Eine Nervensäge macht sich unbeliebt

Das KuK in Monschau. Auf drei Etagen wird hier Foto-Kunst auf höchstem Niveau präsentiert. Das Programm von 2016 findet ihr hier.

Der Eingang vom KuK in Monschau: Auf drei Etagen wird dort Foto-Kunst präsentiert – auf höchstem Niveau. Das Programm von 2016 findet ihr hier.

Es ist schwer zu glauben, aber im Ausschuss für Tourismus und Kultur der Städteregion bin ich richtig unbeliebt. Unter anderem deshalb, weil ich mich da bei jeder sich bietenden Gelegenheit für das KuK in Monschau stark mache.

Dieses Kunst- und Kulturzentrum (KuK) hat 2015 sehr erfolgreich gerade mal 5 Ausstellungen veranstaltet, in den Jahren davor waren es erst 9 und dann 7 Ausstellungen. Für 2016 sind sogar nur noch 4 Ausstellungen geplant. Dabei ist die Zahl der Besucher immer weiter gestiegen. Auf zuletzt über 35.000 Personen im Jahr.

An manchen Tagen wurden schon 400 Interessierte gezählt, schlechtester Tag soll ein Novembertag mit immerhin noch über 50 Gästen gewesen sein. Welches Museum, welche Ausstellung in einem der hiesigen Kulturbetriebe kann regelmäßig so einen Zulauf verzeichnen?

Die Leiterin des KuK hat die besten Kontakte zu namhaften Künstlern und Künstlerinnen und zu denen, die hochkarätige Ausstellungen vermitteln können. Die – so wurde bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses mitgeteilt – suchen mittlerweile von sich aus den Kontakt zum KuK mit dem Begehren, dort einmal ausstellen zu dürfen.

Da verwundert es ohne Ende, dass dieses Leuchtturm-Projekt, dieser Publikums-Magnet in der Eifel nicht finanziell und personell noch viel besser ausgestattet wird, als dies jetzt der Fall ist. Schließlich ist es erklärtes Ziel der Städteregion, möglichst vieler Menschen in die strukturschwache Eifel zu leiten, die vom Tourismus lebt.

Mir kommt es dabei gar nicht so auf die Kunst (Fotografie) an, obwohl ich es begrüße, dass eine Spezialisierung auf Fotokunst stattgefunden hat. Aber wenn so viele Menschen beispielsweise von Krippenausstellungen oder Bierdeckelausstellungen in die Eifel gezogen würden, dann würde ich auch dafür ebenfalls kämpfen, dass derartige Erfolgsprojekte nicht immer kleiner gefahren werden.

Wenn man wirklich Menschen in die Eifel ziehen möchte, dann sollte man doch das Projekt, das genau diese Menschenmassen zieht, mit reichlich Geld und Personal ausstatten. Motto: Die Erfolgreichen fördern, die Schlechten dichtmachen. Dass im Ausschuss keiner das so sieht wie ich, finde ich ärgerlich.

Finales Argument der Gegenseite war, dass meine Leute (Piraten/UFW) bei der Städteregion einmal beantragt hatten, den Kulturetat zu senken. Als könnte ich da nicht eine eigene Meinung haben und diese auch vertreten! Das ist wohl das mit dem „Fraktionszwang“ in den Altparteien: dass jeder derselben Meinung sein muss, wie alle anderen. Daran hatte ich nicht gedacht.

Ich jedenfalls bin in der Piratenpartei aufgefordert, mir meine ganz eigene Meinung zu bilden und diese auch zu vertreten. Das gefällt mir.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Neue Unterkunft am Westbahnhof besichtigt

Hochbetten in den Schlafräumen. Viel Platz ist das nicht für die Menschen. Doch  es ist geplant, dass sie am Aachener Westbahnhof nur sechs bis Aachen Wochen bleiben.

