Mehr Sicherheit auf Gehwegen gefordert

Graue Poller sieht man oft nicht gut


Deshalb kommt von der Aachener Johannes-Keppler-Schule und anderen Menschen mit Seheinschränkung in Aachen der Vorschlag: Macht die Poller so, dass sie sich kontrastreich vom Hintergrund abheben. So vorgeführt zum Beispiel in der Bismarckstraße.

Mehr Infos zu der bundesweiten Aktion, an der sich Aachener*innen beteiligen, unter: sehbehindertentag.de Die Johannes-Keppler-Schule ist eine Förderschule mit Schwerpunkt Sehen, Träger ist die StädteRegion Aachen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Wem gehört die Software, die die Stadt Aachen sich bestellt und bezahlt hat?

Die Fraktion „DIE Zukunft“ hat einen Antrag formuliert und ihn der Oberbürgermeisterin zugeschickt. Sie wird ihn dem Rat zur Diskussion und Abstimmung vorlegen. Die Fraktion formulierte und begründet wie folgt:

Die Stadt Aachen strebt das Ideal an, „dass mit öffentlichen Geldern für öffentliche Verwaltungen entwickelte Software unter einer Freie-Software- und Open-Source Lizenz veröffentlicht wird“. (Wem das nichts sagt, der kann gern einmal hier nachlesen. Auch hier wird erklärt, worum es in dem Antrag geht.)

Die Fraktion „DIE Zukunft“ möchte, dass die Verwaltung in einem ersten Schritt durch Beschluss des Rates beauftragt wird, die Vergaberichtlinien so anzupassen, dass Software, die eigens für die Stadt Aachen entwickelt wird, unter einer GPL-kompatiblen Lizenz quelloffen zu liefern ist. Ausnahmen von dieser Regel müssen begründet werden und sind nur zulässig, falls die Veröffentlichung des Quelltextes nicht im öffentlichen Interesse wäre.

Das unten stehende Bild soll den Text auflockern. Es zeigt Wohnungsbau am Eisenbahnweg. Allerdings beachte man die Analogie: Wenn man keine Software hat, die unter Open-Source Lizenz steht, dann ist das so, wie wenn man sich ein Haus baut und auch bezahlt hat und trotzdem Miete zahlen muss und dabei das Haus niemals in deinen Besitz übergeht. Tja, denk mal drüber nach.

Die Antrag wird begründet:

Die Stadt Aachen beschafft regelmäßig Software, die eigens entwickelt werden muss und mit öffentlichen Geldern finanziert wird. Diese Software wird meist unter einer proprietären Lizenz entwickelt. Das heißt, dass der Quelltext, also der Teil aus dem die eigentliche Software generiert wird, im Besitz der entwickelnden Firma verbleibt und nicht veröffentlicht werden muss. Einen Gegenentwurf dazu bieten freie Software Lizenzen, oft synonym Open-Source Lizenzen genannt.

Aus der Finanzierung freier Software ergeben sich damit folgende positive Effekte für Aachen: 

Freie Software ist Allgemeingut. Die von der Stadt Aachen angebotenen und in Auftrag gegebenen digitalen Dienste gehören zur kritischen Infrastruktur unserer Region. Es muss sichergestellt sein, dass die Kontrolle dieser in öffentlicher Hand bleibt und die Stadt Aachen sich nicht ohne Not von wenigen Unternehmen abhängig macht. Der Quelltext freier Software ist grundsätzlich öffentlich zugänglich.

Freie Software gewährleistet damit, dass die Stadt nicht in Systemumgebungen eines Anbieters eingesperrt wird, da auch andere Anbieter auf dem vorhandenen Quelltext aufbauen können. Im Gegensatz dazu entstehen durch Lock-in-Effekte bei proprietärer Software oft hohe Wechselkosten, sollte man sich nach Ablauf der Lizenzverträge für einen anderen Anbieter entscheiden [4, S.15].

Freie Software ist allgegenwärtig. Eines der bekanntesten Projekte ist das freie Linux-basierte Betriebssystem Android [5] für Smartphones. Unternehmen aller Größen – von Mittelständlern bis hin zu globalen Konzernen – investieren erhebliche Summen in die Entwicklung und Sicherheit freier Software. So unterstützen circa 1000 Firmen die Linux Foundation finanziell und personell: Die Firmen Facebook, Fujitsu, Microsoft und Samsung tragen jährlich 500.000 USD bei [6]. Die Stadt Aachen nutzt für ihre Homepage und das Serviceportal unter anderem die freien Software-Pakete jQuery, Liferay und nginx [7, 8].

Freie Software fördert Innovation. Der Einsatz freier Software hat in verschiedenen öffentlichen Verwaltungen bereits zu großen Erfolgen geführt. Das beste Beispiel hierfür ist der mit dem Ziel der Kosteneffizienz eingeführte Runderlass 5608/SG [9] des französischen Premierministers vom 19. 09. 2012.

Laut eines wissenschaftlichen Artikels der Harvard Business School führte dieser innerhalb Frankreichs zu einer höheren Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit, nämlich zu einer jährlichen Steigerung der IT-Startups um 9% – 18%, und einer jährlichen Steigerung der Angestellten in IT-Berufen um 6,6% – 14% [10, S.1].

Ein weiteres Beispiel: Die Stadt Barcelona hat sich dazu verpflichtet 70% ihres IT-Jahresbudgets für Neuentwicklungen in freie Software zu investieren [11, S. 7]. Heute gibt es mehr als 3000 Unternehmen, die mit der Stadt Barcelona über öffentliche Aufträge zusammenarbeiten. Mehr als 60% davon sind kleine und mittelständische Unternehmen.

Freie Software ist sicher. Die gängigsten IT-Sicherheitsstandards sind eng an die Prinzipien freier Software geknüpft [11, S. 23]. Freie Software erlaubt es staatlichen Stellen selbständig  Sicherheitsprüfungen in Auftrag zu geben und gefundene Sicherheitslücken schließen zu lassen. Andererseits können Firmen Prüfungen zu Sicherheit und Datenschutz vornehmen, ohne dazu einen Auftrag zu benötigen.

So wurden z.B. viele Probleme der Luca-App erst nach Offenlegung des Quelltextes erkannt [12, 13]. Ist im Gegensatz dazu Software im alleinigen Besitz einer Firma, liegt die endgültige Entscheidung Sicherheitslücken finden und schließen zu lassen bei ihr. Bei mangelndem wirtschaftlichen Interesse kann dies gänzlich ausbleiben. Ist der Quelltext einer Software nicht öffentlich besteht außerdem die Gefahr, dass Sicherheitslücken nach der externen Überprüfung eingebaut werden [11, S. 22]. Dies passiert beispielsweise im Rahmen von Abhörmaßnahmen durch Geheimdienste. 

Der Ver­trags­schluss mit Anbietern freier Software ist mit geringem Zusatzaufwand möglich, unter Verwendung angepasster EVB-IT Verträge. Hierzu hat die Open Source Business Alliance eine Handreichung zu EVB-IT Erstellungsvertrag [14] veröffentlicht. Somit können die angepassten Vergabeprozesse zeitnah umgesetzt werden.

***


[4] Mackintosh S., 2018. An Open Digital Approach for the NHShttps://opusvl.com/nhs/white-papers
[5] https://source.android.com/setup/start/licenses
[6] https://www.linuxfoundation.org/en/join/members/
[7] https://www.aachen.de
[8] https://serviceportal.aachen.de
[9] https://www.legifrance.gouv.fr/download/pdf/circ?id=35837
[10] Nagle F., 2020. Government Technology Policy, Social Value, and National Competitiveness https://extranet.sioe.org/uploads/sioe2020/nagle.pdf
[11] Free Software Foundation Europe, 2020. Modernisierung der öffentlichen Infrastruktur mit Freier Software https://download.fsfe.org/campaigns/pmpc/PMPC-Modernising-with-Free-Software.de.pdf
[12] https://arxiv.org/abs/2103.11958
[13] https://digikoletter.github.io/
[14] https://osb-alliance.de/wp-content/uploads/2018/10/201805_OSBA_Handreichung_EVB-IT.pdf

Für den Antrag zeichnet ganz wesentlich Matthias Achilles (Piratenpartei), Mitglied des Rates der Stadt Aachen, verantwortlich. Ihr könnt ihn auf Twitter unter @MadGnomeAC erreichen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Absolut sehenswert: Das Parkhaus Büchel als Gesamtkunstwerk

Das alte Parkhaus Büchel ist bald Geschichte. Aber dank der beeindruckenden Arbeit von Christian Rochner und seinem Team vom Aachener Unternehmen 3ds-scan.de bleibt die Kunst im Parkhaus digital erhalten. Das Parkhaus am Büchel wurde – laut Presseamt – dazu etwa zur Hälfte mit einer Spezialkamera photogrammetrisch erfasst, so dass mithilfe moderner Software anschließend ein digitales 3D-Modell entstehen konnte.

Graffiti-Künstler Michael Gerst, der selbst mit vielen kreativen Projekten am Büchel aktiv ist, hatte das Team von 3ds-scan.de auf das Parkhaus aufmerksam gemacht. Das Projekt kann virtuell erkundet werden: https://bit.ly/3vqyfV1 (dauert etwas).

Zudem gibt es ein Video von den Projektionen, für alle, die nicht selbst durch das digitale Parkhaus durchscrollen möchten: https://www.youtube.com/watch?v=z08leLxH5w4. Die Städtische Entwicklungsgesellschaft SEGA freut sich sehr, dass das Gesamtkunstwerk Parkhaus Büchel, so wie es in den vergangenen Monaten der temporären Nutzung entstanden ist, digital erhalten bleiben kann.

Kreatives Projekt

Nach dem Parkhaus-Abriss wird es viele kreative Projekte auf dem rund 5000 Quadratmeter großen Areal geben – dann unter dem Slogan „ZwischenZeit Büchel“. – Man kann den Newsletter der Städtischen Entwicklungsgesellschaft SEGA abonnieren, um regelmäßig von aktuellen Entwicklungen und Aktionen rund um den Büchel zu erfahren: www.buechel-aachen.de/neuigkeiten.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Jetzt also doch: Liegewiese geöffnet

Das – Bild unten – ist nicht der Hangeweiher. Nein, das ist nur das Freibad vom Hangeweiher. Der Hangeweiher ist ein richtiger Weiher, künstlich angelegt zwar, aber ein Gewässer, in dem Schwimmen absolut verboten ist. Schwimmen im Hangeweiher . . . das darf man gar nicht, nur Bötchenfahren ist dort erlaubt. (Ein Minimum an sprachlicher Korrektheit muss einfach sein.)

Liegewiesen im Freibad ab heute (6. Juni) wieder geöffnet. Aber wer legt sich schon gern ins nasse Gras?

Egal. Ab heute, Sonntag, 6. Juni, können die Besucher*innen des Freibads Hangeweiher auch die Liegewiesen, das Volley- und Basketballfeld und vor allem das Planschbecken mit Spielplatz wieder nutzen.

In der Zeit von Sonntag bis einschließlich Mittwoch, 9. Juni, können 160 Personen, statt wie bisher 120 Personen Zeitslots buchen. (s. auch hier)

Ab Donnerstag, 10. Juni, sollen auch wieder längere Zeitslots für bis zu 500 Personen zur Verfügung stehen, vorausgesetzt der fallende Trend der Sieben-Tage-Inzidenz hält an.

Info: Presseamt der Stadt Aachen

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Im Stadtbad: Gespräche über Aachen-Nord

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

In allen Impfzentren in NRW sind derzeit nur Zweitimpfungen möglich

Infos: Aus den Mitteilungen der Krisenstäbe

Hatte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nicht angekündigt, es gebe im Juni Impfdosen in Hülle und Fülle? Das ist nun also nicht der Fall. Vollmundig wird zudem erklärt, Kinderärzte und Betriebsärzte würden ab 7. Juni beim Impfen einbezogen. Wie soll das gehen, da doch Impfstoff fehlt?

