Von Kleider- und Bücherspenden

Der Anblickt täuscht: Der Container-Streit zwischen Stadt Aachen und DRK ist noch nicht beendet.

Der Anblick täuscht: Der Container-Streit zwischen der Stadt Aachen und dem DRK ist noch nicht beendet.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat zugesagt, 15 von 60 Containerstandorten in Aachen aufzugeben, der oben abgebildete Standort in der Innenstadt/Hochschulviertel ist – glücklicherweise – nicht dabei. Das DRK sammelt die Altkleider unter anderem, um sie an Flüchtlinge weiterzugeben. Doch werden viel zu viele Damen-Textilien abgegeben, Herrensachen (in kleinen Größen) fehlen an allen Ecken und Enden.

Die Stadtverwaltung hatte Ende 2015 die Altkleider-Sammlung in die Zuständigkeit eines auswärtigen Händlers vergeben und sich damit den Zorn der DRK-Oberen zugezogen. Das DRK zog gegen die Stadt vor Gericht, in einem Eilverfahren haben die Richter einen Kompromiss erreicht: Das DRK darf bis zu einem endgültigen Urteil, für das sich die Juristen bis Ende April Zeit nehmen, 45 Standorte behalten. Der begünstigte Händler hat aber schon  in Aachen ebenfalls Container aufgestellt.

Per Los (!) war ermittelt worden, dass die auswärtigen und gänzlich kommerziell orientierten Deutschen Textilrecycling-Werke (DTRW) 100 Container in Aachen aufstellen dürfen, aber sie auch in Schuss halten und nach Vandalismus ggf. reparieren oder ersetzen müssen. Das DRK fühlte sich übel ausgetrickst,  übergangen und unfair behandelt.

*

Die Pressestelle der Stadtverwaltung teilt mit: Bürgerinnen und Bürger sind zu einer Informationsveranstaltung zum Thema Flüchtlingsunterbringung eingeladen. Am Dienstag, 1. März, 18 Uhr, geht es im großen Veranstaltungsraum der Leo-Löwenstein-Kaserne, Kornelimünsterweg 27, um die Standorte Sportplatz Adenauerallee und den Hof der Leo-Löwenstein-Kaserne, die derzeit zur Unterbringung von schutzsuchenden Menschen vorbereitet werden. (Tipp: Es fehlen Parkplätze auf dem Kasernengelände, deshalb: Autos im Umfeld parken oder am besten öffentliche Verkehrsmittel nutzen.)

*

Knallt ganz schön. Bravo Grüne! Gesehen in der Jakobstraße in Aachen.

Knallt ganz schön! Bravo Grüne! Gesehen in der Jakobstraße in Aachen!

Tihange und seine Uralt-Schrottreaktoren bleiben als Thema präsent. In diesem Blog hier werden Texte über Tihange und Doel am häufigsten angeklickt.

Update am 23. 02.: Die Pannenserie geht weiter, heute war es die Pumpe. AKW-Tihange 1 abgeschaltet. Und hier ein Beitrag aus Belgien, allerdings in französischer Sprache. Dort wird man jetzt endlich auch langsam wach. Der Druck aus Deutschland und den Niederlanden zeigt Wirkung.

*

Die Stadtbibliothek hätte gern eure gut erhaltenen, neueren Bücher. Das ist mir erst kürzlich aufgefallen, obwohl ich da regelmäßig ein- und ausgehe, um DVDs von Serien (z. B. „Game of Thrones“ und „Downton Abbey“) und Bücher auszuleihen. Gespendete Bücher müssen in einem guten Zustand sein, menschenverachtende Inhalte sind natürlich tabu. Alle nötigen Infos findet ihr mo_3267452131auf dem Foto (unten), das ihr (hoffentlich) anklicken könnt. Wer eine Geschichte sucht, bei der man kaum aufhören kann mit dem Lesen, der leihe sich ein Buch von Ingrid Noll. Ein echter Hit: „Der Mittagstisch“.
„Im Mittelpunkt ihrer Romane stehen Frauen verschiedenen Alters, die sich auf unkonventionelle Weise ihrer Ehemänner oder Liebhaber entledigen“, erfährt man bei Wikipedia.

Infos zur Bücherspende.

Infos zur Bücherspende. Die Schwarten können in der Bücherei, Aachen, Couvenstraße 15, direkt abgegeben werden.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

10.000 Bäume für Aachen

das_ist_unser_baum9

Von der Nizzaallee aus fotografiert. Blick auf die Klostermauer.

das_ist_unser_baum4

Bäume in Reih und Glied (wie Soldaten) in der Franzstraße in Aachen.

Wie ist das denn jetzt gemeint . . . mit den 10.000 Bäumen, die in Aachen in den nächsten Jahren gepflanzt werden sollen??? Nur symbolisch im Sinne von „ganz viele Bäume“, oder kann man die Zahl wörtlich nehmen? Diese Frage stand – wie aufmerksame Leserinnen und Leser dieses Blogs wissen – im Raum, und weil mich die Antwort interessierte, habe ich mich kurzerhand zum ersten Mal in meinem Leben in den Umweltausschuss verfügt, in den Umweltausschuss der Stadt Aachen wohlgemerkt.

Dort wurde ganz klar gesagt (vom Vertreter der Stadtverwaltung, Elmar Wiezorek), dass die Zahl durchaus wörtlich zu nehmen sei. Ein entsprechender Beschluss des Rates existiert seit 2013, doch bisher sind erst wenige Bäume gepflanzt worden (120 in Brand). Und zwar vom Brander Bürgerverein, also von Privatleuten, wenn ich den Herrn Wiezorek richtig verstanden habe.

Der sagte zu: Sein Fachbereich Umwelt werde bis Mai 2016 einen Plan erstellen wegen der 10.000 Bäume. Eingestellt in den Haushalt 2017 sei für die Pflanzungen kein einziger Euro, aber Geld sei schon noch vorhanden. Das Problem sei, dass eigentlich für so viele Bäume gar kein Platz da sei, bzw dass nicht klar sei, wo die Bäume gepflanzt werden können. „Nehmen Sie mal in einer Straße fünf Parktaschen weg . . . dann werden Sie aber Ihr blaues Wunder erleben“, so Wiezorek, der dabei (durchaus passend) ein Gesicht machte, als ob der Ausbruch eines Bürgerkriegs bevorstünde.

Wer ein Plätzchen für einen oder mehrere Bäume kennt, egal ob in der Innenstadt oder in den Stadtteilen, soll Bescheid sagen, so wurde im Ausschuss mehrfach appelliert. 100 Vorschläge für neue Baumstandorte haben die Grünen längst gemacht, die werden wohl jetzt alle realisiert.

Wichtig: Bürgerinnen und Bürger sollen nicht nur für den öffentlichen Raum, sondern auch für private Gelände Standorte für Bäume anbieten. Meldet euch hier

Ziel der Aktion ist es, das Stadtbild zu verschönern und für ein prima Klima zu sorgen. „10.000 neue Stadtbäume bis 2030“, so lautet jetzt wieder die Zielrichtung.

das_ist_unser_baum3

Letzten Sommer auf dem Weg zur Schule Kronenberg gesehen.

das_ist_unser_baum_91

Maibaum in der Jakobstraße, arg ramponiert.

Kinder singen: Sei ein Baum https://www.youtube.com/watch?v=qeTUmMHnCuA

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

„Tihange“ mobilisiert die Region. Windräder stören Erdbeben-Messungen.

Die Geschäftswelt in Aachen positioniert sich. Allen voran die Märsche Buchhandlung.

Die Geschäftswelt positioniert sich gegen die belgischen Schrottreaktoren. Mit dem größten Transparent dabei: die Mayersche Buchhandlung.

Das hat mich doch ziemlich geplättet, dass die Mayersche Buchhandlung sich (mitten in Aachen) so deutlich gegen Tihange positioniert. Bravo! „Tihange abschalten“ lautet die Forderung auch in zahlreichen anderen Geschäften und Büros in der Innenstadt.

