Ärger wegen Privatmuseen

Protest der Museumsleute, gesehen in Köln (zum Vergrößern einfach drauf klicken).

Protest der Museumsleute? Gesehen in Köln (zum Vergrößern normalerweise einfach drauf klicken, äh normalerweise, heute aber nicht).

Am Museum Ludwig, einem Museum der Stadt Köln, in der Kölner Innenstadt stehst du plötzlich vor dieser Infotafel.

Da ist die Frage zu lesen: „Warum machen die sammelnden Milliardäre von heute überall auf der Welt Privatmuseen auf?“

Und dann kommt es. Die Vorteile, ein eigenes Kunstmuseum zu besitzen werden genannt:

„Sie sind der Chef, Sie geben den Ton an, genau wie in der eigenen Firma!

Sie entscheiden darüber, was das Museum sammelt und ausstellt – unter dem Einfluss eines Kartells von internationalen Galerien und Auktionshäusern, die den aktuellen Kunstmarkt manipulieren und bestimmen.

Auf schicken Kunstmessen, Partys und Biennalen kriecht Ihnen jeder in den Hintern – und in die Brieftasche.

Für Ihre enormen Schenkungen kriegen Sie enorme Abschreibungen, und dabei denkt jeder, Sie wären ein unglaublich großzügiger Wohltäter der Menschheit.

Falls Ihnen mal der Fehler unterläuft, Direktoren, Kuratoren oder Mitarbeiter einzustellen, die an Fortschritt und Integration orientiert sind, könne Sie sie einfach wieder feuern.“

Dieser Tage gesehen, ob es jetzt noch hängt, weiß ich nicht. Unter dem Text konnte ich – quasi als Autorenzeile – nur „Guerrilla Girls“ erkennen. Links auf dem Banner sind die Namen der Privatmuseen genannt, die hier wohl gemeint sind. Zur Erinnerung: Peter und Irene Ludwig haben ihr Kunst verschenkt und erwartet, dass die jeweilige Stadt dazu das passende Museum baut, das allerdings dann Eigentum der Stadt war und blieb.

Sehenswerte Arte-Dokumentation zum Thema Geld Macht Kunst: http://www.arte.tv/guide/de/062160-000-A/geld-macht-kunst?country=FR

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Politik in Aachen: Die letzte Sitzungsetappe in diesem Jahr beginnt

Im Bürgerforum sollen Bürgerinnen und Bürger zu Wort kommen. Das klappt manchmal gut, manchmal gar nicht. In dem Forum soll  jede*r Gelegenheit haben, sich mit Vorschlägen und Ideen, mit Kritik, Anregungen, Beschwerden und Forderungen an die Politik zu wenden. Das wagen leider noch viel zu wenige.

Am morgigen Dienstag, 25. Oktober, ab 17 Uhr ist es wieder soweit. Man versammelt sich im Rathaus und befasst sich unter anderem mit der Einrichtung eines Rad-Vorrangrouten-Netzes. Gemeint sind vier prima Fahrradwege durch Aachen, wo die Zweiräder Vorfahrt haben und ein komfortables, schnelles Vorwärtskommen per Rad garantiert ist. Ein Traum – die Mitglieder vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) haben schon alles ausgearbeitet, und wenn ihr hier den Anhang öffnet und euch etwas Zeit nehmt, seht ihr, wie wunderschön alles werden könnte . . . wenn die Politik denn wollte.

Wenn mehr Aachener vom Auto auf das Fahrrad/Pedelek umsteigen, hätten wir auch bald bessere Luft in der Innenstadt. Zusätzlich müssten noch die Busse der ASEAG ein gutes Stück preiswerter werden . . . und schon werden Grenzwerte nicht mehr überschritten. Davon träume ich nachts, tagsüber bereite ich meinen Umzug an den Stadtrand vor. Die ganze schlechte Luft  – besonders bei Sonnenschein und wenn es heiß ist – geb ich mir nicht mehr.

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Wer Zeit hat, könnte sich ruhig mal eine Sitzung des Umweltausschusses antun (Die., 25. 10., ab 17 Uhr, Verwaltungsgebäude Reumontstraße). Stühle für die Zuschauer stehen bereit. Diese Woche geht es unter anderem darum, dass weite Teile von Aachens Süden dem Naturpark Nordeifel zugeschlagen werden sollen. Das hat angeblich keine Konsequenzen für Aachen und alle, die da wohnen. Man könnte nur besser an Fördergelder der öffentlichen Hand rankommen. Es fragt sich, warum man diese Idee erst jetzt und nicht schon früher realisieren will?

12,8 Quadratkilometer von Aachen gehören (seit 1960) schon zum Naturpark Nordeifel (nicht zu verwechseln mit dem Nationalpark Eifel). Jetzt sollen noch 19 Quadratkilometer hinzukommen. Und es würden nicht 500, sondern etwa 10.000 Menschen im Naturpark Nordeifel wohnen. Eine feine Sache, die tags drauf auch noch eigens im Rat beschossen werden muss.

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Der Wohnung- und Liegenschaftsausschuss, auch nicht gerade ein überflüssiges Quasselgremium, trifft sich ebenfalls am Dienstag, 25. Oktober (17 Uhr, Saal 107, Verwaltungsgebäude Marschiertor, Lagerhausstraße). Hier zermartert man sich das Hirn über der Frage, wie möglichst flott möglichst guter und möglichst viel Wohnraum in Aachen geschaffen werden kann.

Die Vorlage zum „Runden Tisch der Aachener Wohnungsbauakteure“ findet ihr hier.  Die Stadtverwaltung teilt mit:

„Die Stadt Aachen wächst und wird in den kommenden Jahren weiter wachsen. Das 2014 vorgelegte aktualisierte Gutachten zur ‚Aachen -Strategie –Wohnen‘ formuliert in diesem Zusammenhang allein bis 2020 einen Neubaubedarf im Bereich der Mehrfamilienhäuser von ca. 2.600 Wohneinheiten. Einen besonderen Schwerpunkt sieht der Gutachter im Bereich des öffentlich geförderten/bezahlbaren Wohnungsbaus. Durch die Zuwanderung von Flüchtlingen entstehen nach einer Prognose der NRW-Bank darüber hinausgehende weitere Bedarfe von ca. 2.500 Wohneinheiten.“

Am Runden Tisch wollen Investoren/Projektentwickler und Verwaltung „mögliche Hürden für Wohnungsbauprojekte gemeinsam erkennen und soweit wie möglich abbauen, mit dem Ziel, zusätzliche Baumaßnahmen zu generieren“. Die Investorenseite wünscht sich unter anderem, dass die Verwaltung bei rechtlichen Vorgaben mehr Spielraum zulässt. Und dass eine mehrgeschossigere und dichtere Bebauung zugelassen wird. Außerdem bestand auf Seiten der Investoren Einigkeit in der Einschätzung, dass der aktuelle Stellplatzschlüssel nicht mehr zeitgemäß sei und einer Reform bedürfe, da er Wohnungsbau konkret verhindere.

Der „Runde Tisch der Aachener Wohnungsmarktakteure“ soll noch erweitert werden um 1. Vertreter der Politik, 2. des Mieterschutzvereins und 3. Interessenvertreter der Hauseigentümer. (Dieses Thema wurde auch schon im Planungsausschuss behandelt.)

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Der Rat der Stadt tagt am Mittwoch, 26. Oktober, ab 17 Uhr im Rathaus. Da bringt die Kämmerin  – Annekathrin Grehling – den Haushalt ein, d. h. sie erklärt, wofür sie und der Oberbürgermeister im Einzelnen in 2017 das Geld der Stadt ausgeben wollen. Die Politik korrigiert danach noch Kleinigkeiten. Ich bin gespannt, ob für die Skater-Anlage in Aachens Süden 100.000 Euro eingeplant sind oder nicht.

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Falls ihr Lust auf prima Kultur habt, klickt hier. Es gibt eine Reihe schöner Ausstellungen (nicht zuletzt die mit Fotos von Berenice Abbott im KuK der StädteRegion in Monschau), und das Musical „Anatevka“ ist auch sein Geld wert. Ein Hochgenuss für alle, die gute Musik, schwungvolle Tänze und anspruchsvolle Inhalte  und Inszenierungen mit Bezug zur Gegenwart mögen.

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Neumarkt, die Dritte.

Die „Verschönerung“ des Neumarkt im Frankenberger Viertel war bisher immer umstritten: Die Verwaltung wollte den Neumarkt neu machen, die Anwohner*innen und Besucher*innen des Neumarktes wollten ihn so lassen, wie er ist. Jetzt gibt es in dieser Angelegenheit schon die dritte Bürgerversammlung.

Die findet statt am Donnerstag, 27. Oktober, in der Burg Frankenberg. Von 17.30 Uhr bis 20.30 Uhr werden sich die Leute wieder mit Händen und Füßen dagegen wehren, dass an ihrem Neumarkt irgendwas verändert wird. Meine Hypothese: Sie haben keine Chance. Aus irgendeinem mir nicht bekannten Grund hat sich die Stadtverwaltung darauf versteift, den Neumarkt nicht so zu lassen, wie er jetzt ist.

Es habe sich „nun eine Planung ergeben“, so wird mitgeteilt, die bei einer dritten Infoveranstaltung nochmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. Die Vorschläge der Bewohner*innen zur Umgestaltung seien eingearbeitet worden.

Es wird weiter mitgeteilt: „An diesem Abend werden alle Pläne für die Umgestaltung des Platzes ausgehängt, und während der gesamten Zeit besteht die Möglichkeit, sich über alle Maßnahmen zu informieren. Gegen 18 Uhr werden die Planungen und vorgesehene Maßnahmen von der Stadt Aachen präsentiert. Und: Während des Termins stehen die Verantwortlichen der Stadt allen Interessierten persönlich zur Erläuterung und Ansprache zur Verfügung.“

Man kann wirklich nicht sagen, dass die Verwaltung sich keine Mühe gibt. Ich habe mich mehrfach zum Neumarkt begeben, der war an schönen Tagen immer voll mit Erwachsenen und Kindern. Klar, der Neumarkt sieht einfach nicht edel aus, nicht stylisch, so wie der Rehmplatz. Der ist – nach Umbau – richtig schick geworden, dort gibt es coole Spielgeräte, ein Klettergerät, wie ich es noch nie gesehen habe. Dagegen sieht der Neumarkt leicht schäbbig aus, ein Allzweckplatz, ein 0815-Platz mit Bänken und Sandkasten, Gastronomie und altmodischen Klettergerüsten/steinen usw, auf dem man sich aber sehr wohl fühlt, wie in einer alten Strickjacke, die man nur zu Hause anzieht und von der man sich nicht trennen kann. Der Rehmplatz in Nähe Rudolfstraße/Ottostraße ist dagegen sogar ein bisschen elegant.

Aber so etwas wollen die Frankenberger ganz offensichtlich nicht.

Aachen Spielplatz

Futuristisches Kletterteil, in der Sandkaulstraße in Aachen gesehen. („Ist das Kunst oder kann das . . . benutzt werden?“)

Update 21. 10. 2016: Jetzt sind auch noch – völlig überraschend für die Anwohner und ohne vorherige Information – Bäume auf dem Neumarkt gefällt worden. Ein Pilz ist schuld, die Bäume sind todkrank. Die Aachener Zeitung berichtete hier http://www.aachener-zeitung.de/lokales/aachen/faellung-am-neumarkt-entsetzt-anwohner-1.1473944

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Betrunkene vor dem Bahnhof. Was tun?

Bahnhof Aachen Vorplatz

Der Platz vor dem Bahnhof in Aachen. 

Auf einem kleinen Platz vor dem Bahnhof in Aachen (und nicht nur da) treffen sich Menschen, die durch ihr stark abweichendes Verhalten auffallen und von einigen Zeitgenossen als massiv störend empfunden werden. Die weit verbreitete Bezeichnung dieser Menschen als „Säufer und Junkies“ und die in vielen Städten geführte Diskussion über ein generelles Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen veranlasste Sozialarbeiterin Nadine van der Meulen, sich hier in einem Gastbeitrag einmal grundsätzlich zu äußern.

 

Von Nadine van der Meulen

Zunächst habe ich mir aus Sicht der Sozialen Arbeit folgende Gedanken gemacht:

– Es kann nicht sein, dass über Menschen als „Säufer und Junkies“ gesprochen wird.
– Es sollte mit den Menschen, die an öffentlichen Plätzen Alkohol und Drogen konsumieren gesprochen werden um zu erfahren, was Sie sich von der Stadt wünschen.
– Es sollten auch mehr Schlafplätze geschaffen werden.
– Es sollten Räume geschaffen werden (neben dem Dönerladen steht ein Raum leer am Bushof), in denen die Menschen sich aufhalten können.
– Runder Tisch mit den Betroffenen (auf beiden Seiten).
– Überdenken der Wortwahl: Wir sind ALLE Menschen. Aufgrund der Wortwahl werden die Menschen nicht wie Menschen behandelt.
– Angebote für den Winter schaffen, Menschen bei Amtsgängen unterstützen!
– Auf Grundgesetz und Menschenrechte hinweisen.
– Bericht der Polizei einfordern: Wie oft gab es Übergriffe? Anzeigen? Wie oft musste die Polizei in diesem Jahr raus, weil betrunkene an diesen Orten jemanden belästigt hatten?
– Wer definiert hier, wie Sauberkeit und Ordnung zu sein haben? Alkohol ist ein legal zu erwerbendes Genussmittel. Dass auch andere über die Stränge schlagen ist bekannt.
– Aufgrund eines sozioökonomischen Status, Menschen zu verurteilen ohne je mit ihnen gesprochen zu haben, das geht gar nicht.
– Wenn sich Geschäftsleute und Gastronome belästigt fühlen, dann sollen sie Alternativen für die Menschen vorschlagen!
-Was wir dagegen tun? Wir unterhalten uns auf Augenhöhe mit diesen „Säufern und Junkies“, um zu erfahren was Sie brauchen um sich in Aachen besser und nicht abgestempelt zu fühlen.
– Müssen nicht eher die „Säufer und Junkies“ geschützt werden, da es seitens Anwohnern und Geschäftsleuten Übergriffe gab?
– Verdrängung löst das Problem nicht.
– Arbeit vom „Kontakt Cafe“ loben – http://www.suchthilfe-aachen.de/kontaktcafe.php

Wenn es die anderen Leute – wie vielfach berichtet wird – so stört, sollte man grundsätzlich mal die Frage in den Raum werfen, ob ein Verbot von legalen Drogen dazu führen würde, dass betrunkene Medien-Profis auch nicht mehr gegen das geltende Gesetz verstoßen würden und dementsprechend ein authentischer Rahmen geschaffen würde. Mit anderen Worten:

Es wird sich über „Säufer und Junkies“ beklagt, selbst sind viele Menschen aber auch nicht besser! Und nur aufgrund eines sozioökonomischen Status kann ich niemanden verurteilen. Das ist für mich dann kein authentischer Umgang mit der Thematik.
– Alkoholsucht ist ein gesamtgesellschaftliches Problem.
– Die Menschen wurden im Rahmen des Baus des Aquis Plaza gezielt von Polizei und Ordnungsamt verdrängt und halten sich nun vermehrt am Bahnhofsplatz  auf.
– Zutritt dieser Gruppen und Menschen wird durch Sicherheitspersonal verwehrt und beim Betreten des Hauses verwiesen, damit sich diese dort nicht innen (im Aquis Plaza) aufhalten.

Nun werfe ich an dieser Stelle einen Blick auf die Grund- und Menschenrechte.
Grund- und Menschenrechte stehen noch vor allen anderen nachrangigen Rechten. Diese sind zunächst vorrangig zu beachten. Es steht Menschen frei, sich dort aufzuhalten wo sie möchten, auch wenn dies den Händlern ein Dorn im Auge zu sein scheint. Diesen Menschen wird ein Leben in Würde  abgesprochen, weil sie das „Stadtbild stören“.

Es ist außerdem nicht klar, wo Schutz überhaupt nötig war. Dahingehend muss eine Auskunft der Polizei erfolgen, wie viele „schützende“ Einsätze nötig waren bzw. wie oft eine Streife aufgrund von belästigten Passanten oder Händlern die Situation auflösen musste.

Was ich nicht verstehe, ist, warum mit den Menschen niemand authentisch ins Gespräch geht. Wir sprechen hier von Menschen wie du und ich. Es ist gesellschaftlich anerkannt nach Feierabend in die Kneipe zu gehen. Es ist allerdings gesellschaftlich nicht anerkannt, sei Bier in der Innenstadt oder am Bahnhofsvorplatz zu trinken. Welche Räume für die Menschen sind denn bis jetzt gerade an diesen Orten geschaffen worden, um diese nicht „vertreiben“ zu müssen?

Ein räumliches Alkoholverbot in diesem Sinne zeugt zum einen davon, nicht genau zu wissen wer welchen Raum benötigt, zum anderen die Frage: Wer muss vor wem genau geschützt werden? Ein räumliches Alkoholverbot unterstellt den Menschen, dass gerade diese hochgradig gefährlich und kriminell an diesen Orten sind.

Warum nehmen Bund und Länder, aber auch die Stadt nicht mehr Geld in die Hand, um Sozialarbeiter*innen und Streetworker*innen zum einen wertschätzend zu bezahlen und zum anderen mehr für diese Orte einsetzen zu können und Projekte sowie weitere Unterkünfte realisieren zu können?

Am Kaiserplatz gibt es zum Beispiel das Projekt, dass die Menschen, die dort konsumieren, die Möglichkeit haben, Blumen auf dem Platz zu pflanzen. Könnte man solche oder ähnliche Projekte nicht auch an anderen Orten, wie dem Bahnhofsvorplatz realisieren.

Das gesamtgesellschaftliche Problem im Blick:
Alkohol- und Drogensucht sind Süchte, die sich niemand selbst aussucht, sondern durch bestimmte Erlebnisse oder Erfahrungen ausgelöst werden können. Zuerst war es nur ein Bier am Abend, dann mehr etc. Das Hauptproblem liegt aber woanders. Eine „Normalbiographie“ im Sinne von: Wohnraum, Arbeit, Studium, einem speziellen ökonomischen Status bedarf keiner Beachtung. Allerdings wird alles andere, was eben nicht der „Normalbiographie“ entspricht im Sinne von: keine bis kaum Bildung, wenig Geld, keine Arbeit, Bezug von ALG II oder Obdachlosigkeit immer noch als Fehlverhalten des Einzelnen wahrgenommen. Das kann und darf nicht sein!

Ein großes Manko dabei ist außerdem, dass sich niemand für die Biographie der Menschen interessiert, sondern nur für sein oder ihr Fehlverhalten. Für die Biographie ist in der Gesellschaft kein Platz. Gibt es überhaupt einen Raum, in dem die Biographie Platz hat und sich Menschen authentisch für die Biographie des Gegenübers interessieren?

Chef*innen scheren sich nicht darum, was für eine Biographie der oder diejenige mitbringt, Hauptsache der Lebenslauf stimmt. Eine Biographie ist allerdings mehr als der Lebenslauf auszusagen vermag. Diese Nicht-Beachtung kann und darf nicht sein! Wenn mit Mitarbeiter*innen unter authentischer Beachtung ihrer Biographie – nicht ihres Lebenslauf auf Augenhöhe umgegangen würde, dann würden diese folglich auch weniger krank und sich authentisch wertgeschätzt fühlen. Das denke ich auch bei der Problematik der Vertreibung von Menschen, die Alkohol und Drogen in der Stadt oder an anderen Orten konsumieren, wenn diese wertgeschätzt und nicht wie Menschen zweiter Klasse oder Abfall, der nichts wert ist, behandelt würden, dann wäre auch eine Arbeit auf Augenhöhe sichtbar, denn wir sind alle Menschen! Ausserdem muss Ungleichbehandlung in der Bezahlung von Arbeit aufhören und jeder Mensch den gleichen Lohn für seine Arbeit erhalten.

Dieser Rattenschwanz an Problemen findet gesellschaftlich nur wenig Beachtung mit dem Argument: „Das sind die Leute alles selber schuld!“ Das sehe ich nicht so. Wenn es darum geht, die Gesamtsituation in kleine Einzelsituationen aufzusplitten wird deutlich, dass immer nur die Menschen einen Nachteil haben, die ohnehin schon arm sind.

Das Mobilticket beispielsweise wird im kommenden Jahr fast 8 Euro über dem Regelsatz des ALG II liegen. Nun fragt man sich aber, wann werden Bund und Länder sich endlich um Armut kümmern? Wenn jemand, der ohnehin schon an Essen und Kleidung sparen muss, an der Stelle noch mehr sparen muss, um überhaupt mobil sein zu können . . . da läuft eindeutig etwas falsch.

Authentische Wertschätzung auf Augenhöhe mit den Menschen mit ihren Biographien muss im Vordergrund der Arbeit stehen! So auch an diesen Orten.

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Ab Sonntag wieder große Kunst im KuK

KuK Monschau Fotokunst

War unter anderem Schule, Unterkunft für Flüchtlinge, Teil der Stadtverwaltung und ist jetzt Kunst- und Kulturzentrum der Städteregion Aachen: das KuK in Monschau. Fotos: Archiv

Morgen, Sonntag, wird es wieder eng im KuK in Monschau. Dort wird um 12 Uhr eine Fotoausstellung mit Arbeiten von Berenice Abbott (zu sehen von 16. Oktober bis  20. Dezember) eröffnet. Titel der Schau: Topographies.

„Die Welt mag keine unabhängigen Frauen. Warum das so ist, weiß ich nicht, aber es ist mir auch egal.“ (Berenice Abbott, im Alter von 92 Jahren)

„Das Kunst- und Kulturzentrum in Monschau genießt überregional einen herausragenden Ruf“, weiß die örtliche Presse und zitiert die Leiterin des kleinen „Zentrums“, Nina Mika-Helfmeier. Die sagt die Wahrheit, nämlich: „. . . der Kampf um die Fördermittel wird immer härter“. Pro Jahr müssen zwischen 250.000 und 320.000 Euro an Fördermitteln und Spenden akquiriert werden, damit in Monschau im KuK große Fotokunst gezeigt werden kann.

So ist es tatsächlich ein halbes Wunder, dass in dem kleinen Eifelort immer wieder derart Hochkarätiges zu sehen ist. Jetzt also Arbeiten von Berenice Abbott. Die Spitzenleistungen der Fotokunst passen – nebenbei gesagt – auf unerklärliche Weise besonders gut zu Monschau. Vielleicht, weil die Stadt selbst ein Juwel ist, fahrt einfach mal hin, das wird euch nicht entgehen.

Sehr zu begrüßen ist, dass man sich dort spezialisiert hat. Manche wollen zwar

KuK, Monschau, Fotokunst

Inside KuK.

mehr Abwechslung: außer Fotokunst auch mal Skulpturen, mal Ölgemälde, mal Aquarelle womöglich oder Collagen und Performances sehen. Einen Gemischtwarenladen, also. Dabei ist es viel besser, sich zu konzentrieren und dann diese eine Sache besonders gut zu machen. Wer sich zerfasert, kommt ja eher selten groß raus.

Das KuK gehört der StädteRegion Aachen, mit Städteregionsrat Helmut Etschenberg an der Spitze. Die StädteRegion hat natürlich andere Sorgen bezüglich der strukturschwachen Eifel als die Förderung eines „Zentrums“ für Fotokunst. Doch am Ende aller Diskussionen muss man das KuK als eine Maßnahme der Wirtschaftsförderung betrachten. Immer wieder neue, sehenswerte Ausstellungen ziehen Menschen in die Eifel, die ohne diese Ausstellungen nicht, oder vielleicht nur einmal kämen. Das KuK sollte wichtiger Bestandteil eines Tourismuskonzepts für die Eifel sein.

Zu Berenice Abbott liest man auf der Seite vom KuK:

„Ihre Erfolgsgeschichte begann sie als Porträtfotografin in Paris, und sie brachte ihr dank des Mammutprojekts Changing New York schon früh Weltruhm ein. Selbst das MoMA (in New York) als Olymp zeitgenössischer Kunst würdigte ihre Errungenschaften mit einer eigenen Retrospektive. Changing New York gilt als eines der ehrgeizigsten fotografischen Großprojekte, das jemals realisiert wurde. Zwischen 1935 und 1939 dokumentierte die studierte Bildhauerin den rasanten Wandel der amerikanischen Metropole. Dieses und ihr Gesamtwerk sind Inhalt der monografischen Werkschau, die ursprünglich für das Jeu de Paume in Paris konzipiert wurde und danach unter anderem in der kanadischen Art Gallery of Ontario zu sehen war. Nun kommt sie zu Besuch nach Monschau.“

Zum Schluss eine Buchempfehlung: Luise F. Pusch, Susanne Gretter (Hrsg.): Berühmte Frauen. Insel Verlag, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-458-16949-0.

***

Monschau im Netz: Kleine Stadt mit schöner Seite

Fotos von Berenice Abbott: hier

Bericht über die Ausstellung im WDR 5: hier

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Mataréstraße – sieht plötzlich ganz anders aus

Aachen matarestraße

Rechte Seite: der Neubau. Linke Seite: die Altbauten aus den 60er oder 70er Jahren. Ganz hinten ein Parkhaus, in dem man für 41,38 Euro im Monat rund um die Uhr parken darf.

98 Wohnungen sind in Aachen-Forst gebaut worden, zwischen Mataréstraße und Bonifatiusweg. Fast alle Wohnungen wurden verkauft, jetzt (Mitte Oktober 2016) sind nur noch 12 übrig.

Wer da wohnen darf, so abseits der Trierer Straße, hat Vorteile. Von Lärmbelästigung kann keine Rede sein, ein Parkplatz ist preiswert zu haben und trotzdem lebt man nicht abgeschnitten „irgendwo da draußen“. Es gibt in der Nähe eine Bushaltestelle, von da fahren unentwegt diese großen roten Autos (wo mindestens 40 Leute drin Platz haben) zum Elisenbrunnen (und in die Eifel).

Leider können sich die Kommunalpolitiker in Aachen nicht dazu entschließen, die Tickets für die Busse wirklich preiswert zu machen. Im Gegenteil: Sie erhöhen die Preise für die Busfahrten in Kürze, besonders kräftig übrigens für die Empfänger von Hartz IV.  Was da der Sinn von sein soll, kann mir auch keiner erklären.

Aachen ist schon allein rein klimatechnisch darauf angewiesen, dass möglichst viele Menschen ihren privaten Pkw stehen lassen und mit dem Bus durch die Stadt gondeln. Eine Erhöhung der Busticket-Preise ist da nachgerade kontraproduktiv. Wenn man bedenkt, wofür sonst alles Geld da ist . . .  nur nicht genug für einen wirklich preiswerten ÖPNV. Ist das noch zeitgemäß?

Zum Thema „Luftqualität in Aachen“

http://www.aachener-nachrichten.de/mobile/lokales/aachen/aachens-luftqualitaet-laesst-weiter-zu-wuenschen-uebrig-1.1294902

http://www.aachener-nachrichten.de/mobile/lokales/aachen/saubere-luft-nun-doch-ein-fall-fuer-die-richter-1.1469610

Aachen eisenbahnweg

Neue Wohnanlage am Eisenbahnweg in Aachen.

„Guter Freund“ heißt die Anlage, die am Eisenbahnweg/Ecke Freunder Weg hochgezogen wird. 248 Wohnungen werden gebaut. Noch dieses Jahr sollen die Wohnungen bezogen werden. Wenn die Anlage fertig ist, stelle ich hier in meinem Blog einige Fotos davon ein.

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Morgens Krach, mittags Krach, abends nicht

Aachen klappergassh

Gruß aus der Klappergasse. Morgens um 7 Uhr nehmen die Bauarbeiter die Arbeit auf und sind nicht gerade leise. Maschinengeräusche sind auf die Dauer höchst unangenehm, Meeresrauschen in gleicher Lautstärke könnte man bestimmt leichter ertragen. Wer keine Baustelle vor der Nase hat: Freu dich. (Links im Bild: eine Maiglöckchen-Laterne, 70er Jahre Style, gefällt heute keinem mehr.)

Von der Klappergasse aus haben die Männer seit fast zwei Jahren unterirdisch den Kanal saniert. Wochenlang jeden Tag Unmengen von Lehm aus der Grube gebaggert und abtransportiert. Jetzt wird offenbar alles wieder verfüllt. Das kann dauern.

Aachen Klappergasse

So sah es gestern aus, als der Wagen versuchte, rückwärts in die Klappergasse reinzufahren, das gelang nach mehreren Versuchen mit rangieren am Ende tadellos. Links unten seht ihr den Zugang zur Kanalisation. Von da kommt die Füllmasse unter die Erde.

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Heute beginnt die Einführungswoche für Erstsemester

Diese Woche gibt es offiziell keine Politik – aber eine Einführungswoche für alle, die in Aachen an der RWTH ihr Studium beginnen. Tausende Erstsemester werden die Innenstadt bevölkern, zart besaitete Menschen sollten sich am Mittwoch zu Hause beschäftigen (Keller aufräumen, die ZEIT lesen, versuchen, den Enkeln Mails zu schreiben usw). Mittwoch ist ab 11 Uhr Ersti-Rallye, 5000 Erstsemester werden dann auf Katschhof und Markt bespasst.

Heute werden die Erstsemester schon mal von Rektor und Fachschaft offiziell begrüßt. Dann geht es weiter bis einschließlich Freitag. Aber keine Bange: Um die Exzesse vergangener Jahre zu verhindern, sind 1500 zuvor extra geschulte Tutoren im Einsatz. Polizei, Ordnungsamt, Hochschulwache und Müllabfuhr stehen parat. Achtung! Im Hochschulbereich werden Mittwoch verschiedene Straßen gesperrt sein.

Schade eigentlich: Den Studienanfängern wird ausdrücklich verboten sich komplett auszuziehen (in den vergangenen Jahren hatten immer einige vor lauter Lebensfreude, im neuen Lebensabschnitt angekommen zu sein, die Klamotten von sich geworfen).

Wer sich über die Kids ärgert, möge bedenken: Sie bringen viel, viel Geld in die Stadt. Unter anderem, indem sie sich hier anmelden, hier einkaufen, ausgehen und überteuerte Mieten bezahlen. Und an den Wochenenden sind sie sowieso alle wieder weg, ab „nach Hause“ zu den Eltern, und in den Semesterferien ebenfalls.

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Das Presseamt teilt unterdessen mit: Noch bis einschließlich Freitag, 21. Oktober, von 8 bis 16 Uhr, bietet der Bürgerservice der Stadt Aachen den Studis, die nach Aachen ziehen und sich deshalb hier anmelden müssen, einen Sonderservice an: Während der so genannten „heißen Phase“ der Immatrikulation können die jungen Leute ihren neuen Wohnsitz  direkt im Sparkassenforum des Super C am Templergraben anmelden und die erforderlichen Änderungen des Personalausweises durchführen lassen.

Bei der Anmeldung darf allerdings die Wohnungsgeberbescheinigung nicht fehlen.

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Schaut doch mal in Richtung Blücherplatz

piraten aachen

Piraten-Foto der Woche: Es ist eng im Büro der Gegner einer uferlosen staatlichen Überwachung.

Wie kann das sein, dass für eine Thermalwasserroute 100.000 Euro in der Stadtkasse sind, für eine Halfpipe/Skater-Anlage aber nicht? Die Frage steht hier gerade im Raum (s. Foto). Beide Projekte sind interessant, beide haben Menschen aus Aachen auf den Weg gebracht: Auf die Idee, eine  Thermalwasserroute einzurichten kamen die Mitglieder einer Stiftung, und die Anlage mit Halfpipe wünschen sich Kinder aus dem Hangeweiher-Viertel.

Das Foto entstand aber aus einem anderen Grund. Es soll zeigen, dass das Büro der Piraten in Aachen (Hirschgraben 24) zu klein ist und ein Umzug geplant werden muss. Die Suche nach neuen Räumen hat auch schon begonnen, und es ist erstaunlich wie viele Ladenlokale in Aachen leerstehen – besonders in den Randbezirken der Innenstadt und dort in Gebäuden, die in den 50er Jahren errichtet wurden.

Schön wäre es, wenn das Büro in die Nähe vom „Hotel total“ (Blücherplatz, ehemalige Kirche St. Elisabeth) ziehen könnte. In dieser Ecke von Aachen

Ganz schön viele Veranstaltungen, die das "Hotel total" diesen Herbst anbietet. Allerdings ist völlig offen, wie es mit der neuen Einrichtung im November weitergeht.

Ganz schön viele Veranstaltungen, die das „Hotel total“ diesen Herbst anbietet. Allerdings ist völlig offen, wie es mit der neuen Einrichtung im November weitergeht.

verbreiten gerade kreative Leute eine gute Atmosphäre. Hunderte kommen bestimmt  heute wieder und morgen zur Modenschau (08. 10., 18 und 20 Uhr) mit Designern aus Belgien, den Niederlanden und Deutschland.

120.000 Euro brauchen die Betreiber vom „Hotel total“ angeblich pro Jahr, um die neue Einrichtung zu betreiben. Gäbe die Stadt die eine Hälfte (60.000 Euro), könnte die andere Hälfte über Eintrittsgelder aufgebracht werden, wage ich mal einen (mit niemand abgesprochenen) Vorschlag. Nebenbei: Eigentlich ist das „Hotel total“ das, was das Straßenbahn-Depot in der Talstraße in Aachen-Nord einmal werden soll: ein für alle offenes, selbst verwaltetes Kultur- und Stadtteilzentrum mit schönen Veranstaltungen am laufenden Band. Beide liegen relativ nah beieinander, könnten sich ergänzen und das Viertel aufwerten. Die Herrichtung des Depots, das baulich einer Ruine glich, wurde übrigens mit Geld aus Düsseldorf möglich, sie hat über 10 Millionen Euro gekostet.

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Ratspolitik: Es geht um Bauland und Wohnungsbau

Aachen Wohnungsbau

In Aachen wird gebaut, wie hier am Veltmannplatz. Doch es könnte noch mehr sein. Nicht nur in Aachen-Nord.

Diese Woche wird in Aachen an drei Tagen Politik gemacht, aber nur ein Ausschuss soll hier erwähnt werden: der Planungsausschuss, dessen ehrenamtlich arbeitende Mitglieder sich am Donnerstag, 6. Oktober, (17 Uhr, Lagerhausstraße, Saal 170) treffen. Die Sitzung ist öffentlich.

Zunächst soll in diesem Ausschuss kurz über das Projekt „Revitalisierung Aachen-Nord“ informiert werden. Es handelt sich um das Gebiet an der Jülicher Straße, wo sich auch das Ludwig Forum befindet.

Dort gibt es viele weitläufige Gewerbeflächen, nicht wenige sind Brachen, aus denen sich gut noch etwas machen ließe. Denn insgesamt ist das Viertel innenstadtnah, da könnte man Firmen aus dem IT-Bereich ansiedeln. Deshalb wurden die Kadawittfeldarchitektur GmbH (kwa) und das Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH Aachen beauftragt, eine Standort-und Marktanalyse des Bereichs anzufertigen.

Was diese Analyse ergeben wird, lässt sich leicht vorhersehen. Dass nämlich Aachen wächst, das Gebiet zu schade ist, um dort Flächen brach liegen zu lassen, dass wertvolles Potential ungenutzt bleibt und dass teils auch Wohnungsbau möglich wäre. Klar ist, dass die moderne Industrie durchaus schick in Innenstadtnähe aussieht und Sinn macht.

Was auch noch nicht jeder weiß: Senioren wollen in die Stadt, Studenten desgleichen und Flüchtlinge holen ihre Familien nach. In der tiefen Eifel  und im Dürener Land werden dagegen ganze Dörfer leerfallen, so sehr zieht es die Menschen in die Städte, wo das Leben pulsiert. Aber das ist ein anderes Thema und steht im Aachener Planungsausschuss nicht zur Diskussion.

Die Stadtverwaltung schreibt in ihrer Vorlage, die den Politikern bei Entscheidungen Hilfestellung geben soll: „Gefordert sind Top-Arbeitsplätze, innenstadtnah, eng vernetzt mit der Wohnumgebung und einer guten Nahversorgung, einem hohen Maß an Aufenthaltsqualität und nachhaltiger Mobilität.“ Und diese Top-Arbeitsplätze ließen sich an der Jülicher Straße durchaus einrichten, zum Teil sogar in alten Bauten, die ja ihren Charme haben.

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Im Planungsausschuss steht ein weiteres Thema auf der Tagesordnung: Die Aachener Wohnungsbau-Akteure haben sich zu einem Runden Tisch getroffen. Die Investoren haben der Verwaltung erklärt, was sie daran hindert, mehr Wohnungen für Menschen zu bauen. Und die Beamten haben ihrerseits erklärt, an welche Vorgaben sie sich zu halten haben und was trotzdem noch machbar ist. Ziel: Mehr Wohnungen bauen.

Aachen hat allein bis 2020 einen Neubaubedarf im Bereich der Mehrfamilienhäuser von etwa 2600 Wohneinheiten. Und, so steht es in der Vorlage: Einen besonderen Schwerpunkt sieht der Gutachter im Bereich des öffentlich geförderten/bezahlbaren Wohnungsbaus.“ Es ist so: Teure Wohnungen haben wir genug, preiswerter Wohnraum fehlt.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen könnten mal nicht so eng ausgelegt werden, sollen die Investoren gemeint haben. Außerdem: Der Baulandbeschluss sei zu kompliziert, kein Mensch würde verstehen, was gemeint ist. Mehr Geschosse und dichtere Bebauung möge die Verwaltung gestatten, so wurde angeregt. Auch die hohe Zahl von Stellplätzen sei ein Hinderungsgrund. Manchmal würden diese angelegt aber gar nicht gebraucht.

Die Verwaltung schlägt den Politikern vor, die kommenden Gesprächsrunden zu einem „Runden Tisch der Aachener Wohnungsmarktakteure“ zu erweitern. Neben den bisherigen Teilnehmern sollen auch Vertreter der Politik, des Mieterschutzvereins und Interessenvertreter der Hauseigentümer eingeladen werden.

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Nur ganz kurz gehe ich auf den Punkt „Thermalwasserroute“, der ebenfalls auf der Tagesordnung steht, ein. Die Verwaltung meint, es ist dafür kein Geld da. Die Politiker von CDU und SPD meinen: Egal, wir machen das trotzdem.

100.000 Euro sollen für die „Thermalwasserroute“ aus der Stadtkasse kommen, der Landschaftsverband Rheinland (LVR) werde dann 65.000 Euro dazutun und eine Stiftung („Natur, Heimat, Kultur“) gibt 155.000 Euro. Die Aachener „Bürgerstiftung Lebensraum“ hat das Projekt erfunden, gibt aber angeblich nur 12.000 Euro. Alles in allem werden vorerst 330.000 Euro zusammengekratzt, anfangs sollte das Projekt sogar 900.000 Euro kosten.

Geplant ist eine Handy-App, ein Rundgang, bei dem virtuell die Thermal- und Bädergeschichte Aachens in der Innenstadt dargestellt wird. An den einzelnen Standtorten soll auch gebaut werden. Und es soll am Aachen-Fenster ein riesiger Wassertropfen mitsamt Geruchsdüse und Filmfenster hingestellt werden.

Wenn man sonst nichts hat, wofür man sein Geld für ausgeben kann, dann ist das sicher ein schickes Projekt. Wobei ich allerdings skeptisch bin, wenn wieder Sachen in der Innenstadt aufgestellt werden. Es steht schon genug Krempel herum, ein dicker Wassertropfen ist mMn vollkommen überflüssig.

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