Mit Blick auf die anstehende Aufhebung der Priorisierung bei Coronaimpfungen am 7. Juni 2021, weist das NRW-Gesundheitsministerium darauf hin, dass in den NRW-Impfzentren bis mindestens Mitte Juni 2021 keine Termine für Erstimpfungen zur Verfügung stehen. Daher werden auch ab dem 7. Juni zunächst keine Terminfenster in den Buchungsportalen der Kassenärztlichen Vereinigungen zur Verfügung gestellt.

Sobald es wieder mehr Impfstoff gibt und neue Terminfenster freigegeben werden können, werde das Ministerium dies frühzeitig mitteilen, so wird versprochen.

***

Die Arztpraxen in NRW werden über die Apotheken und den pharmazeutischen Großhandel mit Impfdosen versorgt. „Ab dem 7. Juni werden auch die Kinder- und Jugendärzte in die Impforganisation einbezogen“, ist in den Mitteilungen zu lesen. Die Ärzt*innen können ab diesem Zeitpunkt ebenfalls Impfdosen für Kinder- und Jugendliche ab 12 Jahren bestellen. Ob sie die bestellten Mengen auch erhalten, steht auf einem anderen Blatt.

Grundsätzlich erfolgen die Impfungen in den Arztpraxen in eigener Verantwortung. Daher bleibt es auch den jeweiligen Arztpraxen überlassen, in welcher Reihenfolge und an welche Patienten Impftermine auf Grundlage der zur Verfügung stehenden Impfdosen vergeben werden. Betriebsärzte werden ab dem 7. Juni ebenfalls in die Impforganisation mit einbezogen. (Man muss aber davon ausgehen, dass auch die Betriebsärzte bei weitem nicht die Mengen an Impfstoff zur Verfügung haben, die nötig wären, um mit dem Impfen zu beginnen.)

Das NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales hat ein Bürgertelefon zur Corona-Schutzimpfung eingerichtet. Zu erreichen ist die Hotline des Landes unter der Rufnummer 0211/9119-1001, montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr. Unter www.corona-schutzimpfung.de ist zudem ein breites Informationsangebot zu den bundeseinheitlichen Informationen abrufbar.

Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein veröffentlicht täglich aktuelle Zahlen zum Stand der Corona-Schutzimpfungen. Bis zum 2. Juni haben ca. 267.600 Menschen in der StädteRegion Aachen (550.000 Einwohner) eine Erstimpfung erhalten. Rund 94.200 wurden bereits zweimal geimpft. Weitere Informationen findet man unter: https://coronaimpfung.nrw/

In der StädteRegion: Mehr als 300 Teststellen

Alle Menschen in Deutschland haben im Rahmen der verfügbaren Testkapazitäten mindestens einmal pro Woche Anspruch auf einen kostenlosen Schnelltest, den sogenannten Bürgertest. Die Bürgertestung ist an keinerlei Voraussetzung geknüpft, also auch für Grenzgänger unabhängig vom Wohnsitz möglich. Inzwischen gibt es in der StädteRegion Aachen mehr als 300 Stellen, an denen man einen Schnelltest machen kann. Das sind zum einen über 90 klassifizierte Teststellen und zudem noch rund 210 Arztpraxen.

Um eine ortsnahe Versorgung sicherzustellen, werden zusätzlich noch Schnelltest-Busse eingesetzt. Alle aktiven Testzentren und den Fahrplan der Schnelltest-Busse findet man unter der Kurzadresse www.staedteregion-aachen.de/schnelltest. Eine kartografische Übersicht findet man zudem unter https://testen-in-aachen.de/.

Achtung! Bürgertests dürfen nur von asymptomatischen Personen in Anspruch genommen werden. Bei einem positiven Testergebnis soll unverzüglich ein PCR- Bestätigungstest gemacht werden! Zudem gilt dann sofort eine Quarantänepflicht für die positiv getestete Person sowie deren Haushaltsangehörige.

***

Extra-Goodie:

Heute gibt es wieder den Reporter-Slam. Das ist eine amüsante Veranstaltung, Beginn um 19 Uhr. Um den lautesten virtuellen Publikumsapplaus buhlen 3 Journalisten, dabei ist Svea Eckert vom NDR, die über wissenschaftliche Quatschstudien slamt. Anschließend gibt es eine Diskussionsrunde über „Fake News“.

https://futurium.de/de/veranstaltung/reporter-slam-fake-news?bezuggrd=CHP&utm_source=cp-vollversion

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Doch kein Bedarf für eine zusätzliche Gesamtschule in Aachen?

Jahrelang hatte es in Aachen geheißen: Wir haben zu wenig Gesamtschulplätze. Mal bekamen fast 200 Kinder keinen Platz in ihrer Wunsch-Gesamtschule, mal waren es 100, die abgewiesen werden mussten. Was für eine missliche Situation! 

Gesamtschulen sind und waren beliebt, besonders bei den Eltern von Kindern, bei denen nach dem 4. Schuljahr noch nicht klar ist, wo eigentlich die Stärken des Kindes liegen: mehr im intellektuellen Bereich oder eher im handwerklichen, mehr im mathematisch/naturwissenschaftlichen oder im sprachlichen Bereich oder alles zusammen oder wie oder was.

Die Politik raufte sich die Haare und überlegte über Jahre, welche Gesamtschule erweitert werden könnte und ob nicht gleich der Neubau einer 5. Gesamtschule erfolgen müsse. 
Doch plötzlich ist alles anders. Aachen braucht gar keine zusätzliche Gesamtschule und muss noch nicht mal eine bestehende Gesamtschule erweitern.

Hää? Wie kommen Sie denn jetzt da drauf, möchte man die zuständigen Leute in der Stadtverwaltung fragen. Man reibt sich die Augen und blickt verstört in die Vorlage zur nächsten Schulausschusssitzung, wo unter dem Punkt „Gesamtschulsituation in der Stadt Aachen“ die Sensation verkündet wird. 

Eine detaillierte  Aufbereitung der Datenlage“ habe die neuen Erkenntnisse erbracht, so wird mitgeteilt. Die Anmeldezahlen seien seit 2010 rückläufig und würden noch immer weiter sinken. Und: Zum Schuljahr 2009/2010 seien insgesamt 227 Schülerinnen und Schüler nicht an ihrer „Wunsch-Gesamtschule“ aufgenommen worden, zum Schuljahr 2021/2022 hätte die Zahl nur noch bei 110 gelegen. 

In früheren Jahren seien außerdem viel mehr Kinder von außerhalb Aachen (Eifel, Herzogenrath usw.) auf Aachener Gesamtschulen angemeldet worden. Die Städte Herzogenrath, Stolberg, Würselen hätten sich aber längst eigene Gesamtschulen gebaut, die Kinder brauchten die Aachener Schulen nicht mehr. 

Es habe sich außerdem gezeigt, dass die Zahl der Kinder, die in Aachener Randbereichen wohnen und eine Gesamtschule außerhalb Aachens, z. B. in Stolberg, Herzogenrath oder Würselen besuchen, zugenommen hat. Insgesamt würden generell die Anmeldezahlen an allen weiterführenden Schulen in Aachen sinken. Und die der Kinder, die nach 2 oder 3 Jahren von einem Gymnasium zu einer Gesamtschule wechseln auch. 

Ob die Verwaltung vergessen hat, dass bald alle Kinder statt 8 wieder 9 Jahre zum Gymnasium gehen und dann diese Schulen aus allen Nähten platzen? Dass der Gesamtschule Laurensberg die Schließung bevorsteht, dass die Schule Kronenberg wegen maroder Bausubstanz nicht für den Umbau in eine Gesamtschule geeignet ist? Warum ignoriert die Verwaltung, dass es in absehbarer Zeit auf einen OGS-Platz einen Rechtsanspruch gibt? Warum werden nicht schon jetzt räumliche Szenarien entwickelt wie all der Platz für die vielen OGSen geschaffen werden kann? – Man weiß es nicht. 

Die Politiker*innen hatten unter anderem fest vor, die 4. Gesamtschule um 4 Klassenzüge zu erweitern. Die dortigen Lehrer*innen haben diesbezüglich schon viel Vorarbeit geleistet. Jetzt heißt es womöglich: Kommando zurück. 

Ein insgesamt doch etwas rätselhafter Vorgang. Mal sehen, was im Schulausschuss dazu gesagt wird (am Donnerstag, 10. Juni, ab 17 Uhr im Eurogress).

Vorlage der Verwaltung, hier: https://ratsinfo.aachen.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=23441

***

Im Schulausschuss geht es auch wieder um die seit 4 Jahren dringend erforderliche Erweiterung der Montessori Grundschule Mataréstraße. Wieder ist davon die Rede, dass es in dem Neubau (auf dem Schulhof) auch Wohnungen* geben soll. Wie sonderbar. Wem will die Verwaltung das zumuten, eine oder zwei Etagen über der Mensa einer Grundschule zu wohnen, noch dazu unmittelbar neben dem Schulhof? Hallo? Gehts noch? 

Die Mensa in der Grundschule Mataréstraße (Foto: unten). Die Kinder essen im Keller, vor den Fenstern sind Gitter. Es fehlen in der Schule 5 Gruppenräume und eine Mensa. Was auch immer dort gebaut wird – das ganze Flächenpotential sollte den Kindern zur Verfügung gestellt werden.

*Wörtlich steht in der Vorlage: „Bei einer mehrgeschossigen Bauweise des Neubaus (der Schule Mataréstraße, d. Red.) können darüber hinausgehende Flächenpotentiale, wie ursprünglich vorgesehen, für Wohnungsbau genutzt werden.“

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Pedelec-Fahrerin bei Unfall schwer verletzt

Am gestrigen Morgen (2. Juni) gegen 7.40 Uhr ereignete sich auf dem Vennbahnweg im Bereich der Einmündung zur Debyestraße ein Verkehrsunfall, an dem zwei Pedelec-Fahrerinnen beteiligt waren. Der Unfall geschah, wie die Polizei mitteilt „im Begegnungsverkehr“. Eine 58-jährige Frau wurde dabei schwer verletzt. 

Nach bisherigen Erkenntnissen verhakten sich die Lenker der beiden Fahrräder, als sie auf gleicher Höhe waren. Die eine Radfahrerin (32) konnte rechtzeitig von ihrem Fahrrad abspringen und blieb unverletzt. Die 58-Jährige stürzte und wurde dabei schwer verletzt. Passanten leisteten sofort Erste Hilfe und alarmierten den Rettungsdienst und die Polizei.

(Eigentlich sollte der Vennbahnweg in diesem Jahr zumindest teilweise verbreitert werden. Bis jetzt ist diesbezüglich nichts sichtbar. Einzelheiten dazu: hier)

Nach notärztlicher Behandlung vor Ort wurde die Frau mit dem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Zu diesem Zeitpunkt konnte durch den behandelnden Arzt Lebensgefahr nicht ausgeschlossen werden. 

Die Unfallaufnahme erfolgte mit der Unterstützung eines Sachverständigen. Das Fahrrad der verletzten Frau wurde sichergestellt. Das Verkehrskommissariat hat die Ermittlungen zum Unfallhergang aufgenommen. (fp) 

An manchen Stellen ganz schön schmal: der bei Radfahrern, Skatern, E-Bikern und Spaziergängern beliebte Vennbahnweg. Es ist ein Wunder, dass es dort nicht viel öfter zu Unfällen kommt.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Der Sommer wird gut . . .

. . . sagt Karl Lauterbach (Mediziner und Politiker), aber die Masken werden nicht weggeräumt, sondern liegen griffbereit in der Schublade. Denn was im letzten Herbst (2020) alles falsch gemacht wurde (frühzeitig sich so verhalten, als wäre die Pandemie vorbei), das könnte uns im kommenden Herbst wieder gelingen. Leider.

Unterdessen versuchen andere, das Datum vom Ende der Pandemie auszurechnen (seht selbst, Link unten). Wenn bestimmte Voraussetzungen zutreffen, und wir uns nicht allzu bescheuert verhalten, könnte das sogar klappen.

Die Prognose scheint seriös, können wir hier aber letztlich nicht beurteilen. Gleichwohl beeindrucken die Forschungsergebnisse der sogenannten Modellierer*innen, die voraus-sagen, wie sich die Pandemie entwickelt. Insbesondere ist immer eingetroffen, was Physikerin Dr. Viola Priesemann mitgeteilt hat. Alle Achtung. Sie sagte ja sogar, dass SARS-CoV-2 auch exponentiell verschwinden kann, wenn Kontakte vermieden und Infizierte isoliert werden. (Quelle fehlt hier, wird gesucht)

Der Simulator pandemieende.de berechnet das Ende der Corona-Pandemie für Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Das Tool bezieht in seine Auswertung die aktuelle Impfrate sowie eine mögliche Herden­immunität durch 70 Prozent vollständig Geimpfte ein. Das hoffnungsvolle Ergebnis (vom 1. Juni): Nur noch 94 Tage, bis Corona besiegt ist.

***

Das Robert Koch-Institut (RKI) weist heute (2. 6.) für die StädteRegion Aachen eine Sieben-Tage-Inzidenz von 49 aus. Weitere Informationen findet man auf dem Dashboard des RKI unter https://experience.arcgis.com/experience/478220a4c454480e823b17327b2bf1d4/page/page_1/


Die Sieben-Tage-Inzidenz im Wochenrückblick

TagDoFrSaSoMoDiMi
Datum27.05.2128.05.2129.05.2130.05.2131.05.2101.06.2102.06.21
RKI-Inzidenz5550,43945424649

(Schiebebalken bewegen)

Veröffentlicht unter Uncategorized | 1 Kommentar

2020 war Aachens wärmstes Jahr

2020 war das bisher wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen: Das gemessene Temperaturmittel lag bei 12.2°C für die Station Aachen-Hörn. In jedem einzelnen Monat war die Temperatur höher als der Normalwert. Besonders auffällig waren die Monate April mit 4,6 °C und August mit 4,4 °C über dem Normalwert 1961 bis 1990.

Insgesamt traten wie im Vorjahr 14 „heiße Tage“ auf, das bedeutet die maximale Temperatur betrug an diesen Tagen 30°C und mehr. Normalerweise gibt es drei bis vier solcher „heißen Tage“ im Jahr. Zudem gab es 45 „Sommertage“ mit einer maximalen Temperatur von 25°C und mehr. Üblich sind 20 Tage. Dagegen gab es nur 27 „Frosttage“, an denen die Temperatur unter 0°C fiel. Üblich sind im Schnitt 54 „Frosttage.“ Eistage, an denen die Temperatur ganztags unter dem Gefrierpunkt liegt, gab es 2020 nicht.

706 mm Niederschlag wurde in Summa im Jahr 2020 an der Wetterstation Aachen-Hörn gemessen, 15,2 Prozent weniger als in der Normalperiode (1961 bis 1990). Demnach blieb es – wie in den Vorjahren – bei einem Wasserdefizit. Insgesamt wurde an 199 Tagen Niederschlag mit einer Intensität von mindestens 0,1 mm registriert, durchschnittlich sind es 196 mm. Am 11. März 2020 fiel dabei der mit 23,0 mm höchste im Jahr 2020 gemessene Tagesniederschlag an der Station Aachen-Hörn.

***

Datenaufbereitung: FB02/200 Statistikstelle in Kooperation mit dem Geografischen Institut der RWTH Aachen.

Quelle: Ketzler, G., Leuchner, M.: Der Witterungsverlauf im Raum Aachen im Jahre 2020 im Kontext langjähriger Klimatrends

Link: https://www.klimageo.rwth-aachen.de/global/show_document.asp?id=aaaaaaaaayrxaoo

Bei 30°C und mehr wünscht man sich, ins kühle Wasser springen zu können und mit Kind und Kegel den Tag im Freibad verbringen zu dürfen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar