Eine deutsche Behörde – ganz und gar von unser aller Steuergeldern finanziert – hat für den amerikanischen Geheimdienst Personen und Unternehmen ausspioniert. Sind von dieser Wirtschaftsspionage auch Aachener Unternehmen und die Hochschulen betroffen?
Infrage kommen ja einige: die drei Aachener Fraunhofer Institute zum Beispiel. Am Standort Aachen arbeiten rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täglich daran, die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen unterschiedlichster Größen und Branchen zu stärken: von der Automobilindustrie über die Medizintechnik bis hin zur Luft- und Raumfahrt.

Für die RWTH war Wirtschaftsspionage schon immer ein Thema. Das zeigt eine Ausstellung über die Stasi, die noch bis zum 26. Mai im Gerichtsgebäude am Adalbertsteinweg in Aachen zu sehen ist.
Da können die Amerikaner viel Forschungsarbeit sparen, wenn sie die Arbeitsergebnisse dieser Institute zugeleitet bekommen und für ihre eigene Forschung nutzen. „Fraunhofer Aachen“ wird wohl auf der Liste der Suchbegriffe gestanden haben, die unser feiner Bundesnachrichtendienst (BND) für die Amerikaner ausspioniert hat. http://www.aachen.fraunhofer.de/de/ueber-die-institute.html
Was ist mit den Hochleistungs-Forschungsabteilungen der RWTH und des Aachener Klinikums? Was ist mit der Fachhochschule und den diversen Elektronik-Firmen in Aachen? Alle Arbeitsergebnisse weitergereicht an die Amerikaner? Sicher stand auch das in Aachen gegründete Max-Planck-Institut auf der Spähliste, die in den Zeitungen immer „Selektorenliste“ genannt wird. Seht selbst, was dieses Institut alles erforscht: Von der Lasertechnik bis zur Mikrobiologie ist alles dabei, was die Politik meint, wenn sie bei Sonntagsreden über „Vorsprung durch Technik“ plaudert. https://www.google.de/#q=max+planck+institut+aachen
Als ein Beispiel für viele Aachener Unternehmen sei hier die Firma Utimaco genannt. „Utimaco ist ein weltweit tätiger Anbieter von professionellen IT-Sicherheitslösungen, mit Sitz in Aachen“, schreibt das Unternehmen auf seiner Webseite. https://www.utimaco.com/de/unternehmen/ Haben auch dort die Amerikaner den BND zur Industriespionage benutzt? Werden wir das jemals erfahren? Die Liste der Suchbegriffe und Namen darf – auf Anweisung der Amerikaner – nicht veröffentlicht werden. Und ich gehe jede Wette ein, das Frau Merkel sich zu 100 Prozent an das halten wird, was ihr aus Washington vorgeschrieben wird.
Wer also dachte: „Na ja, der amerikanische Geheimdienst hat Siemens ausspionieren lassen, das hat mit Aachen nichts zu tun“, der irrt sich gewaltig. Der BND war mit Sicherheit auch in Aachen den Amerikanern zu Diensten. Und das nicht zu knapp.
Nur: Wozu all die Millionen in den neuen Campus investieren, wenn die Forschungsergebnisse sowieso dem US-Geheimdienst zugeleitet werden. Diese gigantischen Ausgaben müssten eigentlich im Rahmen der BND-NSA-Geheimdienstaffaire neu überdacht werden.
























