Ein Jahr der Herausforderungen

Nicht die schlechteste Art, das Jahr zu beenden: der Silvesterlauf in Aachen. Dem alten Jahr davonlaufen und dem neuen entgegen. Ich wünsche allen einen guten Rutsch und ein schönes 2016.

Nicht die schlechteste Art, das Jahr zu beenden: der Silvesterlauf in Aachen. Dem alten Jahr davonlaufen und dem neuen entgegen. Ich wünsche allen einen guten Rutsch und ein schönes 2016.

Kommt alle mit nach 2016.
2016 ist das wahre Neuland, das liegt nun vor uns und da will ich hin. Kommt alle mit.
Man muss mutig sein. Wir stürzen uns hinein mit Geschrei, denn wir wissen nicht so genau, was auf uns zukommt. Aber der Krach wird unsere Angst vor dem Neuen schon noch verscheuchen.

So ganz schlecht wird es ohnehin nicht werden, das Jahr 2016. Obwohl: Wir stehen vor riesigen Aufgaben. An die 1000 Flüchtlinge werden in Kürze in Aachen am Westbahnhof wohnen, in drei großen Zelten. 1000 Menschen werden dort ab Februar/März in einer Art Durchgangslager des Landes NRW untergebracht. Das wird Aachen verändern. Wir sind wirklich herausgefordert.
Es ist wie verzaubert. Gerade, als uns klar wird, wie schrecklich uninspiriert unserer Zukunft in einem Land mit überwiegend alten Menschen sein wird, da bringt uns die Weltlage massenhaft junge Familien ins Land. Europa ist ein Kontinent, der letztlich immer gewinnt. Erschreckend viele erkennen das nicht und nennen sich auch noch Patrioten. Es sind wohl eher Idioten, doch auch denen müssen wir beistehen.

Das nächste Ziel ist eine Herkulesaufgabe: Wir müssen die Belgier 2016 dazu bringen, ihre gefährlichen Schrottreaktoren abzuschalten. Das hat zuletzt sogar der Aachener Oberbürgermeister kapiert, jedenfalls sagte er das. Belgisches Laisser-faire ist gut und schön, aber wenn es – 70 Kilometer von Aachen entfernt – um die Sicherheit von Atomreaktoren geht, völlig unpassend, also gar nicht angemessen. Die Reaktor-Anlagen sind jetzt so kaputt, dass es ständig irgendwelche „Abschaltungen“ gibt, alle angeblich im nicht-nuklearen Bereich. Wer das glaubt, ist naiv.

Eine echte Herausforderung ist es zudem, für saubere Luft in Aachen zu sorgen. Derzeit atmen wir noch deutlich zu viel Feinstaub und vor allem Stickstoffdioxid ein, mit jedem Atemzug vergiftet man sich ein bisschen. Dass das nicht so bleiben darf, ist ja wohl klar und sollte uns einige Anstrengungen und Verzichte wert sein.

Als Aachener, als Bewohner der Stadt des Karlspreises, so könnte man meinen, haben wir auch was Europa betrifft eine besondere Verantwortung. Der Karlspreis gilt als die wichtigste Auszeichnung für Verdienste um die europäische Einigung und wird 2016 nicht in Aachen verliehen, sondern in Rom. Die Preisverleihung wird also für Aachen ausfallen. Das ist zwar ziemlich passend, wenn man die EU-feindliche Stimmung zur Kenntnis nimmt, aber wir sollten zumindest in Aachen daran arbeiten, dass uns die Einigung Europas als großes, vorrangiges Ziel erhalten bleibt. Und zwar allem Terror und allen neuerlichen Grenzkontrollen zum Trotz.

2016 habe ich auch vor, mir den Humor und die gute Laune zu bewahren. Dass dies mit dem Aachener Karnevalsverein (AKV) möglich wäre, die Hoffnung habe ich übrigens aufgegeben. Der AKV wird auch 2016 nichts zur Hebung der Stimmung beitragen.
Trotzdem: Karneval ist das nächste Großereignis in Aachen. Kommt alle mit, setzt euch lustige Hütchen auf und los geht’s.

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Wichtige Wahlen: 

13. März, Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt.

18. September, Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin

8. November, amerikanische Präsidentschaftswahlen

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Angst vor Reaktor-Katastrophe treibt die Aachener auf die Straße

Demo Aachen Tihange

Zur kurzfristig angesetzten Kundgebung in Aachen erschienen gestern (22. 12.) erstaunlich viele Menschen vor dem Elisenbrunnen. Sie alle trieb die Angst vor einem Atomunfall im nahegelegenen Belgien auf die Straße.

Ziemlich plötzlich ist die Anti-AKW-Bewegung zu neuem leben erwacht, jedenfalls in Aachen und dem Umland.

Wie vorauszusehen war, ist die Anti-AKW-Bewegung zu neuem Leben erwacht, jedenfalls in Aachen und dem Umland.

Wie sehr sind uns doch die Belgier sympathisch! Wie oft haben wir uns gefreut, gelacht und sie beneidet um ihren Hang zum Absurden. Über die Art, wie sie das Unwirkliche in der Wirklichkeit bestehen lassen, über ihre Lebenshaltung und Lebenskunst gegen traditionelle Normen. „Ja, ja, die sind die Erfinder des Surrealismus“, haben wir uns immer erinnert.

Absurdes und Fantastisches haben in dem Nachbarland ihren Raum bekommen, nicht nur in der Kunst, sondern auch in der Politik, im Geschäftsleben, in den Universitäten und Verwaltungen, jeden Tag. Ganz anders als bei uns in Deutschland.

Allerdings: Wo wir einig sind, sind die Belgier zerstritten. Beim Auseinanderfallen des Landes, so haben Politiker der deutschsprachigen Gemeinschaft kürzlich schon mal wissen lassen, möchte man nicht zu Deutschland, sondern zu Luxemburg gehören. Und wo man in Deutschland ein Sicherheitsbewusstsein entwickelt hat, sind viele Belgier eher sorglos. Zum Beispiel wenn es um uralte Atomreaktoren geht.

 Tihange Aachen transparentIn Belgien, so schrieb in diesen Tagen die „Berliner Zeitung“, seien „die Kompetenzen so unübersichtlich verteilt, dass sich niemand zuständig fühlt“. Das Ergebnis: Alle wursteln sich durch und drücken permanent beide Augen zu. Das gelte für den einzelnen Bürger wie für den Staat insgesamt.

(Ups, diese Einleitung ist etwas lang geraten. Eigentlich soll hier nämlich nur von einer etwa einstündigen Veranstaltung berichtet werden, die gestern auf dem Platz vor dem Elisenbrunnen in Aachen stattfand.)

Die Belgier fahren ihre schrottreifen Atomkraftwerke Tihange und Doel wieder vollständig hoch. Der Druckbehälter von Tihange 2 hat tausende Risse, teilweise bröckelt der Beton. Das geht auch Deutschland etwas an, Tihange liegt nur etwa 70 Kilometer und Doel rund 150 Kilometer von Aachen entfernt. Hier ist die Sorge groß. Die deutsche Ministerin Barbara Hendricks (SPD, zuständig für Reaktorsicherheit, hahaha) meint (noch), da könne man nichts machen, jedes Land sei für sich selbst verantwortlich.

Erstaunlich: Was die Einmischung betrifft, so war man jüngst hinsichtlich Griechenland noch ganz anderer Ansicht. Nicht zur reden von Syrien, Afghanistan, dem Kosovo usw., wo deutsche Politiker ganz deutlich sagten, wo es langgehen soll.

Zur Kundgebung in Aachen kamen gestern wohl an die 1000 Menschen. Und obwohl die Veranstaltung sehr kurzfristig angesetzt war, erschienen u.a. Städteregionsrat Helmut Etschenberg (CDU) und Aachens Bürgermeisterin Hilde Scheidt (Grüne) vor Ort, um die Menschen in ihrem Aufbegehren gegen die Gefahr zu bestärken. „Abschalten“, lautete die Forderung, vom FDP-Redner typischerweise als „Bitte“ formuliert. Auch die Linke hatte einen Redner geschickt, alle richteten kurz das Wort an die Menschen.

Nach einem Piraten-Redner wurde ausdrücklich gefragt, doch von denen hat am Elisenbrunnen keiner geredet. Dabei wären gerade die Kompetenzen dieser angeblich technikaffinen Menschen gefragt. Was spielt sich genau in Tihange ab? Müsste nicht eine internationale Experten-Kommission ermitteln, ob die Reaktoren nun schrottreif und gefährlich sind oder nicht? Die belgische Atom-Aufsichtsbehörde FANC ist schließlich an der Spitze besetzt mit Männern, die noch vor Kurzem bei Electrabel (Betreiber des Risse-Reaktors) in Lohn und Brot standen. (s. hier, insbesondere letzter Absatz)

Zu Jan Bens, dem entscheidenden Mann bei der belg. Atomaufsicht, der „fast sein gesamtes Berufsleben, von 1978 bis 2007, bei Electrabel verbracht hat“, siehe auch hier.

Gut eine Stunde dauerte die Kundgebung, von der heute auch in belgischen Zeitungen berichtet wird (s. GrenzEcho). In Aachen empfiehlt es sich mal wieder, einen Blick in die örtlichen Blätter zu werfen, allein schon wegen der eindrucksvollen Fotos.

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s. auch die Seite vom Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie: www.anti-akw-ac.de

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Ein Stadion in Feierlaune: Fangesänge und Weihnachtslieder

Aachen Weihnachtssingen

Eindrucksvoll: Der Tivoli im Kerzenlicht.

Das darf man sich nicht zu besinnlich vorstellen: das Weihnachtssingen auf dem Tivoli. 16.000 mögen es gewesen sein, die dieses Jahr ins Stadion strömten um – quasi stundenlang – aus voller Kehle zu singen. Erstmals hatte ich Zeit und war dabei.

Zunächst muss gesagt werden, dass es allein schon wegen dem Wetter ein toller Abend war. 13 Grad und ganz klar, die Luft so sauber wie selten in der Innenstadt. Der Anblick war tatsächlich so, dass man ihn nicht mehr vergisst: Ein Stadion voller Menschen mit brennenden Kerzen in den Händen. Drei Seiten des Stadions waren voll, die Seite, an der die Bühne stand, blieb leer. Die Anreise mit dem Shuttle vom Bushof aus war natürlich auch bequem.

Weihnachtssingen Aachen

Die Bühne, natürlich hell erleuchtet.

Männer, Frauen, Kinder, Eichhörnchen – Alle kamen kostenlos rein, am Eingang stand zwar Sicherheitspersonal (freundliche Leute), aber es gab keine Kontrollen. Jeder erhielt eine Kerze mit einer Blende für runtertropfenden Wachs und ein Programmheft mit allen Texten, die gesungen wurden.

Kaum jemand kam allein, viele versorgten sich und ihre Freunde während des Singens fleißig mit Bier und Würstchen. Klar, es wurden auch alte, deutsche Weihnachtslieder gesungen (z.B. „Zu Betlehem geboren“). Aber dazwischen gab es glücklicherweise immer wieder markerschütternde Alemannia-Fangesänge und Schwungvolles wie „Rivers of Babylon“ oder „Feliz Navidad“. Da war so etwas wie Festival-Stimmung zu spüren.

Es gab auch einige kluge Worte über Gott usw., doch niemand wurde ungeduldig, man unterhielt sich mit den Freunden und hatte Spaß. Als Veranstalter dieses tollen Events wurden übrigens die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) und die Fan-IG der Alemannia genannt. Die hatten eigens 500 Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsunterkünften zu dem Singen auf die Haupttribüne eingeladen, was Stadionsprecher Robert Moonen mitteilte und was mit großem Beifall quittiert wurde.

Das war nun also das 3. Weihnachtssingen auf dem Aachener Tivoli. Nächstes Jahr werden sicher noch mehr Menschen aus Aachen und der Region teilnehmen, dann wird man vielleicht die Bühne in die Mitte des Stadions stellen müssen.

*

Mitwirkende laut Programmheft: Gospelchor der International Christian Fellowship (ICF) Aachen.
Jugendchor und Band des Bischöflichen Pius-Gymnasiums Aachen „Pius Celebration“.
Instrumentalverein Richterich.
Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde Aachen.
Trommler der Öcher Legion.
Jupp Ebert, Robert Moonen, Professor Scheller von der Fachhochschule Aachen und ganz viele Helferinnen und Helfer im Hintergrund. Als Sponsor hat sich das Kaufhaus REWE Aachen beliebt gemacht.

s. auch. www.weihnachtssingen-ac.de

weihnachtssingen Aachen

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Pegida vorerst in Aachen wenig erfolgreich

nopegida Aachen

Zogen auf den Platz vor dem Fußballstadion und verstärkten damit die Gruppe derjenigen, die dort schon warteten: Gegendemonstranten, die Aachen nicht einfach den Pegida-Fans überlassen wollen.

Die Pegida-Bewegung hat heute versucht, in Aachen Fuß zu fassen. Es blieb beim Versuch, das Ansinnen ist vorerst mit Karacho gescheitert. Die Ultra-Rechten hatten für den 3. Advent eine Kundgebung außerhalb der Innenstadt, am Tivoli (Krefelder Straße), genehmigt bekommen. Aber sie fanden noch nicht mal jemand aus Aachen, der ihre Kundgebung angemeldet hätte. Ein Auswärtiger musste ran.

Pegida-Fans aus Holland und Belgien, Aachen und Mönchengladbach wollten

pegida in aachen

So stellte sich die Kundgebung der Rechten von der Seite der Gegendemonstranten aus gesehen dar.

sich versammeln, so hieß es im Vorfeld. Es kamen auch Menschen aus allen Himmelsrichtungen nach Aachen. Doch mehr als 50 sind es auf keinen Fall gewesen, eher weniger (update 14. 12. : Die Polizei spricht – für mich unverständlich – von 120 Personen. Erwartet waren 300). In einer Ecke, ganz rechts neben dem Tivoli, standen sie rum, schwenkten Fahnen und hingen zwei Transparente („Mohammed not welcom“) auf. Später (gegen 14 Uhr) hielt noch Pegida-Gründer Lutz Bachmann eine Rede. Viel konnte man davon nicht hören, die Gegendemonstranten machten ordentlich Krach. Ich konnte allerdings vernehmen, dass angeblich in Deutschland Menschen Angst haben, ihre Meinung zu sagen, und dass die Presse hierzulande das allerletzte sei. Na ja.

Es trafen sich gleichzeitig geschätzt 1000 Menschen mitten in der Stadt am Eisenbrunnen, wo Oberbürgermeister Marcel Philipp und Städteregionsrat Helmut Etschenberg in Reden betonten, dass Aachen eine weltoffene Stadt ist und gedenkt, das auch zu bleiben. Bravo! Dass so viele sich gegen Rassismus und Hetze stellten, kann einen als AachenerIn wirklich froh machen.

300 bis 500 meist junge Menschen wollten den Pegida-Spacken vor Ort, also am Tivoli, mit ihrer Anwesenheit klarmachen, was man von ihnen hält. Nämlich nichts. Dort war ich ebenfalls dabei. Von dort habe ich auch mit klammen,

Polizei pediga Aachen

Polizisten waren in großer Zahl vor Ort. Sie alle hätten den 3. Advent sicher lieber anders verbracht, das konnte man manchem Gesicht  ansehen. Aber es ging nicht anders: Den Pegida-Leuten musste leider eine Lektion erteilt werden.

eiskalten Fingern und Füßen vom Hergang der Veranstaltung getwittert und Fotos gemacht (unter @feuertinte).

Hunderte Polizisten sorgten für die Sicherheit, der Polizeipräsident von Aachen (Dirk Weinsprach) war persönlich vor Ort. Außerdem meine  ich noch Reiner Priggen (grüner MdL) erkannt zu haben, Günter Schabarm (Grüne) und natürlich Marc Teuku (Piraten, Stadtrat AC). Ich bin früher weggegangen, bis gegen 15 Uhr verlief alles friedlich. Es krachte anfangs ein Silvester-Böller, aber das fand ich nicht beunruhigend.

Gut 200 Demonstranten hatten sich morgens am Westbahnhof versammelt, zogen durch Aachen und verstärkten später die Gruppe auf dem Tivoli-Vorplatz. Gegen 11 Uhr standen auch zahllose Polizisten am Hauptbahnhof, doch weder Rechte noch Gegendemonstranten waren – soweit ich sehen konnte – in größerer Zahl da.

Die Pegida-Truppe hätten gern in der Innenstadt demonstriert, doch pfiffige Linke hatten im Vorfeld davon Wind bekommen und sofort für alle infrage kommenden Plätze Kundgebungen angemeldet. So blieb nur noch ganz weit draußen was übrig.

Es empfiehlt sich, nach Berichten vom Kollegen Michael Klarmann zu suchen und morgen in eine Aachener Tageszeitung zu schauen. Dort wird es mit Sicherheit ausführliche Berichte geben von dem Tag, als Pegida versuchte, in Aachen Fuß zu fassen . . .

Falls ihr noch Zeit habt, lest das: Wie Dresden mit Zu-wenig-tun gegen Pegida seinen Ruf ruiniert

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Update (18.12.) : Fotos, beim Aufräumen gefunden.

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Es werde „Light“

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Zu sehen im Fenster des Stadtmuseums (Centre Charlemagne) in Aachen, Katschhof.

Das Fraunhofer Institut für Lasertechnik hat eine Lichtinstallation geschaffen und im Centre Charlemagne am Katschhof aufgebaut. Die soll auf das kommende Aachener Jahr der Wissenschaft hinweisen, das am 1. Januar über uns hereinbricht  beginnt.

Zu sehen sind noch bis zum 10. Januar mannshohe Buchstaben, die das Wort LIGHT ergeben. Das hat natürlich eine doppelte Bedeutung: Licht und leicht. Das Teil „illustriert die generative Fertigung von Leichtbauteilen mit Lasertechnik“, habe ich irgendwo gelesen (Quelle: Internet hahaha).

Das Institut hat mehr als 400 Patente und 30 Ausgründungen hervorgebracht, ist Ansprechpartner für Unternehmen weltweit. Hier erfahrt ihr mehr darüber. https://de.wikipedia.org/wiki/Fraunhofer-Institut_für_Lasertechnik  Es hat immerhin 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Installation wechselt ständig die Farbe des Lichts (s. unten). Es ist in der dunklen Jahreszeit sehr angenehm, in das helle Licht zu schauen. Sicher fällt die Installation auch vielen Weihnachtsmarkt-Besuchern auf.

light aachen

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Pannenreaktor wird am 15. Dezember wieder hochgefahren

In Aachen ist Tihange ein großes Thema, dort steht nämlich – Luftlinie 70 Kilometer von Aachen entfernt – ein Atomreaktor, der mittlerweile tausende feine Risse (am Reaktorbehälter) hat. Und es werden immer mehr. Die Aachener sind zunehmend beunruhigt. Doch wie ist es mit den Menschen im Rest der Städteregion?

Was ist mit den Leuten in Monschau und Simmerath, Eschweiler und Stolberg, Alsdorf und Würselen, Herzogenrath, Kohlscheid und Baesweiler? Lässt sie die Tatsache, dass dieser umstrittene Pannenreaktor am 15. Dezember wieder hochgefahren wird, kalt? Der Pannenreaktor in Tihange sollte eigentlich am 1. Oktober 2015 für immer abgeschaltet werden.

Es gibt viele Fragen und gar keine Transparenz. Wer ist eigentlich zuständig, bei einem Unfall in diesem uralt Reaktor-Modell? Schließlich wurde der Reaktor Anfang der 70er Jahre erstmals hochgefahren (Baubeginn 1970). Er wurde also konstruiert mit der Technik der 60er Jahre. War man damals in Sachen Sicherheit schon auf dem heutigen Stand? Wohl kaum.

Ich bin öfter in Monschau. Was soll ich machen, wenn im Radio die Meldung kommt, dass in Tihange der Reaktor explodiert ist? In den Wald laufen? In den Keller laufen? In den Keller des Verwaltungsgebäudes laufen? In eine Apotheke um für die jüngeren Teile meiner Familie Jodtabletten zu holen? Soll ich mich ins Autos setzen und so schnell wie möglich wegfahren? Warum sagt man uns das nicht im Vorhinein?

Eine radioaktive Wolke braucht bei Westwind von Tihange bis in die Städteregion nur 3 Stunden. Westwind herrscht bei uns ja praktisch immer. Ich habe also nicht viel Zeit zum Überlegen.

Wer ist eigentlich zuständig in der Städteregion im Falle einer immer wahrscheinlicher werdenden Katastrophe? Der Städteregionsrat Helmut Etschenberg? Die Bürgermeister der jeweiligen Gemeinde? Der Chef einer örtlichen Feuerwehr? Und warum haben alle Belgier Jodtabletten zu Hause und die Menschen in der Städteregion Aachen nicht? Werden sie bald Jodtabletten (schützen vor Schilddrüsenkrebs) bekommen?

Alles ist womöglich schon in Katastrophenplänen geregelt. Warum informiert man uns nicht über diese Pläne? Macht es Sinn, Electrabel als  Betreiber von Tihange einmal zu einer Sitzung des Städteregionstages einzuladen und dort die Bedenken zu äußern. Die Maastrichter haben dergleichen getan.

Die Aachener Gruppe „Ärzte gegen den Atomkrieg“ ist wegen des 15. Dezember allmählich aufs Höchste beunruhigt. Sollen wir ihnen oder der belgischen Behörde für die Atomaufsicht vertrauen? Und warum wurden in den vergangenen Jahren die Sirenen abgebaut oder abgeschaltet und in jüngster Zeit ziemlich flott wieder installiert? Oder sollte man solche Fragen besser nicht stellen, weil dann Hysterie entstehen kann?

Hier ein weiterer Bericht zu dem Thema: http://uebergangshymne.com/2015/10/22/aerzte-auf-visite-im-rathaus-die-lage-ist-ernst/

 

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Die Städteregion: Ein Radler-Paradies

Die Mehrheit von Christdemokraten und Grünen im Parlament der Städteregion (Städteregionstag) möchte die Gegend von Monschau bis Baesweiler zu einer Hochburg des Radtourismus machen. Das wurde wieder einmal klar, als jüngst im zuständigen Ausschuss abgestimmt wurde. Es ging um Geld, das in den Bau von Radwegen investiert wird.

Dem Radtourismus gehört die Zukunft, davon gehen insbesondere die Grünen ohne jeden Zweifel aus, und die CDU zieht mit. Auch die Verwaltung der Städteregion mit Helmut Etschenberg (CDU) an der Spitze setzt voll und ganz auf Radtourismus. Das bedeutet, das bei Abstimmungen immer diejenigen eine haushohe Mehrheit erringen, die für mehr Radwege stimmen und nicht contra.

Offenlage:
Der Tourismus- und Kulturausschuss kommt nicht oft zusammen. Zuletzt traf man sich am 11. Juni. zu Beratungen und Entscheidungen. Ende November war es wieder so weit.

Die Entscheidungen im Ausschuss sind – formal gesehen – nicht bindend für die Städteregion. In der Realität kommt es aber nicht vor, dass der Ausschuss anders entscheidet als der Städteregionstag.

Ich bin als sachkundige Bürgerin von der Piratenpartei in dieses Gremium geschickt worden. Pro Sitzung bekomme ich eine Aufwandsentschädigung von 38,40 Euro.

 

Zwei von elf Punkten waren bei der jüngsten Sitzung besonders wichtig.

1. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, dass die Städteregion zusammen mit Alsdorf, Baesweiler, Eschweiler, Herzogenrath, Stolberg und Würselen sich in Köln und Düsseldorf um Fördermittel (Geld) bemüht, um in den genannten Ortschaften den Radtourismus auszubauen.

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50er-Jahre-Sitzungssaal im Verwaltungsgebäude der Städteregion Aachen.

Ich habe (mit Georg Helg, FDP) dem nicht zugestimmt, weil ich denke, dass diese Kommunen (besonders Stolberg und Herzogenrath) entweder nicht das Geld haben für den Ausbau des Radtourismus oder (besonders Alsdorf) gar nicht für Urlaub mit dem Rad geeignet sind.

Tourismus-Förderung gilt bei der Städteregion als „Wirtschaftsförderung“. Und so gilt die Geldausgabe für den Ausbau von Radwegen als „regionale Wirtschaftsförderung“. Knapp 2 Millionen Euro sollen für die Entwicklung des Radtourismus in den oben genannten Kommunen ausgegeben werden. Der Eigenanteil der Städteregion beträgt 252.900 Euro. Alsdorf, Baesweiler, Eschweiler, Herzogenrath, Stolberg und Würselen müssen sich an dem Radtourismus-Ausbau mit insgesamt 1.429.000 Euro beteiligen.

Radtourismus, das bedeutet übrigens nicht nur: mehr und bessere Radwege. Dazu gehören auch Erlebnisrundtouren schaffen, Info-Zentren für Radler, Reiserlebnisse (entwickelt von einem externen Planungsbüro) inszenieren, Bahnhöfe in Stolberg, Eschweiler, Herzogenrath und Alsdorf/Annapark zu Radwanderbahnhöfen ausbauen. Das alles produziert Folgekosten.

2. Sodann ging es um einen Förderantrag zum Ausbau des RurUfer-Radweges. Das ist ein Radweg, der durch die Städteregion und die Kreise Düren und Heinsberg führt. Städteregionales Gesamtvolumen: 3.256.800 Euro. Es wurde auch hier mit großer Mehrheit beschlossen, diesen Förderantrag via Bezirksregierung beim Land NRW einzureichen. Bei diesem Punkt habe ich mich (wie auch Marika Jungblut, Die Linke) enthalten, denn ich kann letztlich zu der Situation in den beiden Kreisen Düren und Heinsberg nicht wirklich Qualitätvolles sagen. Nur einer stimmte dagegen: Georg Helg, FDP.

Der RurUfer-Radweg führt, wie der Name schon sagt, an der Rur entlang. Es wurde auch mit Mehrheit beschlossen, dass dieser Radweg von nunmehr 2 von 5 Punkten auf 3 Punkte angehoben werden soll, was leicht möglich ist.

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Ich muss anerkennend sagen, dass Grüne/CDU sich wirklich sehr engagieren für ihre Radwege-Kultur. Und ganz offensichtlich fest und ehrlich davon überzeugt sind, mit diesen Investitionen und Ausbauplänen der Region etwas Gutes zu tun. Ich persönlich sehe unsere Region nicht als Urlaubsregion für Radler, eher

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Das Städteregion-Verwaltungsgebäude in der Aachener Zollernstraße, alter und neuer Teil.

schon für Wanderer. Was die Wirtschaftsförderung betrifft, so würde ich lieber schon bestehende Attraktionen noch attraktiver machen um richtig fett Touristen anzulocken. Ansonsten plädiere ich bei Wirtschaftsförderung für Breitbandausbau (mit Glasfaserkabel, und nicht wie es jetzt vielerorts geplant wird, mit Kupferkabel. Weil: Auslauftechnik.), damit Firmen sich auch in der Eifel ansiedeln können.

Radwege für die Freizeitgestaltung sind etwas anderes als Radwege, die angelegt werden, damit Leute für den Weg zur Arbeit ihr Auto stehen lassen, lange Staus mit vielen Abgasen meiden, kurz: mit dem Rad zur Arbeit fahren. Diese Radwege sind nicht zur Freizeitgestaltung da. Darüber habe ich mit Piraten reichlich diskutiert, da müssen wir Aachener mit den Herzogenrather Piraten noch zu einer gemeinsamen Linie finden.

*

Auf Nachfrage konnte ich erfahren, dass offenbar geplant ist, das KuK (eine Attraktion in Monschau, die mächtig Besucher in die Eifel zieht) doch nicht  mit Sparmaßnahmen zu überziehen. Das zeigt schon, dass in der Städteregion noch oft die Vernunft siegt.

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Wer sich für den Schulausschuss in der Städteregion interessiert, liest bei meinem Piraten-Kollegen Michael Sahm weiter: http://msahm.piraten.ac/bericht-schulausschuss-staedteregion-aachen-26112015/

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Ein Haus für Spieler, Kunst von Weltrang und Spitzengastronomie

Neues Kurhaus Aachen

Blick auf das Neue Kurhaus, das ab 2017 saniert werden soll. Reproduzierte Kunst von Weltrang, Spitzengastronomie und Spieler sollen dann einziehen.

Was wird aus dem Neuen Kurhaus an der Monheimsallee? Der neoklassizistische Bau ist denkmalgeschützt, gehört der Stadt Aachen und muss dringend saniert werden, was nach ersten Schätzungen gut 20 Millionen Euro kosten wird.

Lange fand sich niemand, der (nach der Sanierung) einmal dort einziehen und das Publikum unterhalten möchte. Jetzt hat die Kölner Eventagentur Explorado Interesse angemeldet, sie will „authentisch“ Künstler von Weltrang (zum Beispiel Michelangelo, Salvador Dalí, René Magritte usw) und ihre Werke vorstellen. Unter anderem ist an die Reproduktion der Sixtinischen Kapelle im Maßstab 1:5 gedacht. (Was sagen eigentlich örtliche und überörtliche Museumschefs zu diesem Ansinnen?)

Das hat jedenfalls die altehrwürdige FAZ schon zu einigem Spott animiert (lesenswert). Sie berichtete von einem „sixtinischen Casino“, das die Aachener mit viel Geld errichten wollen. Dabei muss das Gebäude ohnehin – also mit Kunst oder ohne – saniert werden.

Wahrscheinlich wird man bei der Sanierung am Ende mit 20 Millionen nicht auskommen, ich erinnere an die Oper in Köln. „Bislang sollte die Sanierung der Kölner Bühnen 288 Millionen Euro kosten. Oberbürgermeisterin Henriette Reker geht nun von einem Betrag von bis zu 460 Millionen Euro aus. Die Eröffnung rückt in weite Ferne“, schreibt der „Kölner Stadtanzeiger“.

Neues Kurhaus Aachen

Blick in den Lenné-Pavillon. Er wird abgerissen.

Das Aachener Neue Kurhaus soll wieder schön werden, das ist vom Stadtrat beschlossene Sache. Der Lenné-Pavillon (rechts vom Gebäude) wird abgerissen.

Der alte Mieter, das Spielcasino, will danach nur noch einen kleinen Teil des Gebäudes mieten. Und auch das nur, wenn in den Rest eine Attraktion einzieht, die zusätzlich quasi indirekt Menschen an die Spieltische zieht. Lange wurde gesucht, der ein oder andere Veranstalter (Theater/Varieté) interessierte sich und sprang später wieder ab. Jetzt will man außer dem Casino (links) ein Restaurant (in der Mitte) und die erwähnte Kunsthalle (rechts) installieren. Letztere wird angeblich 85.000 Besucher pro Jahr zählen.

Im Rat der Stadt haben dem alle Parteien zugestimmt, manche Ratsherren und – damen wohl einfach nur, weil man froh ist, dass überhaupt jemand in das monumentale Bauwerk, das doch eigentlich recht sehenswert ist, einzieht (und vor allem Miete zahlt). Mit dem Umbau kann aber wegen allerlei Ausschreibungen und Planungen erst 2017 begonnen werden. Fertig wird alles in etwa vier Jahren, frühestens.

In der Aachener Piratenpartei wurde kurz der Vorschlag diskutiert, das Neue Kurhaus einfach zu verkaufen. Irgendein Multimillionär werde sich schon

Neues Kurhaus Spielkasino

Schwer in die Jahre gekommen: das Neue Kurhaus (erbaut 1914 bis 1916) in Aachen. Alle Fotos: Archiv

finden – bei dem Überfluss an liquiden Mitteln, den diese Leute derzeit vor sich herschieben. Und wenn das Neue Kurhaus auch verkauft wäre, so stünde es doch immer noch an seinem Platz und könnte bewundert werden. Hinein  geht ja sowieso schon länger niemand mehr. Das Spielcasino hat viele „Kunden“ an das Internet verloren, verzeichnet schon lange zurückgehende Besucherzahlen.

Im Stadtrat stimmten am Ende aber auch die Piraten den oben skizzierten Plänen zu. Frühestens 2019 wird man sehen, wer an der Monheimsallee letztlich einzieht.

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Vier Hallen, ein Risse-Reaktor und ein Orden

westbahnhof Aachen

Blick auf das Gelände an der Aachener Süsterfeldstraße, das zunächst Bauten für Flüchtlinge und später den Campus West beherbergen soll. Foto: Archiv

In diesen Tagen kann man sich in Aachen nicht nur über den AKV ärgern, der mit der Auswahl seiner Preisträger (für den „Orden wider den tierischen Ernst“) fast jedes Jahr dem guten Image der Stadt Aachen Schaden zufügt. Sondern auch über die Kölner Bezirksregierung. Die hat nämlich auf die 61 Fragen der Aachener Politiker zum Risse-Reaktor in Tihange lapidar mitgeteilt, die Fragen seien schon alle beantwortet. Und hat das Schreiben der Aachener sodann in den Papierkorb befördert.

Besonders lustig findet der Aachener Karnevalsverein (AKV) in dieser Session den bayerischen Finanzminister, Markus Söder (CSU). Der hatte, gleich nach den Anschlägen von Paris, die Attentäter (fast alle in Frankreich geboren) mit den Flüchtlingen in Verbindung gebracht. „Paris ändert alles“, meinte der Mann und forderte ein Ende der Willkommenskultur. Söder weiter zur Flüchtlingskrise: „Hier geht es ums deutsche Volk“, und die Flüchtlinge sollten unsere Werte annehmen, also ihre Flüchtlingsheime selbst anzünden oder was?

Söder kann ja sagen was er will, aber wo ist bei diesem elenden CSU-Scharfmacher eigentlich der „Humor im Amt“, für den er in Aachen ausgezeichnet wird? Weniger Humor als Söder haben eigentlich nur die Figuren von der AfD. Müssen wir befürchten, dass als nächstes Frauke Petry (AfD) den Aachener Orden bekommt? Oder die belgische Atomkontrollbehörde FANC?

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Mit einer spektakulären Aktion hatten jüngst Ärzte im Rat der Stadt Aachen vor einer radioaktiven Wolke gewarnt, die aus Richtung Belgien nur drei Stunden bis Aachen braucht. Tausende Risse und mehrere Störfälle in einem Reaktor in Tihange lassen eine Katastrophe nicht unwahrscheinlich erscheinen.

Die belgische Atomkontrollbehörde FANC gab dieser Tage bekannt: Die umstrittenen Reaktoren Tihange 2 bei Lüttich und Doel 3 bei Antwerpen dürfen wieder ans Netz. Von einem Atomunfall wäre übrigens ganz NRW betroffen.

In den Sitzungen des Bürgerforums vom 16. Juni und 29. September wurde die Bezirksregierung darum gebeten, 61 Fragen zu Tihange und zur Sicherheit der Bevölkerung schriftlich zu beantworten. Wie dann den Zeitungen zu entnehmen war, haben die Kölner mitteilen lassen, an der Sitzung des Bürgerforums nicht teilzunehmen, da die Fragen grundsätzlich bereits beantwortet seien. Alle Politiker im Bürgerforum waren sauer und haben auf Übermittlung der Antworten auf ihre Fragen bestanden. Mal sehen, was jetzt passiert. (Nächste Sitzung des Bürgerforums: Dienstag, 1. Dezember, 17 Uhr, Ratssaal im Rathaus, öffentlich.)

*

Noch mal zum Thema „Flüchtlinge“: Vier Hallen werden am Aachener Westbahnhof errichtet (für 1000 Flüchtlinge), dies geschieht auf Veranlassung der Bezirksregierung in Köln. Es sind Hallen für je 250 Personen – in Leichtbauweise. Ab Februar sollen dort Menschen untergebracht werden, nicht dauerhaft, sondern für eine erste Registrierung, bevor sie in andere Städte und Gemeinden weitergeleitet werden. Errichtet wird demnach ein „Erstaufnahmezentrum“. Zuständig ist nicht die Stadt Aachen, sondern die Landesregierung. Zusätzlich wird es auf dem Gelände Hallen (oder Zelte) für Sanitärbereiche und einen Cateringservice geben.

Im September habe ich mir das Gelände, auf dem sich einmal der Campus West befinden soll, bereits angesehen (s. Foto oben). Es ist wirklich riesengroß, angeblich 320.000 Quadratmeter, und liegt – von Aachens Innenstadt aus gesehen – links von der Süsterfeldstraße, zwischen der Bahnlinie und der Süsterfeldstraße. Von der Kühlwetterstraße aus bin ich auf das Gelände draufgekommen. Dort gibt es noch Hallen von der Spedition Schenker, die sind zu gar nichts mehr zu gebrauchen und werden abgerissen. (Falls ihr einen Zugang habt, könnt ihr hier die Bezahlschranke überwinden, und mehr dazu lesen.)

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„Von der Bezirksregierung werden der Stadt Aachen aktuell fast 200 Flüchtlinge regulär pro Woche zugewiesen“, teilt das Presseamt mit. Und weiter: Zurzeit werden die Flüchtlinge unter anderem in den Turnhallen Obere Drimbornstraße, Haarbachtalstraße und Königstraße betreut. Viele Flüchtlinge haben daneben in verschiedenen Wohnungen dezentral im Stadtgebiet eine Bleibe gefunden – allein diese Woche konnten auf diese Weise 69 Menschen ein Dach über dem Kopf finden.

Auch die beiden Stubenhäuser in der Körner-Kaserne, in denen Platz für
fast 200 Flüchtlinge in einer Notunterkunft des Landes geschaffen wurde,
stehen inzwischen den der Stadt regulär zugewiesenen Flüchtlingen zur
Verfügung. Die Plätze für die so genannten „Landesflüchtlinge“, die in
aller Regel nur kurze Zeit in Aachen bleiben, wurden in den vergangenen
Tagen auf die Turnhallen Rombachstraße und Peliserkerstraße verteilt. Ab
nächster Woche steht auch die ehemalige Schule Beginenstraße zur
Flüchtlingsunterbringung bereit.

Mit Hochdruck arbeitet die Stadt, eigenen Aussagen zufolge, ebenfalls an der Fertigstellung des ehemaligen Versorgungsamtes in der Turpinstraße, das hoffentlich noch im Dezember Platz für weitere 90 Flüchtlinge bieten kann.

Zusammengefasst: Derzeit werden mehr als 1900 Flüchtlinge in den verschiedenen städtischen Unterkünften betreut. Daneben bietet die Stadt
Aachen insgesamt 1060 Menschen in den neun verschiedenen Noteinrichtungen des Landes eine Unterkunft. Ferner sind rund 672 unbegleitet minderjährige Flüchtlinge in Aachen untergebracht. Insgesamt leben in der Stadt aktuell rund 3650 schutzsuchende Menschen.

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Losglück mit fatalen Folgen

container Aachen

Altkleider-Container in Aachen, am Kronenberg. Die kommen alle weg, ob vom DRK oder von den Maltesern oder sonstwem. Sodann wird für ein Jahr ein Unternehmer aus Hessen neue aufstellen, darin Altkleider sammeln und verkaufen.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) darf zwar die Flüchtlinge mit kostenloser, guter Kleidung versorgen. Es darf aber in Aachen keine Altkleider-Container mehr aufstellen, nur noch auf privatem Gelände Klamotten sammeln.
Das hat jetzt ein Verfahren ergeben, das die Stadtverwaltung gewählt hat, um jemand zu finden, der das Sammeln von Altkleidern in Aachen in Gänze übernimmt.

Das Deutsche Rote Kreuz darf in Aachen auch mit bis zu 60 ehrenamtlichen Helfern beim Reitturnier dabei sein, bei Stadtfesten, Silvesterläufen und sonstigen Großereignissen. Da werden diejenigen gut versorgt, denen im Trubel des Events schlecht wird, die sich den Fuß verstauchen, zu viel Alkohol trinken usw.
Das Geld, um all die Ehrenamtlichen auszubilden, darf sich das DRK aber nicht mehr mit dem großflächigen Sammeln von Altkleidern verdienen. Es werden von den Helfern ja nicht nur Bedürftige kostenlos versorgt, es werden auch Teile der gesammelten Klamotten verkauft (pro Tonne gibt es 300 Euro, Quelle: AN) und in die Ausbildung investiert.

Geld verdienen, sich seine Geldbörse mit dem Handel mit Aachener Altkleidern füllen, das darf hingegen ab 1. Januar ein Unternehmer aus Hessen. Wir gratulieren. :-(((

Die Deutsche Textilrecycling-Werke (DTRW) aus Hessen haben das große Los gezogen. Das kann man wörtlich nehmen, denn wer in Aachen in großem Stil Second-Hand-Klamotten einsammeln darf, das hat jetzt buchstäblich ein Losverfahren entschieden. Und das vielfach ehrenamtlich-aktive DRK ging leer aus. Aus die Maus.

Zur Vorgeschichte: Die Container-Standorte in Aachen und die Container selbst waren in den letzten Jahren oft sehr schmutzig. Es gab auch zu viele unterschiedliche Modelle. Mal war der Platz rund um den Container verdreckt, mal quoll der Container über und die Klamotten hingen nass in der Gegend rum. Mal wurden Container von Spaßvögeln weggeschleppt, mal aufgebrochen oder beschmiert. Da lag es nahe, das Business in die Hände eines Vereins/einer Firma/einer Organisation zu geben. Die sollte dann – vertraglich geregelt – für Ordnung und Sauberkeit zuständig sein und auch 100 neue, blitzsaubere, total gleich aussehende Container in der ganzen Stadt aufstellen.

Rein formal war das Verfahren (man konnte sich bewerben, und unter den Teilnehmern wurde schließlich der Gewinner ausgelost) fair und in Ordnung. Nur hat man im Ergebnis das DRK ausgebootet, das außer dem Altkleider-Business schließlich noch einige mildtätige Aufgaben in der Stadt übernimmt.

Ob das so schlau war, wird hier bezweifelt. Und ob das alles rechtens war, wird womöglich ein Gericht klären müssen. Wir hier bei der uebergangshymne.com wissen jedenfalls, wem wir unsere gut erhaltenen Wintersachen demnächst zukommen lassen werden. Das DRK überlegt, sich auf dem Bendplatz zu positionieren und dort Altkleider zu sammeln. An den bisher üblichen 60 Stellen – verteilt in der Stadt – dürfen die das jedenfalls nicht mehr machen.

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Anmerkung: Ja, ich weiß auch, dass das DRK nicht immer ganz koscher unterwegs war. So wurde mal gespendetes Blut für viel Geld ins Ausland verkauft. In den letzten Jahren war die Organisation aber sauber, soweit ich sehen kann.

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