Hochbetten in den Schlafräumen. Viel Platz ist da nicht für die einzelnen Menschen. Es ist geplant, dass jede*r am Aachener Westbahnhof nur sechs bis Aachen Wochen bleibt.

flucht_46

Knapp 100 Personen wollten am 10. Februar wissen, wie am Westbahnhof demnächst Menschen untergebracht werden. Kaum eine halbe Stunde dauerte die Besichtigung des Geländes, denn es gab gar nicht so viel zu sehen.

Die Öffentlichkeit war eingeladen, vorbeizukommen und Fragen zu stellen. Ziel: Transparenz schaffen. Doch die Besichtigung fand nachmittags statt, wo viele Leute arbeiten. Da wunderte es mich schon, dass so viele erschienen.

20.000 Quadratmeter groß ist das Gelände, direkt neben den Schienen der Bahn gelegen. Drauf stehen zehn Leicht-Bauwerke: Kleiderkammer, Küche und Speisezelt, dann Zelte getrennt zum Schlafen für alleinreisende Männer, für Frauen und für Familien sowie weitere Zelte mit Toiletten, Waschnischen, Duschen, Zelte für die Registrierung und die medizinische Erstversorgung. Alles ist geplant für maximal 1000 Personen und soll in diesen Tagen langsam „volllaufen“.

Das sollte sich eigentlich jede*r mal ansehen und sich vorstellen, da sechs bis acht Wochen (wenn es gut geht) mit Kind wohnen zu müssen. Mit sieben

Blick auf den Parkplatz für die Mitarbeiter und einige Zelte.

Blick auf den Parkplatz für die Mitarbeiter und einige Zelte.

anderen Personen in so einer Schlafkoje. Das sind sich lang hinziehende Tage in relativer Enge. Es ist eine Erstunterkunft, für die das Land NRW zuständig ist. Die Menschen, die dort leben werden, sind jetzt wahrscheinlich noch in Griechenland oder sonstwo in Südosteuropa oder auf dem Meer.

In Aachen werden die Menschen registriert und dann wird geschaut, wo in NRW sie einmal für längere Zeit bleiben können, in welchen Kommunen sie Arbeit suchen und die Kinder zur Schule gehen können.

Auf dem Gelände am Westbahnhof sahen wir 500 Doppelspinte für die persönliche Habe und jede Menge Hochbetten. Das Essen wird geliefert, es kommt aus der Robensstraße zum Westbahnhof. Leider darf dort niemand selber kochen, was besonders die Frauen in den Unterkünften immer gern machen würden.

Wachpersonal und die Betreuung durch das DRK wird es 24 Stunden am Tag geben, und die Polizei wird auch öfter mal vorbeifahren, so wurde mitgeteilt. Ein großer Zaun verhindert, dass Unbefugte das Gelände betreten. Für Kinder wird draußen eine Art Spielplatz eingerichtet. Wer den Flüchtlingen schon mal ein paar Worte Deutsch beibringen will, muss dies zwischen den Mahlzeiten im Speisezelt machen.

Auch die Sanitäranlagen sind natürlich von ungeheurer Schlichtheit.

Auch die Sanitäranlagen sind natürlich von ungeheurer Schlichtheit.

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | 2 Kommentare

Rotdorn-Freunde haben sich zu früh gefreut

Zu früh gefreut haben sich die Freunde der Rotdornbäume in der Nizzaallee. 24 Bäume sollen fallen.

Zu früh gefreut haben sich die Freunde der Rotdornbäume in der Nizzaallee. 24 Bäume sollen fallen, so wurde nach dem Ende der Beratungen plötzlich doch noch mitgeteilt.

Die Nizzaallee im Abendlicht. Auf dem Kärtchen steht, dass der Baum unter dem Schutz der Lousberg Gesellschaft steht.

Die Nizzaallee im Abendlicht. Auf dem Kärtchen steht, dass sich der Baum unter dem Schutz der Lousberg Gesellschaft befindet. Viele Bäume haben dort Kärtchen, alle Stämme sind auffallend dünn.

Das wäre jetzt aber auch zu schön gewesen. Die Rotdorn-Retter aus der Nizzaallee müssen weiter bangen, und zwar um 24 Bäume, die der Stadtbetrieb nun doch noch fällen will, weil diese angeblich die Verkehrssicherheit gefährden.

Damit kam – zur Überraschung aller – der Leiter des Stadtbetriebs, Peter Maier, nach Behandlung des Streitfalles im Bürgerforum raus. Die meisten Zuschauer, die sich eigens wegen der Bäume ins Rathaus begeben hatten, waren schon gegangen. Da hieß es plötzlich von Peter Maier: 24 Bäume müssen aber trotzdem weg.

Gestern liefen bei den Mitgliedern der Lousberg Gesellschaft die Drähte heiß, wie Sibylle Spiegel von der Gesellschaft mitteilte. Und: „Wir müssen jetzt einen Gutachter finden, den wir auch bezahlen müssen.“  Was dann kommt, ist vermutlich ein Kleinkrieg mit Herrn Maier um jeden einzelnen Baum und dessen Standfestigkeit. Die kommunikativen Fähigkeiten dieses Herrn sind – nebenbei erwähnt – ganz offensichtlich unter aller Kanone. Wie kann man das, was man tun muss und wird, so mangelhaft kommunizieren? Es ist nicht zu fassen.

Es wäre  ja auch zu schön gewesen, aber die Stadtverwaltung will vermutlich nicht kostenpflichtig sein, wenn ein Baum umfällt und Schaden anrichtet. Allerdings haben sich in der Sitzung die Politiker krass auf die Seite der Bürgerinnen und Bürger gestellt. Das zumindest kann einem Mut machen. Und wenn schon die 24 weg müssten, dann könnten wenigstens an ihrer Stelle keine Apfelweisdorne, sondern wieder Rotdorne gepflanzt werden.

Weiße Gebäude in der Nizzaallee.

Diese Situation wollen Denkmalschützer gern erhalten: Weiße Gebäude in der Nizzaallee, davor die Bäume.

Veröffentlicht unter Uncategorized | 1 Kommentar

Nizzaallee: Rotdorne dürfen bleiben / Update 25. 02.: Alles auf Anfang (s. oben)

Zur Ansicht für als, die die Nizzaallee nicht kennen. Bürgerinnen und Bürger hatten Fotos ins Rathaus gebracht.

Zur Ansicht für alle, die die Nizzaallee nicht kennen: Bürgerinnen und Bürger hatten Fotos im Rathaus auf die Tische gelegt.

Sieg nach Punkten für die Rotdorn-Freunde in der Nizzaallee: Die Anwohner haben im Aachener Rathaus die Pflege und die Übernahme der Kosten für die Pflege der Bäume angeboten, sie werden Geld investieren und dürfen nun ihre Bäume behalten.

Es entstand der Eindruck, dass sich die komplette Lousberg-Gesellschaft auf die Besucherstühle des Bürgerforums verfügt hatte, so viele waren gekommen, um für ihre Straße zu kämpfen. In meinem Kopf hatte ich den Refrain „Das ist unser Baum“ (analog zum Hausbesetzer-Refrain „Das ist unser Haus“), den Linus Neumann in einem seiner jüngsten Podcasts mit Tim Pritlove neulich anstimmte.

Sehr eindrucksvoll war der Auftritt einer Dame vom Fach, die von den Zuschauern Beifall erhielt. Sie war mal Landschaftsarchitektin (oder in einem ähnlichen Beruf) beim Landschaftsverband (LVR), wohnt jetzt in der Nizzaallee und kennt sich mit Bäumen und Naturdenkmälern aus. Außer ihr plädierten noch mehrere weitere Redner mit den üblichen stichhaltigen und die Politik überzeugenden Argumenten (bitte morgen oder übermorgen in der Tageszeitung nachlesen) für den Erhalt der Rotdorne in der Allee.