Die Städteregion geht voran in Gestalt von Städteregionsrat Helmut Etschenberg und klagt in Belgien dagegen, dass ein Reaktor (konzipiert in den 1960er Jahren, Baubeginn 1970) mit tausenden Rissen jüngst wieder hochgefahren wurde. Und das, obwohl zuvor beschlossen worden war, dermaßen alte Reaktoren nicht mehr in Betrieb zu nehmen. Insgesamt sind es damit zehn Kommunen, die sich gegen die Wiederinbetriebnahme von Tihange 2 wehren, indem sie das oberste belgische Verwaltungsgericht (Staatsrat) einschalten. Die Klage hat bundesweit mediales Interesse erregt.

Die Städteregion wird dabei ganz offiziell unterstützt von Niederländern,  Luxemburgern und Kommunen in Rheinland-Pfalz. Die Städte Köln und Mönchengladbach sollen ebenfalls schon offiziell die Klage begrüßt haben, wie bei einer Sitzung der Gruppe Piraten/UFW („Unabhängige und Freie Wählergemeinschaft“) mitgeteilt wurde.

Weniger zufrieden ist man bisher mit der Unterstützung durch die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Sie hat sich lange auf den bequemen Standpunkt zurückgezogen, dass Deutschland sich in die Energiepolitik anderer Länder nicht einmischen darf. Inwieweit sie diesen Standpunkt derzeit noch vertritt, ist mir nicht bekannt.

Unterdessen hat sich ein anderes, nicht gerade kleines Problemfeld aufgetan. Es ist nämlich offensichtlich, dass sieben geplante Windräder in Lammersdorf (Gemeinde Simmerath) und sieben weitere geplante Windräder in Aachen (Münsterwald) die Erdbebenmessung an den fünf Eifeltalsperren stören würden. Ja, dass die Schwingungen dieser 14 Windräder, so minimal sie auch sein mögen, die äußerst sensible Erdbebenmessung ganz und gar unbrauchbar machen würden. Darauf hat unter anderen der Geologische Dienst des Landes NRW (sehr spät, denn die Aachener Windräder sind bereits genehmigt) hingewiesen.

Diese seismographischen Messungen sind erforderlich, um bezüglich der Talsperren frühzeitig vor Erdbeben und vor Dammbrüchen zu warnen und um dann schnell zu reagieren. Und sie sind bereit, gegebenenfalls auch die Betreiber der AKW in Tihange und Doel bei Erdbeben frühzeitig zu warnen. Es wäre natürlich nicht gerade günstig, wenn diese Warnanlagen durch die Schwingungen der Windräder unbrauchbar würden.

Geklärt ist diesbezüglich noch nichts. Ich vermute, dass das Verwaltungsgericht Aachen demnächst entscheiden muss, ob vor dem Bau der Windräder jetzt doch noch der Geologische Dienst eingeschaltet und seine Stellungnahme berücksichtigt werden muss. Das könnte das „Aus“ für die Windräder bedeuten.

Mehr Infos (ständig in den lokalen Medien und hier):

https://wirfueraachen.wordpress.com

Prof.Dr.Hinzen-an.StädteRegionAachen

http://www.welt.de/regionales/nrw/article147889549/Aerzte-warnen-vor-Folgen-von-Super-Gau-in-Aachen.html

http://www.anti-akw-ac.de

http://www.deutschlandradiokultur.de/pannenreaktor-tihange-in-belgien-staedteregion-aachen-klagt.1008.de.html?dram:article_id=344351

http://www.stop-tihange.org/de/

https://www.tagesschau.de/ausland/tihange-belgien-akw-101.html

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Staedteregion-Aachen-beschliesst-Klage-gegen-Atomkraftwerk-Tihange-3091776.html

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Immer mehr Gewalt? Nicht mit uns

Eine gute Kombi: tanzen und demonstrieren. In Aachen ging es darum, dass Frauen sich gegen Rassismus und Sexismus zur Wehr setzen.

Eine gute Kombi: tanzen & demonstrieren. In Aachen ging es darum, dass Frauen sich gegen Rassismus und Sexismus zur Wehr setzen.

Es war zwar keine Milliarde, es waren aber doch mehr Menschen als in früheren Jahren, die sich heute am Elisenbrunnen versammelten. „One Billion Rising“ (eine Milliarde erhebt sich), so lautete das Motto der Veranstaltung mit großem Frauenüberschuss. Die Frauen waren für eine Welt ohne Gewalt, Sexismus und Ungleichheit auf der Straße. Unterstützt wurde die Veranstaltung unter anderem von den Grünen, der Partei Die Linke, von SPD und Jusos und dem DGB.

Es war schneidend kalt, doch zum Glück stand auch Tanzen auf dem Programm. Das bewirkte, dass trotz des traurigen Themas die Stimmung gut war. Richtig interessant wurde es, als ein Redner sexistische Werbung anprangerte und Bilder mit Beispielen aus Aachen zeigte.

Mehr Infos gibt es hier und hier. Und noch ein Hinweis: Der sympathische Fotograf Thomas Langens war da, und wird sicher wieder auf seiner Facebook-Seite eine fotografische Dokumentation einstellen. Bestimmt sehenswert.

Zu Frauen-Themen sollte es viel öfter Demos und Aktionen geben. Es wird wieder nötig.

Zu Frauen-Themen sollte es viel öfter Demos und Aktionen geben. Es wird ja leider wieder nötig. Sexistische Kackscheiße begegnet einem sogar in der eigenen Partei.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

Beim Buddeln auf Skelette gestoßen, denn: Unter dem Pflaster liegen die Toten

Unter diesen Platten, neben dem Spatzenbrunnen von Professor Benno Wirth, ist etwas gefunden worden, was Archäologen interessiert: Skelette.

Unter diesen Platten, neben dem Spatzenbrunnen von Künstler und Professor Benno Werth, ist etwas gefunden worden, was Archäologen interessiert: Skelette.

Wie Leserinnen und Lesern dieses Blogs bekannt sein dürfte, hat die Stadtverwaltung (Abteilung Stadtbetrieb) drei Rotdornbäume am Münsterplatz fällen lassen. Sehr zum Ärger einiger Anwohner, denen bisher entgangen war, dass zwei dieser Bäumchen mausetot waren.

Aber Experten wissen ja immer besser Bescheid als die Leutchen, die erst seit 20 und mehr Jahren ihre Nachbarschaft TÄGLICH im Auge haben, jede kleine Veränderung sofort bemerken und diese beim Smaltalk bequatschen. Ja ne, is klar.

Auch in der Giselastraße musste ein Rotdorn dran glauben. Die Rotdorne in der Nizzaallee dagegen konnten kürzlich gerade noch vor der Säge gerettet werden, wobei sich derzeit etliche Aachener in diese Allee aufmachen um zu sehen, was da vor sich geht, und bei ihren Inspektionen zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen (Zuschrift bitte lesen). Sollen radikal alle Rotdorne in Aachen plattgemacht werden? Die Verwaltung hat auf Anfragen reagiert und NATÜRLICH bestritten, dass sie was gegen Rotdornbäume hat. Diese Frage war wohl auch nicht so ganz ernst gemeint.

Es gehe darum, so wird den Fragestellern aus der Nizzaallee versichert, die kranken und toten Bäume gegen robustere Baumarten auszutauschen. Und das kann man wohl glauben, so ein Stadtbetrieb hat es auch nicht immer leicht. Nur wüsste man mal gern, warum da, wo ein Rotdorn gefällt werden musste, nicht wieder ein Rotdorn gepflanzt werden kann?

Nicht immer ist klar, warum ein alter Baum weichen musste und ein neues Bäumchen gepflanzt wurde. Hier: Seilgraben/Annastraße.

Nicht immer ist klar, warum ein alter Baum weichen musste und ein neues Bäumchen gepflanzt wurde. Hier:  die Ecke Seilgraben/Annastrasse.

Unterdessen hat man sich mit dem Buddeln auf dem Münsterplatz ein neues, viel größeres „Problem“ eingehandelt. Davon zeugen zwei Stahlplatten, die dort seit Tagen liegen (s. Foto oben). Was ist denn damit?, fragt neugierig die Bloggerin. „Skelette gefunden! Skelette gefunden!“, weiß man in der „Rose“. Und jetzt müssten da erst mal für Wochen und Monate Archäologen ran. Offenbar ist in früheren Jahrhunderten in Domnähe beerdigt worden.

Anhand der Knochen können Archäologen herausfinden, wovon sich die Toten ernährt haben, ob sie schwer gearbeitet oder ein Luxusleben geführt haben, ob es Frauen oder Männer waren, wie alt sie geworden sind, welche Krankheiten usw. usw. usw.

Im Hof wurden vor Jahren Skelette gefunden, jetzt – kein Meter unter dem Pflaster vom Münsterplatz – ebenfalls. Ist das nicht „Störung der Totenruhe“ (§ 168 StGB), wenn man all diese Gebeine ausgräbt und im Museum zur Schau stellt? Ein Fall für die Juristen.

Der Stadtbetrieb muss mit Neupflanzungen jedenfalls warten, bis die Expertise der Archäologen vorliegt. Unterdessen geht es im kommenden Umweltausschuss um 10.000 Bäume, die in Aachen in einer von den Grünen unterstützten Langzeit-Aktion gepflanzt werden sollen. Infos dazu kann man sich am Dienstag, 16. Februar, ab 17 Uhr im Verwaltungsgebäude in der Reumondstraße anhören.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Ein wenig zugeknöpft, aber sehenswert

Drei Jahre später als Geplant wird bald dieses zur RWTH gehörende Gebäude fertig.

Drei Jahre später als geplant wird bald dieses zur RWTH gehörende Gebäude fertig. Es befindet sich in der Nähe der Turmstraße, quasi neben dem Audimax.

Das ist ja mal ein Hörsaalzentrum!  Es soll eines der größten und modernsten Hörsaalzentren Europas sein und befindet sich in der Aachener Claßenstraße (Nähe Turmstraße, Nähe Audimax). Bald wird es – nach umfangreichen Probeläufen – fertig sein. Drei Jahre später als ursprünglich geplant, aber das liegt an Einsprüchen, die Firmen erhoben, die bei Auftragsvergaben nicht berücksichtig wurden. Auffallend (und ein wenig befremdlich) zur Straßenseite: Das Gebäude hat kaum Fenster.

Über 4000 Studierende der RWTH Aachen sollen dort Platz finden. Rund 45 Millionen Euro aus dem Hochschulmodernisierungsprogramm des Landes NRW investierte der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) in den mehrgeschossigen Neubau.

Auf der Homepage des BLB erfährt man, was ich hier übernommen habe:

Von allen Seiten aus sehenswert: der mächtige Neubau. Bin gespannt, wie es sein wird, sich innen aufzuhalten.

Von allen Seiten aus sehenswert: der mächtige Neubau. Bin gespannt, wie es sich anfühlen wird, sich innen aufzuhalten.

1000 bzw. 800 Sitzplätze werden die beiden größten Hörsäle in dem neuen Gebäude an der Schnittstelle zwischen den Campus-Bereichen Mitte und West künftig bieten. Daneben sind 9 weitere Hörsäle, 16 Seminarräume, eine Pausenhalle mit Café sowie Flächen für die Physiksammlung, Lager und Arbeitsbereiche auf rund 14.000 Quadratmeter Fläche gebaut worden. Die Architektur stammt angeblich von dem dänischen Büro „schmidt hammer lassen architects“ aus Aarhus. Dieses Büro hatte 2009 den vom BLB NRW ausgelobten internationalen Realisierungswettbewerb einstimmig gewonnen, so wurde mitgeteilt. (Zu diesem Bericht gibt es einen Kommentar, von einem Leser dieses Blogs. Bitte auch lesen.) 

Ebenfalls in der Claßenstraße, direkt gegenüber von dem imposanten Neubau,  hat ein Sprayer zugeschlagen.

Graffiti in der Claßenstraße.

Graffiti in der Claßenstraße.

Veröffentlicht unter Uncategorized | 1 Kommentar

Vom Unwetter keine Spur

Trotz Sturmwarnung: 2016 sind in Aachen weder der Kinderzug noch der Rosenmontagszug vom Winde verweht oder abgesagt worden. Es waren  – im Gegenteil – zwei sehr schöne, lange und von viel Musik begleitete Züge. Und die Narren blieben nicht zu Hause, sondern wagten sich auf die Straßen und sammelten Süßes – fast so viele wie in den Jahren zuvor auch. Polizei, Feuerwehr und die Hilfsdienste waren massiv vertreten. Die Prügel (in verbaler Form) bekommt jetzt der Wetterdienst ab, denn auf seine Prognose hin sind andernorts Züge abgesagt worden.

Märchenprinz Paul III. und der Aachener Prinz Michael II. sind nicht mal richtig nass geworden. Der Orkan blieb aus, der Regen blieb aus, die Sonne schien sogar ein bisschen, ein paar Böen lassen sich verkraften, es ist nicht zu größeren Unfällen gekommen. Da ist  man in Aachen Schlimmeres gewöhnt.

Märchenprinz Paul III. in der Jakobstraße.

Märchenprinz Paul III. in der Jakobstraße.

Große Gruppen gab es, und viel Farbe auf der Straße.

Große Gruppen gab es und viel Farbe auf der Straße.

Mäuse, die bis zur Halskrause im Käse stecken.

Mäuse, die bis zur Halskrause im Käse stecken.

Rhönräder im Kinderzug - eine Attraktion

Rhönräder im Kinderzug – eine Attraktion mit Engeln und Teufeln.

Die Polizei war beim Kinderzug zwar dabei, aber wenig auffallend. Wegen der grauenhaften Ereignisse zu Silvester in Köln und anderswo gab es an Rosenmontag in Aachen ein wirklich massives Polizeiaufgebot. Auffallend viele ganz junge Polizisten und Polizistinnen waren dabei. Man hatte sich ganz offensichtlich mit Kräften von Polizeischulen verstärkt.

Und wie heute (Veilchendienstag) glaubhaft vermeldet wird, kam es nur zu den „üblichen“ Übergriffen auf Frauen und Mädchen. Hier wie jedes Jahr einige Fotos von Rosenmontag:

Die Leute in den Wagen schuften ganz schön, leeren einen Karton nach dem anderen.

Die Leute in den Wagen schuften ganz schön, leeren einen Karton nach dem anderen.

Wochenlang an den Wagen arbeiten und dann wegen Wetter alles absagen? Das kam für die Aachener nicht infrage.

Wochenlang an den Wagen arbeiten und dann wegen Wetter alles absagen? Das kam für die Aachener nicht infrage.

Es gibt Gruppen, die gehen gleich zweimal mit: beim Kinderzug und beim Rosenmontagszug.

Es gibt Gruppen, die gehen gleich zweimal mit: beim Kinderzug und beim Rosenmontagszug.

Am Rosenmontag nicht zu übersehen: die starke Polizeipräsenz.

Am Rosenmontag nicht zu übersehen: die starke Polizeipräsenz.

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Oh, wie bist du schön . . .

bäume hubertusplatz Aachen

Wohl dem, der – sommers wie winters – gelegentlich in Baumkronen blicken kann. Und trotzdem all die Vorteile städtischen Lebens genießen darf – mit einem feinen kulturellen Angebot, mit Hochschulen, Museen, Theatern und altehrwürdigen Gebäuden in gutem Zustand. (Bäume: Hubertusplatz)

jakobshof_2

In der Aachener Stromgasse stand vor Jahren noch der „Jakobshof“, eine Traditionsgaststätte mit guten Möglichkeiten für Konzerte und Kleinkunst.  Die Jakobstraße und die Kirche St. Jakob gibt es noch, allein der Jakobshof musste fallen. Warum eigentlich, wenn hier doch sowieso nicht gebaut wird?

ärztehaus Aachen

Ein echter Eyecatcher am Boxgraben in Aachen: das Ärztehaus. Man erkennt am Gebäude die „Handschrift“ vom Architektenbüro Kadawittfeld, das in Aachen ganz auffallend oft zum Zuge kommt und bauen darf.

Über 50 Designstudenten haben wieder zwei Tage lang ihre Diplomarbeiten präsentiert – auf drei Etagen im Gebäude Boxgraben 100. Von der faltbaren Unterkunft für Flüchtlinge bis design Aachenzur App für Menschen mit Depressionen war das Spektrum erneut sehr breit. So viel schön Gestaltetes sieht man sonst selten, also ich nie. Von den Visitenkarten bis zur Koje ist alles sehr stylish. Etwas aus dem Rahmen fielen die Steckdosen und Lichtschalter (s. Foto) von Tobias Wright, gemacht für Menschen, die es gern klicken hören, wenn sie das Licht einschalten und die überhaupt dazu gern noch einen analogen Schalter bedienen. . .  Klappstühle, eine Backform der außergewöhnlichen Art, viel zum Thema Gesundheit und kochen, ein wunderbarer kleiner Sekretär namens „Berta“  und viel Virtuelles gab es zu sehen. Mehr hier.

 

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Neue Bäume, neue Unterstände und ein einsamer Pirat im Karneval

bäume, Aachen, Rotdorn

Das Spiel nennt sich „Bäumchen, Bäumchen, wechsle dich“. Statt des Rotdorns sehen wir jetzt am Dom dieses Teil mit noch spindeldürrem Stamm.

Drei Rotdornbäume am Dom wurden gefällt, kurze Stümpfe ragten bis gestern noch in die Luft. Kaum wurde daraufhin eine spektakuläre Aktion mit Trauerkundgebung, schwarzem Flor und Beerdigungskranz geplant, da sind auch schon die Stümpfe weg und ein einsames neues Bäumchen ist gepflanzt. Trotzdem bleibt die Frage (und der wird auch nachgegangen): Ist geplant, alle Rotdorne in Aachen zu fällen und durch andere Bäume zu ersetzen? Macht es Sinn, gegenüber der Stadtverwaltung auf Pflanzung eines Rotdorns an der Stelle zu bestehen, an der auch mal ein Rotdorn stand? Ich meine: ja.

*

Hermann Josef Pilgram (r.)

Originell: Hermann Josef Pilgram (r.)

Die Party war wirklich nett und ist ein Tipp für nächstes Jahr: Die närrische Ratssitzung im Krönungssaal (Eintritt frei, jeder darf mitfeiern). Kommunalpolitiker stiegen in die Bütt und nahmen sich selbst und gegenseitig auf den Arm. Fast alle waren kostümiert. Den Vogel abgeschossen hatte der grüne Ratsherr Hermann Josef Pilgram (Foto: s. links) mit seinen überdimensionalen Jod-Pillen. Von den Grünen wurde das Geschwafel über die Jod-Pillen, die im Fall eines Tihange-Atomunfalls helfen sollen, verarscht.

Pirat im Karneval

Mutig: Pirat Thomas Buhr versucht, im Karneval von Aachen den Durchblick zu erlangen.

Oberbürgermeister Marcel Philipp führte gut gelaunt durch den Abend. Der Mann hat wirklich auffallend oft gute Laune. Und ein einsamer Pirat (aktiv im Sportausschuss des Rates) versuchte, sich trotz der allgemeinen Enthemmtheit einen Überblick über das Geschehen zu verschaffen.

*

In ganz Aachen werden zur Zeit alle Buswartehäuschen ausgetauscht. Es sind über 300. Die alten von der Firma Decaux werden rausgerissen, die vom neuen Vertragspartner kommen rein. Und auch die Werbetafeln kommen weg. Die Aktion geht deutlich langsamer voran, als geplant. Deshalb wurde jetzt ein zusätzliches Arbeitsteam beauftragt. Die ersten 60 Unterstände stehen aber bereits, und was ist zu sehen? Die Häuschen haben ein Milchglasdach, es fehlt eine Blende für den Regen und auch sonst ist nicht alles wie angekündigt. Mehr Infos hier (einschließlich Tabelle, wann wo umgetauscht und neu errichtet wird).

Achtung Richtigstellung: Um den Busunterstand am Elisenbrunnen muss man sich keine Sorgen machen, die „Frittezang“ – vom New Yorker Stararchitekt Eisenman entworfen – gehört der Stadt Aachen, wie mir Piraten versichert haben. Sie ist von den Umbaumaßnahmen nicht betroffen.

Zumindest in der Maltesterstraße muss man jetzt nicht mehr im Regen stehen. Dass die Unterstände etwas anders sind als zunächst mitgeteilt wurde, ist da auch schon egal.

Zumindest in der Malteserstraße muss man jetzt nicht mehr im Regen stehen. Dass die Unterstände etwas anders aussehen als zunächst mitgeteilt wurde, ist da auch schon egal.

 

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Kettensägen bleiben vorerst im Schrank

Plant der Aachener Stadtbetrieb eine General-Attacke auf die Rotdornbäume in der Innenstadt? Es sieht so aus. – Glücklicherweise hat jetzt Oberbürgermeister Marcel Philipp sich eingemischt und vorerst den Großeinsatz der Kettensägen gestoppt.

Schon seit Sommer 2014 ist bekannt, dass der Stadtbetrieb Aachen irgendwie das Ziel verfolgt, irgendwann alle Rotdorne in der Nizzaallee durch eine neue Baumart, nämlich den weißblühenden Apfeldorn, auszutauschen. Der Grund: Rotdorne seien zu teuer in der Pflege.

In Dom-Nähe gefällter Rotdornbaum.

In Dom-Nähe gefällter Rotdornbaum.

Mitglieder der „Lousberg Gesellschaft“ boten an, durch Werbung bei den Anwohnern der Nizzaallee Patenschaften zu initiieren, um die Anschaffung neuer Bäume und die Pflege des gesamten Baumbestandes zu unterstützen und somit den Stadtbetrieb bei den Kosten für den Unterhalt der Allee zu entlasten. Ohne Ergebnis.

Nur durch einen Zufall hat kürzlich die „Lousberg Gesellschaft“ erfahren, dass in der Nizzaallee noch vor dem 1. März 2016 etwa 30 und in den kommenden Jahren mehrere Dutzend Rotdorne gefällt werden sollen. Schnell wurde reagiert und die Anwohner wurden mittels Flyer informiert. Die Presse berichtete ausführlich.

Die Frage ist: Ist tatsächlich geplant, alle Rotdornbäume aus dem Stadtbild zu entfernen?

Mit folgenden Zeilen wandte sich jetzt ein Mitglied der „Lousberg Gesellschaft“ an den Oberbürgermeister (Hervorhebung von mir):

„Wir hören, dass inzwischen drei Rotdornbäume auf dem Münsterplatz abgesägt wurden und ein weiterer in der Giselastraße. Damit wird die Angelegenheit zu einem Thema der gesamten Stadt. Unseres Wissens haben wir an mindestens zehn Standorten im Stadtgebiet Rotdornbäume an Straßenrändern. Überall hängt das Herz der Menschen an diesen Bäumen. Eine solche Entscheidung kann eigentlich nur durch die gewählten Gremien der Stadt getroffen werden.“

Auf die Antwort darf man gespannt sein. Zur Info: Rotdorn wird in anderen Städten sehr gern angepflanzt. Ein Beispiel ist Dresden

Und: Wie wäre es, wenn sich Aachen mal ein Straßenbaumkonzept zulegen würde?

2016 Stellungnahme LG Rotdornbäume

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | 3 Kommentare