, sorgen für die Energie. Eine eigene Kläranlage muss für das Schmutzwasser auch noch gebaut werden. Alles, um die Pkw in die Innenstadt rein zu bekommen, wobei die Richtung längst eine andere sein müsste.

Dass das Parkhaus angefahren wird, dafür garantieren auch die Jahr für Jahr erhöhten Preise für eine Fahrt mit der ASEAG. Teuer, teuer, teuer. Busfahren wird schon ab kommenden Januar teurer, und zwar 2,7 Prozent für alle. Übrigens: Die SPD enthielt sich bei der Entscheidung im Rat der Stimme, wohl wissend, dass die CDU mit der FDP die Entscheidung pro Erhöhung realisieren würde.

Dass die Sozialdemokraten in Aachen bei einem so wichtigen Thema mal die Koalitionsfrage stellen . . . davon träumen wir.

Nicht auszuschließen ist, dass dieser Markt-nahe Bereich mittelfristig ganz für den Pkw-Verkehr gesperrt wird. Dann wäre das Parkhaus vollkommen vergebens saniert worden. Als Radfahrerin fällt mir dazu nur ein Bild ein: Aachen, vorne und hinten platt.

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Piraten: Niedrige Wahlbeteiligung sollte zu denken geben

Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp (r.) gratulierte als einer der Ersten dem neuen StädteRegionsrat Tim Grüttemeier.

Anlässlich der Wahl von Dr. Tim Grüttemeier (CDU) zum neuen Chef der Verwaltung der StädteRegion Aachen und Nachfolger von Helmut Etschenberg  (CDU) schickte die Piratenpartei Aachen folgende Pressemitteilung: 

Die Piratenpartei Aachen gratuliert dem neu gewählten StädteRegionsrat Tim Grüttemeier.

Das Amt des StädteRegionsrats ist ein Amt von hoher Bedeutung und vernetzt alle Kommunen in der StädteRegion. Besorgnis erregend ist für die Piratenpartei

Freute sich sichtlich über seinen Erfolg und die Jubelrufe seiner Parteifreunde: Dr. Tim Grüttemeier (CDU).

die niedrige Wahlbeteiligung bei der Wahl. Gerade mal 27,06 Prozent aller Wahlberechtigten haben anlässlich der Stichwahl den Weg an die Urne gefunden.

Das Mitglied des StädteRegionstags Thomas Buhr meint: „Die niedrige Wahlbeteiligung bestätigt die mangelnde Identifikation und Bekanntheit der StädteRegion und des Amts des StädteRegionsrats“. Dabei sei schon allein finanziell bei einem Haushalt von ca. 700 Millionen Euro die Bedeutung der Position klar.

Der neue StädteRegionsrat steht vor sehr großen Aufgaben. Der digitale Wandel, bezahlbarer Wohnraum, mangelnde Gewerbeflächen, Klimaschutz und ein attraktiver ÖPNV sind die Problemfelder, die Tim Grüttemeier angehen muss. Die Herausforderung wird darin bestehen, die Kommunen untereinander näher zu bringen und die Wähler näher an die StädteRegion.

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Dürer-Ausstellung in Aachen? Für mich nicht!

Ich weiß ja nicht, wer sich diese Dürer-Ausstellung für Aachen und sein Suermondt-Ludwig-Museum gewünscht hat. Ich war es jedenfalls nicht. Die „Betenden Hände“, der Dürer-Hase, „Hieronymus im Gehäuse“ und ähnliches jahrhundertelang abgehangenes Zeug von Albrecht Dürer (1471-1528) sagen mir nichts.

Gleichwohl plant der Chef des Suermondt-Ludwig-Museums, der geniale Peter van den Brink, eine Ausstellung zu Dürer mit allerlei Skizzen und Zeichnungen, die am 7. Oktober 2020 eröffnet werden soll. Ob die vorausgesagten über 100.000 Besucherinnen und Besucher tatsächlich kommen werden, wage ich sehr zu bezweifeln. Deren Eintrittsgeld soll aber 1,31 Millionen Euro erbringen. Mal sehen.