Dem Vertreter der Verwaltung ging es naturgemäß um die Sicherheit. Es könnte ein Baum umstürzen, es könnte ein Ast auf einen Kinderwagen fallen, in dem gerade ein Baby schläft. Die Rotdorne haben immerhin schon einige Jährchen auf dem Buckel.

Fünf Jahre lang will die Lousberg Gesellschaft, die im großen Saal des Rathauses auch Fotos von den Rotdornbäumen ausgelegt hatte, die Pflege nun übernehmen. Alles wird in Übereinstimmung mit dem Stadtbetrieb der Verwaltung geschehen. Danach wird überlegt, wie es weitergehen soll.

*

Die Lousberg Gesellschaft ist ein Bürgerverein zur Erhaltung und Pflege des Parkdenkmals Lousberg. Infos hier: http://www.lousberg-gesellschaft.de

Wer sich ebenfalls für ein Anliegen in Aachen einsetzen will, wer etwas verhindern oder erreichen will, kann sich natürlich auch an das Bürgerforum wenden. Hier entlang. 

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

CDU, SPD, Grüne wollen die Sperrklausel

Stellen Sie sich vor, dass Sie für eine kleine Partei oder Wählergemeinschaft im Stadtrat sitzen. Sie engagieren sich mit Leidenschaft und opfern viel Freizeit, um vor Ort politisch etwas zu bewegen.

Dann erklären Ihnen Landtagsabgeordnete und Kommunalpolitiker größerer Parteien, dass ihr Engagement keinerlei Wirkung hat und deshalb sinnlos ist. Dass Sie nur Einzelinteressen vertreten und schuld sind an langen Ratssitzungen. Und dass es überhaupt ohne Sie in der Kommunalpolitik besser liefe und man deshalb eine „Qualitätshürde gegen Gemischtwarenhändler“ wie Sie brauche.

So jedenfalls lauteten einige Argumente, die in der Sachverständigenanhörung des Landtags zur Wiedereinführung einer Sperrklausel bei Kommunalwahlen vorgebracht wurden. Sie finden das arrogant und unverschämt? Ich auch.

Lesenswert: Es geht um den Schutz des Wählers (und der Wählerin)

Mehr Infos hier: https://nrw.mehr-demokratie.de

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Von Kleider- und Bücherspenden

Der Anblickt täuscht: Der Container-Streit zwischen Stadt Aachen und DRK ist noch nicht beendet.

Der Anblick täuscht: Der Container-Streit zwischen der Stadt Aachen und dem DRK ist noch nicht beendet.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat zugesagt, 15 von 60 Containerstandorten in Aachen aufzugeben, der oben abgebildete Standort in der Innenstadt/Hochschulviertel ist – glücklicherweise – nicht dabei. Das DRK sammelt die Altkleider unter anderem, um sie an Flüchtlinge weiterzugeben. Doch werden viel zu viele Damen-Textilien abgegeben, Herrensachen (in kleinen Größen) fehlen an allen Ecken und Enden.

Die Stadtverwaltung hatte Ende 2015 die Altkleider-Sammlung in die Zuständigkeit eines auswärtigen Händlers vergeben und sich damit den Zorn der DRK-Oberen zugezogen. Das DRK zog gegen die Stadt vor Gericht, in einem Eilverfahren haben die Richter einen Kompromiss erreicht: Das DRK darf bis zu einem endgültigen Urteil, für das sich die Juristen bis Ende April Zeit nehmen, 45 Standorte behalten. Der begünstigte Händler hat aber schon  in Aachen ebenfalls Container aufgestellt.

Per Los (!) war ermittelt worden, dass die auswärtigen und gänzlich kommerziell orientierten Deutschen Textilrecycling-Werke (DTRW) 100 Container in Aachen aufstellen dürfen, aber sie auch in Schuss halten und nach Vandalismus ggf. reparieren oder ersetzen müssen. Das DRK fühlte sich übel ausgetrickst,  übergangen und unfair behandelt.

*

Die Pressestelle der Stadtverwaltung teilt mit: Bürgerinnen und Bürger sind zu einer Informationsveranstaltung zum Thema Flüchtlingsunterbringung eingeladen. Am Dienstag, 1. März, 18 Uhr, geht es im großen Veranstaltungsraum der Leo-Löwenstein-Kaserne, Kornelimünsterweg 27, um die Standorte Sportplatz Adenauerallee und den Hof der Leo-Löwenstein-Kaserne, die derzeit zur Unterbringung von schutzsuchenden Menschen vorbereitet werden. (Tipp: Es fehlen Parkplätze auf dem Kasernengelände, deshalb: Autos im Umfeld parken oder am besten öffentliche Verkehrsmittel nutzen.)

*

Knallt ganz schön. Bravo Grüne! Gesehen in der Jakobstraße in Aachen.

Knallt ganz schön! Bravo Grüne! Gesehen in der Jakobstraße in Aachen!

Tihange und seine Uralt-Schrottreaktoren bleiben als Thema präsent. In diesem Blog hier werden Texte über Tihange und Doel am häufigsten angeklickt.

Update am 23. 02.: Die Pannenserie geht weiter, heute war es die Pumpe. AKW-Tihange 1 abgeschaltet. Und hier ein Beitrag aus Belgien, allerdings in französischer Sprache. Dort wird man jetzt endlich auch langsam wach. Der Druck aus Deutschland und den Niederlanden zeigt Wirkung.

*

Die Stadtbibliothek hätte gern eure gut erhaltenen, neueren Bücher. Das ist mir erst kürzlich aufgefallen, obwohl ich da regelmäßig ein- und ausgehe, um DVDs von Serien (z. B. „Game of Thrones“ und „Downton Abbey“) und Bücher auszuleihen. Gespendete Bücher müssen in einem guten Zustand sein, menschenverachtende Inhalte sind natürlich tabu. Alle nötigen Infos findet ihr mo_3267452131auf dem Foto (unten), das ihr (hoffentlich) anklicken könnt. Wer eine Geschichte sucht, bei der man kaum aufhören kann mit dem Lesen, der leihe sich ein Buch von Ingrid Noll. Ein echter Hit: „Der Mittagstisch“.
„Im Mittelpunkt ihrer Romane stehen Frauen verschiedenen Alters, die sich auf unkonventionelle Weise ihrer Ehemänner oder Liebhaber entledigen“, erfährt man bei Wikipedia.

Infos zur Bücherspende.

Infos zur Bücherspende. Die Schwarten können in der Bücherei, Aachen, Couvenstraße 15, direkt abgegeben werden.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

10.000 Bäume für Aachen

das_ist_unser_baum9

Von der Nizzaallee aus fotografiert. Blick auf die Klostermauer.

das_ist_unser_baum4

Bäume in Reih und Glied (wie Soldaten) in der Franzstraße in Aachen.

Wie ist das denn jetzt gemeint . . . mit den 10.000 Bäumen, die in Aachen in den nächsten Jahren gepflanzt werden sollen??? Nur symbolisch im Sinne von „ganz viele Bäume“, oder kann man die Zahl wörtlich nehmen? Diese Frage stand – wie aufmerksame Leserinnen und Leser dieses Blogs wissen – im Raum, und weil mich die Antwort interessierte, habe ich mich kurzerhand zum ersten Mal in meinem Leben in den Umweltausschuss verfügt, in den Umweltausschuss der Stadt Aachen wohlgemerkt.

Dort wurde ganz klar gesagt (vom Vertreter der Stadtverwaltung, Elmar Wiezorek), dass die Zahl durchaus wörtlich zu nehmen sei. Ein entsprechender Beschluss des Rates existiert seit 2013, doch bisher sind erst wenige Bäume gepflanzt worden (120 in Brand). Und zwar vom Brander Bürgerverein, also von Privatleuten, wenn ich den Herrn Wiezorek richtig verstanden habe.

Der sagte zu: Sein Fachbereich Umwelt werde bis Mai 2016 einen Plan erstellen wegen der 10.000 Bäume. Eingestellt in den Haushalt 2017 sei für die Pflanzungen kein einziger Euro, aber Geld sei schon noch vorhanden. Das Problem sei, dass eigentlich für so viele Bäume gar kein Platz da sei, bzw dass nicht klar sei, wo die Bäume gepflanzt werden können. „Nehmen Sie mal in einer Straße fünf Parktaschen weg . . . dann werden Sie aber Ihr blaues Wunder erleben“, so Wiezorek, der dabei (durchaus passend) ein Gesicht machte, als ob der Ausbruch eines Bürgerkriegs bevorstünde.

Wer ein Plätzchen für einen oder mehrere Bäume kennt, egal ob in der Innenstadt oder in den Stadtteilen, soll Bescheid sagen, so wurde im Ausschuss mehrfach appelliert. 100 Vorschläge für neue Baumstandorte haben die Grünen längst gemacht, die werden wohl jetzt alle realisiert.

Wichtig: Bürgerinnen und Bürger sollen nicht nur für den öffentlichen Raum, sondern auch für private Gelände Standorte für Bäume anbieten. Meldet euch hier

Ziel der Aktion ist es, das Stadtbild zu verschönern und für ein prima Klima zu sorgen. „10.000 neue Stadtbäume bis 2030“, so lautet jetzt wieder die Zielrichtung.

das_ist_unser_baum3

Letzten Sommer auf dem Weg zur Schule Kronenberg gesehen.

das_ist_unser_baum_91

Maibaum in der Jakobstraße, arg ramponiert.

Kinder singen: Sei ein Baum https://www.youtube.com/watch?v=qeTUmMHnCuA

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

„Tihange“ mobilisiert die Region. Windräder stören Erdbeben-Messungen.

Die Geschäftswelt in Aachen positioniert sich. Allen voran die Märsche Buchhandlung.

Die Geschäftswelt positioniert sich gegen die belgischen Schrottreaktoren. Mit dem größten Transparent dabei: die Mayersche Buchhandlung.

Das hat mich doch ziemlich geplättet, dass die Mayersche Buchhandlung sich (mitten in Aachen) so deutlich gegen Tihange positioniert. Bravo! „Tihange abschalten“ lautet die Forderung auch in zahlreichen anderen Geschäften und Büros in der Innenstadt.

Die Städteregion geht voran in Gestalt von Städteregionsrat Helmut Etschenberg und klagt in Belgien dagegen, dass ein Reaktor (konzipiert in den 1960er Jahren, Baubeginn 1970) mit tausenden Rissen jüngst wieder hochgefahren wurde. Und das, obwohl zuvor beschlossen worden war, dermaßen alte Reaktoren nicht mehr in Betrieb zu nehmen. Insgesamt sind es damit zehn Kommunen, die sich gegen die Wiederinbetriebnahme von Tihange 2 wehren, indem sie das oberste belgische Verwaltungsgericht (Staatsrat) einschalten. Die Klage hat bundesweit mediales Interesse erregt.

Die Städteregion wird dabei ganz offiziell unterstützt von Niederländern,  Luxemburgern und Kommunen in Rheinland-Pfalz. Die Städte Köln und Mönchengladbach sollen ebenfalls schon offiziell die Klage begrüßt haben, wie bei einer Sitzung der Gruppe Piraten/UFW („Unabhängige und Freie Wählergemeinschaft“) mitgeteilt wurde.

Weniger zufrieden ist man bisher mit der Unterstützung durch die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Sie hat sich lange auf den bequemen Standpunkt zurückgezogen, dass Deutschland sich in die Energiepolitik anderer Länder nicht einmischen darf. Inwieweit sie diesen Standpunkt derzeit noch vertritt, ist mir nicht bekannt.

Unterdessen hat sich ein anderes, nicht gerade kleines Problemfeld aufgetan. Es ist nämlich offensichtlich, dass sieben geplante Windräder in Lammersdorf (Gemeinde Simmerath) und sieben weitere geplante Windräder in Aachen (Münsterwald) die Erdbebenmessung an den fünf Eifeltalsperren stören würden. Ja, dass die Schwingungen dieser 14 Windräder, so minimal sie auch sein mögen, die äußerst sensible Erdbebenmessung ganz und gar unbrauchbar machen würden. Darauf hat unter anderen der Geologische Dienst des Landes NRW (sehr spät, denn die Aachener Windräder sind bereits genehmigt) hingewiesen.

Diese seismographischen Messungen sind erforderlich, um bezüglich der Talsperren frühzeitig vor Erdbeben und vor Dammbrüchen zu warnen und um dann schnell zu reagieren. Und sie sind bereit, gegebenenfalls auch die Betreiber der AKW in Tihange und Doel bei Erdbeben frühzeitig zu warnen. Es wäre natürlich nicht gerade günstig, wenn diese Warnanlagen durch die Schwingungen der Windräder unbrauchbar würden.

Geklärt ist diesbezüglich noch nichts. Ich vermute, dass das Verwaltungsgericht Aachen demnächst entscheiden muss, ob vor dem Bau der Windräder jetzt doch noch der Geologische Dienst eingeschaltet und seine Stellungnahme berücksichtigt werden muss. Das könnte das „Aus“ für die Windräder bedeuten.

Mehr Infos (ständig in den lokalen Medien und hier):

https://wirfueraachen.wordpress.com

Prof.Dr.Hinzen-an.StädteRegionAachen

http://www.welt.de/regionales/nrw/article147889549/Aerzte-warnen-vor-Folgen-von-Super-Gau-in-Aachen.html

http://www.anti-akw-ac.de

http://www.deutschlandradiokultur.de/pannenreaktor-tihange-in-belgien-staedteregion-aachen-klagt.1008.de.html?dram:article_id=344351

http://www.stop-tihange.org/de/

https://www.tagesschau.de/ausland/tihange-belgien-akw-101.html

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Staedteregion-Aachen-beschliesst-Klage-gegen-Atomkraftwerk-Tihange-3091776.html

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Immer mehr Gewalt? Nicht mit uns

Eine gute Kombi: tanzen und demonstrieren. In Aachen ging es darum, dass Frauen sich gegen Rassismus und Sexismus zur Wehr setzen.

Eine gute Kombi: tanzen & demonstrieren. In Aachen ging es darum, dass Frauen sich gegen Rassismus und Sexismus zur Wehr setzen.

Es war zwar keine Milliarde, es waren aber doch mehr Menschen als in früheren Jahren, die sich heute am Elisenbrunnen versammelten. „One Billion Rising“ (eine Milliarde erhebt sich), so lautete das Motto der Veranstaltung mit großem Frauenüberschuss. Die Frauen waren für eine Welt ohne Gewalt, Sexismus und Ungleichheit auf der Straße. Unterstützt wurde die Veranstaltung unter anderem von den Grünen, der Partei Die Linke, von SPD und Jusos und dem DGB.

Es war schneidend kalt, doch zum Glück stand auch Tanzen auf dem Programm. Das bewirkte, dass trotz des traurigen Themas die Stimmung gut war. Richtig interessant wurde es, als ein Redner sexistische Werbung anprangerte und Bilder mit Beispielen aus Aachen zeigte.

Mehr Infos gibt es hier und hier. Und noch ein Hinweis: Der sympathische Fotograf Thomas Langens war da, und wird sicher wieder auf seiner Facebook-Seite eine fotografische Dokumentation einstellen. Bestimmt sehenswert.

Zu Frauen-Themen sollte es viel öfter Demos und Aktionen geben. Es wird wieder nötig.

Zu Frauen-Themen sollte es viel öfter Demos und Aktionen geben. Es wird ja leider wieder nötig. Sexistische Kackscheiße begegnet einem sogar in der eigenen Partei.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

Beim Buddeln auf Skelette gestoßen, denn: Unter dem Pflaster liegen die Toten

Unter diesen Platten, neben dem Spatzenbrunnen von Professor Benno Wirth, ist etwas gefunden worden, was Archäologen interessiert: Skelette.

Unter diesen Platten, neben dem Spatzenbrunnen von Künstler und Professor Benno Werth, ist etwas gefunden worden, was Archäologen interessiert: Skelette.

Wie Leserinnen und Lesern dieses Blogs bekannt sein dürfte, hat die Stadtverwaltung (Abteilung Stadtbetrieb) drei Rotdornbäume am Münsterplatz fällen lassen. Sehr zum Ärger einiger Anwohner, denen bisher entgangen war, dass zwei dieser Bäumchen mausetot waren.

Aber Experten wissen ja immer besser Bescheid als die Leutchen, die erst seit 20 und mehr Jahren ihre Nachbarschaft TÄGLICH im Auge haben, jede kleine Veränderung sofort bemerken und diese beim Smaltalk bequatschen. Ja ne, is klar.

Auch in der Giselastraße musste ein Rotdorn dran glauben. Die Rotdorne in der Nizzaallee dagegen konnten kürzlich gerade noch vor der Säge gerettet werden, wobei sich derzeit etliche Aachener in diese Allee aufmachen um zu sehen, was da vor sich geht, und bei ihren Inspektionen zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen (Zuschrift bitte lesen). Sollen radikal alle Rotdorne in Aachen plattgemacht werden? Die Verwaltung hat auf Anfragen reagiert und NATÜRLICH bestritten, dass sie was gegen Rotdornbäume hat. Diese Frage war wohl auch nicht so ganz ernst gemeint.

Es gehe darum, so wird den Fragestellern aus der Nizzaallee versichert, die kranken und toten Bäume gegen robustere Baumarten auszutauschen. Und das kann man wohl glauben, so ein Stadtbetrieb hat es auch nicht immer leicht. Nur wüsste man mal gern, warum da, wo ein Rotdorn gefällt werden musste, nicht wieder ein Rotdorn gepflanzt werden kann?

Nicht immer ist klar, warum ein alter Baum weichen musste und ein neues Bäumchen gepflanzt wurde. Hier: Seilgraben/Annastraße.

Nicht immer ist klar, warum ein alter Baum weichen musste und ein neues Bäumchen gepflanzt wurde. Hier:  die Ecke Seilgraben/Annastrasse.

Unterdessen hat man sich mit dem Buddeln auf dem Münsterplatz ein neues, viel größeres „Problem“ eingehandelt. Davon zeugen zwei Stahlplatten, die dort seit Tagen liegen (s. Foto oben). Was ist denn damit?, fragt neugierig die Bloggerin. „Skelette gefunden! Skelette gefunden!“, weiß man in der „Rose“. Und jetzt müssten da erst mal für Wochen und Monate Archäologen ran. Offenbar ist in früheren Jahrhunderten in Domnähe beerdigt worden.

Anhand der Knochen können Archäologen herausfinden, wovon sich die Toten ernährt haben, ob sie schwer gearbeitet oder ein Luxusleben geführt haben, ob es Frauen oder Männer waren, wie alt sie geworden sind, welche Krankheiten usw. usw. usw.

Im Hof wurden vor Jahren Skelette gefunden, jetzt – kein Meter unter dem Pflaster vom Münsterplatz – ebenfalls. Ist das nicht „Störung der Totenruhe“ (§ 168 StGB), wenn man all diese Gebeine ausgräbt und im Museum zur Schau stellt? Ein Fall für die Juristen.

Der Stadtbetrieb muss mit Neupflanzungen jedenfalls warten, bis die Expertise der Archäologen vorliegt. Unterdessen geht es im kommenden Umweltausschuss um 10.000 Bäume, die in Aachen in einer von den Grünen unterstützten Langzeit-Aktion gepflanzt werden sollen. Infos dazu kann man sich am Dienstag, 16. Februar, ab 17 Uhr im Verwaltungsgebäude in der Reumondstraße anhören.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar