Ein anderes Bild (vom Aquis Plaza)

Schnellschuss in einer Ausstellung auf eine Arbeit von Matthes Straetmans.

Schnellschuss in einer Ausstellung im Apollo, Pontstraße, auf eine Arbeit von Matthes Straetmans.

Wer oben mal genau hinschaut, erkennt . . . Aachens neues Einkaufszentrum Aquis Plaza (130 Einzelgeschäfte, knapp 30.000 Quadratmeter Verkaufsfläche, Eröffnung: Oktober 2015). Hier blickt man auf den Konsumtempel mit den Augen des Künstlers Matthes Straetmans. Der hat offenbar Humor und sieht beim Blick auf das Gebäude etwas, was nicht jeder sieht.

Straetmans ist Experte für Graffiti, Streetart und freie Malerei. Ihm traue ich auch zu, die lange Wand im Aachener Bushof (mit etwa zehn Kollegen) so zu gestalten, dass aus der nichtssagenden Wand eine Aachener Attraktion wird. Es müsste sich nur ein Sponsor finden, und das städtische Busunternehmen müsste die Erlaubnis erteilen.

Die Darstellung (s. oben) fand ich treffend und originell. Das Bild war Ostersonntag bei einer Ausstellung in einem Kino in der Pontstraße zu sehen. Vielleicht kauft es ja eine/r der 700 im Aquis Plaza Beschäftigten. Das Einkaufszentrum hat seine Fans, problematisch ist allerdings der Verlust des historischen Straßenverlaufs (Adalbertsberg). Außerdem fielen dem Neubau der Gloria-Palast zum Opfer (50-Jahre-Kinogebäude) und etlicher Wohnraum. Auf die vertraglich fest zugesagten 3000 Quadratmeter Ersatzwohnraum in der Innenstadt wartet man in Aachen  bisher noch vergeblich.

Hier gibt es weitere Infos zum Aquis Plaza.

straetmans24Und hier (s. links) stellt sich Matthes Streatmans vor. Eine Arbeit von ihm ist übrigens noch bis zum 17. April bei der Carte Blanche VII im „Kunstwechsel“, Wilhelmstraße 26, zu sehen. Auch in dieser Bilderschau konnte ich schlecht fotografieren, weil bei der Eröffnung der Ausstellung der Saal proppenvoll mit Menschen war. Kunst angemessen zu fotografieren ist sehr schwer, das kann in Aachen eigentlich nur Anne Gold.

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Häßlich, häßlicher, Elsaßplatz

Hier möchte niemand verweilen: In Aachen auf dem Elsaßplatz.

Hier möchte selbst bei schönem Wetter niemand verweilen: In Aachen auf dem Elsaßplatz.

Einer der häßlichsten Plätze von Aachen ist zweifellos der Elsaßplatz im Aachener Ostviertel. Der kleine Steffensplatz am unteren Adalbertsteinweg kann da zwar fast mithalten, aber nur fast, weil er viel kleiner ist.

Der Elsaßplatz war schon kurz nach seiner Fertigstellung eine Katastrophe. Niemand wollte auf dem Platz verweilen, außer manchmal ein paar Penner, die zum Elsaßplatz kamen, weil man sich dort absolut ungestört betrinken kann. Täglich nutzen Menschen den Platz lediglich zum Überqueren, aber viele sind es nicht. Die meisten gehen lieber drumherum.

Jetzt haben ein paar Anwohner sich aufgemacht und wollen den Platz beleben. Tische und Stühle aufstellen für ein Café, Blumenbeete anlegen. Man kann ihnen nur Glück wünschen und gutes Gelingen, doch wenn der Platz nicht gänzlich umgebaut wird, so denke ich, wird das nichts. Die Sitzplätze sind und bleiben wenig einladend, die Umrandung wirkt so dicht wie verriegelt, die Fläche so dunkel . . . und dann der Brunnen! Wer dieses Teil länger anschaut, muss weinen. Wo haben die Bauherren des Platzes die Plastik für den Brunnen gefunden? Übelst langweilig, das Teil.

Der Platz ist eigentlich groß, vier Straßen laufen (je nachdem wie man schaut) direkt auf ihn zu. Wie sah er vor der Neugestaltung, die in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts erfolgt sein muss, aus? In unmittelbarer Nähe befinden sich zwei original türkische Restaurants, wo es leckeres türkisches Essen gibt für wenig Geld. Oft sind die Restaurants voll, die Gäste stören sich scheinbar nicht an der Hässlichkeit des Platzes. Vielleicht haben sie sich daran gewöhnt. Es sind fast alles Menschen, deren Vorfahren in der Türkei geboren sind.

Hier noch zwei Ansichten von dem Platz mit Brunnen:

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Wenig einladend. Der Platz erinnert etwas an den ebenfalls misslungenen Heuschplatz (Annastraße) Auch auf dem Heuschplatz halten sich Menschen gar nicht gerne auf.

Wenig einladend. Der Platz erinnert etwas an den ebenfalls misslungenen Heuschplatz (Annastraße). Auch auf dem Heuschplatz halten sich Menschen nicht gerne auf.

 

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Mussinghoff tritt zurück und zieht um

Umzugswagen vor dem Bischofshaus. Foto: Rahu Ehanantharajah

Umzugswagen vor dem Bischofshaus. Heinrich Mussinghoff zieht aus. Foto: Rahu Ehanantharajah

Der Bischof von Aachen ist 75 Jahre alt, er durfte Ende vergangenen Jahres  zurücktreten (der Papst muss sowas erlauben) und muss jetzt aus seiner Innenstadt-Wohnung ausziehen. Für seinen Nachfolger wird die Wohnung (direkt gegenüber vom Büro der Piratenfraktion) erst mal kolossal renoviert. 1,5 Millionen Euro wird das kosten, so war im Bistum zu erfahren. Das Gebäude sei innerlich ziemlich heruntergekommen.

Unterdessen hat man in Aachen dem Papst bereits drei Namen für einen eventuellen Mussinghoff-Nachfolger genannt. Es ist aber total offen, ob der Papst die Vorschläge aus Aachen berücksichtigt. Er kann sie auch ignorieren und einen anderen zum neuen Bischof von Aachen machen.

Heinrich Mussinghoff, der aus Münster nach Aachen kam und eigentlich ein Kirchenjurist ist, wurde im Februar 1995 Bischof von Aachen. Von ihm ist überliefert, dass seine Mutter ihn und drei Geschwister allein aufgezogen hat und dazu als Putzfrau gearbeitet hat. Der Vater starb als Soldat im 2. Weltkrieg. Mussinghoff war als echter Westfale immer etwas distanziert und still. Er regte sich nie über irgendetwas auf.

Am schlimmsten wird für ihn gewesen sein, dass er ein enormes Sparprogramm durchsetzen musste. Aber auch der innerkirchliche Missbrauchsskandal dürfte ihm schwer zugesetzt haben. Mussinghoff war als Bischof relativ farblos, er trat auch nie als Scharfmacher auf und galt in der Katholischen Kirche als liberal.

 

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Neumarkt: Möglichst wenig Veränderung

Ließen sich informieren: Bürgerinnenund Bürger aus dem Frankenberger Viertel. Ihr heiß geliebter Neumarkt soll dezent neu gestaltet werden.

Ließen sich in der Montessori-Gesamtschule informieren: Bürgerinnen und Bürger aus dem Frankenberger Viertel. Ihr geliebter Neumarkt soll dezent neu gestaltet und saniert werden.

Rund 50 Bürgerinnen und Bürger kamen gestern zusammen, um sich von Landschaftsarchitekt Norbert Kloeters über die geplante Umgestaltung des Neumarkt im Frankenberger Viertel informieren zu lassen. Es war keine inspirierende Veranstaltung.

Dem Landschaftsarchitekten waren keine besonders attraktiven und bahnbrechenden Ideen eingefallen. Das kann daran liegen, dass die Bürger eigentlich nichts oder nur sehr wenig an ihrem Neumarkt verändert haben wollen. Der Neumarkt sei doch eigentlich gut so wie er ist, meinte jemand, es müssten doch nur verschiedene verschlissene Bänke und Teile erneuert werden.

Der Landschaftsarchitekt aber schlug zum Beispiel vor, den Sandkasten etwas kleiner zu machen und ihn an einer anderen Stelle zu positionieren. Dafür gebe es dann mehr Platz für den Wochenmarkt. Damit war niemand einverstanden.

Auf dem Neumarkt befinden sich eine Boule-Bahn, eine Rollschuhbahn (auf der auch mit Rad und Roller gefahren wird), Klettergeräte, ein Kiosk, mehrere Bäume, es stehen Bäume drumherum, es gibt eine kleine Wiese, eine Pergola,    dicke Steine zum Klettern, einen Sandkasten, einmal die Woche für 5 Stunden einen Obst- und Gemüsemarkt, es gibt am Rand große Abfallbehälter, es gibt Bänke und Stellen, wo Mütter (und Väter) sehr gut sitzen und ihren Nachwuchs im Auge behalten können. Und dazu gibt es noch eine große Freifläche.

Alles ist quasi „unordentlich“ verteilt. Zugleich aber so, dass die verschiedenen Gruppen von Kindern gut aneinander vorbeikommen. Nur zur Info: Oft sitzen zum Beispiel allein 50 und mehr Kinder in dem großen Sandkasten und spielen mit ihren Förmchen.

Die Freiraumplaner hatten sozusagen aufgeräumt. Das Motto sei offensichtlich „quadratisch, praktisch, gut“, meinte eine Dame, nur sei der Platz ungeordnet eigentlich besser. Insgesamt gab es wohl niemand, der die dezente Neuplanung begeistert aufgenommen hätte. Im Gegenteil.

Ich hatte den Eindruck, dass der Neumarkt, so wie er ist, recht teuer in der Pflege ist. Und dass er verändert werden muss, um in der Pflege preisgünstiger zu werden. Das wurde aber nur angedeutet. Mir persönlich schien das ein Hauptgrund für die Umgestaltung zu sein.

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Aktuelle Aufnahmen aus der Richardstraße

HirschGrün – das ist der Name eines Gartens, den einige Dutzend Aachenerinnen und Aachener in der Richardstraße betreiben. Es ist ein Urban-Gardening-Projekt. HirschGrün war bisher auch Bestandteil des neuen Suermondt-Parks in der Nähe vom Suermondt-Ludwig-Museum, einer Grünfläche mit einem coolen Spielplatz.

Seit gut drei Jahren wühlen die Leute dort in der Erde, und sie ernten auch. Jüngst hatten Vertreter der CDU plötzlich durchblicken lassen, dass ihnen der Gemüsegarten an der Stelle eigentlich nicht mehr gefällt. Und es sah so aus, als seien SPD, FDP und Grüne derselben Ansicht. Doch noch ist alles in der Schwebe.

Für alle, die noch nie in der Richardstraße waren, hier ein paar aktuelle Fotos.

Blick auf das Gelände von der Straße aus. Die Stadtverwaltung informiert über das Projekt: den Suermondt-Park, der dort gerade angelegt wird.

Blick auf das Gelände von der Straße aus. Die Stadtverwaltung informiert über das Projekt: den Suermondt-Park, der dort gerade angelegt wird.

Hier sind keine Gartenbauarchitekten am Werk, sondern Leute wie du und ich und Kinder, die mitten in der Stadt Beete anlegen.

Hier sind keine Gartenbauarchitekten am Werk, sondern Leute wie du und ich und Kinder, die mitten in der Stadt Beete anlegen.

Ein Stück vom Park mit Spielplatz ist schon fast fertig. Es gibt eindrucksvolle Graffitis.

Ein Stück vom Park mit Spielplatz ist schon fast fertig. Es gibt eindrucksvolle Graffitis.

Das sieht nicht aus wie ein englischer Rasen und ist doch ein Fleckchen Erde, das viele Anwohner lieben.

Das sieht nicht aus wie ein englischer Rasen und ist doch ein Fleckchen Erde, das viele Anwohner lieben.

Eine Kletterwand wird es auf dem Spielplatz offensichtlich auch geben. HirschGrün und Spielplatz und der Rest vom Park sind im Grunde eine Einheit.

Eine Kletterwand wird es auf dem Spielplatz offensichtlich auch geben. HirschGrün, Spielplatz und der Rest vom Park sind im Grunde eine Einheit.

Ein Weg führt mitten durch den Garten.

Ein Weg führt mitten durch den Garten.

Was hier Phase ist, darüber haben die HirschGrün-Betreiber informiert. Und da haben sich plötzlich ganz andere Perspektiven aufgetan: Die Politiker von CDU und FDP möchten statt des Gartens lieber eine Liegewiese haben. SPD und Grüne haben gewisse Sympathien für die Garten-Betreiber und die Piraten mit den Linken wollen HirschGrün auf jeden Fall erhalten. Falls sie nicht alle ihre Meinungen inzwischen wieder geändert haben.

Was hier Phase ist, darüber haben die HirschGrün-Gärtner informiert. Doch  haben sich plötzlich ganz andere Perspektiven aufgetan: Politiker von CDU und FDP möchten statt des Gartens lieber eine Liegewiese haben. SPD und Grüne hegen gewisse Sympathien für die Garten-Betreiber, und die Piraten mit den Linken wollen HirschGrün auf jeden Fall erhalten. Falls sie nicht alle ihre Meinungen inzwischen wieder geändert haben.

Auf der dem Garten gegenüberliegenden Straßenseite.

Auf der dem Garten gegenüberliegenden Straßenseite.

Noch mal der Versuch, einen Überblick zu schaffen.

Noch mal der Versuch, einen Überblick zu schaffen.

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Hier könnte eine Preisverleihung stattfinden: Ich schlage Dr. Otten von der CDU in Aachen vor für den Preis „Trauriges Stiefmütterchen am Bande“. Ich halte auch gern die Preisrede, auch in Abwesenheit des Preisträgers. Ein weiterer   Kandidat für den Preis ist ja übrigens der Herr Mayer vom Stadtbetrieb Aachen (wegen der Vorgänge in der Nizzaallee – Rotdorne – ihr wisst schon).

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Überraschung in Politiker-Sitzung: Aus für Gartenprojekt HirschGrün

Stolperstein für Fredy Hirsch in der Richardstraße in Nähe des Suermondt-Ludwig-Museum.

Stolperstein für Fredy Hirsch in der Aachener Richardstraße in Nähe des Suermondt-Ludwig-Museum.

Salat anbauen mitten in der Innenstadt? Bohnenstangen aufstellen und einen selbstgebauten Iglu im neu hergerichteten Suermondt-Park an der Richardstraße? Zusammen in der Erde wühlen und ernten? – Daraus wird nichts. Was seit fast 4 Jahren möglich ist und bisher auch immer in alle Pläne einbezogen wurde, das Projekt „HirschGrün“, erhielt von CDU und SPD in Aachen urplötzlich eine Absage, FDP und Grüne (!) schlossen sich der Großen Koalition an.

Überraschend sei es zu einer Abstimmung bezüglich  „HirschGrün“ gekommen, so berichtete später ein Augenzeuge (ich war selbst nicht bei der Sitzung dabei). Und noch überraschender war, dass die vier erwähnten Parteien dafür stimmten, dass die Verwaltung prüfen soll, ob der Verein sein Urban Gardening gefälligst woanders betreiben kann, irgendwo in Rothe Erde, jwd.

Warum heißt das Projekt HirschGrün? Weil es sich an der Stelle befindet, wo einst der Aachener Fredy Hirsch gewohnt hat. Diesen Mann, der im Vernichtungs- und Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau Kindern geholfen hat zu überleben, hat der Aachener Oberbürgermeister höchstselbst erst neulich geehrt.

Vertreter der CDU hätten an der Richardstraße lieber eine Liegewiese, wie im Westpark. Wo sich dann wieder die Anwohner beschweren, weil es zu laut ist. Beim Gärtnern entstehen Begegnung, Gemeinschaft und Engagement für den Stadtteil. Da geht es anders zu als auf einer Liegewiese. Haben die Herrschaften von der GroKo bis jetzt nicht gewusst was Urban Gardening ist? Und jetzt hat es ihnen einer gesagt und sie schreien erschrocken: „Nein, halt, stopp!“ ? Könnte sein.

Jedenfalls sieht es beim Urban Gardening nicht aus wie auf einem Golfplatz. Es geht hier um die Frage, ob man einen anderen Lebensstil akzeptieren kann, oder ob man diesen an den Rand der Stadt verweist, sozusagen aus dem Blickfeld bringt. Da hätte ich mir von CDU/SPD/Grüne/FDP doch etwas mehr Toleranz und Experimentierfreude gewünscht.

Die Piraten haben in der Sitzung nicht mit CDU/SPD/FDP/Grünen gestimmt, sind jetzt ziemlich sauer und haben eine Stellungnahme verfasst, die hier auszugsweise zitiert wird:

Die Piraten Aachen kritisieren das Vorgehen der GroKo zum Suermondt-Park und zum Gemeinschaftsgarten HirschGrün aufs Schärfste.
Durch eine schon handstreichartige Umänderung eines mündlichen Sachstandsberichtes über den Suermondt-Park in eine Entscheidung über die Schließung des Gartenprojektes HirschGrün in der Richardstraße droht völlig überraschend in der Bezirksvertretung Aachen Mitte das Aus für das ambitionierte und preisgekrönte Bürgerprojekt.

Die Bezirksverteter der Opposition sowie die Mitglieder der Initiative wurden durch diese Entwicklung völlig überrumpelt. Die anwesenden Nutzer des Gemeinschaftsgartens hatten nicht die Möglichkeit, zu Wort zu kommen.

Die Entwicklung ist auch deswegen völlig überraschend, weil die Pläne für das Suermondt-Viertel und die Richardstraße schon einige Male umgestellt und dabei in diversen Ausschüssen besprochen und abgestimmt worden sind. Immer ist die Einbeziehung des bundesweit anerkannten und ausgezeichneten Projektes HirschGrün eingeplant gewesen.

Zuletzt hatte die Verwaltung selbst in ihrem „Freiraumkonzept“ das HirschGrün als „Herz des Quartiers“ mit hohem Planungsbedarf und mittlerem Pfegebedarf perfekt umschrieben. Die Stadt muss also kaum selbst pflegen: Das übernehmen die vielen Ehrenamtlichen, die zugleich wichtige Bildungsarbeit und nachbarschaftliche Integrationsarbeit leisten. Was gibt es also aus Sicht von CDU und SPD zu kritisieren?

Dass in der Stadt grüne Orte mit Aufenthaltsqualität fehlen, ist oft und von Seiten der Bürger, der Politik und der Stadtverwaltung angesprochen worden. Ob eine „Liegewiese“, wie von Herrn Dr. Otten von der CDU vorgeschlagen, diese Qualität liefert, bezweifeln wir stark.

„Eine Umsiedlung des Gartenprojektes an Aachens Peripherie halten wir für abwegig. Urban Gardening ist nur urban in der Stadt und nicht am Stadtrand“, sagt der umweltpolitische Sprecher der Piraten, Dirk Szagunn.

*

Unterdessen kommt das Umweltamt der Stadt ausgerechnet heute mit folgender Meldung um die Ecke:

Der Fachbereich Umwelt hat die sieben Broschüren mit dem Titel „Ganz schön nah – Natur erleben in Aachen“ in neuer Gestaltung ein weiteres Mal aufgelegt. Mit den sieben Faltblättern machen die Umweltfachleute auf die Schönheiten der Natur in unserer Heimat aufmerksam.

Sie sind erhältlich für die Innenstadt und für die Stadtbezirke Brand, Eilendorf, Kornelimünster/Walheim, Haaren, Laufenberg und Richterich/Horbach.

Die Faltblätter enthalten eine Einführung in Gebietsbezogene Biotope und schöne Blicke, Einzelheiten und wissenswerte Zusammenhänge der Naturschönheiten im Stadtzentrum. „Wir möchten mit unseren Broschüren die Besonderheiten der Natur zeigen, für mehr Verständnis in Sachen Naturschutz werben und auf umweltverträgliches Verhalten aufmerksam machen“, sagt Elmar Wiezorek, Leiter des Fachbereichs Umwelt.

 

Keine Pointe.

*

Lest möglichst auch, was Achim Ferrari (Grüne) auf meiner Facebook-Seite geschrieben hat (alles erfreulich sachlich). Da steht unter anderem: „Die GRÜNEN haben einem Prüfantrag zugestimmt, nicht der Verlagerung (der Fortbestand ist übrigens vertraglich gesichert). Wenn es diesen (aufschiebenden) Prüfauftrag nicht gegeben hätte, hätte die GroKo vermutlich einer Verlagerung schon in der Sitzung zugestimmt. Leider kommen diese „Feinheiten“ des Abstimmungsverhaltens in der Presse (heute großer Bericht in den AN) nicht richtig rüber.“

Einige Unterstützer sammeln sich bei Facebook.

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Update (Sa., 12. März) : Unter der Überschrift „Beachtlicher Flurschaden rund ums Gemüsebeet“ berichtet die Aachener Presse heute ganzseitig über die Vorgänge und den schnell aufgebauten Protest. SPD und Grüne rudern zurück, bzw. erläutern ihre Position, die wohl etwas missverstanden wurde.

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Alles neu am Neumarkt? Bürger werden informiert und dürfen sich äußern

Der Neumarkt im Frankenberger Viertel: Sieht nach dem Winter nicht gerade attraktiv aus, ist aber für das Viertel uns deine Menschen wertvoll wie ein Juwel.

Der Neumarkt im Frankenberger Viertel: Sieht nach dem Winter nicht gerade attraktiv aus, ist aber für das Viertel und seine Menschen (besonders Kinder) wertvoll wie ein Juwel.

Das Presseamt der Stadt Aachen teilt mit: „Der Neumarkt im Frankenberger Viertel soll aufgewertet werden. Am Montag, 14. März, werden den  Bürgerinnen und Bürgern die aktuellen Planungen vorgestellt. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr in der Aula der Maria-Montessori-Gesamtschule. Das Landschaftsplanungsbüro  Büro 3+ Freiraumplaner und die Fachbereiche Umwelt sowie Kinder, Jugend und Schule der Stadt Aachen werden die neuesten Ideen präsentieren.“

Zuletzt hatten im August 2015 viele Bewohner des Viertels ihre Wünsche und Anregungen in einer Bürgerbeteiligung geäußert. Ein Hauptwunsch der damals Anwesenden war, den Neumarkt in seiner Grundstruktur möglichst zu erhalten.  Vor allzu großen Veränderungen ihres geliebten Neumarkts hatten die Bürgerinnen und Bürger bei diese Versammlung geradezu Angst. Dass der Platz insgesamt in die Jahre gekommen ist und saniert werden muss, stand aber – für die Stadtverwaltung – außer Frage.

Man kann nicht sagen, dass für die Veranstaltung massiv geworben wurde. Im Gegenteil: Im Frankenberger Viertel habe ich nur zwei (!) dieser Flugblätter gesehen.

Man kann nicht sagen, dass für die Veranstaltung massiv geworben wurde. Im Gegenteil: Im Frankenberger Viertel habe ich nur zwei (!) dieser Flugblätter gesehen.

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Freifunker haben eine Auszeichnung verdient

Graffitis gibt es im Frankenberger Viertel nicht zu knapp. Das hier befindet sich auf einem Freigelände in Nähe der unteren Bismarckstraße.

Graffitis gibt es im Frankenberger Viertel nicht zu knapp. Das hier befindet sich auf einem Freigelände in Nähe der unteren Bismarckstraße. Wollte ich hier nur mal zeigen, es steht jetzt nicht in irgendeinem Verhältnis zum Text.

Ich finde ja, die Leute, die in Aachen das Projekt Freifunk groß gemacht haben, die haben auch mal eine Auszeichnung verdient, einen Preis für vorbildliches bürgerschaftlichen Engagement oder so ähnlich. Denn wer kaum Geld zum Leben hat, kommt in der Innenstadt via Freifunk ins Internet, kann sich folglich informieren und zu seinen Leuten Kontakt aufnehmen, am öffentlichen Leben teilnehmen, mitmachen und ist nicht ausgeschlossen.

Das sehe ich fast täglich, immer früh morgens oder spät abends in der Jakobstraße. Da stehen junge Männer, offensichtlich Flüchtlinge an einer Häuserwand, starren wie gebannt auf ihre Handys, tippen und sind so konzentriert, dass man denken könnte, sie arbeiten an irgendwas. Auch 12-, 13-, 14-Jährige sah ich da sonntags morgens schon im Internet surfen.

Anfangs wollte ich einfach mal wissen, was die da machen und hab – neugierig – gefragt, ob sie etwa ins Netz kommen? Sie könnten kein Deutsch, gaben sie mir etwas ängstlich zu verstehen, nur Arabisch. . . und etwas Türkisch. Ich natürlich: „Internet, varme?“ gefragt. „Evet, evet“, (ja, ja) war die Antwort, dabei deuteten sie auf ihre Handys.

Ich musste lachen und erinnerte mich, wie ich vor vielen Jahren mal in Hamburg (oder war es in Berlin?) an den Häuserwänden entlang gegangen bin, um ein zufällig offen gelassenes W-Lan zu finden. Tja, ein Leben ohne Internet ist möglich aber sinnlos.

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Neue Bäume, neues Grün

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Auf dem Münsterplatz – rund um den Spatzenbrunnen – standen bis vor Kurzem noch drei Rotdorne, die gaben jedes Jahr ein tolles Bild ab. Die Rotdorne mussten weg, angeblich waren sie krank oder schon tot. Jetzt hat man flott drei neue Bäumchen gepflanzt.

Weiß jemand, um welche Sorte es sich handelt? Ich nehme nämlich nicht an, dass der Stadtbetrieb so nett war, und uns für die kranken/toten Bäumchen drei neue/gesunde Rotdorne hingesetzt hat. Das hätten sich zwar die Anwohner sehr gewünscht, aber das spielt keine Rolle. Nein, es musste (angeblich) pflegeleichteres Grün hin. Wobei sich die Experten noch darüber streiten, welche Baumart nun pflegeleicht und preiswert ist und welche teuer.

Die Entscheidung für preiswertes Grün oder sogar für gar kein Grün, die fällt auch in anderen Städten. Der Grund: Es fehlt das Geld. Selbst Gartendenkmale werden brutal vernachlässigt. Bitte lest, wie es in Berlin aussieht. Da können wir in Aachen noch froh sein, dass wenigstens in der Innenstadt was gepflanzt wird und wir erkennen, in welcher Jahreszeit wir gerade stecken.

Wer jetzt verächtlich sagt „Gibt es denn nichts Wichtigeres als die paar Bäume in der Stadt?“, der hat natürlich Recht. Es gibt immer irgendwie etwas Wichtigeres. Aber es gibt auch Menschen, die spüren die Abwesenheit/Anwesenheit von Grün zwischen nichts als Mauern ganz deutlich in Form von besserer Luft, besserer Optik, besserem Gefühl, besserer Atmosphäre und was weiß ich. Die vermissen die wohltuende Wirkung der Bäume und wollen trotzdem nicht mitten im Wald wohnen.

 

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Neumarkt wird „aufgewertet“

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Der Neumarkt „funktioniert“ wirklich gut, wie man von allen, die ihn nutzen hört. Samstags ist dort Wochenmarkt (von 7 bis 13 Uhr), und wenn es regnet, sind die Wege zwischen den Ständen doch sehr aufgeweicht. Vielleicht ist es das, was „verbessert“ werden muss.

Mindestens einmal hat es schon eine Bürgerversammlung gegeben. Da wurde klar, dass die Anwohner den Neumarkt eher nicht verändert haben wollen. Vermutlich wird am kommenden Montag, 14. März,  vorgestellt, wie das Planungsbüro, das die Stadtverwaltung beauftragt hat, die Umgestaltung realisieren will. Hoffentlich ziemlich behutsam.

Soll nun also der Untergrund versiegelt werden? Oder wird der Platz stärker möbliert? Kann man dann noch an Karneval dort feiern? Was hat es mit der Bürgerinformation auf sich, die am Montag, 14. März, in der Aula der Montessori-Schule, Bergische Gasse 18,  stattfinden soll? Beginn: 18 Uhr. Außer dem zufällig gesehenen Plakat hat bisher keiner mir was mitgeteilt von dem Termin, das ist ungewöhnlich.

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