Das superteure Projekt hat leider bisher keinen, dem ich davon erzählte, vom Hocker gerissen. Zusätzlich ist jetzt noch aufgefallen, dass die Dürer-Schau nicht stattfinden kann, bevor nicht die komplette Klimatechnik des Museums erneuert wird. Kosten: 2,4 Millionen Euro. (Ich wette, dass es deutlich teurer wird.) Die Anlage sei „abgängig“, so steht es in einem Text der Verwaltung, das heißt, sie ist total im Arsch.

Außer der Klimatechnik müssen noch weitere bauliche Maßnahmen stattfinden. Alles bis Oktober 2020. „Das ist sportlich“, würde ein piratiger Kollege sagen. „Das geht schief“, sage ich und behaupte: Dass die kaputte Klimaanlage für eine derartige Ausstellung nicht reicht, das Problem hätte man doch wohl schon früher bearbeiten müssen, oder?
Wie auch immer: Wegen der Bauarbeiten muss das Suermondt-Ludwig-Museum (SLM) ab März für 13 Monate am Stück geschlossen werden.

Überaus erfolgreich: Andreas Beitin mit dem LuFo und der Ausstellung  „Flashes of the Future“. Im Bild: der Katalog zur Schau.

Bei der Dürer-Schau freue ich mich auf die drei geplanten flankierenden Zusatzausstellungen (Kosten alles zusammen übrigens: 4,64 Millionen Euro), z. B. die im Ludwig Forum (Jülicher Straße) zum Thema „Künstlerreisen“. Sie soll die Ausstellung im SLM (Wilhelmstraße) eigentlich nur ergänzen. Mal sehen.

Das LuFo ist unter seinem Leiter Dr. Andreas Beitin übrigens gerade erst ausgezeichnet worden als „Museum des Jahres 2018“ (von der deutschen Sektion des internationalen Kunstkritikerverbandes, AICA). Außerdem wurde die LuFo-Ausstellung „Flashes of the Future – Die Kunst der 68er oder die Macht der Ohnmächtigen“, die von April bis August in Aachen zu sehen war, zur „Ausstellung des Jahres“ gewählt. Ebenfalls von der AICA.

Zurück zu Dürer: In Düsseldorf gab es vor 10 Jahren eine Ausstellung, die zeigte Jörg Immendorff, Sigmar Polke, Thomas Struth, Ewald Mataré und andere Künstler im Dialog mit Grafiken des berühmtesten aller deutschen Künstler. Alles interessant, aber auch erfrischend respektlos. Zu den bekannten Arbeiten gehörte damals die legendäre Beuys-Aktion „Dürer, ich führe persönlich Baader ++ Meinhof durch die Dokumenta V“. Dieses Teil war jüngst im Ludwig Forum zu sehen, in der 60er-Jahre-Präsentation, die zur „Ausstellung des Jahres“ gewählt worden ist.

Respektlosigkeit gegenüber dem berühmtesten deutschen Künstler war in den 60er Jahren angesagt. Man wollte nicht mehr in Ehrfurcht erstarren. Vor niemand. (Bild: eine Arbeit von Aktionskünstler Joseph Beuys).

Dürers Reise in die Niederlande: hier nachlesen auf der Seite des SLM

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Dramatisch: Wenn deine Straße erneuert wird

Gegen den Ausbau von Straßen in Aachen (hier: Templergraben) kann niemand etwas haben. Wohl aber dagegen, dass die Anwohner in NRW im Gegensatz zu denen in Bayern und Baden-Württemberg zur Kasse geben werden.

Davor haben viele Menschen Angst: Dass die Bagger kommen, und dass plötzlich die Straße vor der Wohnung erneuert wird. Denn ohne Rücksicht auf die jeweilige finanzielle Lage werden die Menschen zur Kasse gebeten.

Summen in vier- und fünfstelliger Höhe sind keine Seltenheit. Die Straße muss nämlich anteilig von den Hauseigentümern bezahlt werden. Und die Eigentümer legen die Kosten auch prompt auf die Mieter um und erhöhen die Miete.

„Straßenbaubeiträge“ oder Straßenausbaubeiträge (so die Fachtermini) sind zu entrichten. Zusätzlich zur Grundsteuer B wohlgemerkt, die jeder Hauseigentümer bezahlt. Mehrmals im Jahr stehen Straßenbaubeiträge auch in einem Aachener Ausschuss auf der Tagesordnung. Und unverdrossen entscheidet die versammelte Ratsherren und -frauenschaft, dass die Hauseigentümer, die Wohnungseigentümer und letztlich auch die Mieter zur Kasse gebeten werden. Älteren Grundstückseigentümern werden nicht selten von den Banken Kredite verweigert.

„Die hätten sich ja was ansparen können!“, heißt es frech bei Protesten der Bürgerinnen und Bürger. In Bremen, Hamburg und zuletzt in Bayern wurden die Straßenbaubeiträge wieder abgeschafft. Baden-Württemberg hat die Beiträge nie erhoben. Aber NRW und Aachen, die wollen Geld sehen. Na toll.

An diese Abzocke denke ich, wenn ich lese, dass jedes fünfte Kind bei uns arm ist oder von Armut bedroht. Oder ich lese: „Fast jeder zehnte Aachener ist überschuldet“. Zu Erklärung: Überschuldung bedeutet, dass ein Zustand exzessiver Schulden vorliegt, den der Schuldner nach menschlichem Ermessen nicht mehr aus vorhandenen Einnahmen oder Vermögen beseitigen kann.    Da kommt eine Mieterhöhung bestimmt gut an. (Ironie aus)

Dass in solchen Zeiten Politiker die Straßenbaubeiträge auch nur senken, davon kann man in NRW nur träumen. Fuck.

Paragraph 8 KAG (§ 8 KAG) hier zum Nachlesen

***

https://www.aachener-zeitung.de/lokales/aachen/hasbach-anwohner-fuerchten-hohe-kosten_aid-32440479

https://www.aachener-nachrichten.de/lokales/aachen/aerger-um-baustellenverkehr-am-alten-tivoli-in-aachen_aid-34445531

https://www.aachener-nachrichten.de/lokales/nordkreis/urteil-zum-muehlenweg-anwohner-muessen-zahlen_aid-24381313

https://www.aachener-nachrichten.de/lokales/aachen/anwohner-fuerchten-kosten-der-strassenerneuerung_aid-31724503

https://www.aachener-nachrichten.de/lokales/aachen/schoene-strasse-beim-buergerforum-unerwuenscht_aid-30797745

und so ohne Ende immer weiter . . .

Kurfürstenstraße im Frankenberger Viertel in Aachen: Hoffentlich haben alle Mieter und Eigentümer genug Geld beiseite gelegt. Das werden sie abdrücken müssen, sollte die Straße mal saniert werden. Klarer Fall von: not fair.

 

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Welche Aufgaben haben die Museen in der digitalen Moderne?

Der WDR lädt zum Gespräch über moderne Kunst ins Aachener Ludwig Forum ein.        Foto: Archiv (März 2014)

Der WDR 5 lädt ins Ludwig Forum ein. Dort wird Ende des Monats vor und mit Publikum philosophiert.

Der WDR hat mit der Sendung „Das philosophische Radio“ ein einzigartiges Forum für die öffentliche philosophische Diskussion geschaffen.

Gar nicht unüblich in den 1950er und 1960er Jahren: Frauen waren allein als Sexobjekte und in dienender Funktion akzeptiert. Hier krass vor Augen geführt. (Allen Jones, Table, Hatstand, Chair, 1969, im LuFo als Leihgabe der Peter und Irene Ludwig Stiftung)

 

Immer am Freitagabend (20.05 bis 21 Uhr) sprechen ein Philosoph, eine Philosophin, ein Buchautor oder eine Autorin über ein wichtiges Thema oder eine These.

Moderator der Sendung ist Jürgen Wiebicke. Am Dienstag, 27. November, findet die Aufzeichnung einer Sendung im Ludwig Forum Aachen, Jülicher Straße, mit Publikum statt. Das Thema der Sendung ist „Moderne Kunst im Museum“, zu Gast ist der Kunstkritiker Hanno Rauterberg.

Beginn ist um 20 Uhr, Einlass ab 19.30 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Ein hoffentlich nicht zu langes Grußwort spricht Susanne Schwier, Beigeordnete der Stadt Aachen für Bildung und Kultur, Schule, Jugend und Sport.

Zum Hintergrund teilt der Chef des Forums, Dr. Andreas Beitin, mit:

Das Museum ist zentraler Ort der modernen Kunst: Wer hier ausgestellt wird, der hat es geschafft. Und was hier gezeigt wird, ist jedermann zugänglich, in bester demokratischer Manier. Doch moderne Kunst braucht Vermittlung, und  Museen brauchen Events, um sich bemerkbar zu machen. Und sie müssen schnell und klug auf das reagieren, was in den sozialen Medien und in der analogen Gesellschaft diskutiert wird, wie zum Beispiel jüngst die Darstellung von Sexualität in der Kunst.

Solche Diskussionen zielen ins Mark, ins Selbstverständnis, denn hier geht es um die Freiheit der Kunst. Welche Bedeutung, welche Aufgaben haben die Museen in der digitalen Moderne? Und was erwarten Sie von moderner Kunst?

Hanno Rauterberg und Jürgen Wiebicke laden ein zu einem Austausch über die Vermittlung und Bedeutung moderner Kunst. Dauer der Veranstaltung: bis etwa 21.15 Uhr. Die Sendung wird aufgezeichnet, der voraussichtliche Sendetermin ist am Freitag, 30.November 2018, um 20.05 Uhr.

www.ludwigforum.de
www.facebook.com/LudwigForum

 

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Werde Nachbarschaftslotse, qualifizier dich

In der Nadelfabrik am Reichsweg in Aachen kann man sich zum Nachbarschaftslotsen ausbilden lassen.    Foto: Archiv

Das Kommunale Integrationszentrum (KI) der Stadt Aachen lädt Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler ein zur Arbeit mit Neuzugewanderten. Am Donnerstag, 29. November, von 9 bis 16 Uhr kann man sich im Seminarraum 1 der Nadelfabrik (Reichsweg 30) kostenlos zum Nachbarschaftslotsen qualifizieren lassen. Referent des Workshops ist, wie die Stadtverwaltung mitteilt,  Markus Reissen, interkultureller Trainer und Mediator.

Durch Globalisierung und Migration treffen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen in vielen alltäglichen Situationen aufeinander. Unterschiedliche Sichtweisen, Kommunikations- und Handlungsgewohnheiten können dabei bereichernd sein, aber auch krasse Missverständnisse im nachbarschaftlichen Miteinander hervorrufen.

Das Presseamt teilt zum Workshop mit: „Um bereichernde Kommunikation in der Nachbarschaft zu erleben, Missverständnisse zu klären und Perspektivwechsel anzuregen, können verschiedene Methoden eingesetzt werden.“ Die Teilnehmer des Workshops werden durch fachlichen Input, Austauschmöglichkeiten und Übungen auf diese Methoden und die Tätigkeit als Nachbarschaftslotsen vorbereitet.

Bei der ehrenamtlichen Tätigkeit seien anschließend regelmäßige Austauschtreffen geplant. Bei Interesse an diesem Workshop ist ab sofort per Mail eine Anmeldung unter annika.wilden at mail.aachen.de möglich.

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