Krass: Sparvorschläge in allen Preisklassen

Städteregion Aachen

Hier hat man sich in den vergangenen Wochen über Sparvorschläge ziemlich viele Gedanken gemacht: im Haus der Städteregion.  Ziel ist, künftig die Umlage für die Städte und Gemeinden der Region nicht weiter zu erhöhen.

„Einen Prozess ohnegleichen“ kündigte Helmut Etschenberg an, und die Politikerinnen und Politiker schauten ganz schön kariert aus der Wäsche, als der Chef der Verwaltung der Städteregion in der Zollernstraße sein Sparprogramm für die Jahre 2015 bis 2025 vorstellte. Das ist ganz ohne die Mitarbeit der Politik, allein in der Verwaltung entstanden.

Zu der Sitzung im Mediensaal  kamen übrigens knapp 80 Zuschauer, viele mussten stehen. Den Bürgermeistern, dem Aachener Oberbürgermeister und der Presse waren die Sparvorschläge erst kurz zuvor offeriert worden. Hier mal das, was ich von den Zuschauerplätzen aus mitbekommen habe:

Zunächst sollen alle Stellen überprüft werden, und ab 2016 sollen es genau 1 Prozent und ab 2019 genau 2 Prozent weniger sein (außer im JobCenter und in den Kitas, dort soll nicht an Personal gespart werden). Derzeit hat die Städteregion etwa 1650 Beschäftigte.

Dann ging es um die Berufskollegs, von denen laut Etschenberg eines (und zwar in Aachen) geschlossen bzw. mit einem anderen zusammengelegt werden kann. Statt 9 könne die Region auch mit 8 Berufskollegs auskommen, so die – wie ich finde – korrekte Einschätzung. Abendgymnasium und Euregiokolleg sollen zusammengelegt werden, Standort soll Würselen sein.

Etschenberg schlägt eine Sportstättengebühr vor, und dass die drei Eifelkommunen (Simmerath, Monschau, Roetgen) ein gemeinsames Jugendamt bekommen und dessen Arbeit nicht mehr in der Zollernstraße geleistet wird. Auch, was die Bauaufgaben betrifft „sind wir bereit, diese Aufgaben an die drei Eifelkommunen abzugeben“, so Etschenberg.

Verzicht auf den Neubau des Fachseminars für Altenpflege schlug er vor und eine – mMn hochproblematische – Halbierung der Zuschüsse für die Sozialverbände. Eins von zwei Frauenhäusern soll geschlossen werden. Die verblüfften Zuhörer bekamen etwa eine halbe Stunde lang teils Sparvorschläge präsentiert, die Millionen Euro umfassen, aber auch solche, die nur eine  vierstellige Summe ausmachen.

Gespart werden allein mit den sogenannten Kernvorschlägen dieses ziemlich ambitionierten „Strukturkonzept 2015 – 2025“ über 25 Millionen Euro bis zum Jahr 2020. Entscheiden müssen über all die Sparvorschläge aber die Politiker. Und die werden längst nicht allem zustimmen, was sich die Verwaltungsspitze auf die Liste geschrieben hat. Das wurde in der Sitzung von CDU, Grünen und der SPD gleich mal klar gesagt. Die FDP fand alle Sparvorschläge ganz toll, die zwei Vertreter von Piraten/UfW äußerten sich leider gar nicht.

Glücklicherweise war in der Verwaltung aufgefallen, dass das Kunst- und Kulturzentrum (KuK) in Monschau mit großem Erfolg arbeitet, seit es sich vor etwa zwei Jahren auf Fotografie konzentriert hat. Diesen Touristen-Magnet in der strukturschwachen Eifel und das Kulturfestival (eine Veranstaltungsreihe der Extraklasse) will Helmut Etschenberg nicht nur erhalten, sondern fördern. Auf Kosten der „Monschau Klassik“ möglicherweise. Es wäre eine gute Entscheidung, wenn die Politik hinsichtlich KuK zustimmen würde.

Leider befürwortet Städteregionsrat Etschenberg den Bau einer Dreifach-Sporthalle in Aachen, schließlich seien die „Ladies in Black“ in der Bundesliga und mit diesen und einer neuen Halle könne man es ins Fernsehen schaffen. Oder so ähnlich. Offenbar reicht der CHIO nicht mehr. Ich bin – aus Gründen – gegen den Bau einer Dreifach-Sporthalle, denke aber, dass sie nicht zu verhindern sein wird.

*

Blitte klicken: Strukturkonzept 20150619_Strukturkonzept_18062015

Hier der Bericht aus der örtlichen Tageszeitung, einschließlich Kommentar. 

Auch das dürfte interessieren

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , | 1 Kommentar

Wohnen im Container

container Aachen

Im Flur der Container-Unterkunft gesehen.

Dieser Tage konnte ich mir die Container von innen angesehen, in denen in Aachen minderjährige Flüchtlinge wohnen. Das Resümee vorweg: „Geht schon!“, sagte ein Junge selbst über die Behelfsunterkunft. Ich hatte etwas Schlimmes

aachen Container

Flur. Nach einer oft monatelangen Flucht leben in Aachen Jugendliche in Containern.

erwartet, wurde aber beruhigt.

„Geht schon“ fasst es gut zusammen. Vorerst geht’s irgendwie schon. Feste Bauten wären natürlich besser, aber die müssen wohl erst mal errichtet werden.

Die jugendlichen Flüchtlinge kommen aus ganz verschiedenen Ländern, ihre gemeinsame Sprache ist Deutsch. Rund um die Uhr ist immer ein Betreuer/in anwesend. Die Container sind mitten in der Wohngegend als zwei kleine Trakte aufgestellt worden. Eine Wiese ist gleich nebenan (die soll bald eine Grillwiese werden) sowie ein Pfarrheim, wo man sich kümmert. Von außen sieht man, dass es sich um Container handelt, von innen nicht direkt.

im_container_84

Flur im anderen Trakt. In jedem Trakt leben 10 Jugendliche.

Ich durfte die Eingangsbereiche, 2 Gemeinschaftsräume, die 2 Küchen, Bad und Zimmer besichtigen. Sehr lange habe ich mich aber nicht aufgehalten, obwohl ich den Eindruck hatte, willkommen zu sein. 20 Jungen wohnen dort, so wurde mir gesagt. Immer zwei wohnen in einem Zimmer. In die Zimmer durfte ich einen Blick werfen, habe aber nicht fotografiert, weil: zu persönlich.

Ein Gemeinschaftsraum.

Ein Gemeinschaftsraum für 10 Jugendliche . . .

. . .  und noch ein Gemeinschaftsraum (für die anderen 10 Jugendlichen.

. . . und noch ein Gemeinschaftsraum (für die anderen 10 Jugendlichen).

Eine von zwei Küchen.

Eine von zwei Küchen.

Und zum Schluss ein Blick ins Bad (s. unten).

Beim jüngsten Treffen der Bürgerstiftung habe ich von einem Projekt erfahren, im_container_00das Flüchtlinge mit Fahrrädern versorgt. Dazu werden alte Fahrräder repariert,  und den Jugendlichen wird bei einer längeren Probefahrt gezeigt, wie man auf den Fahrrädern am besten durch den Aachener Verkehr kommt. Wer noch ein Fahrrad im Keller oder der Garage stehen hat, möge das nicht ausgerechnet jetzt entsorgen. Schaut in eure Aachener Tageszeitung. Da wird es bald einen Aufruf geben, wo man den alten Drahtesel hinbringen kann, und es wird auch mitgeteilt, wer ggf. wann euer altes Fahrrad abholen kann. Natürlichen müssen die Jungen auch Helme, Luftpumpen und Material zum Flicken der Reifen bekommen. Daran ist gedacht.

Ich freue mich, wenn die Stadt, in der ich wohne, Flüchtlinge nicht in verkommenen alten Containern am Rande der Stadt wohnen lässt. Flüchtlingen zu helfen, das finde ich eine gute Politik. Obwohl: Besser geht immer.

Im Aussenbereich stehen Symbole, die  Religionen der Welt symbolisieren.

Im Aussenbereich in Burtscheid stehen Symbole, die Religionen der Welt symbolisieren.

 

Hier ergeben sich zusätzliche Erkenntnisse: Link zum Deutschen Auswandererhaus Bremerhaven

http://www.deutschlandradiokultur.de/migration-guter-fluchthelfer-boeser-schleuser.984.de.html?dram%3Aarticle_id=278523

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , | 1 Kommentar

Kultur- und Tourismusausschuss

Wenn man Menschen in die Eifel bekommen will, muss man dort etwas bieten, was die Menschen anlockt und sollte das Geld nicht für Kultur-Events in AACHEN ausgeben. Man darf auch nicht so tun, als würden die ganzen Radwege gebaut, um die Betriebe in der Eifel zu fördern, wenn man einfach nur mit Steuergeld ein Freizeitvergnügen subventionieren will. 

Leider nix kapiert

„Margret Vallot gegen alle“, mit diesen Worten kann man zusammenfassen, was sich in der jüngsten Sitzung des Kultur- und Tourismus-Ausschuss der Städteregion abgespielt hat (ganz aus meiner subjektiven Sicht geschildert).

Auf der Tagesordnung standen nur

1. ein „Sachstandsbericht zu kulturellen Veranstaltungen und Projekten“.
2. eine Reihe von Beschlüssen zu Radwegen, die alle irgendwie aufgemotzt

rad Aachen

Fahrrad, grün, in der Straße Rennbahn.

werden müssen. Der RurUfer-Radweg (150 km lang), der Radtourismus in der Region, ein Tourenplaner, die Grünroute (ein 370 km langer Radwanderweg) die Vennbahntrasse und ihre „touristische Beschilderung“ . . . ohne Ende war vom Radtourismus die Rede, weil angeblich mit dem Radtourismus die Menschen und das Geld in die Eifel kommen.

In dem Ausschuss sagen die Grünen, wo es lang geht. Und die Grünen wollen: Immer mehr Radwege, und die bestehenden Radwege immer besser ausgestalten. Die CDU stimmt hemmungs- und willenslos allem zu, offenbar unter Druck gesetzt, jedenfalls wirken die Herrschaften wie paralysiert.

rad Aachen

Fahrrad, vor mittelalterlicher Mauer in Aachen

Die Verwaltung stellt uns Politikern wegen der Beschlüsse, die gefasst werden müssen, allerlei von ihr verfasste Texte  zur Verfügung. Penetrant ist in diesen Texten die Rede davon, dass die Radwege dazu da seien, „die kleinen und mittleren Betriebe der Region zu fördern“, die „Tourismuswirtschaft“ insgesamt anzukurbeln, die „Wertschöpfung in der Region“ zu fördern, Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze zu schaffen, die touristische Infrastruktur zu stärken. Kurz: Die Schaffung von Radwegen wird uns von Seiten der Verwaltung als eine Maßnahme der Wirtschaftsförderung vorgestellt.

Jetzt zur Sitzung konkret: Zunächst sprach die Beauftragte für Kultur über eine Reihe von Konzerten und Veranstaltungen. Alles Konzerte mit so angesagten

Fahrräder, in einer Garage in der Franzstraße

Fahrräder, in einer Garage in der Franzstraße in Aachen

Künstlern, dass immer schon wenige Stunden nach Beginn des Kartenverkaufs alles ausverkauft war. Ein Erfolg jagt da den nächsten.

Das Aller-Erfolgreichste, was diese Frau macht, ist aber ihre Ausstellungserie im KuK. Das ist ein Haus in Monschau, wo auf drei Etagen wechselnde Ausstellungen stattfinden. Gerade ist eine Schau mit Fotos von Vivian Maier zu Ende gegangen. Innerhalb von vier Wochen kamen 13.000 Menschen in die Eifel, die Kataloge waren gegen die Mitte der Ausstellung hin schon ausverkauft.

Die Besucher kamen aus ganz Nordrhein-Westfalen, wie an den begeisterten Kommentaren im Gästebuch zu lesen war. Die Kulturbeauftragte erreichte auch bei der vorigen Ausstellung (Fotos von Ara Güler) einen ähnlichen Erfolg, und

Fahrrad, wird bald von der Stadtverwaltung abgeholt, Nähe Burtscheider Brücke.

Fahrrad, wird bald von der Stadtverwaltung abgeholt, Nähe Burtscheider Brücke.

bei der jetzigen sowie bei der kommenden mit Arbeiten von Jürgen Klauke wird es mit Sicherheit wieder so sein.

Wenn man es also ernst meint mit dem Anliegen, Menschen in die Eifel zu locken, dann würde man doch nicht die Zahl dieser Ausstellungen reduzieren. Genau das tut aber die Koalition von CDU und Grünen in der Städteregion. Statt wie sonst immer 9 (neun) Ausstellungen pro Jahr zu veranstalten, werden es 2015 nur 7 (sieben) und 2016 nur noch vier (4) sein.

Hallo? Gehts noch? Wollt ihr nun Touristen in die Eifel locken oder nicht?

Fahrrad, Kleinmarschierstraße in Aachen

Fahrrad, Kleinmarschierstraße in Aachen

Ich habe gleich zu Anfang der Sitzung versucht klarzumachen, dass man das Zugpferd, das Menschen aus ganz NRW in die Eifel holt, stärken muss, nicht schwächen. Allein – ihre Gesichter waren alles Fragezeichen. Man gebe doch dieses Jahr immerhin mehr Geld aus für die Kunst als 2014, meinte jemand. 20.000 Euro für die Chorbiennale in Aachen, das sei nicht wenig.

Dieses Geld hätte man sich unbedingt sparen müssen, denn wenn man eine Veranstaltung, die in Aachen stattfindet, unterstützt, holt man damit doch keine Menschen in die Eifel. Wieso soll auch die Städteregion die ohnehin tourismusstarke Stadt Aachen noch stärker machen? Mir geht es um die Eifel und darum, in diese strukturschwache Region Menschen zu ziehen. Zufällig ist es jetzt die Kunst, bei der es funktioniert.

In diesem Ausschuss versteht das vorerst niemand. Ich habe hoffentlich noch fünf Jahre Zeit, es ihnen klar zu machen.

Grüne, CDU, SPD und die FDP vertraten die Ansicht, man dürfe „den Radtourismus nicht gegen die Kunst ausspielen“.  Ja, klar, das darf man auch

Und zum Schluss: Fahrradständer in Aachen, Kranzstraße (die Bilder sollen den Text auflockern, mehr nicht).

Und zum Schluss: Fahrradständer in Aachen, Franzstraße (die Bilder sollen den Text auflockern, mehr nicht).

nicht. Was ich sagen will, ist, man darf die Einrichtung, die genau die Ziele erreicht, die man erreichen will, nicht schwächen. Wer von „gegeneinander ausspielen“ spricht, hat nicht kapiert, worum es geht.

Wenn man Menschen in die Eifel bekommen will, muss man in der Eifel etwas bieten, was die Menschen anlockt und sollte das Geld nicht für Kultur-Events in AACHEN ausgeben. Man darf auch nicht so tun, als würden die ganzen Radwege gebaut, um die Betriebe in der Eifel zu fördern, wenn man einfach nur mit öffentlichen Steuergeldern ein Freizeitvergnügen subventionieren will.

Leider hinter einer Bezahlschranke: der Text in der örtlichen Presse. (Ja, es handelt sich tatsächlich bei beiden Texten um ein- und dieselbe Veranstaltung)

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Nicht jeder ist willkommen

Das steht fest: Die Flüchtlinge kommen in großer Zahl. Da sollte jede Initiative unterstützt werden. So hat jetzt für die Piratenpartei Marc Teuku einen Antrag eingereicht (das dürfen Fraktionen machen). Beantragt wird immer, dass der Oberbürgermeister und die Verwaltung etwas machen sollen, was der jeweiligen Fraktion gerade wichtig ist. Der Antrag wurde behandelt. Teuku schreibt dazu:

*

Initiative „Flüchtlinge willkommen“ ist nicht willkommen in Aachen

Heute durfte ich zum ersten Mal als beratendes Mitglied am Integrationsrat teilnehmen, denn unser Ratsantrag zur Unterstützung der Initiative „Fluechtlinge-willkommen.de“ stand auf der Tagesordnung. Normalerweise haben wir Ratsmitglieder kein Rederecht in „fremden“ Ausschüssen. Da wir aber Antragsteller waren, durften wir Piraten an der Sitzung beratend teilnehmen.

