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Es kann nicht richtig sein, sehenden Auges Menschen im Mittelmeer ertrinken zu lassen. Da keine Hilfe zu leisten, das darf nicht einreißen. Denn: Wo soll das enden? Wem wird danach ebenfalls nicht geholfen? Mir? dir?
Was wird aus uns, wenn wir lernen, mit diesem grausamen und mitleidlosen Verhalten froh und munter zu leben, in Urlaub zu fahren und politische Entscheidungen zu treffen? Monster? Schaden wir uns nicht selbst, wenn wir uns an solch brutales Verhalten gewöhnen? Wenn wir uns daran gewöhnen, Hilflosen einfach mal NICHT zu helfen?
Im April 2019 haben Marc Teuku für die Fraktion der Piratenpartei und Christoph Allemand als Vertreter der UWG im Rat der Stadt Aachen einen Antrag eingebracht, der jetzt (Sitzung 11. Juli) in abgewandelter Form mehrheitlich angenommen wurde. Hier der Beschluss, der bei drei Nein-Stimmen ( letztere kamen von der AfD bzw. von einem Ex-Vizechef von „Pro NRW“) gefasst wurde, im Wortlaut:
Seenotrettung ist kein Verbrechen.
Der Rat der Stadt fordert alle Verantwortlichen in Bund, Land und Europa auf, Flüchtlingen aus der Seenotrettung zu helfen.
Die Stadt Aachen wird ihre Arbeit zur Hilfe von Flüchtlingen fortsetzen und Flüchtlinge unverändert aufnehmen.
Der Rat beauftragt die Verwaltung, diese Position gegenüber dem Deutschen Städtetag zu vertreten.
Danke allen, die dem zustimmen konnten. Schon im Januar ergriff Marc Teuku die Initiative und ging auf Christoph Allemand zu. Es kam schließlich zu folgendem Antrag: https://aachennews.org/2019/04/20/ratsantrag-zum-thema-seenotrettung-eingereicht/

Rund 250 Menschen waren vorgestern (09. 07.) ins Bürgerforum gekommen, das diesmal in einem RWTH-Gebäude an der Forckenbeckstraße tagte. Die Leute wollten sich informieren und der Politik ihre Meinung zum Brücken-Projekt sagen. Es ging teilweise hoch her.
Die RWTH will ihren Campus Melaten und den Campus West mit einer etwa 500 Meter langen Brücke verbinden. Kosten für das Bauwerk: 20 Millionen Euro, bezahlt aus der Kasse der Stadt Aachen. Diese Brücke muss so stabil sein, dass darüber wahre Monster-Maschinen (groß und schwer) zu den Instituten geschleppt werden können. Die Pläne liegen vor, beschlossen ist offiziell noch nichts.
Allein: Die Menschen, die in der Nähe der Brücke wohnen würden, sind wütend. Sie fürchten 1. die eventuell häßliche Optik des Bauwerks, 2. ein Mehr an Lärm und 3. die dann abgeschnittene Luftzirkulation. 250 Personen mögen es im Bürgerforum gewesen sein, von denen einige Transparente hochhielten (s. Foto). Die Experten versicherten in ihren Redebeiträgen, dass man die Brücke kaum sehen werde, dass es nicht zu mehr Lärm kommen wird und dass auch die Kaltluft weiter fließen wird . . . bis in die Innenstadt hinein.
Höhnisches Lachen, laute Zwischenrufe, unhöfliches Nicht-ausreden-lassen, erlebte man da (das hatte ich so auch noch nicht). Zum Glück nur im ersten Teil der Versammlung, später versachlichte sich die Debatte. Politik und Verwaltung gaben sich große Mühe zu erklären, in welch frühem Zustand sich das Brücken-Projekt angeblich erst befindet.
Die Aachener können Mega-Projekte verhindern, das haben sie schon bewiesen (s. Bauhaus, Campusbahn). Und ob die Stadtgesellschaft sich das 20-Millionen-Projekt finanziell überhaupt leisten kann, ist auch noch nicht zu Ende diskutiert.
Andererseits: Die Leute an der RWTH sind ehrgeizig, sie wollen an der guten alten RWTH europaweit einzigartige Spitzenleistungen bringen, wollen mit München und Maastricht konkurrieren. Sie wollen sozusagen mit der Wissenschaft in die Bundesliga, und zwar nicht in die 2., sondern in die 1. Bundesliga und da ins obere Drittel. Sie sehen auch die Chancen für die Stadt, die sich entwickeln kann und die derzeit unter ihren Möglichkeiten bleibt.
Ein Campus ist ein Areal mit vielen Gebäuden, die alle einer Hochschule zugerechnet werden können. Aachen hat sozusagen zwei davon, beide neu: Campus Melaten und Campus West. Der Campus West ist ein 170 000 Quadratmeter großes Areal und muss erst noch gebaut werden, er beginnt am Westbahnhof und zieht sich entlang der Bahnlinie bis zum Pariser Ring. Heute ist das Gelände eine häßliche Brache, bestens geeignet für schicke Institute mit jeder Menge Forschung und studentischem Leben. Melaten und West zu verbinden, das liegt nahe.
Nur: Muss das über eine Brücke geschehen, geht das nicht auch anders?
Wichtig: Die Angelegenheit wird im Planungsausschuss am Donnerstag, 11. 07., ebenfalls behandelt (17 Uhr, Verwaltungsgebäude Lagerhausstraße, Saal 170). Dort dürfen allerdings Bürgerinnen und Bürger nur zuhören, nicht mitreden. Mein Tipp: hingehen, zuhören, Bescheid wissen.

Mehrere interessante Präsentationen gab es während der dreieinhalb stündigen Veranstaltung. Rechts im Bild: die neue Brücke, über die der allgemeine Verkehr und der Schwerlastverkehr vom Campus West zum Campus Melaten gelangt.
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Die Aachener Politik hat (im Mobilitätsausschuss) jetzt einstimmig beschlossen, dass die Lothringerstraße auf dem Abschnitt zwischen Oppenhoffallee und Wilhelmstraße zu einer Fahrradstraße umgestaltet werden soll. Das Presseamt der Stadt teilt mit, worauf man sich schon mal einstellen kann:
Auf der gesamten Strecke soll eine Einbahnstraße für den Auto- und Lkw-Verkehr in Richtung Wilhelmstraße entstehen. Die Radlerinnen und Radler sollen hier weiterhin aber in beiden Richtungen fahren können.
Im Teilstück Oppenhoffallee/Friedrichstraße soll in Zukunft weiterhin auf beiden Straßenseite geparkt werden, im Abschnitt Alfonsstraße/Wilhelmstraße nur noch auf der linken Fahrbahnseite in Richtung Wilhelmstraße. Der Gehweg auf der Seite des ehemaligen Klosters soll drei Meter breit werden.
An der Einmündung von der Lothringer Straße in die Wilhelmstraße soll die Linksabbiegespur erhalten bleiben. Die heutige Rechtsabbiegespur soll aber wegfallen.
Die Lothringerstraße zwischen Oppenhoffallee und Wilhelmstraße ist ein wichtiges Teilstück der Radvorrangroute (s. Foto), die zwischen Eilendorf (und später auch Brand), der Innenstadt und dem Campus Melaten entstehen soll. Für das andere Teilstück der Radvorrangroute in der Lothringerstraße zwischen Wilhelm- und Harscampstraße hatte der Mobilitätsausschuss bereits im Frühjahr 2019 eine Umgestaltung zur Fahrradstraße beschlossen.
Steine, Steine nichts als Steine und unter 1000 Steinen keine Welt. – So könnte man in Anlehnung an ein Rilke-Gedicht* sagen. Denn was Menschen einmal schön gestaltet und passend fanden, das ist am Ende des Tages eine mittlere Katastrophe. Dort – vor dem Deutzer Bahnhof in Köln – wächst kein Halm und summt kein wildes Bierchen mehr.
Dabei sind die Kölner nicht schlimmer als die Aachener oder Dürener in ihrer Vorliebe für Teppiche aus Stein. Ich musste nur gerade in Köln etwas warten und nahm die Gelegenheit, Fotos zu machen. Die könnte ich auch in Aachen machen. Doch es wird langsam Zeit, sich mal zu fragen, ob das wirklich die beste Lösung ist, so ein Steinbelag, der sich aufheizt und nachts Wärme abgibt wie ein Kachelofen?
Direkt neben der ersten Steinwüste: die nächste, auch nicht umwelt- und menschenfreundlicher.
Grüne Inseln haben die Architekten bisweilen zugelassen. Die tun dem Klima gut. Aber: Ein „Masterplan Entsiegelung“ müsste aufgelegt werden, zu unser aller Nutzen und Wohlbefinden. Wo man Bäume pflanzt, kann die Temperatur trotz großer Hitze um 10 Grad runtergedimmt werden.
Das ist kein Wunder, dass der Streifen zwischen den beiden Steinflächen quasi versengt wird. Wo sich die Luft nachts nicht auf mindestens 20 Grad abkühlt, da haben es Pflanzen schwer.
*Das Gedicht: http://www.rilke.de/gedichte/der_panther.htm
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„So innovativ und (digital) erlebbar wie beim Campus West ist noch nie ein Aachener Planungsprojekt präsentiert worden“, teilt das Presseamt der Stadtverwaltung mit. Bürgerinnen und Bürger haben am Dienstag, 9. Juli, die Möglichkeit, einen Blick in die Zukunft zu werfen.
Die RWTH Aachen hat ein 170.000 Quadratmeter großes Gelände im Westen der Stadt gekauft. Beim Bürgerforum am kommenden Dienstag (ab 18 Uhr) im „CT²“ in der Forckenbeckstraße 71 kann man sich mittels modernster Technik vor allem einen Überblick über die geplante und vielfach diskutierte Brückenverbindung vom Campus West zum Campus Melaten verschaffen.
Hierfür bietet die „RWTH Aachen Campus GmbH“ nicht nur realistische Fotomontagen an. Das Brückenbauwerk kann am Dienstag, 9. Juli, bereits ab 16.30 Uhr im „CT²“ zum ersten Mal auch über ein interaktives digitales 3D-Modell von verschiedenen Orten aus betrachtet werden.
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Das Gelände und die Bebauung des Campus West wurde auf der Grundlage von topografischen Datensammlungen des Landes NRW in einem groben Volumenmodell digitalisiert. Hierfür werden Gebäude mittels Laserscan abgetastet. Aus den entstehenden Punktewolken des Scans können dann dreidimensionale Gebäudemodelle maßstabsgetreu in der natürlichen Geländeform virtuell abgebildet werden. Die im Masterplan dargestellte Bebauungsstruktur des Campus West wurde in Form von weißen Gebäudekuben nachgebildet.
Der Masterplan wird ab 18 Uhr von Experten des Fachbereichs Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen der Stadt Aachen vorgestellt, das Büro „Schüßler-Plan“ aus Düsseldorf informiert anschließend ausführlich zur Brückenplanung.
Das Bürgerforum ersetzt nicht die korrekte Bürgerbeteiligung. Nach den Sommerferien wird natürlich noch zu einer formellen Bürgerbeteiligung inklusive einer weiteren Informationsveranstaltung eingeladen. Hoffentlich wird es möglich sein, dass die Menschen nicht nur informiert, sondern auch noch beteiligt werden. Sie sollten für den Campus West eine Kita, Cafés, Restaurants, eine Sportstätte, ein Studentenwohnheim, Läden usw fordern, damit dieser Campus in ein ECHTES neues Quartier von Aachen verwandelt wird. Es sollten auf dem riesigen Gelände nicht nur Hochschule-Institute angesiedelt werden. Monostruktur ist wenig attraktiv.
Das Programm am Dienstag, 9. Juli, im „CT² Center for Teaching and Training der RWTH Aachen“, Forckenbeckstraße 71, auf dem Campus Melaten:
16.30 Uhr, Ausstellung und Vortrag „Brücke Nord“ Campus West. Gelegenheit, einen Betrachtungs-Standpunkt auszuwählen.
17 Uhr, Begrüßung und Vortrag zur Brückenverbindung der Campus-Areale West und Melaten (Dr. Klaus Feuerborn, Geschäftsführer RWTH Aachen Campus GmbH).
17.15 Uhr, Erläuterung der Technik zum virtuellen 3D-Modell (Formitas AG).
17.20 Uhr, Start interaktive Modellbegehung mit Virtual Reality-Brille.
18 Uhr, Beginn des Bürgerforums
Weitere Informationen zur Entwicklung des Campus West:
www.aachen.de/campuswest
www.rwth-campus.com
Mehr Infos hier, scrollt nach unten und schaut euch insbesondere Anlage 2 und Anlage 3 an.
„Mal festhalten, was Sache ist“, so nennt der Musiker und Fotograf Dieter Kaspari eine Fotoserie, die er jetzt auf Facebook eingestellt hat. Er ist durch Aachen spaziert und hat einfach mal abgelichtet, was er da gesehen hat.
Kaspari fotografierte die Straßenzüge in ihrem Niedergang. Büchel, Adalbertstraße usw. Alles in der Aachener Innenstadt: Szenen von heruntergekommenen Häusern und Straßen, Straßenzügen. Klickt euch da mal durch und lest die über 50 Kommentare der entsetzten BetrachterInnen der Fotos. Zum Beispiel hier:
Wir leben „im schönsten AACHEN, das wir jemals hatten“, sagte jüngst Harald Baal, Chef der CDU-Fraktion im Rat der Stadt. – Und der Titel der Facebook-Foto-Serie „Keine Stadt ist wie diese“ des Ratsherrn Dr. Ralf Otten (ebenfalls Mitglied der Mehrheitsfraktion CDU, die in Aachen das Sagen hat) ist auch nicht kritisch gemeint, sondern bewundernd.
Man fragt sich, in welcher Stadt diese Leute eigentlich leben? Und wenn sie Aachen so sehen, warum sollten sie irgendetwas ändern wollen?
„Aachen muss aufpassen“, warnte jüngst sogar der Rektor der RWTH, Professor Ulrich Rüdiger. Er sprach unter anderem vom seit fünf Jahren menschenleeren Kármán-Auditorium und möchte, dass Aachen attraktiv ist/wird/bleibt – wegen des Erfolgs der Hochschule, für die er sich viele Studierende und hochkarätige WissenschaftlerInnen wünscht.
Bin gespannt auf die Fotos, wenn Dieter Kaspari erst mal mit Kamera vom Kármán aus bis hinter das Audimax gelangt.
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Die einen wohnen zu fünf Personen in zwei winzigen Zimmern, die anderen haben sich eine geräumige Wohnung mitten in einem Wohngebiet gekauft, um sie an Touristen zu vermieten. Wieder andere haben sich Wohnungen gekauft, um sie leerstehen und verfallen zu lassen, dann abzureißen und den Boden irgendwann teuer zu verkaufen.
Das ist nicht im Sinne einer funktionierenden Stadtgesellschaft, es schafft gewaltige, gesellschaftliche Friktionen, die in dem Bestreben gipfeln, man möge
doch diejenigen, die Wohnraum zweckentfremdend nutzen, einfach enteignen. Und: Mehrfach wurden in Aachen schon Häuser besetzt, kürzlich erst die Bastei, die seit 5 Jahren leer ist und innen auch so (scheußlich) aussieht. Auf die brutalen Szenen beim Räumen der Örtlichkeiten durch die Polizei möchte man gern verzichten.
Die Stadt Aachen will jetzt mit einer „Zweckentfremdungssatzung“ ins Geschehen eingreifen, bevor es zum Äußersten kommt. Um diese Satzung, die die Stadtverwaltung ausgearbeitet hat und die die PolitikerInnen beschließen können, geht es am heutigen Dienstag, 2. Juli, um 17 Uhr im Verwaltungsgebäude in der Lagerhausstraße.
Aachen wächst wie bekloppt. Hier mal allein die RWTH-Zahlen: 2007 gab es hier rund 30.000 RWTH-Studierende. 2018 waren es rund 45.300 und es werden zumindest in den nächsten 5 Jahren noch mehr. Auch für die Profs. und das Hochschul-Personal braucht man Wohnungen. (2007: 440 Profs./ 2018: 560 Profs.) Das Personal wuchs von 6.900 (2007) auf 9.700 (2018).
Viele Firmen wollen ihre Forschungsabteilungen in RWTH-Nähe platzieren, rund 400 sind schon da. Weil deren MitarbeiterInnen ebenfalls in Aachen wohnen wollen, wird Wohnraum immer knapper und teurer. Aachen könnte immer jünger werden und junges Leben immer präsenter. Aber: Es gebe „Verdrängungseffekte in das Umland“ hat die Verwaltung ermittelt. Eine Wohnungsbedarfprognose fand heraus, dass 2035 über 10.000 neue Wohneinheiten in Aachen fehlen.
Derzeit gibt es „Leerstand in erheblichem Umfang“ so steht es in der Vorlage für die Politik. Jeder weiß, wo in der Nachbarschaft die seit gefühlt Ewigkeiten leerstehenden Wohnungen und Häuser sind, man geht ja praktisch täglich daran vorbei. Leerstand aber soll mittels Satzung bekämpft werden, so wie es andere Städte in NRW längst machen.
Mit der Satzung will man auch denen Strafen aufbrummen, die ganze Wohnungen mittels Homesharing-Portal Airbnb dem Wohnungsmarkt entziehen. Die Zahl dieser Unterkünfte wächst in Aachen nahezu explosionsartig (seit 2016 um 62%). Man mag die Zahlen kaum glauben.
Wie immer, wird es auch Ausnahmen geben, die unter Umständen eine Zweckentfremdung von Wohnraum möglich machen. Die Ausnahmen gehen zum Teil recht weit, da wird es heute Fragen geben müssen. Denn Leerstand bei dieser Wohnungsnot ist UNMORALISCH.
Wer mehr wissen will: Hier weiterlesen.
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UPDATE (02. 07.): Die Satzung gegen die Zweckentfremdung von Wohnraum (leerstehen lassen oder an Touristen vermieten) ist im zuständigen Politikergremium einstimmt beschlossen worden (ihr findet den Text unter diesem Link). Dass auch der Stadtrat sie absegnet, ist soweit sicher.
In der Diskussion konnte man erfahren, dass die CDU in Gestalt ihres Fraktionschefs Harald Baal zwar zugesteht, dass es in Aachen zu wenig Wohnraum gibt, dass es aber keinen übermäßig großen Leerstand gibt. In Aachen gebe es vielmehr „einen extrem geringen Leerstand“. Die Satzung sehe er als „ein Signal, dass Leerstand über ein bestimmtes Maß hinaus nicht in Ordnung ist“, sagte Baal für die CDU.
Wohnraum, der vor Inkrafttreten der Satzung schon leer war, fällt auch nicht unter die Satzung. Das wurde mehr am Rande erklärt, fand ich aber so ziemlich das Wichtigste. Von Geschäften und Läden war gar nicht die Rede, es geht bei der Satzung allein um Wohnungen.
Als Ferienwohnung darf man seine Wohnung nur vermieten, wenn das von der Behörde genehmigt ist. Offen blieb, ab wann das Vermieten eine gewerbliche Tätigkeit ist und wann noch nicht. Für mich blieben viele Fragen, mal sehen, ob die im Rat noch zur Sprache kommen.
Viel mehr Menschen als ich angenommen hatte besuchten am Samstag das LOTHRINGAIR. Und alle hatten Durst, was ich zufällig weiß, weil ich mehr als zwei Stunden lang zusammen mit anderen Getränke verkauft habe.
Hauptsächlich über den Verkauf von Getränken finanziert sich das Kultur- und Straßenfest, und das scheint geklappt zu haben: Ein Defizit ist nicht entstanden. Juhu. Als Veranstalter fungierte zum ersten Mal der Verein Musikbunker-Aachen. Frage: Warum muss das Festival um 22 Uhr beendet werden? Kann die Stadtverwaltung da nicht mal eine Ausnahme machen?
Selten, ach was sag ich, nie sah man das Büro der PiratenpARTei so voll. Fotos einer Gruppenausstellung wollten die Menschen sehen. Andrea Borowski zeigte „Mütter und Töchter“, Jörg Hempel seine „Manegen der Macht“, Manja Schiefer & Marco Röpke „Die Besitzer“, Marco Rose die „Himmelskinder“ und Ernst Wawra war mit „90° von Oben“ dabei. (Alle gehören zu der Gruppe Shift, die u. a. aus dem Monschauer KuK der StädteRegion Aachen bekannt ist.)
Auch was Tanz- und Theateraufführungen anging, sah man viel Außergewöhnliches. Auffallend war, dass die Generation Ü60 fast gar nicht vertreten war.
Musik, Tanz und Theaterszenen konnte das Publikum quasi im Vorbeigehen erleben – eine Form des Kultur-Konsums, die dem Zeitgeist zu entsprechen scheint.
Beim 6. Lothringair Festival war auch das Kreativ-Netzwerk POEBEL wieder mit seiner Ausstellungsreihe POEBELEI vertreten, bei der die Künstler der vergangenen POEBEL-Ausgaben ihre Werke ausstellen. Dazu legten die DJ-Koryphäen von The Base e.V. „die schärfsten Töne der Region“ auf, so wurde es angekündigt und so war es auch. Bei House und Techno wurde getanzt, Drinks gab’s und das Beste: Die Mädels von Pole Dance Aachen-Official führten eine Show auf, die einen echt staunen ließ. Sehenswert.
Fakt: Wir haben einfach von Ostern bis Halloween konstant das, was man früher „schönes Wetter“ nennen konnte. Beunruhigt das jemand?
Unsere gewählten Vertreter im Rathaus jedenfalls nicht. Sie machen die Aseag noch ein bisschen teurer (ab 01. 01.), damit nur ja nicht zu viele Leute auf die Idee kommen, vom eigenen Pkw auf den Bus umzusteigen. Und das Umgestalten von Vorgärten (aus einem Rasen wird ein Steine-Garten des Grauens) soll auch nicht untersagt werden.
Aber zum Glück haben wir ja den Klimanotstand für Aachen ausgerufen. Damit wird ja dann alles von alleine gut. (Zynismus out)
Was Aachen braucht, sind die versprochenen 10.000 zusätzlichen Straßenbäume. Das Geld für diese Bäume plus Dreijahrespflege sollte man unverzüglich in den neuen Haushalt einstellen und 2020 auch ausgeben. Diese Bäume könnten zig Straßenkilometer verschatten, in denen dann die Luft nicht nur sauberer, sondern an heißen Sommertagen auch mindestens zehn Grad kühler wäre.
Außerdem braucht Aachen mehr Trinkbrunnen und eine App mit den Standorten, damit die Leute kein Wasser in Plastikflaschen kaufen. Weiteres Geld muss in Park- und Mittelstreifenpflege gesteckt werden, denn vertrockneter Rasen nützt dem Mikroklima nichts. Ein „Masterplan Entsiegelung“ müsste aufgelegt werden, der sich die Plätze vorknöpft, die nächtens Hitze abstrahlen wie Kachelöfen.
Ich könnte mir vorstellen, dass Leute in der RWTH Aachen genau wissen, was uns das Leben in Aachen erträglich macht.
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Thema Hochschule. Da konnte ich neulich in einer Sitzung des Hauptausschusses den Rektor der RWTH, Ulrich Rüdiger, erleben (seit August 2018 in Amt und Würden). Dieser sympathische Professor (will demnächst öfter in einem Ausschuss mit der örtlichen Politik reden. Grins. Mal sehen, ob er noch mal eingeladen wird.) findet, dass Aachen doch optisch ein bisschen heruntergekommen ist. Von Bushof, Büchel und Nikolausviertel war diesmal nicht die Rede, wohl aber vom innerstädtischen Hochschulbereich, beim öde leerstehenden, 1977 eröffneten Kármán-Auditorium angefangen.
Zurückhaltend, vorsichtig und freundlich deutete der Mann an, was auch gleich in der örtlichen Presse aufgegriffen wurde. „RWTH-Rektor will mehr coole Orte“, und zwar nicht aus Gründen der Ästhetik, sondern weil Aachen als Hochschulstadt mit u. a. Maastricht, Berlin und München konkurriert und andernfalls mittelfristig kommende Studi-Generationen und ProfessorInnen sagen könnten „Aachen ist kein cooler Ort, da studieren/arbeiten wir lieber woanders“.
Ich gehe davon aus, dass diese Warnungen von den aller-, allermeisten Ratsvertretern glatt ignoriert werden. Mein Eindruck z. Z., ganz ehrlich.: Nur die Grünen haben hier eine Idee davon, was die Stunde geschlagen hat.
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In Köln haben private Unternehmer Roller in der ganzen Stadt verteilt. Konnte ich am Freitag besichtigen. Ehrlich, Leute, das gibt Tote. Ich bin kein Freund von diesen Fahrzeugen. Allein schon, weil es an Platz im Straßenraum mangelt. In Berlin, wo auch schon viele Roller rumstehen, gab es jetzt an einem Tag gleich zwei schwere Unfälle. Aber okay, was weiß ich schon . . . Mehr dazu: hier.

Köln ist Roller-Stadt geworden. Muss jetzt wohl sein. Hoffentlich bleibt uns in Aachen derartiges erspart.
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Die gute Nachricht: Fast 550 Menschen aus über 60 Nationalitäten erhielten im vergangenen Jahr in Aachen die deutsche Staatsbürgerschaft. Für diese neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger gestaltete die Stadtverwaltung jetzt wieder eine große gemeinsame Einbürgerungsfeier im Krönungssaal des Aachener Rathauses. Oberbürgermeister Marcel Philipp sprach ein Grußwort, für den musikalischen Rahmen sorgte der Chor NotaBene Aachen und die Rathausgarde „Öcher Duemjroefe 1953 e.V.“ übernahm die Begrüßung vor dem Rathaus.

Herzlich willkommen. Einbürgerungsfest mit Oberbürgermeister (l.) im Rathaus. Foto: © Stadt Aachen/Heike Lachmann
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