Happy Halloween

Echt hässlich: die Gespenster, Zombies und Untoten beim Halloween-Walk in Aachen.

Schaut auch hier. Viel schönere Fotos hat nämlich Thomas Langens gemacht. Und ja, der Zombie-Walk von vor zwei Jahren war viel größer und hat mir besser gefallen. Trotz der Querelen, die es damals gab, von denen ich aber erst im Nachhinein erfahren habe.

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Piraten: Betrügereien sind nur die Spitze des Eisbergs

Im Rathaus von Aachen sollte man sich dazu durchringen, als Stadt Mitglied der Organisation Transparency International zu werden. Um dort Mitglied zu werden, müssen Aktionen gegen Korruption erfolgen. Foto: Archiv

Nicht jeder hat es mitbekommen, aber im Stadttheater hat ein Mitarbeiter heimlich teurer Mikrofone geklaut und verkauft, angeblich um seine Drogensucht zu finanzieren. Das und noch mehr wurde jetzt aufgedeckt. Der Mitarbeiter hat offenbar zugegeben, dass er nicht nur Teile abmontiert und verkauft, sondern auch billige/minderwertige Technik eingekauft hat, damit die Sache nicht rauskommt.

Des Weiteren ist kürzlich aufgefallen, dass Mitarbeiter vom städtischen Recyclinghof (und zwar angeblich alle 9) mit Elektroschrott gedealt haben, den wir Aachener dort abgeliefert haben. Die Leute haben zugegeben, den Elektroschrott gesammelt und über einen Mittelsmann privat weiterverkauft zu haben. Die komplette Belegschaft wurde gefeuert.

Erinnert werden muss auch an den Fall, wo doch tatsächlich ein Mitglied des städtischen Personalrates mehrfach Überweisungen von städtischen Konten auf sein Privatkonto getätigt hat.

Für solche Sachen kann man hinter Gitter landen. Und man muss eigentlich als Arbeitgeber diese Doofköppe, die ihr eigenes Wohl und das ihrer Familien riskieren, vor sich selber schützen. Das geht nur mit wirkungsvollen Kontrollen. Entsprechend kritisieren die Piraten in Aachen die Zustände bei der Stadtverwaltung in Sachen Korruptionsbekämpfung. Sie schreiben in einer Stellungnahme:

„Schon zu Beginn der aktuellen Ratsperiode gab es interfraktionelle Gespräche zum Antrag der Piraten Aachen, eine Transparenzsatzung einzuführen und als Stadt Mitglied bei Transparency International zu werden.
Jetzt, 2,5 Jahre später, ist noch immer nichts zur Satzung und Mitgliedschaft passiert – obwohl die Stadt Köln bei beidem mit gutem Beispiel voran gegangen ist und damit als Vorbild und Vorlage dienen kann.“

Die Piraten äußern in ihrer Stellungnahme die Ansicht, dass es sich bei den aufgedeckten Fällen nur um die Spitze des Eisbergs handelt.

Die aktuellen Fälle zeigen jedenfalls, wie wichtig eine dauernde Bekämpfung von Korruption ist. Bei 5000 Mitarbeitern muss man nämlich realistischerweise davon ausgehen, dass auch einige „schwarze Schafe“ dabei sind. Alles andere ist weltfremd.

Piraten-Ratsherr Marc Teuku meint: „Wie man aktuell sieht, hat die Stadt Aachen im Bereich Korruptionsbekämpfung nicht ihre Hausaufgaben gemacht. Die aktuellen Fälle sowohl vom Recyclinghof als auch der Fall vom Stadttheater zeigen, dass bei der Verwaltung akuter Handlungsbedarf besteht.“

Links für mehr Infos:
Marc Topp – Verdi-Topmann Topp ist ins Kreuzfeuer geraten
http://www.aachener-nachrichten.de/lokales/aachen/verdi-topmann-topp-ist-ins-kreuzfeuer-geraten-1.1303945

Skandal auf Aachener Recyclinghof: Belegschaft gefeuert
https://www.aachener-zeitung.de/lokales/aachen/skandal-auf-aachener-recyclinghof-belegschaft-gefeuert-1.1744436

Theater Aachen: Mitarbeiter soll teure Mikrofone geklaut haben
http://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/mitarbeiter-dieb-theater-aachen-100.html

Stadt Aachen soll Transparency International beitreten
https://www.aachener-nachrichten.de/lokales/aachen/stadt-aachen-soll-transparency-international-beitreten-1.1724105

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Radschutzstreifen werden markiert, Dienstfahrten nur noch elektrisch

Die Stadt Aachen geht mit gutem Beispiel voran, um die Luftqualität zu verbessern. Sie wird künftig ihre MitarbeiterInnen elektrisch auf den Weg zu Dienstterminen schicken.

Um diese neue Mobiltät zu ermöglichen, wurden 15 neue eSmarts beschafft, die am Klosterplatz, an der Lagerhausstraße und an der Mozartstraße den Beschäftigten zur Verfügung stehen. Für Dienstfahrten soll die bisherige Praxis, Privatfahrzeuge einzusetzen, künftig nur noch in Ausnahmefällen Verwendung finden. Das Projekt befindet sich gerade in der Startphase.

Am kommenden Dienstag werdet ihr Einzelheiten zu diesem wegweisenden  Unterfangen in euren lokalen Tageszeitungen lesen.  Schaut mal rein.

*

Und eine weitere Info in Sachen „saubere Luft in Aachen“ gilt es zu vermelden: Am für Radfahrer brandgefährlichen Krugenofen werden ab

Angesichts mehrerer tödlich ausgegangener Unfälle ist es durchaus angebracht, in Aachen mehr für die Sicherheit der Radfahrer zu tun.

kommender Woche Radschutzstreifen markiert. Diese Maßnahme begünstigt einmal den Radverkehr und benachteiligt die Autofahrer. Das kommt selten genug vor. Durch derartige Eingriffe wird die Entscheidung, vom Auto aufs Rad umzusteigen, erleichtert.

Am Krugenofen in Burscheid darf Tempo 30 (war als Alternative zu den Schutzstreifen im Gespräch) nicht ausgeschildert werden – auch nicht zeitlich befristet. Diese Möglichkeit hat die Bezirksregierung in Köln nicht erlaubt. Die Stadtverwaltung trifft nun alle Vorbereitungen, um schnellstmöglich Radschutzstreifen zu markieren. An der Straße werden 32 Parkplätze dauerhaft wegfallen.

Am Krugenofen sollen die Markierungsarbeiten ab Montag, 6. November, beginnen. 72 Stunden vor Beginn wird an den entsprechenden Parkplätzen ein absolutes Haltverbot eingerichtet. Die Stadt bittet die Bürgerinnen und Bürger darum, ihre Fahrzeuge rechtzeitig weg zu fahren.

Die Arbeiten werden rund 14 Tage dauern, sind aber auch witterungsabhängig. Der Krugenofen wird während der gesamten Zeit in beiden Richtungen befahrbar bleiben.

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Alle wollen solche Bilder sehen

Das ist ein „Dom-im-Licht-Pressefoto“, das der Initiator der Licht-Schau, Kurt Savelsberg, für die Medien freigegeben hat. Es entstand bei der ersten Veranstaltung dieser Art und zeigt neben dem Dom insbesondere den rappelvollen Katschhof.

Anstehen für ein Bändchen, das am kommenden Freitag den Zutritt zum Katschhof erlaubt: Menschen in der Aretzstraße vor dem Depot.

Zwei Bändchen pro Person  – dafür standen am vergangenen Samstag hunderte Menschen teils in eisiger Kälte an. Hunderte von ihnen werden unverrichteter  Dinge und enttäuscht nach Hause gegangen sein, so groß war der Andrang.

„DOM im LICHT“ wollen die Leute sehen, doch aus Sicherheitsgründen dürfen bei dem Ereignis nur 4000 Menschen auf den Katschhof. Wer „DOM im LICHT“ (Freitag, 3. November, ab 20.30 Uhr/Einlass ist ab 19 Uhr) nicht kennt: Es ist eine Bilder-Schau mit Licht und Live-Musik, bei der der Aachener Dom die Leinwand abgibt. Es sind offensichtlich genau die Bilder (mit Musik), die das Volk sehen will, liebe Museumsdirektoren.

Die Bändchen, die allein den Zutritt zum Katschhof an jenem 3. November gestatten, gab es Samstag nur an drei Stellen ab 10 Uhr: im Centre Charlemagne (Katschhof), im Depot (Talstraße 1) und im Klenkes Ticket Shop (Kapuziner Karree). Schon um 9 Uhr hatten sich Schlangen gebildet, wie man sie sonst in Aachen selten sieht. Sicherlich werden einige Leute ihre Bändchen bei eBay meistbietend versteigern und gut kassieren. Andere werden am Abend selbst ihre Bändchen gegen Geld anbieten, wage ich mal vorauszusehen.

Die Sache mit den Bändchen wurde eingeführt, weil bei der ersten Präsentation dieser Art etwa 3000 Personen mehr auf den Platz zwischen Dom und Rathaus strömten, als sicherheitstechnisch verantwortet werden kann. Zum Glück ist damals nichts Schlimmes passiert, obwohl das Gedränge groß gewesen sein muss. Aber es war klar, dass die kostenlose Veranstaltung künftig nur in geordneten Bahnen stattfinden kann.

Die musikalischen Highlights am kommenden Freitag setzen die Künstler Heribert Leuchter (Saxophon), Dr. Lutz Felbick (Orgel), der Chor Carmina Mundi sowie der bekannte Aachener Solist Jupp Ebert. Das Bistum freut sich über das große Interesse am Dom.

Beim ersten Mal ging es noch ohne Bändchen rein, das wird jetzt nicht mehr möglich sein.

Warum die Veranstaltung nur einmal und nicht z. B. an drei Abenden hintereinander stattfinden kann, konnte ich bis jetzt nicht in Erfahrung bringen. Gesponsert wird alles von der STAWAG, der Sparkasse Aachen, der APAG und der ASEAG.

Hier gibt es mehr Infos:

http://www.dom-im-licht.de

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Denis Scheck in der Stadtbibliothek

Liebe Leserinnen und Leser, ich lese wirklich nicht wenig Zeug und verlasse mich – ich muss es gestehen – bei Büchern völlig auf das Urteil von diesem Denis Scheck. Der kommt jetzt nach Aachen.

 Seine Art mag manchen nerven, aber wenn er ein Buch empfiehlt, dann ist das Lesen echt keine verlorene Lebenszeit. Im Gegenteil. Man sitzt da und kann einfach nicht mit dem Lesen aufhören. Besonders gut: Die Bücher, die dieser Mensch zu lesen rät, gibt es bis auf wenige Ausnahmen in der Stadtbibliothek in der Couvenstraße in Aachen. Sie sind also billigst zu haben.

Das Schöne am Bücherlesen ist, dass man komplett aussteigt aus dem eigenen Leben und in ein anderes einsteigt, immer in eins, das gerade eine turbulente und interessante Phase durchläuft. Sodann erweitert das Lesen den Wortschatz ungemein, und bei Leuten mit ohnehin schon großem Wortschatz hält es diesen schön präsent. Das Lesen aktueller Autoren lässt einen nicht zuletzt verstehen, in was für einer Welt wir heute leben.

Die Pressestelle der Stadtverwaltung teilt mit: „Bereits zum elften Mal tritt der Literaturkritiker Denis Scheck jetzt in der Stadtbibliothek auf. Am Donnerstag, 9. November, wird er im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche „Netzwerk Bibliothek“ um 19.45 Uhr in der Couvenstraße 15 die Neuerscheinungen des Bücherherbstes vorstellen. Denis Scheck erzählt dabei haarscharf, was das Publikum nicht versäumen sollte zu lesen, aber auch was reine Zeitverschwendung ist. Denis Scheck zeichnet sich durch fundierte Literaturkritik und einen hohen Unterhaltungswert aus.“

Wer noch ein TV-Gerät hat und dieses gelegentlich einschaltet (soll es geben), kennt den gebürtigen Stuttgarter aus der ARD-Sendung „Druckfrisch“, dem Kulturmagazin „Kunscht!“ sowie der Literatursendung „lesenswert“ des Südwestrundfunks.

Einlass zu dieser Veranstaltung in der Stadtbibliothek ist ab 19 Uhr, der Eintritt ist frei.

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Leuchtende Farben

Potzblitz, das sieht aber gut aus! Man kann hier nicht vorbeigehen, ohne die Farbexplosion (zwischen Geldbrunnen und Elisenbrunnen) zu bemerken. Auch im Herbst geben sich die zuständigen Mitarbeiter bei der Stadtverwaltung  jede Menge Mühe, dem Auge etwas zu bieten. Und in der Realität leuchten die Farben noch deutlich mehr als auf den Fotos. Will man diesen Standard beibehalten, dann ist es kein Wunder, dass die Stadtkämmerin den Etat für die Pflege des städtischen Grüns im Haushalt von 2018 erhöhen musste.

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In Kornelimünster: Die Kunst unserer Zeit

Eine Doppelausstellung wurde am Samstag in Kornelimünster eröffnet. Ein Art-Bus brachte später etliche Kunstfreunde zu einer weiteren Vernissage ins LuFo und zum Neuen Aachener Kunstverein.

Weiter geht es mit der Kunstbetrachtung. Das „Kunsthaus NRW Kornelimünster“ (in der alten Abtei) hatte zu zwei Ausstellungen geladen, wir waren am Samstag (21. 10.) bei der Eröffnung dabei.

Vorab muss man wissen, dass das Land NRW – um Künstler zu fördern – Kunst kauft, insbesondere kauft es Werke junger Künstler und hängt die Klamotten z. B. in den Büros von Ministerien und Landesbehörden auf. Das ist eine prima Sache. Das Land betätigt sich als Sammler, was nach dem 2. Weltkrieg anfing, als man den zuvor krass verfolgten Kunstschaffenden ein wenig auf die Beine helfen wollte, sofern sie überlebt hatten. Viele begingen Selbstmord.

In unseren Tagen produziert fast jeder (auf seinem Smartphone) Bilder in einem unendlich scheinenden Strom, diese Fülle gab es zuvor noch nie. Den Künstlern und Künstlerinnen kommt – als kritischen Bildproduzenten – eine besondere Bedeutung zu. Man könnte von ihnen u. a. Hilfe bei der Deutung, beim Umgang  oder bei der Verarbeitung der Bilder-Fluten erwarten. Insbesondere, wenn „Medienkunst“ angekündigt wird.

Samstag in Kornelimüster wurden bei der sehr gut besuchten Vernissage unsere Erwartungen eher nicht erfüllt, gleichwohl war es ein Genuss, die alten, barocken Klosterräume zu sehen und darin die moderne Kunst. Ein echtes Erlebnis – eine umwerfend schöne Kombi, insbesondere für jemand, der die Abtei seit 20 Jahren nicht besucht hat.

Die beiden Präsentationen sind räumlich quasi eng verzahnt, gehen irgendwie ineinander über. Die Ausstellung „Sammlung mit losen Enden 03: 21. Jahrhundert“ ist im Kunsthaus Kornelimünster zu sehen bis zum 25. März. Die Schau „reflecting – Zweitbasierte Kunst aus NRW“ ist bis zum 28. Januar zu sehen.

„reflecting“ präsentiert – laut Flyer – im Kunsthaus die Vielfalt der Medienkunst aus NRW. Weiter heißt es: „Die Ausstellung, kuratiert von Elke Kania und Dr. Marcel Schumacher, vereint Video-Skulptur, Film, ortsspezifische Videoinstallation und analoge Doppel-Diaprojektion. . . . Die zeitbasierten Kunstwerke reflektieren seismografisch Eigenschaften der gegenwärtigen digitalen wie realen Welt und jene Räume, in denen wir uns bewegen.“

Die Namen der Künstlerinnen und Künstler findet ihr im Netz. Ebenso die Öffnungszeiten. Unten noch ein paar Fotos aus dem Kunsthaus, das mal nacheinander ein Kloster, eine Weberei, ein Landhaus für Fabrikantenfamilien, ein Haus für ein Lehrerseminar und ein Bundesarchiv war:

An den Decken: Stuckaturen und Malereien von Lütticher Künstlern (18. Jahrhundert).

Das Treppenhaus mit einer Lichtinstallation von Martin Pfeifle (2011).

Im Außenbereich des Kunsthauses ist natürlich auch allerhand zu sehen.

Infos zum Kunsthaus in Kornelimünster:

Leiter des Kunsthauses: Dr. Marcel Schumacher
Eintritt: frei
Infos zu Führungen unter: kunsthaus.nrw.de
Barrierefrei: das Obergeschoss ist nur über Treppen zu erreichen
Gruppenführungen: nach Voranmeldung möglich (mit unterschiedlichen Schwerpunkten), die kosten aber 40 Euro.

Zum Vormerken: Am Mittwoch, 8. 11., wird im Ludwig Forum in Aachen, Jülicher Straße, um 19 Uhr eine Ausstellung mit dem Titel „Digital Games“ eröffnet.  

 

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Großes Interesse an Bildern, die bleiben

Gestern: Eröffnung der Ausstellung „Blicke, die bleiben“ im Suermondt-Ludwig-Museum. Kuratorin Sylvia Böhmer hat aus über 1000 Fotos der Sammlung Fricke eine sehenswerte Schau zusammengestellt.

„Blicke, die bleiben“ so lautet der Titel einer Fotoausstellung im Suermondt-Ludwig-Museum in Aachen. Zu sehen sind rund 100 eindrucksvolle Schwarzweiß-Fotografien aus der Zeit von 1898 bis 2017. Es handelt sich um fotografische Porträts der Sammlung Fricke, über die das Museum als Dauerleihgabe verfügt.

Gestern wurde die Ausstellung eröffnet, vor lauter Menschen konnte man fast die Kunst an den Wänden nicht sehen. Zu dieser Ausstellung (bis 14. 01.) komme einmal „ein ganz anderes Publikum“ ins Museum, stellte die Kommunalpolitikerin und Ausschussvorsitzende Dr. Margrethe Schmeer (CDU) in ihrer Ansprache fest. Da hatte sie Recht.

Vier Jahre mussten die Kunstfreunde warten, bis Museums-Kuratorin Sylvia Böhmer wieder mal eine Schau mit Fotos aus dieser Sammlung präsentieren durfte. Jetzt ist es soweit. Wer gern und viel fotografiert, kann hier Erkenntnisse gewinnen: Wie große Meister der Branche ihre zumeist prominenten „Objekte“ ins Bild gesetzt haben, wie sie mit den Porträts klare Aussagen über Charakter und Wesen der Abgebildeten zu machen versuchten. „Wie bin ich?“ Der Fotokünstler gibt dem Abgebildeten seine ganz eigene Antwort. Jedes dieser Porträtfotos ist ein Statement: „So bist du.“

Den Arbeiten Lotte Jacobis widmet die Ausstellung ein vergleichsweise umfangreiches Kapitel. Ihre Aufnahme von Albert Einstein in der Lederjacke (1938) mit zerzausten Haaren wollte das Magazin LIFE damals nicht veröffentlichen. Begründung: So salopp und unkonventionell dürfe man den berühmten Nobelpreisträger nicht darstellen. . .  Heute zählt gerade dieses Foto zu den bekanntesten Bildern von Einstein.

Überhaupt heute: Wo fast jeder und jede ständig mit dem Smartphone knipst und Bilder um die Welt schickt, da ist es mehr wie angebracht, sich mit der Fotografie als Medium kritisch zu befassen. Das könnte eine passende Aufgabe für ein Museum sein, uns darüber aufzuklären, was dieser vor unseren Augen schnell dahinfließende, unendliche Strom von Bildern mit uns und der sogenannten Realität macht.

Überhaupt Porträts: Ein Vergleich der Fotos dieser Aachener Ausstellung z. B. mit den Porträts der Renaissance-Maler scheint mir interessant zu sein.
Wie viele Parallelen es doch gibt! Auch dort lacht z. B. kaum jemand, alle schauen ernst und offen, so, als wollten sie „bedeutend“ erscheinen. Es ist zudem ersichtlich, dass sich die Künstler (Fotografen wie Maler) viel Mühe gemacht und Zeit genommen haben, um das Porträt zu erstellen. Die Bilder wirken inszeniert.

Erstaunlich, wie einen die Ausstellung im Suermondt-Ludwig-Museum inspirieren kann, wenn man sich darauf einlässt und sich für die Darstellung von Menschen interessiert. Auch Fragen nach Individualität versus gesellschaftlicher Repräsentation stellen sich.

Hier sei noch auf einen Vortrag hingewiesen: Professorin Dr. Sigrid Weigel aus Berlin spricht am Mittwoch, 6. Dezember, ab 19.30 Uhr über das Thema „Fremd und doch vertraut. Das Gesicht im Wandel der Zeiten und Medien“.

Es gibt unter anderem auch Sonderführungen unter dem Motto „Der persönliche Blick“ mit Dr. Christiane und Karsten Fricke (Mi., 08. 11., 18 Uhr), mit Fotografin Bettina Flitner (Di., 21. 11., 18 Uhr) und mit Wilhelm Schürmann, Professor für Fotografie und Sammler von Kunst der Gegenwart (Mi., 13. 12., 18 Uhr).

Infos dazu gibt es unter  http://www.suermondt-ludwig-museum.de

Aus diesem lesenswerten Text aus der örtlichen Tageszeitung hat Museumschef  Van den Brink bei seiner Begrüßungsansprache mehrfach zitiert: https://www.aachener-zeitung.de/news/kultur/suermondt-ludwig-museum-praesentiert-portraets-aus-der-fricke-sammlung-1.1742071

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Fast eine Milliarde ist nötig, um das städtische Leben in Gang zu halten

Draußen genießen Leute die letzten Sonnenstrahlen, sitzen auf dem Markplatz. Drinnen befasst man sich mit Zahlen, Grafiken und Tabellen, um den Hauhalt zu verstehen.

Der Haushalt der Stadt umfasst im Jahr 2018 die nette Summe von 997 Millionen Euro.

997 Millionen Euro will/muss die Aachener Stadtverwaltung ausgeben, um das städtische Leben in Gang zu halten. Das Defizit beträgt knapp 33,7 Millionen Euro. Das heißt: 33,7 Millionen Euro gibt die Stadt mehr aus, als sie in der Kasse hat. Da muss Geld geliehen werden.

Wo geht das ganze Geld hin? Was wird davon bezahlt?

Es wird – von den oben erwähnten 997 Millionen Euro – das Wohngeld bezahlt, das Kindergeld  und das Arbeitslosengeld II. Dazu ist die Stadt verpflichtet,

Im Aachener Rathaus hat jetzt Kämmerin Annekathrin Grehling den Haushalt vorgestellt. Der wird durch die Kommunalpolitiker noch ein wenig moduliert, bleibt aber im Wesentlichen so, wie unter www.aachen.de nachzulesen ist.

da führt kein Weg dran vorbei. Und da ist schon mal eine Menge weg. Einen dicken Batzen bekommt auch die StädteRegion (für die Leistungen, die sie für die Stadt übernimmt).

Aber von den Millionen wird auch – als freiwillige Leistung – das Stadttheater finanziert (20 Millionen im Jahr), auf das die Kämmerin Annekathrin Grehling ab sofort ein gestrenges Auge werfen wird, denn das Theater kostet fast jedes Jahr mehr. Das könne nicht so weitergehen, deutete sie im Rathaus bei der Vorstellung des Haushalts zumindest an. Höhere Ticketpreise, billigere Produktionen, mehr Boulevard, weniger Freikarten sind seit Kurzem im Gespräch.

Einen dicken Batzen kosten auch die MitarbeiterInnen der Stadtverwaltung (195 Millionen Euro). Fast 5000 sind es, und es sollen noch mehr werden. Die Feuerwehr muss nämlich Personal einstellen. Erzieherinnen müssen ebenfalls eingestellt werden, weil den Eltern ein Betreuungsplatz für ihr Kind garantiert ist. Und Personal für die Offene Ganztagsschule.

Bei den ganzen Ausgaben freut sich die Kämmerin über prima Einnahmen in 2018. Da kommt Geld aus Düsseldorf und da sind die Gewerbesteuer (187 Millionen Euro, geschätzt) und die Steuern, die Wohnungs- und Hausbesitzer zahlen und die Besitzer von Boden.

Die gute Nachricht: Diese Steuern und die Gebühren der Stadt werden 2018 nicht erhöht, sie bleiben auf dem Niveau von 2017, so wurde versprochen.

Investiert wird in Neu- und Umbauten sowie Sanierung von vier Schulen (Bildchen, Eilendorf, Kornelimünster, Laurensberg). Der Umbau des Neuen Kurhauses in der Monheimsallee wird jetzt für 25,5 Millionen Euro (vormals prognostiziert: 21 Millionen) zu haben sein, so wird angenommen.

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Die Stadtverwaltung teilt mit: Die Haushaltsrede der Kämmerin sowie den zur Beratung vorgelegten Haushaltsplanentwurf 2018 gibt es ab Donnerstag, 19. Oktober, auch auf der Homepage der Stadt Aachen unter www.aachen.de. Außerdem bietet die Stadt hier zeitnah die Möglichkeit, die zugrundeliegenden Zahlen benutzerfreundlich mit dem Interaktiven Haushalt zu durchforsten.

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Politik in dieser Woche: Popcorn und Kampf gegen Windmühlen

Heute (17. 10.) um 17 Uhr beginnt im „Depot“ in der Talstraße eine Sitzung, die vermutlich ein bisschen länger dauern wird. Hier die Tagesordnung.

Es diskutieren und beschließen nämlich zwei Ausschüsse ausnahmsweise mal gemeinsam, weil beide mit den gleichen Themen befasst sind. Und zwar   Schulausschuss und Kinder- und Jugendausschuss.

Falls der Tagesordnungspunkt Ö 18 wegen allgemeiner Brisanz nicht sofort von der Tagesordnung runtergeschubst wird: Es geht um den Ausbau der Grundschule in der Michaelsbergstraße. Eine sehr spezielle Angelegenheit, über die sich Politiker aller Parteien, Elternvertreter, Lehrer und Vertreter der Verwaltung wie irre in die Haare bekommen haben.

Für Außenstehende ist der hoher Popcornfaktor interessant, ansonsten ist alles nur mäßig wichtig. Man ist sich im Wesentlichen uneinig darüber, ob zum Ausbau der Schule, also quasi zum Schulgebäude selbst auch Wohnungen gehören sollen. Vorlage hier. Wie so oft fühlen sich Eltern und Lehrer übergangen.

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Im altehrwürdigen Sitzungssaal des ebenfalls alten und ehrwürdigen Rathauses tritt morgen (Mittwoch, 18. 10.) der Rat der Stadt zusammen.

Um 17 Uhr geht’s los. Wichtig, aber schwierig zu verstehen ist, wie hoch denn nun genau die Umlage ist, die die Stadt Aachen 2018 an die StädteRegion zahlen muss, weil die StädteRegion bestimmte Aufgaben erledigt, die früher mal Aachen selbst erledigen musste.

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Was mich ja – aufgrund einer persönlichen Vorliebe für Leute, die gestalterisch unterwegs sind – interessiert, ist der Tagesordnungspunkt Ö15 „Markenbildungsprozess für Aachen“. Das finde ich sinnvoll: Ein zeitgemäßes Logo, einen coolen Spruch bei dem man gleich an Aachen denkt und zwar nur an Aachen, und der die ganze „Vielfalt“ trifft. Es gibt Designer/Künstler/Kreative, die finden sowas. Ich bin gespannt.

(Ja, ja, ich weiß, dass man auch ohne Designerkram und Architektenbeirat usw. existieren kann, aber warum sollte man?)

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Norbert Hermanns begrüßt seine neuen Mieter in der neuen Wohnanlage „Guter Freund“. Neben ihm: Bürgermeisterin Dr. Margrethe Schmeer.

Gute Idee: CDU und SPD wollen, dass geprüft wird, ob am Eisenbahnweg (wo es noch Freiflächen gibt) Wohnungen gebaut werden können. Wo doch schon die Wohnanlage „Guter Freund“ mitsamt Kita und Tagespflege und Wohnungen für 700 Menschen (Investor: Norbert Hermanns) dort so gut passt und angenommen wird.

Es soll sich allerdings niemand der Illusion hingeben, mit dem Neubau von Wohnungen sei die Aachener Wohnungsnot final in den Griff zu bekommen. Der Zuzug von Menschen nach Aachen (wegen der RWTH) ist auch in Zukunft  größer und schneller als die Betonmischer arbeiten können.

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Warten und Tee trinken (auf einen neuen Museumsdirektor).

Das Suermondt-Ludwig-Museum an der Wilhelmstraße war schlecht besucht, es ist derzeit schlecht besucht und wird es weiter sein. Denn der Inhalt, also z. B. die mittelalterlichen Skulpturen, sind zwar von großem Wert und eine Augenweide, aber so monoton, wie dort seit Jahren alles präsentiert wird, lohnt sich nach dem ersten Besuch kein zweiter.

Unterdessen hört der grüne Ratsherr Pilgram (siehe. Ö 19.1  – Ratsanfrage) nicht auf, gegen diesen Missstand anzukämpfen. So viel Ausdauer muss man wohl haben, wenn man politisch etwas erreichen will. Was das Suermondt-Ludwig-Museum betrifft, denke ich persönlich: Es ist ein Kampf gegen Windmühlen. Man muss – wie im LuFo – warten, bis ein neuer Museumschef ans Ruder darf.

Was könnte man mit dem Bestand dieses Museums nicht alles machen!?! Man könnte uns Heutige mit den Vorbildern von damals konfrontieren. Man könnte zeigen, was es heißt, an etwas zu glauben und wie weit das jeweils geht. Könnte zeigen, wie das funktioniert: sein Leben von Grund auf ändern . . . Alle Fragen unseres modernen Lebens wurzeln in der Vergangenheit, die im Suermondt-Ludwig-Museum immer wieder neu zu uns sprechen könnte.

Allein, es geschieht nichts. Eine, wie ich jetzt schon weiß, eher akademische Dürer-Ausstellung wird vorbereitet. Die Besucherzahlen gehen unterdessen krass zurück, so wurde jüngst mitgeteilt, und die Vorsitzende im zuständigen Ausschuss, Dr. Margrethe Schmeer, meint dazu tatsächlich, „Es muss auch solche Museen geben!“

Die Chefs großer Aachener Firmen fänden es dem Vernehmen nach inzwischen ebenfalls ziemlich passend, wenn Aachen mal aus dem Suermondt-Ludwig-Museum ein zugkräftiges, kulturelles Highlight machen würde. Aber nein, nicht mal der Museumsleiter (seit 2005 im Amt) wird ausgetauscht, es geschieht nichts. 

Ende (((

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