Die Stadtverwaltung hat zu unserem Antrag Stellung bezogen: Es wird moniert, dass sich der Verein „Flüchtlinge willkommen“ kritisch äußert zum Umgang öffentlicher Stellen mit Flüchtlingen und ferner in Bezug auf die Betreuung und Versorgung von Flüchtlingen. Ich habe in der Sitzung angemerkt, dass Kritik an Behörden gerade nach den jüngsten Skandalen bei der Unterbringung von Flüchtlingen in NRW gerechtfertig ist und dass es auch in Aachen noch großes Ausbaupotential gibt, was die Willkommenskultur betrifft.

Die Verwaltung merkte weiterhin an, dass die Initiative bisher lediglich 40 Vermittlungen (in Wohngemeinschaften) realisiert hat und damit „kein relevanter Vermittlungserfolg (für Aachen) zu verzeichnen“ sei. In der Sitzung habe ich erwidert, dass „Flüchtlinge willkommen“ gerade weiterentwickelt wird – mittlerweile wird sogar ein bezahltes Team eingesetzt, wodurch in naher Zukunft ein rasanter Anstieg der Vermittlungszahlen zu erwarten ist.

Ein weiterer „Trick“, den Verein in Misskrediit zu bringen war, ihn als Verein als Vermittler von illegalen Flüchtlingen darzustellen. Ich habe die Verwaltung darauf aufmerksam gemacht, dass sich die Initiative nicht als Prüfungsinstanz (Einwanderungsbehörde) sieht, und der Status der Menschen für sie deshalb irrelevant ist. Ich habe die Aussagen der Webseite zitiert und erläutert, dass die Formulierungen von einem Juristen überprüft worden sind und es von juristischer Seite keine Bedenken gibt. „Flüchtlinge willkommen“ und ich finden außerdem, dass kein Mensch illegal ist.

Mein letztes Argument für den Antrag war, dass hier eine Chance für Aachen vertan wird, die im Vorhinein der Sitzung gelobte Willkommenskultur in Aachen zu fördern. Auf meine Ausführungen gab es lediglich von Seiten der SPD eine Reaktion. Man würde unseren Antrag wunderbar finden, auch die Vorlagen der Verwaltung seien wunderbar und der Verein „Flüchtlinge willkommen“ sei ebenfalls wunderbar. Und so wird der Antrag wunderbar nicht umgesetzt.

Das Projekt „Flüchtlinge willkommen“ ist ein Vorzeigeprojekt , das Flüchtlinge mit einfachen Mitteln sehr gut in die Gesellschaft integriert und der Bildung von Parallelgesellschaften vorbeugt. Leider jedoch nicht in Aachen. Nichtwunderbar!!!

*

Soweit Marc Teuku und sein Bemühen um Flüchtlinge. Was illegal hier anwesende Flüchtlinge betrifft, so sei an den mutigen Leiter der Schule Aretzstraße, Manfred  Paul, erinnert. Er war der Erste, der illegal in Aachen lebende Kinder eingeschult hat in seine Hauptschule. Das durfte damals niemand wissen, viele wussten es aber doch und hielten die Klappe, zum Nutzen der Kinder. Wenig später ist der Schulleiter vom zuständigen NRW-Ministerpräsidenten hoch ausgezeichnet worden.

*

Sehr lesenswert zum Text von Marc Teuku ist diese Kommentierung: http://www.derfriedri.ch/den-dom-kennt-ihr-aber-oder/

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Patenprojekt für junge Flüchtlinge, Folge XII

Dem Patenkind sind Schuhe besonders wichtig. Nach Gesprächen mit Flüchtlingen in der Schule kombiniere ich, wieso Schuhe so bedeutend sind: „Ich musste über die Berge in den Libanon wandern“, sagt jemand plötzlich ganz nebenbei. „Zu Fuß über das Gebirge in die Türkei“ sind andere gelangt. „Durch Minenfelder gelaufen“ wieder andere. Auch wer in rasender Eile über ein meterhohes Gitter klettern musste, wird fortan gutes Schuhwerk zu schätzen wissen.

Und so seh ich das Patenkind, wo immer wir auch einkaufen, an den Schuhen stehen. Zuletzt bei Aldi, wo er nicht anders konnte, als sich für 9,99 Euro ein paar Tennisschuhe zu kaufen. (Ich: Kopf auf Tisch)

Mir ist auch aufgefallen, dass erstaunlich viele Jungen irgendwas an den Füßen haben. „Schade, ich werde nie mehr Fußball spielen können“, sagt z. B. einer. Unterwegs seien ihm beide Füße eingequetscht worden.

Und Kopfschmerzen. Daran habe ich mich schon gewöhnt, dass jemand sagt: Ich konnte nicht mitgehen, ich hatte Kopfschmerzen. Oder klagt: „Ich bekomme schreckliche Kopfschmerzen, wenn ich über meine Mutter spreche“. Oder: „Ich denke immer an meinen Bruder, mein Kopf ist so voll, da geht nichts mehr rein.“

Die Wahrheit ist: Es gibt junge Flüchtlinge, die haben Anschläge in der Heimat und die Flucht überlebt, aber sie sind manchmal gar nicht glücklich in Deutschland. Sie haben Heimweh, vermissen ihre Mütter, ihr gewohntes Essen, sie haben panische Angst, dass jemand ihnen heimlich Schweinefleisch ins Essen mischt, sie telefonieren mit Verwandten, die zurückgelassen wurden oder in andere Gegenden der Welt geflüchtet sind und fühlen sich ohnmächtig. Sie weinen manchmal nachts oder machen Krach, die Nachbarn hören das und fühlen sich von beidem gestört. Manche schicken kleine Geldbeträge oder Medikamente „nach Hause“. Die Welt in Deutschland erscheint ihnen manchmal unübersichtlich, kompliziert, jeden Tag gibt es etwas Neues, das sie erschreckt.

Und dann die Mädchen und Frauen . . .  Frauen, die arbeiten. Frauen, die laut lachen. Nackte Beine, nackte Arme, offene, lange Haare. Alles zum krass Fremdschämen, das Patenkind schaut betroffen in die Luft. Anfangs habe er gedacht, er hätte sich doch besser von den Taliban totschießen lassen sollen,“als das zu sehen, was ich hier sehen muss“, sagt in dem neuen Aachener Kurzfilm (sehr guter Text hier: „Um zu leben“) sinngemäß ein Junge.

Was Europäer ganz normal und sogar schön finden, ist für manche Jungen zunächst der Gipfel der Unmoral und Schamlosigkeit.

Doch sie gewöhnen sich an das Leben in Aachen, und sie lieben es, und ich weiß, dass die Lehrer/innen und die Paten und Patinnen ihnen helfen.

Die meisten Flüchtlinge gewöhnen sich sogar schnell, so scheint mir. Als das ewig unpünktliche Patenkind zum ersten Mal hektisch, aber pünktlich zum Treffen erscheint, da habe ich (extra) hocherfreut ausgerufen: „Super, du bist pünktlich, genau wie ein deutscher Junge.“ Wir mussten lachen, der Junge hat die Ironie verstanden und sich sehr gefreut. Seitdem ist das mit dem Unpünktlich vorbei.

(wird fortgesetzt)

Mehr über das Projekt 

Folge XI findet ihr hier

Ein Flüchtling hat folgende Zeilen geschrieben

Update 09.08. Zum Weiterlesen ein passender Text aus der Süddeutschen

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar

Postenschacher in Aachen? Piraten verlangen Auskunft

Die Piraten im Rat der Stadt Aachen kritisieren die geplante Ernennung des Aachener SPD-Ratsherrn Björn Jansen zum Geschäftsführer der Kur- und Badegesellschaft Aachen mbH. Jansen soll sich gegen 66 Mitbewerber durchgesetzt haben, wie Aachener Zeitungen jetzt berichteten. Die Fraktion der

Marc Teuku, Pirat im Rat, hat Zweifel und erhebt Vorwürfe.

Marc Teuku, Pirat im Rat der Stadt Aachen, hat Zweifel und spricht von  „Postenschacher“.

Piraten bezweifelt, dass Jansen, dessen berufliche Biografie bekannt ist, die Mitbewerber durch reale Vorzüge überflügelt hat. 

Der Aufsichtsrat habe – nach Ansicht der Piratenfraktion – mit seinem Vorgehen bei der Ernennung eines Mitglieds aus seinen eigenen Reihen eklatant Grundsätze von guter Unternehmensführung, aber auch von „Good Governance“ verletzt.

Zwar sei der Aufsichtsrat frei in seiner Entscheidung zur Besetzung der Geschäftsführung dieses städtischen Unternehmens. Die Öffentlichkeit verdiene es jedoch, so Marc Teuku für die Piraten, „zumindest zu erfahren, dass der nunmehr ausgewählte Kandidat bereits im Vorfeld im Rahmen politischer Entscheidungsfindung festgelegt wurde“.

Bereits im April war nämlich anonym ein Flyer (liegt vor) an die Fraktionen im Rat der Stadt Aachen verschickt worden (und auf Twitter abgebildet worden), der die im Vorfeld bereits entschiedene Vergabe der ausgeschriebenen Stelle an Björn Jansen geradezu hämisch andeutet.

Deshalb sei die Vorgehensweise, so zu tun, als hätte eine auf fachlichen Kriterien beruhende, kritische Auswahl aus 66 Bewerbern stattgefunden, scheinheilig.

„In diesen Tagen, wo sich alle Welt über Korruption im Umfeld der FIFA aufregt, muss den Bürgerinnen und Bürgern klar sein, dass eine eventuelle Vorteilsnahme und Vorteilsgabe manchmal bereits im Kleinen beginnt und diese auch bei uns möglicherweise noch an der Tagesordnung sind“, erklärte Teuku, der für die Piraten im Rat der Stadt sitzt.  

Und weiter: „Postenschacherei ist genau das, was die Politikverdrossenheit der Bürger speist“, so Teuku. „Das politische Kalkül steht im Vordergrund, Kompetenzen sind zweitrangig. Abgesehen davon ist es den 66 anderen Bewerbern gegenüber unredlich, sie chancenlos gegen einen politisch bereits erklärten Kandidaten antreten zu lassen.“

Die Piraten-Stellungnahme endet mit den Worten: „Wir fordern deshalb die an der Vergabe der Position beteiligten Fraktionen im Rat der Stadt Aachen auf, sich zu den erhobenen Vorwürfen zu erklären.“

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Wer telefoniert wann mit wem wie lange?

Bei der SPD in Bund und Land wird es ein bisschen spannend, und die Aachener Sozialdemokraten könnten dabei eine Rolle spielen.

Denn: Die Sozialdemokraten wollen auf einem kleinen Parteitag am 20. Juni über die elende Vorratsdatenspeicherung (VDS) abstimmen. Die Speicherung von unser aller Telefon- und Internetdaten stößt in Teilen der SPD auf Ablehnung. Der SPD-nahe netzpolitische Verein D64 hat sogar für eine Ablehnung des VDS-Antrags geworben.

Die Annahme des Antrags hätte eine anlasslose Totalüberwachung zur Folge. Die Daten sollen angeblich nur zur Aufklärung schwerer Verbrechen und unter strengen Vorgaben verwendet werden. Aber wer glaubt das schon?

Einen Musterantrag gegen die Wiedereinführung der VDS haben (nach D64-Angaben) im Vorfeld schon über 100 SPD-Gliederungen beschlossen, Aachen burtscheiddarunter die Landesverbände Berlin und Sachsen sowie große SPD-Unterbezirke wie Dortmund, Münster und Aachen.

100 Anträge gegen ein Gesetz von Justizminister Maas (SPD), das ist eine Menge.  Maas hat sich – obwohl er früher noch dagegen war – irgendwie plötzlich  überreden/überzeugen lassen, dass unser aller Daten usw. dringend doch gespeichert werden müssen. Sehr komischer Gesinnungswandel.

Ein Antrag von Sigmar Gabriel empfiehlt, dass am 20. Juni alle Anträge gegen die Vorratsdatenspeicherung abgelehnt werden sollen. Dass die SPD einmal etwas gegen ihren eigenen Minister beschließen würde, das wäre schon ein Wunder. Dort wird fast immer „von oben“ festgelegt, zu was die Basis ihre Zustimmung geben muss. Die Vereinbarung von Maas (SPD) mit Innenminister Thomas de Maiziere (CDU) zur Vorratsdatenspeicherung war z. B. vom SPD-Chef Sigmar Gabriel „angestoßen“ worden. Auf Deutsch: Gabriel hat Maas gesagt, wie er sich zur VDS stellen muss und das muss, von oben kommend, auch die Basis so absegnen.

Eine Ablehnung des Gesetzesvorschlages wäre daher für Gabriel eine schwere Niederlage. Und ist insofern auch höchst unwahrscheinlich.

Und natürlich: Richter, Anwälte und Wissenschaftler wollen von dieser massenhaften Speicherung der Daten nichts wissen. 300 Anwälte demonstrierten dieser Tage schon in Berlin dagegen. Gestern äußerte sich der Normenkontrollrat.

Der Gesetzentwurf zur Vorratsdatenspeicherung entspricht nicht den Anforderungen an die Gemeinsame Geschäftsordnung der Bundesministerien. Das kritisiert der Nationale Normenkontrollrat in einer Stellungnahme, die vom Bundesrat veröffentlicht wurde. Nicht nachzuvollziehen sei auch, dass das Justizministerium keine Evaluierung zulassen will – diese sei „alles andere als entbehrlich“.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Von der Antoniusstraße in die Klappergasse

Haben Sie gerade 1,2 Millionen auf der hohen Kante? Falls ja: Sie könnten Immobilien in der Aachener Antoniusstraße kaufen, „alle langfristig an

Antoniusstraße Aachen

Ausriss. Zum Lesen einfach draufklicken

zuverlässige und zahlungskräftige Bordellbetriebe vermietet“. War jetzt jedenfalls in den Anzeigenteilen von Aachener Zeitungen (s. nebenstehenden Ausriss) zu lesen. Und ich dachte, der Bordellbetrieb in der Antoniusstraße wird demnächst eingeschränkt, weil die Straße zum Nikolausviertel gehört und das (nach Abriss des Parkhaus Büchel) quasi neu erfunden wird. . . Alles falsch?

(Ach ja, bevor spekuliert wird: Die Bauten, die jetzt verkauft werden, gehören nicht der Katholischen Kirche. Die befinden sich in der Straße an anderer Stelle.)
*

Wer im Kunst und Kulturzentrum (KuK) in Monschau die sagenhafte Ausstellung mit Fotos von Vivian Maier noch nicht gesehen hat, setzt sich am

vivian Maier Monschau

Nur noch wenige Tage zu sehen: Fotos von Vivian Maier in Monschau

besten unverzüglich ins Auto und fährt hin. Denn die Schau ist – einschließlich heute – nur noch 4 (vier!) Tage zu sehen. 120 Fotos einer der wichtigsten amerikanischen Fotografinnen des 20. Jahrhunderts sind dort zu sehen. Alle Kataloge zu der außerordentlich gut besuchten Ausstellung sind ausverkauft, der Eintritt ist frei. Öffnungszeiten: Heute und morgen von 14 bis 17 Uhr. Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Es lohnt sich. Schade: Auf dem Höhepunkt seines Erfolges werden dem KuK von der Städteregion die Mittel gekürzt.

*
Heute lohnt sich ein Blick in eine der beiden Tageszeitungen (lohnt sich öfter als ihr denkt). Da wird von einem neuen Film mit und über minderjährige Flüchtlinge berichtet. Viele Menschen wissen gar nicht, wie so eine „Flucht“ aussieht. Was diese Jugendlichen unterwegs alles tun mussten, um Stück für Stück weiterzukommen, wird dort angedeutet. Und in dem neuen Film wohl auch ansatzweise gezeigt. „Wenn ich gewusst hätte, was auf mich zukommt, ich hätte das nicht gemacht“, sagte mir ein junger Mann. Alle haben Probleme darüber zu sprechen, schämen sich, das ist mein Eindruck. Den Film werde ich mir anschauen. Die Premiere im Apollo ist ausverkauft.
*
klappergasse Aachen

Brötchentüte liefert Lektüre am Morgen.

Auch mal nett: Man sitzt beim Frühstück in der Klappergasse und auf der Brötchentüte teilt die Firma Nobis uns mit, wie die Klappergasse zu ihrem Namen kam.

*

In den Rat der Stadt Aachen wurde leider auch ein Mitglied der ultrarechten Splittergruppe „Pro NRW“ gewählt. Dieser vorerst aus dem Dienst entfernte Hauptkommissar (er klagt) ist nun aus seiner Partei ausgetreten. Das ist eigentlich eine gute Nachricht. Die Frage ist nur, ob sich der Mann den beiden AfD-Vertretern im Rat anschließt und zusammen mit denen eine Fraktion bildet – mit dann Anspruch auf Geld aus der Stadtkasse und Räume in der Stadtverwaltung?

*

Ein Tipp: Wer auf der Suche nach kostenlosen Bildern ist, sollte  sich auf http://pixabay.com/de/ umsehen. Ich habe dort zum Beispiel das untenstehende Foto  gefunden. Es zeigt einen armenischen Kreuzstein (Grabstein), Chatschkar genannt. Die Kunst der armenischen Steinmetze/Steinbildhauer bewundere ich sehr. 2006 habe ich an dem Wikipedia-Eintrag mitgearbeitet. Der ist mittlerweile richtig gut geworden. Bei der Wikipedia ist es ja so, dass an einem Text immer mehrere Menschen arbeiten. Freiwillig, ohne Geld zu bekommen stellen die Leute ihren Sachverstand und ihre Freizeit zur Verfügung. Toll, ne?

Wurden nach dem Genozid an den Armeniern zum Bau von Mauern verwendet: kunstvoll gearbeitete Grabsteine. Hunderte sind so erhalten.

Wurden nach dem Genozid an den Armeniern zum Bau von Mauern verwendet: kunstvoll gearbeitete Grabsteine. Hunderte sind so teilweise erhalten.

Übrigens: Danke allen, die mich auf irgendwelche Sachen hinweisen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Neues Gesetz ist ganz offensichtlich verfassungswidrig

SPD und CDU in Berlin haben im Eilverfahren und mitten in einem Streik ein Gesetz zusammengeschustert, das den Einfluss kleiner Spartengewerkschaften eindämmen will. Streiks – die es ohnehin selten in Deutschland gibt –  sollen plötzlich erschwert werden. Das Gesetz ist so offensichtlich verfassungswidrig, dass einem die Worte fehlen. Wegen neun GDL-Streiks zum Verfassungsfeind werden? Das kann ja wohl nicht wahr sein! Und wer ist mit  Zustimmung wieder mittemang dabei? Die Aachener SPD-Abgeordnete Ulla Schmidt.

Weiß Ulla Schmidt nicht mehr, dass Streikrecht und Tarifautonomie ein ganz wichtiger Verfassungsgrundsatz sind? Die Löhne werden bei uns nicht vom Staat vorgegeben. Sie werden ausgehandelt. Das lernt man doch in der Schule. Löhne werden ausgehandelt zwischen Arbeitnehmern/Gewerkschaften und Arbeitgeber-Verbänden. Und zu den Verhandlungen gehört – als allerletztes Mittel – der Streik.

Das Recht, zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen Vereinigungen zu bilden, ist für jedermann und für alle Berufe gewährleistet. Abreden, die dieses Recht einschränken oder zu behindern suchen, sind nichtig, hierauf gerichtete Maßnahmen sind rechtswidrig.

Grundgesetz Art. 9, Absatz 3

Streiks sind Mist, unangenehm für alle Beteiligten. Und die neun Streiks der GDL waren wirklich übertrieben, die fand ich auch bescheuert. Aber deshalb ein Gesetz auf den Weg bringen, das gegen die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland verstößt? Hallo? So, als würde dieses Land unentwegt durch Streiks komplett lahmgelegt? Warum diese Überreaktion? Warum stimmt Ulla Schmidt (und übrigens auch Dietmar Nieten, SPD, in Düren) dem so eilfertig und unterwürfig zu?

Die Ärzte haben mit ihrer kleinen Gewerkschaft gestreikt, weil sie in den Kliniken 24 Stunden und mehr am Stück arbeiten mussten. Infolge des Streiks wurden diese unhaltbaren Zustände verändert, zum Vorteil von Patienten und Ärzten.

Die Situation in Deutschland ist nicht so, dass man einen Verfassungsbruch begehen muss.

Die Leute (Ärzte, Piloten, Journalisten) fühlen sich von den großen Gewerkschaften nicht mehr vertreten, denn die großen Gewerkschaften sind von den Sozialdemokraten übernommen worden. Das sieht man schon (als Beispiel) in der Städteregion Aachen, wo Martin Peters Fraktionschef der SPD ist und zugleich einen wichtigen Posten in der hiesigen IG Metall innehat. http://www.spd-staedteregion-aachen.de/personen/21285/151831/Martin-Peters.html

Das neue Tarifeinheitsgesetz wird hoffentlich vom Bundesverfassungsgericht gestoppt. Richtervereinigung, Anwaltsvereinigung und diverse Wissenschaftler raten dazu. Selbst der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat erklärt: Mit dem Gesetz wird Verfassungsbruch begangen. http://www.handelsblatt.com/finanzen/steuern-recht/recht/wissenschaftlicher-dienst-tarifeinheit-verstoesst-gegen-grundgesetz/11441546.html

1. Mit dem Gesetz muss festgestellt werden, welche Gewerkschaft in einem Unternehmen die meisten Mitglieder hat. Können Gewerkschaftsmitglieder gezwungen werden, ihre Gewerkschaftsmitgliedschaft zu offenbaren?

2. Ist bedacht worden, dass in den Firmen der Betriebsfrieden gestört wird, weil ein Kampf um Mitglieder beginnen wird?

3. Wenn kleine Gewerkschaften für ihre Mitglieder keine Vorteile herausholen dürfen: Ist bedacht, dass es in den Unternehmen schon längst keinen gleichen Lohn für gleiche Arbeit mehr gibt? Man muss sich nur mal in den Redaktionen umschauen, da sitzen Leute mit ganz unterschiedlichen Tarifen und Verträgen. In der Metall-Branche ebenfalls.

Liebe Leute, unsere Vorfahren haben doch nicht für dieses Grundrecht  gekämpft, damit dessen Wahrnehmung jetzt – ohne Not und auf Initiative der Sozialdemokraten – so dermaßen erschwert wird.

Als ziemlich mutig erweist sich in diesem Fall der Bundestagsabgeordnete Rudolf Henke, CDU, ebenfalls Bundestags-Wahlkreis Aachen. Hätte ich ihm ehrlich gesagt nicht zugetraut:

https://www.facebook.com/margret.vallot

http://www.rudolf-henke.de/rede-im-plenum-zum-tarifeinheitsgesetz

Nicht zuletzt sehr interessant: http://www.piratenpartei-nrw.de/2015/05/24/das-tarifeinheitsgesetz-ein-angriff-auf-unsere-demokratie/

(Der Text wurde am 25. Mai veröffentlicht und heute, 26. Mai, nochmals ergänzt/verändert)

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Piraten-Antrag zur technische Ausstattung der Aachener Schulen

Antrag aachen Piraten

Für die technische Ausstattung an Aachener Schulen ist die Stadt Aachen zuständig. Piraten wollen wissen, wie es um diese Ausstattung bestellt ist und warten schon seit Januar 2015 darauf, dass ihr Antrag von der Stadtverwaltung bearbeitet wird.

„Kaum besser als durchschnittlich“ so beurteilen anerkannte Experten die Computer-Kenntnisse und Fertigkeiten der deutschen Schüler in den 8. Klassen. Das ist traurig und bedeutet nichts Gutes für den Industriestandort Deutschland.

Wer in sich den Drang spürt, sich für Bildung, Kommunikation und Kommunikationstechnik zu interessieren, dem werden solche Meldungen in den Medien schon öfter aufgefallen sein. Meistens sind die deutschen Jugendlichen sogar „im internationalen Vergleich schlechter als der Durchschnitt“.

Nach meinen Beobachtungen liegt es daran, dass zu viele Lehrer nur sehr mangelhaft mit dem Internet umgehen können, und daran, dass die technische Ausstattung in den Schulen sowas von antik ist, es graust einen, wenn man sich das gelegentlich ansehen darf. Da müssten nun eigentlich die Lehrer nachgeschult werden und die technische Ausstattung zumindest mal erfasst werden. Ich bin sicher: Wenn klar wird, welchen Schrott man den Schülerinnen und Schülern zumutet, wird sich etwas bewegen.

Damit in Aachen der IST-Zustand der techn. Ausstattung einmal offenbar wird, haben die Piraten im Rat einen Antrag gestellt. Dies geschah vor mehreren Monaten. Seitdem ist Ruhe im Karton. Seltsam: Außer der Eingangsbestätigung liegt noch nichts vor.

klassenzimmer piraten Aachen

Ein Klassenzimmer in Kamerun – mit null Technik, wie ihr seht. (Danke Michael Sahm)

Gefordert wird in dem Antrag ein „IT-Kataster-Schulen“, das sich nicht nur auf die Schulen, sondern auch auf die außerschulischen Lernorte wie Jugendzentren, Medienzentren usw. bezieht. Und sollte wider Erwarten herauskommen, dass die Einrichtungen technisch fit sind, so könnte Aachen sich als moderner/zeitgemäßer Schulstandort positionieren, hätte damit anderen Standorten viel voraus.

Was erfasst werden sollte, sind folgende Geräte: PC, Notebook, Tablet-PC, Monitore, Drucker, Scanner, Kopierer, SmartBoard, digitale Audio- und Videoausrüstung (z. B. Kameras und Mikrofone), Computer-Aided-Manufacturing-Arbeitsplätze und Bausätze (RaspberryPI usw.).

Bezüglich der Software sollten erfasst werden: Betriebssysteme, Browser, E-Mail, Chat, Office-Pakete, Multimedia-Software, Lernsoftware, digitale Lernmittel, Sicherheit (Schadsoftware, Verschlüsselung) Verwaltungssoftware.

Zu dem Kataster gehört, dass festgehalten wird, wie die Schule ans Internet angebunden ist, ob es ein für alle freies WLAN gibt, Server, Router, Switch, Speicher, Kabel. Zudem: Gibt es Computer AGs? Gibt es Computerräume, IT-Beauftragte, hat die Schule eine oder mehrere Webseiten, greift man im Unterricht auf Facebook, Google+ und Twitter zurück?

Die Verwaltung müsste nun von den Politikern im Rat der Stadt den Auftrag bekommen, mit der Zusammenstellung des Katasters zu beginnen. Oder sich dazu äußern, warum sie damit partout nicht beginnen will. Die Angelegenheit lässt sich nicht von heute auf morgen erledigen, aber wer gar nicht erst anfängt, schafft am Ende natürlich überhaupt nichts.

Mein Eindruck ist, dass die Schulen in Düren technisch sogar besser aufgestellt sind als die in der RWTH-Stadt Aachen. Dabei könnte man den überforderten Aachener Lehrern schnell aushelfen, indem man Studenten für AGs anheuert. Das bietet sich in Aachen doch an. Klar ist auch, dass in manchen Schulen alle Schülerinnen und Schüler von zu Hause aus mit sehr guten technischen Geräten ausgestattet sind. Da gilt es, entsprechend zu reagieren und Doppelanschaffungen zu vermeiden.

Ob es der Sache nützt, wenn die Piraten-Fraktion im Rat mal nachfragt, wieso der Antrag nicht bearbeitet wird? Ich weiß es nicht. Den Antrag im Original findet ihr übrigens hier: http://msahm.piraten.ac/mein-ratsantrag-zur-technischen-ausstattung-an-aachener-schulen/

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar