„Ich hab’s gesehen“ – in der Galerie von der Milwe

Ihre Ausstellungsräume sind klein, doch ihre Liebe zur Kunst, zur zeitgenössischen Kunst natürlich, ist riesengroß. Marie Helene von der Milwe lädt schon seit mehreren Jahrzehnten immer wieder neu in ihre Galerie in Aachen, Kleinkölnstraße 1, zu Ausstellungen ein. Mit einem guten Gespür für angesagte Kunst, übrigens. Das macht  ihr – so progressiv und kontinuierlich – in Aachen keine einzige andere Galerie nach. Die Galerie von der Milwe ist keine Galerie im üblichen Sinne, es ist eine Aachener Institution. Ihre Existenz ist der Beweis, dass es in Aachen immer noch progressive Köpfe gibt, denen schwierige und schwierigste Kunst wichtig ist und die dieser etwas abgewinnen können.

Gestern wurde in der Galerie von der Milwe eine kleine Foto-Ausstellung mit dem Titel „Ich hab’s gesehen“ eröffnet. Zehn Künstler und Künstlerinnen zeigen jeder ein, zwei oder höchsten drei Arbeiten in der unteren Etage des schmalen Hauses und im Schaufenster. Es sind hauptsächlich schwarz/weiß Fotos. Eindrucksvoll: Algirdas Milleris fotografierte das Aachener Klinikum in einem Zustand, als nurmehr die Aufzugschächte in den Himmel ragten, sonst nichts. Und Eckhard Heck zeigt – ebenfalls in Schwarz/Weiß – die Berliner Mauer, hässlich und bizarr, wie sie nun mal war. Man erinnert sich mit leichtem Schaudern. Ja, so hat das da ausgesehen.

Klaus Dauven, der für seine Arbeiten weder Stift noch Pinsel zur Hand nimmt, ist mit zwei Fotos vertreten. In rasender Eile scheint dieser Künstler alle nur möglichen Formen des Abtragens von Schmutz und Patina  auszuprobieren. Man sieht immer wieder neue Variationen seines Verfahrens. Christian Blei befasst sich mit Raum und Licht. Er lässt auf seinen Fotos Natur wie Architektur aussehen. Bedrohlich, unromantisch, sehr modern ist sein Bild von der Natur.

Yukako Anno ist Meisterschülerin von Magdalena Jetelova. Sie hat sich mit einem kleinen Bagger und einem  großen Sandhaufen abbilden lassen. Das Foto, das Karl Peters (aus Düren) zur Ausstellung beisteuert, ist das Lieblingsbild der Galeristin, wie sie im Überschwang erzählt. Es zeigt eine Struktur, die aussieht, wie ein mehrgeschossiges Gebäude aus Beton, gerade eben in Gaza beschossen. Es ist aber ein Geflecht von einem Stuhl oder Sessel oder Sofa.

Weiter sind Arbeiten zu sehen von Christa Feuerberg, Reinhard Doubrawa, Christine Sommerfeld, die Meisterschülerin von Thomas Ruff ist, und von Heike Weber sowie Nannae Suzuki. Die Letztgenannte zeigt ein mehrdimensionales, kleines Foto, man denkt an ein Amphitheater. Dreht man aber das Bild um 180 Grad, erscheint das römische Pantheon mit seiner gewaltigen, offenen Kuppel.

Geöffnet ist die Ausstellung dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr und samstags von 12 bis 16 Uhr. Die Galerie ist auch im Netz vertreten unter http://www.galerie-von-der-milwe.de

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Reges Interesse an den Paier-Graffitis

Ein weiteres Graffiti von Klaus Paier, das sich in einem elenden Zustand befindet. Und auch hier ist der BLB zuständig und muss aktiv werden.

Eigentlich geht es hier nur um ein Bild mit dem Titel „Zwischen den Tagen“. ABER: Ein weiteres Graffiti von Klaus Paier befindet sich in einem elenden Zustand. Und auch hier ist der BLB zuständig und muss eigentlich aktiv werden.

Immerhin 15 Personen interessierten sich in Aachen Anfang der Woche, also quasi mitten in den Sommerferien, für ein Graffiti, das gerettet werden soll. Mehr oder weniger spontan war zu der Zusammenkunft aufgerufen worden,  mindestens ein Dutzend Leute musste absagen – wegen Urlaub oder anderer Termine.

Um es vorweg zu sagen: Die Chancen stehen gut, es gibt eine Zusage, dass die Arbeit von Klaus Paier unter Denkmalschutz gestellt wird. Und zwar möchte sich die Bezirksregierung ins Zeug legen. Steht das Bild einmal unter Denkmalschutz, darf es nicht vernichtet werden. Aber wer restauriert es? Dazu finden derzeit Gespräche statt, über die hier noch berichtet wird.

Erfreulich: Vertreter von SPD, FDP, Grünen und Piratenpartei aus Aachen zeigten vor Ort reges Interesse an „Zwischen den Tagen“ und seiner Rettung. Insbesondere die Grünen planen etwas, man wird die nächste Sitzung des Kulturausschusses besuchen müssen (Termin wird hier bekannt gegeben). Der WDR brachte noch am selben Tag einen rundum gelungenen Beitrag in seiner Aktuellen Stunde. Auch die beiden Tageszeitungen waren vor Ort . . .  mit Fotograf Andreas Herrmann, der sich in Kürze aufmachen wird zu den anderen Aachener Graffitis von Klaus Paier, um einmal nachzuschauen (und hoffentlich zu dokumentieren) wie es denen geht. In grauenvollem Zustand ist nebenbei bemerkt eine Arbeit, die sich im Bereich Pontstraße/Augustinerbach befindet. Titel: „Der große Krieg“.

Nahaufnahme. Wie kommt das Moos auf das Bild?

Nahaufnahme. Wie kommt das Moos auf das Bild?

Diese beiden Graffitis sind gut und gerne 30 Jahre alt. Sie „gehören“ der RWTH, vermutlich, weil der die Wände gehören, auf denen sich die eindrucksvollen Arbeiten befinden. „Der große Krieg“ steht übrigens bereits unter Denkmalschutz. Mit der RWTH steht auch der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) in der Pflicht, sich um die Graffitis zu kümmern. Der BLB unterhält eine Niederlassung in Aachen. Wie es sich mit den Verantwortlichkeiten ganz genau und im Einzelnen verhält, muss noch herausgefunden werden.

Zurück zum Treffen: Verabredet wurde, dass alle weiteren Infos und Treffen über die Seite www.unserAC.de laufen sollen. Hier klicken.

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Was ist uns wertvoll? Was wollen wir erhalten?

Wertvoll in Aachen sind nicht allein die in Rathaus, Dom und Centre Charlemangne ausgestellten Kostbarkeiten. Zu dem, was in Aachen wertvoll ist, gehört auch dieses Bild von Klaus Paier. Kann es gerettet werden?

Wertvoll in Aachen sind nicht allein die in Rathaus, Dom und Centre Charlemagne ausgestellten Kostbarkeiten. Zu dem, was in Aachen wertvoll ist, gehört auch dieses Bild von Klaus Paier. Kann es gerettet werden?

 

Wer einen Text über Klaus Paiers Bild „Zwischen den Tagen“ sucht, dem wird ein Klick auf diesen Link schon weiterhelfen:

https://www.unserac.de/initiativen/i/initiative/219.html

Hier gibt es ebenfalls sehr interessante Infos. Ein schöner Text:

http://www.unser-aachen.com/beiträge/zwischen-den-tagen/

Klaus  Paier  ist natürlich ebenfalls in der Wikipedia vertreten

http://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Paier_(Graffiti-Künstler)

So sah das Bild kurz nach seiner Fertigstellung aus:

http://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Paier_(Graffiti-Künstler)#mediaviewer/Datei:Ac_zwischen_den_Tagen.jpg

Wer weitere Graffiti sehen möchte, muss hier klicken:

http://dieter-weinkauf.jimdo.com/klaus-paier-aachener-wandmaler/

Klaus und sein Freund Josef sind hier abgebildet:

http://www.falschnehmung.de/fotografisches/wandmalerie-graffiti/klaus-paier/

Heute, 12. August, ist um 17 Uhr ein Treffen vor dem Bild. Dort wird überlegt, was zu tun ist. 🙂

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Jetzt habe ich zu Übungszwecken eine Galerie gebastelt

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Vom saftigen Grün zum matten Braun

Mein Freund,  der Baum . . . ;-)

In der Jakobstraße: Mein Freund, der Baum . . . wird dieses Jahr schon früh braun.

Beim Blick aus dem Fenster wird klar: Es sind nun nicht mehr alle Innenstadt-Bäume grün. Einen hat es dieses Jahr besonders früh erwischt, seine Krone ist schon weitgehend rot/braun.

Eine Kastanie auf der Ecke Templergraben/Eilfschornsteinstraße. Auch schon recht bräunlich.

Eine Kastanie auf der Ecke Templergraben/Eilfschornsteinstraße. Auch schon recht bräunlich.

Die Innenstadtbäume haben es aber auch schwer. Man hat den Eindruck, es fehlt in diesem Sommer das Wasser. Für die Innenstadt-Bewohner ist jeder einzelne Baum enorm wichtig. Das saftige Grün wirkt wohltuend auf das Gemüt, der Schatten der Bäume und die Blätter mildern die schwülwarme Hitze, eine Straße wirkt weniger wie eine Steinschlucht, wenn es Bäume gibt.

Etwas ganz anderes: Wer heute noch viel Hausarbeit erledigen muss, kann sich vielleicht nebenbei diesen Podcast von Philip Banse anhören. Es geht um die USA, einen deutschen Richter, der dort ein Jahr studiert hat und es geht um die Möglichkeit, die Menschen dort etwas besser zu verstehen. Viel Spaß.

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Was nehmen die Kameras auf dem Klinikum-Parkplatz auf?

Kommt dieser Autofahrer auf den Parkplatz vom Klinikum rauf und anschließend wieder runter? Was macht die Kamera?

Kommt dieser Autofahrer auf den Parkplatz vom Klinikum rauf und anschließend wieder runter? Was macht die Kamera? Einige Neugierige wollten es gestern wissen.

Wer mit einem Auto auf den großen Parkplatz des Aachener Klinikums fährt, dessen Autokennzeichen werden seit einigen Monaten „erfasst“, wie es heißt. Also fotografiert oder gefilmt oder gescannt. Man fährt mit dem Wagen bis zur Schranke, drückt auf den Knopf und heraus kommt das Parkticket. Auf dem Parkticket ist das Auto-Kennzeichen aufgedruckt.

Löschen wird zugesagt. Na, da sind wir aber beruhigt.

Löschen wird zugesagt. Na, da sind wir aber beruhigt.

Das geschieht laut Mitteilung an der Schranke „aus Servicegründen“. Aus Servicegründen fotografiert werden? Nicht aus Gründen der Überwachung von irgendetwas? Bin ich eigentlich die einzige, die das mit den Servicegründen nicht versteht?

Gestern konnte ich zufällig 😉 eine Gruppe offenbar sehr neugieriger Menschen beobachten. Die wollten jetzt mal genau wissen, was die Kamera da eigentlich alles erfasst. Nur das Kennzeichen oder mehr? Von welchem Zeitpunkt an? Wie viel wird sonst noch vom Auto „erfasst“? Auch das Konterfei vom Fahrer, auch das des dahinter Sitzenden?

Da sieht man eine der Kameras. Alle wurden für teures Geld "aus Servicegründen" angeschafft. Vielen Dank.

Da sieht man eine der Kameras. Alle wurden für teures Geld „aus Servicegründen“ angeschafft. Vielen Dank.

Was fotografiert die Kamera, wenn das Kennzeichen mal von innen hinter die Windschutzscheibe geklemmt ist? Was macht sie, wenn es sich um ein Kennzeichen handelt, das es so nicht geben kann? Zum Beispiel „FU – CK – 1984“ oder „DAF – UQ – 1984“? Gleicht sie das, was sie „sieht“ ab und erkennt, dass es sich um ein erfundenes Kennzeichen handelt? Oder wie?

Fragen über Fragen, die sich alle beantworten lassen. Denn was die Kamera erfasst, wird ausgedruckt . . . auf dem Parkticket.

Das Erfasste wird bei der Ausfahrt wieder gelöscht, so wird versprochen. Tja, bin ich die Einzige, die daran Zweifel hat? Die von mir beobachtete Gruppe will ihre Ergebnisse öffentlich machen. Vielleicht steht ja bald was in der Zeitung.

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Fruchtfliegen-Alarm

Lag es an der Hitze, am vielen Obst in der Küche, am Saftrest im Glas, an den ungespülten Plastikjogurtbechern? Ich weiß nicht, wie es kam: Aber plötzlich war ich in meiner Küche nicht mehr allein. Erst waren es etwa 10 Fruchtfliegen, dann 20, dann auf einmal schätzungsweise 30. Ich musste etwas unternehmen.

Klar. „Aushungern werde ich die Biester“, dachte ich. Wer so etwa 2 oder 3 Millimeter groß ist, der lebt bestimmt auch nur wenige Tage, legt sich dann hin und stirbt. Aber vielleicht war die Lebensdauer dieser hässlichen  Mitbewohner ja doch länger . . . was weiß denn ich über Tiere? Ich fand irgendwo noch ein Insektenspray, schaffte alles mögliche aus der Küche raus und nebelte dieselbe – wie auf der Dose vorgeschrieben – mit mehreren längeren Spraystößen total ein. Nach 20 Minuten fing ich an, alle Schränke abzuwaschen.

Was soll ich sagen? Es hat fast nichts genützt. Die Fruchtfliegen wurden nicht weniger. Ich versuchte es mit Alkohol, stellte ein Tellerchen mit leckerem Likör auf. Es starben auch drei oder vier Fruchtfliegen den Säufertod, die anderen schienen sich aber regelrecht zu freuen, vermehrten sich, und ich hatte den Eindruck, dass ich mit dem Likör das Gegenteil von dem erreiche, was ich eigentlich will.

Ich ärgerte mich jetzt sehr und kaufte original Fliegenfänger. Darauf festzukleben und dann langsam dahinzuscheiden . . . das muss furchtbar sein, dachte ich noch, und dass Fruchtfliegen bestimmt  hochkomplexe Wesen sind. Egal, Brutalität und Lust am Töten waren erwacht und entwickelten sich.

Ich packe also heute morgen den ersten Fliegenfänger aus, komm mit drei Fingern an die klebrige, braune Oberfläche und merke: Alles klebt. Und wie.

Abbruch der Aktion und intensives Händewaschen waren eins. Aber man muss jetzt nicht denken, dass das Klebzeug sich leicht abwaschen lässt.  Oh nein, gar nicht. Ich musste mit echtem Olivenöl nachhelfen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Jetzt hängt in meiner Küche ein Fliegenfänger, und die winzigen Tipfelchen daran zeigen klar, das schon vielen Fruchtfliegen das letzte Stündlein geschlagen hat. Unterdessen habe ich mich via Wikipedia mal sachkundig gemacht. Fruchtfliegen sind wirklich . . . Zum Beispiel die Balz vor der Paarung läuft bei ihnen in 4 (!) Phasen ab. Irre, die lassen sich wirklich Zeit, und nach Phase 2 kann es sogar vorkommen, dass sie sich doch lieber anders entscheiden und es lassen. Wahnsinn. Da steht übrigens auch: „Wenn das Weibchen nicht paarungswillig ist, flieht es.“  Das überrascht mich jetzt allerdings nicht besonders. 

Und so hochkomplexen Wesen trachte ich nach dem Leben! Ich darf gar nicht lange drüber nachdenken. Denn jetzt, 6 Stunden später, hängt die ganze Fruchtfliegen-Großfamilie am Fliegenfänger und ich bin wieder allein in meiner Küche.  Gottseidank.

http://youtu.be/uLXXeb4xp8s

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Fastrada und Tilpin

 

Hier sind Namen zu erkennen: Fassade in der Oppenhoffallee.

Fassade in der Oppenhoffallee.

Hier sind viele Buchstaben zu sehen. Unter anderem erkennt man an dieser Fassade in der Oppenhoffallee die Namen Tilpin und Fastrada. Fastrada war die 4. Ehefrau von Karl dem Großen. Und Erzbischof Tilpin von Reims soll Fastrada und Karl gekannt haben. Von Fastrada soll Tilpin/Turpin sogar, der Sage nach, nach ihrem Tod einen Ring mit magischen Kräften an sich genommen haben.

Graffiti sind normalerweise Zeichen, die plötzlich und wie von Geisterhand an Wänden erscheinen. Es sind Menetekel. Normalerweise weiß niemand, wer sie angebracht hat und was sie genau bedeuten. Nicht selten künden sie von kommendem, unausweichlichem Unglück. Etwas läuft schief und zwar unaufhaltsam. Die Graffiti des Aachener Wandmalers Klaus Paier waren fast alle Menetekel.

Graffiti-Forscher gehen davon aus, dass Graffiti eine Menetekel-Funktion erfüllen. Doch all das ist in der Oppenhoffallee nicht gegeben. Dieses Graffiti wurde in Auftrag gegeben, und der Name des Künstlers ist bekannt. Es ist kein Unheil erkennbar, das hier angedeutet wird. Gleichwohl ist es ein schöner Wandschmuck.

„Writing“ ist heute die am weitesten verbreitete Form von Graffitis. Beim „Writing“ bildet Schrift die Basis der Bildkomposition und die Akteure stellen an sich einen künstlerischen Anspruch. Oft geht es darum, auf nicht gewaltvolle Weise einen Wettbewerb auszutragen, wie dies ja für die HipHop-Kultur insgesamt bezeichnend ist.

 

1. Update:

Das Presseamt der Stadt Aachen teilt heute, 6. August, mit:

Graffiti zum Karlsjahr 2014

Karl der Große als gespraytes Kunstwerk

 „Im Rahmen der Karlsjahr-Veranstaltungsreihe „Erinnerung an die Zukunft – Die Generation Charlemagne“ nehmen der bekannte Aachener Graffitikünstler Lars Kesseler alias LAKE13 und sein Heerlener Kollege Sidney van den Berg alias DESH am kommenden Wochenende den zweiten Teil des Projekts „Karl der Große als gespraytes Kunstwerk“ in Angriff. Nach der Umwandlung der Unterführung am Eschweiler Hauptbahnhof im Juli in ein farbenfrohes Karls-Kunstwerk, steht jetzt die  Gestaltung des von der STAWAG freigegeben Umspann-Häuschens an der Ecke Krefelder Straße/Rolandstraße in Aachen, an. Dies wird am Samstag, 9. und Sonntag, 10. August, jeweils in der Zeit von 11 bis 18.30 Uhr der Fall sein.

Die Aktion ist eine Kooperation des Aachener Kulturbetriebs mit der DB Station & Service AG, der Stadt Eschweiler/Max Krieger Kulturmanagement GmbH sowie der STAWAG und wird gefördert vom Land NRW. Interessierte und Besucher sind herzlich eingeladen, bei der Entstehung der Graffitis zuzuschauen, etwas mehr über die Kunst aus der Dose zu erfahren und sich mit den Künstlern über die umstrittene Kunstform auseinander zu setzen.“

 

2. Update

Hier kann heute, 10. August,  mitgeteilt werden:

Aachen ist um ein vierteiliges Graffiti reicher

Karl, sein Reichsapfel, sein Charakterkopf , ein Schriftzug, der Dom

Zwei Graffitikünstler haben anlässlich des Karlsjahres zur Sprühdose gegriffen und mit Billigung des Eigentümers ein Umspannhäuschen als Leinwand benutzt. Seit heute ist das Häuschen (Ecke Krefelder Straße/Rolandstraße) von allen vier Seiten bemalt. Das sieht gut aus.

Karls Charakterkopf, ein Schriftzug, sein Reichsapfel und der Hinweis auf Aachen sind zu sehen. Alles in Gold und Gelb auf Lila. Graffiti, diese einst so umstrittene Kunstform, wird im Stadtbild von Aachen geduldet, sogar gefördert. So ändern sich die Zeiten.  Was aber wird aus der Arbeit von Klaus Paier („Zwischen den Tagen“), vor der sich übermorgen, 12. August, um 17 Uhr einige Leute treffen um zu überlegen, wie das Bild gerettet werden kann?

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Ein ganzes Stadtviertel soll schöner werden

Jetzt ist traditionell die Zeit, in der man sich als Journalist um Bauprojekte kümmern kann. Denn: Die Politik macht Ferien, es finden keine Rats- und Ausschuss-Sitzungen statt, man hat Zeit. 

Und wie jeder auf dieser Seite unschwer erkennen kann, geht es auch hier plötzlich verstärkt ums Bauen. Aquis Plaza (aka Kaiserplatz Galerie), Lousberg-Bunker, Aachen Mitte Mitte, Hotelneubau Sandkaulstraße, Markhalle am Büchel und so weiter. 

Wer sich nicht für Bauprojekte interessiert, möge nicht verzweifeln. Es werden bald auch wieder andere Themen angepackt.

Bevor ein größerer Gebäudekomplex oder sogar ein ganzes Stadtviertel in Aachen neu- oder umgebaut werden, gibt es einen langen Entscheidungsprozess. Investoren und Einwohner/Anwohner, Politiker und Experten aus der Stadtverwaltung treffen sich mit eigens beauftragten und bezahlten Sachverständigen zum Brainstorming, zum Austausch von Argumenten und Interessen. Und das ziemlich oft. 
 
Es ist heute nicht mehr üblich, still und leise bauliche Veränderungen größeren Ausmaßes in der Stadt vorzunehmen. Trotzdem geschieht auch das noch hin und wieder (Lousberg-Bunker) und ruft regelmäßig Empörung bei der Bevölkerung hervor. Solches Vorgehen macht die Menschen misstrauisch gegenüber Politik und Verwaltung, das Vorgehen hat von diesen noch nicht erkannte verheerende Folgen. 
 
Hier soll jetzt aber von einem weiteren Umgestaltungs-Projekt die Rede sein. Erstmals – weil sie jetzt als Fraktion im Rat der Stadt vertreten sind – durfte auch ein Mitglied der Piratenpartei an den Beratungen teilnehmen. Marc Teuku hat wegen der Transparenz auch gleich einen (subjektiven) Bericht verfasst. Der könnte die Öffentlichkeit interessieren und wird im Folgenden wiedergegeben. 
Sieht in Teilen echt scheußlich aus: die Aachener Großkölnstraße. Es gibt eine hässliche  Baulücke, Leerstand und Billigläden im unteren Teil.

Sieht in Teilen echt scheußlich aus: die Aachener Großkölnstraße. Es gibt eine hässliche Baulücke, Leerstand und Billigläden im unteren Teil.

 
 
Wie das Nikolausviertel einmal aussehen soll
 

„Als Fraktion – das haben wir in den letzten Wochen gemerkt – werden wir zu wesentlich mehr Veranstaltungen eingeladen. Veranstaltungen, von deren Existenz wir trotz 5 Jahre Ratsmitgliedschaft rein nichts wussten. Jetzt kann man sagen: Wir waren eben unwissend oder nicht informiert oder auf der anderen Seite herrschte blanke Intransparenz. Die erste Veranstaltung an der wir teilgenommen haben, war der Workshop zum Nikolausviertel. Dieses Viertel ist besser bekannt als Büchelviertel oder aber als “der Bereich zwischen Mefferdatisstraße, Möbelhaus Matthes und Kleinkölnstraße“.

Diesen 1. Workshop, bei dem es um die Gestaltung eines ganzen Viertels ging, hatte die Stadtverwaltung organisiert. Es waren die Investoren vertreten, sowie jeweils ein Vertreter der CDU, der Linken und der Piraten. Das große Ziel des Workshops war es, einen Wettbewerb zu ermöglichen. Der sollte definieren, was genau mit dem Viertel passieren soll und welche Rahmenbedingungen dabei zu beachten sind. Der erste Workshop gliederte sich in mehrere Themenpräsentationen. Die Blöcke waren Archäologie, Verkehr, und Thermalwasser.

Archäologie:

Im Bereich des Büchelviertels gibt es sehr viele denkmalgeschützte Gebäude. Es wird als wichtig angesehen, dass man die Kleinteiligkeit, die Parzellisierung bewahrt und die vorhandenen Sichtbeziehungen, sowie den historischen Straßengrundriss bewahrt. Bei Tiefbauarbeiten ist damit zu rechnen, dass man auf jeden Fall auf archäologische Funde aus der Römerzeit trifft. In diesem Fall würden die Investoren dazu gezwungen sein, die Bauarbeiten sofort zu stoppen und auf eigene Kosten Fachfirmen zu beauftragen, die dann die Ausgrabungen vornehmen müssten. Von diesen Infos waren die Investoren wenig begeistert.

Verkehr:

Der Verkehr ist ein wichtiges Thema. Es wurden diverse Konzepte vorgestellt, wie der Verkehr laufen könnte. Die Konzepte, die vorgestellt wurden, waren noch Konzepte, die damals für die Bel Etage entwickelt wurden. Interessant bei den darauf folgenden Diskussionen war jedoch, dass die Investoren großen Wert darauf legen, dass man möglichst viel Straßenraum für den motorisierten Verkehr öffnet. So war beispielsweise eine Forderung, die untere Grosskölnstraße (jetzt Fußgängerzone) wieder für den Autoverkehr zu öffnen.

Eine Diskussion gibt es wohl aktuell zwischen Politik/Verwaltung vs. Investoren bezüglich der Parksituation. Fakt ist, dass das Parkhaus Büchel weg soll. Die Investoren würden gerne eine große Tiefgarage bauen oder anderweitig Parkplätze an gleicher Stelle schaffen. Man möchte sich jedoch nicht genau festlegen über wieviele und wie, da man den Wettbewerb möglichst offen gestalten möchte. Politik und Verwaltung würden sehr gerne eine dezentrale Lösung realisiert sehen und sind der Meinung, dass man die Parkplätze auch über die umliegenden Parkhäuser abfedern kann.

Thermalwasser

Thermalwasser ist ein wichtiges Thema in dem Viertel. Es gibt 4 Thermalquellen in dem Bereich. 2 Quellen sind ungenutzt. Problematisch wird es beim Bau einer Tiefgarage an der Stelle, da man durch die Thermalquellen schnell begrenzt ist. Ein weiteres Problem ist, dass das Grundwasser in dem Bereich nicht sehr tief ist. So liegt beispielsweise ein Kanal in der Antoniusstrasse teilweise im Grundwasser, so dass man dort nicht noch tiefer gehen kann. Im Zuge der Umbauarbeiten soll das bereits vorhandene Thermalwasserüberwachungssystem ausgebaut werden.

2. Workshop

Beim 2. Workshop wurde es dann etwas interaktiver. Geladen hatten diesmal die Investoren, und thematisch sollte es um Einzelhandel, Wohnen und Gastronomie gehen. Zunächst gab es 5 kleine Vorträge von externen Beraterfirmen aus dem Bereich Stadtentwicklung.
Alle Vorträge haben den Rotlichbezirk der Antoniusstraße kritisiert und eher als Schandfleck des Viertels bezeichnet. Aktuell würden die Fussgängerströme einen großen Bogen um den zentralen Innenstadtbereich machen. Das Viertel ist sehr isoliert, trotz attraktiver Lage.
Jeder Vortrag formulierte eigene Ideen, wie man das Viertel hip gestalten könnte und dort sogar ein „Szeneviertel“ etablieren könnte. Interessant war, dass ein Vortrag sogar die Option der Markthalle aufgegriffen hat und so das Viertel aufwerten wollte.

Im Anschluss an die Vorträge gab es dann den eigentlichen Workshop, bei dem es um Ideen sammeln und diskutieren ging. Dies geschah in 3 Gruppen mit den Hauptthemen Style, Parken und Prostitution, welche nach einer gewissen Zeit wechselten.

Was wird aus der Antoniusstrasse?
Die Investoren und Berater haben intensiv betont, dass eine Aufwertung mit Rotlichtviertel an der Stelle nur schwer vorstellbar ist. Auf der anderen Seite gibt es einen Ratsbeschluss, welcher sich für den Verbleib des Rotlichtviertels an der Stelle ausspricht. Geplant ist, dass das Rotlichtviertel um rund ein Drittel verkürzt wird. Dies bedeutet jedoch keine Verkleinerung. Die Anzahl der Betten soll dabei gleich bleiben. Das wird bedeuten, dass man einige Häuser neu bauen wird oder gar, dass das Konzept eines Laufhauses umgesetzt wird.

Abschließend kann man sagen: Die Ergebnisse waren eine Art Brainstorming mit vielen Wünschen für das Viertel. Im nächsten Schritt wird nun die Verwaltung aus diesem Wunschkonzert einen Wettbewerb stricken. Ich hätte es interessant gefunden, in dem nächsten Schritt auch noch mitzuarbeiten oder gar diese Runde auch mit Bürgern zu organisieren. Man kann jetzt nämlich zusammenfassen: nette Idee, aber für wirkliche Beteiligung ist noch Luft nach oben.Genauso wäre es informativ gewesen, alle Vorträge gesammelt zur Verfügung zu stellen, um so auch die Öffentlichkeit am Informationsfluss zu beteiligen.“

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Statt dem Häuschen im Grünen lieber eine Stadtwohnung

Wohnen in der Innenstadt, das wird auch in Aachen  immer beliebter.

Wohnen in der Innenstadt, das wird auch in Aachen immer beliebter.

Ein Trend zeichnet sich in deutschen Städten ab, und das auch in Aachen. „Wohnen Sie doch nicht irgendwo dort draussen!“ rät ein Unternehmen großflächig (s. Foto oben).

Wer es sich leisten kann, kauft sich kein Häuschen im Grünen, sondern eine schicke Stadtwohnung. Da, wo jetzt noch ein ziemlich geräumiges 50er-Jahre-Bürogebäude steht, in der Nähe vom „Last Exit“, sollen über 30 neue Wohnungen errichtet werden.

„An den Frauenbrüdern“ heißt die Adresse. Noch steht das alte Gebäude da, es soll komplett abgerissen werden. Vom Neuen gibt es bisher nur Pläne. Aber der  Verkauf läuft bereits. Und ich vermute, dass die Wohnungen schnell weg sind.

Mehr dazu unter: http://www.aachen-mitte-mitte.de

Die Wohnungen sind nicht gerade preiswert. Wie Interessenten erfuhren, wird eine kleine Wohnung (52 qm) 166.000 Euro kosten. Tiefgarage ist nicht dabei. Eine Wohnung zu 66 qm gibt es für 236.000 Euro. Und wer ganz oben im Penthouse wohnen möchte, muss für 119 qm genau 497.485,80 Euro hinlegen.

Hau weg das Teil, äh. Dieses Gebäude wird einem Neubau weichen.

Hau weg das Teil. Dieses Gebäude wird einem Neubau weichen.

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