Der Christdemokrat Udo Rüttgers

(Wegen mehrerer Nachfragen wird das Thema hier nochmals aufgegriffen:)

Ende Mai 2014 war es, als eine vielhundertköpfige Gruppe von Wählerinnen und Wählern im alten Kreis Aachen einmal NICHT eine der etablierten Parteien wählen wollte. Sie wollten gerade nicht die CDU wählen, machten ihr Kreuzchen bei den Newcomern, bei den Piraten. Die Piraten sind eine Partei, die dem linken Spektrum zugerechnet werden muss.

Die Wähler müssen sich jetzt verarscht vorkommen, denn sie haben Udo Rüttgers von den Piraten in den Städteregionstag und in den Stadtrat von Stolberg gewählt, aber dort mit ihm die CDU (!) stark gemacht. Denn Udo Rüttgers hatte offenbar ein Erlebnis wie Paulus vor Damaskus.  Ihm fiel auf, dass er ideologisch haargenau das Gegenteil von dem vertreten muss, was er zuvor als Pirat vertreten hat. Nach der radikalen Sinnesänderung sitzt er jetzt als Christdemokrat in zwei Kommunalparlamenten und verstärkt dort die zuvor fragile Fraktion seiner neuen Parteifreunde.

Die CDU machte er so stark, dass die beispielsweise im Stadtrat von Stolberg plötzlich keinen Koalitionspartner mehr braucht.

Wahlzettel für Wahlen in Aachen und der Städteregion. Da ließ sich Rüttgers für die Piratenpartei ins Rennen schicken.

Wahlzettel für Wahlen in Aachen und der Städteregion. Im Mai ließ sich Rüttgers für die Piratenpartei ins Rennen schicken.

Aber nicht nur das: Er zerstörte mit seinem Wechsel eine ganze Fraktion, die von Piraten/UFW nämlich, die nur zu dritt Fraktionsstatus hat, nicht zu zweit. Rüttgers leistete ganze Arbeit, 11 hochmotivierte  sachkundige Bürgerinnen und Bürger konnten, da fortan ohne Fraktion, nach Hause gehen. Diese hatten gerade angefangen, den Etablierten etwas Ärger zu machen.

Des weiteren hat Rüttgers durch seinen Wechsel zwei Menschen – kurz vor Weihnachten – arbeitslos gemacht:  eine Fraktionssekretärin und einen Fraktionsgeschäftsführer. Sehr feinsinnig inszeniert, das Ganze. Danke, Udo Rüttgers, für nichts.

Mit wem auch immer ich über den Fall Udo Rüttgers spreche, die Leute sind der Meinung, dass es Rüttgers vollkommen egal ist, was er mit seinem Wechsel angerichtet hat. Und so ist es wohl auch.

Dass jemand sagt: „So, ich kann mit den Piraten nichts mehr anfangen, ich trete aus“, das kann ich verstehen. Es gibt auch Leute, die wechseln von der SPD zur den Linken, oder von der FDP zur CDU und jeweils umgekehrt usw. Aber dass jemand von den PIRATEN ausgerechnet zur CDU wechselt, bedarf näherer Erklärung. Von Rüttgers hört und liest man indessen nichts.

Würde einer nun lauthals verkünden, dass Udo Rüttgers (in einem Gespräch mit drei führenden Herren der hiesigen CDU) für seinen Gesinnungswandel ein Angebot gemacht wurde, und würde man sogar davon sprechen, dass Udo Rüttgers das Angebot angenommen und korrupt sei, so würde dann Rüttgers mit Fug und Recht Anzeige erstatten und der Staatsanwalt hätte die Sache auf dem Tisch.

Deshalb behaupten wir hier gar nicht, dass Udo Rüttgers korrupt ist, und auch nicht, dass er mit den Herren Helmut Etschenberg (Städteregionsrat, CDU), Klaus-Dieter Wolf (CDU-Fraktionsführer) und Axel Wirtz (MdL, CDU) über dergleichen oder etwas anderes gesprochen hat. Das können wir nämlich nicht wissen, wir waren ja bei dem Gespräch nicht dabei.

Wir nehmen lieber an, dass es eine Art Erleuchtung gewesen sein muss, die den Stolberger ereilte. Eine Bekehrung, ein Wunder, ein Weihnachtswunder sozusagen, kurz vor Weihnachten.  Dergleichen soll bei Christen ja vorkommen.

*

Für alle, die gerade nicht wissen, was das Damaskuserlebnis des Paulus ist, lest hier.

 

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Das neue Jahr steht vor der Tür

Allen Freunden, Bekannten und Verwandten wünsche ich ein gutes 2015 mit vielen Erfolgen, mit positiven Erlebnissen und Glück bei allen Unternehmungen. 2014 ist nicht alles gelungen, aber vieles war auch außergewöhnlich schön. 2015 strengen wir uns wieder an und rocken online und offline.

Doch Gutes ist nur machbar mit der Hilfe von Unterstützern, und alles wird besser durch aufbauende Kritik. Dass es euch und mir daran 2015 nie fehlt, das wünsche ich.

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Wir kommen als Freunde . . . nach Polen

Den Marktplatz von Jelenia Gora umgeben Bürgerhäuser mit Laubengängen. In diesen Häusern  wohnten die reichsten Leute der Stadt: Kaufleute und Krämer. Alle Fotos entstanden am frühen Sonntagmorgen. Es waren kaum Leute unterwegs.

Typisch für Jelenia Gora: Bürgerhäuser mit Laubengängen. In diesen Häusern wohnten die reichsten Leute der Stadt: Kaufleute und Krämer. Alle Fotos entstanden am frühen Sonntag morgen. Es waren kaum Menschen unterwegs.

Blick über den Markt zu den Häusern.

Blick über den Markt zu den Häusern. Fast alle haben eine 3-Fenster-Front. Und obwohl sie sich sehr ähnlich sind, ist doch jedes verschieden.

Wer hätte gedacht, dass es in Polen, im ehemaligen Niederschlesien, mitten im Winter eine so außergewöhnlich schöne Stadt zu entdecken gibt? Ich wurde überrascht, als ich Mitte Dezember mit mehreren Mitgliedern des Partnerschaftsbeirates der StädteRegion Aachen nach Jelenia Gora reiste. 6850 Euro hat die StädteRegion für diese Reise zur Verfügung gestellt.

Die Fahrt ist Teil der Partnerschaftsarbeit und auch Bestandteil eines EU-GreKo-Projekts. Das bedeutet, dass die EU es unterstützt, wenn Menschen aus Deutschland und Polen sich näherkommen und Freundschaft schließen. Und das, ich nehme hier das Resümee schon vorweg, ist auch geschehen.

Vor dem Rathaus: ein Weihnachtsbaum mit Riesenschleife.

Vor dem Rathaus: ein Weihnachtsbaum mit Riesenschleife.

Es handelt sich um eine erweiterte Partnerschaft, an der auch die Stadt Bamberg beteiligt ist sowie eine Region in Tschechien. In Jelenia Gora wurden Aktivitäten verabredet, die 2015 die Feier zum 25-jährigen Bestehen der Partnerschaft betreffen. Es wurden außerdem Sach- und Geldspenden an Bedürftige überreicht und eine vom Roten Kreuz organisierte Weihnachtsfeier besucht.

Besonders eindrucksvoll fand ich den Besuch in einem Kinderheim. 30 Kinder leben in dem Heim, alles Kinder, die von den Eltern getrennt werden mussten. In dem Heim, das von Aussehen und Atmosphäre dem Agnesheim in Stolberg glich, hatten Jungen und Mädchen für uns einige Lieder einstudiert. Das Personal befragte uns sehr intensiv: Wer wir genau sind und warum wir nach Polen kommen, was uns motiviert? Man spürte deutlich das Interesse an uns und an Deutschland. Ich sagte, dass mein Vater im Weltkrieg als Soldat in Polen war und dass ich, als ich von dem Freundschaftsprojekt hörte sofort dachte: Da möchte ich unbedingt mitmachen.

Den Marktplatz umgeben Barock- und Rokokobürgerhäuser mit Laubengängen.   Die Laubengänge waren je nach Bestimmung benannt. Es gab Kürschner-, Tuch-, Garn-, Seildreher, Weißgerber-, Korn- und Butterlauben.

Den Marktplatz umgeben Barock- und Rokokobürgerhäuser mit Laubengängen. Die Laubengänge waren je nach Bestimmung benannt. Es gab Kürschner-, Tuch-, Garn-, Seildreher, Weißgerber-, Korn- und Butterlauben.

Die Erzieher wunderten sich, dass wir so unterschiedlichen politischen Parteien angehören und uns doch recht gut verstehen, „das wäre in Polen unmöglich“ ließen sie übersetzen. Wir waren ja als Mitglieder und Vertreter von CDU, SPD, Die Linke, Grünen und Piraten unterwegs und allen war das Ziel der Reise klar: Die Menschen kennenlernen und das entdecken, was wir sympathisch finden. Man wunderte sich sehr, als wir erzählten, dass wir in Aachen derzeit täglich durchschnittlich fünf minderjährige Flüchtlinge aufgreifen und unterbringen müssen. Die Mitarbeiter im Kinderheim konnten es kaum fassen, sie versicherten, das gebe es in Polen nicht und woher genau die Flüchtlinge denn eigentlich kämen.

Alles wurde fleißig übersetzt von Monika L., die noch bis März eine Stelle bei der Städteregion hat. Ende März läuft ihr Vertrag aus, sie hofft auf Weiterbeschäftigung. Monika L. spricht perfekt Polnisch, weil sie bis zu ihrem 10. Lebensjahr dort gelebt hat.

Ich hatte Gelegenheit, erstmals die Stadt Jelenia Gora (vormals: Hirschberg) zu besichtigen. Das imposante Rathaus (ein klassizistischer Bau aus den Jahren 1744-1749) ist Sitz der Stadtverwaltung und hat in seinem Keller ein uriges Restaurant. Dort aßen wir fröhlich deftige Speisen. Bis ins 19. Jahrhundert stand auch ein steinerner Pranger vor dem Rathaus. Die Stadt hat einen wunderbaren Mittelpunkt: ein Marktplatz mit einheitlich gebauten Bürgerhäusern ringsum (aus dem 17. und 18. Jahrhundert).

Eindrucksvoll war am Sonntag der Besuch der Messe in der alten Kathedrale. Sie war übervoll, und ich konnte die sprichwörtliche Religiosität der Menschen erleben. Es war umwerfend, wie innig alle im Gebet verharrten und wie viele zur Kommunion gingen. Von dem enormen Reichtum der Stadt und ihren einst weltweiten Wirtschaftsbeziehungen (im 18. Jahrh.) kündeten die Prachtbauten auf dem Friedhof. Wer sich solche Grabstätten bauen konnte, muss ungeheuer reich gewesen sein.

Eine von mehreren Messen, die sonntags in der  prächtig ausgestatteten Kirche gefeiert wurden. Die Wände schmückten Bibeltexte in deutscher Sprache. Alles war in einem guten Zustand.

Eine von mehreren Messen, die sonntags in der prächtig ausgestatteten Kirche gefeiert wurden. Die Wände schmücken Bibeltexte in deutscher Sprache. Alles ist in einem guten Zustand.

 

Zu einem etwas festlichen Abendessen mit den Partnern aus Jelenia Gora, aus der Städteregion, aus Bamberg und Tschechien war auch ein polnischer Geistlicher erschienen, der uns eine religiöse Schrift in deutscher Sprache überreichte. Die nun wieder entpuppte sich als wahre Schreckensschrift. Es geht um das richtige und gute Leben, um Kinder, um Männer und Frauen und die Familie. Ich hatte noch nie ein Kompendium so uralter Vorurteile versammelt gefunden wie hier. Eine Kostprobe: „Du bist eine Blume. Warte in der Sonne der Keuschheit auf deinen Schmetterling. Die erste Liebe soll froh, diskret und rein sein . . .“ Und das 30 Seiten lang.

In Polen gab es vor ein paar Wochen Kommunalwahlen. Es entstand zunächst ein ziemliches Durcheinander, rein organisatorisch. Außerdem sind die Wahlen in der Region Jelenia Gora so ausgegangen, dass ohne Koalitionen nichts zu machen ist und quasi Parteien koalieren müssen, die partout nicht miteinander können. Es ist so kompliziert, dass ich bis jetzt noch nicht durchblicke. Am Tag unserer Abreise musste das dortige Parlament den neuen Landrat wählen. Das wurde von einigen aus der Gruppe vor Ort beobachtet. Niemand hatte sie auf dem Schirm, aber gewählt wurde eine Dame. Sie versicherte bei ihrer ersten Rede unter anderem, dass ihr  – wie ihrem Vorgänger – die Partnerschaft mit der  Städteregion Aachen wichtig sei.

Blick auf einen Teil des Friedhofs. Viele  "Gebäude" standen nebeneinander. Davon sind heute nur noch Reste vorhanden.

Blick auf einen Teil des Friedhofs. Viele „Gebäude“ standen nebeneinander. Davon sind heute nur noch Reste vorhanden. Da, wo die Bögen sind, stand wohl jeweils ein Bauwerk.

In der Stadt: Auffallend viele Palais, Residenzen, repräsentative Prachtbauten aus alter Zeit. Aber nicht alle sind restauriert.

Es gibt auffallend viele Palais, Residenzen, repräsentative Prachtbauten aus alter Zeit. Aber nicht alle sind restauriert.

In diesem Gebäude wurden handwerkliche Arbeiten verkauft.

In diesem Gebäude wurden handwerkliche Arbeiten verkauft.

Das Portal einer orthodoxen Kirche, leider geschlossen.

Das Portal einer orthodoxen Kirche, leider geschlossen.

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(Alle Infos habe ich, weil ich es erlebt habe, weil es Infotafeln gab oder mir von kenntnisreichen Mitreisenden berichtet wurde. Sollte es Fehler und Ergänzungen geben: bitte informiert mich.)

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Es muss nicht immer Kaffee sein

Feinen Tee kann man in Aachen unter anderem in der Kockerellstraße kaufen. Dort wird man auch gut beraten, wenn nicht gerade Hochbetrieb im Laden herrscht.

Feinen Tee kann man in Aachen unter anderem in der Kockerellstraße kaufen. Dort wird man auch gut beraten, wenn nicht gerade Hochbetrieb im Laden herrscht.

Ich bin mit dem leckersten Tee der Welt versorgt, ihr könnt mir gar nichts.

Wer es auf dem Foto nicht gut lesen kann: Da ist zunächst die Teesorte „Zimtpflaume“ (Mitte). In der Tüte versammeln sich Hagebutte, Apfelstücke und Hibiskus, Zimtstücke, Kokosflocken, Rosinen, Aroma (was soll das sein?) und Malvenblüten.

Dann habe ich noch den aromatisierten Früchtetee namens „gebrannte Mandel“ mit den Zutaten Apfelstücke, Mandelblätter, rote Beete, Zimtstücke und auch hier „Aroma“ bekommen.

Die dritte Teemischung (r.) heißt „oma paulas fruchttopf“. Bestandteile: Grüner Tee, Korinthen, Orangenschalen, Aroma, Mandelstücke, Sauerkirchknusper, Schwarzkarottensaftkonzentrat und Saflorblüten. Bei dieser Teemischung ist man der schlimmen Angewohnheit verfallen, eine ältere Frau „Oma“ zu nennen, was uncharmant ist. Aber wenn ein Tee „oma paulas fruchttopf“ heißt, dann soll das wohl eine gewisse gute Qualität suggerieren, ein Rezept aus alter Zeit, das sich bewährt hat, oder so.

Alle Tees sind ungeheuer lecker. Aber warum bei den Zutaten immer „Aroma“ genannt wird, ist mir ein Rätsel. Ist das etwas künstlich Hergestelltes, eine im Chemielabor hergestellte Substanz? Hier hab ich mich informiert.

http://de.wikipedia.org/wiki/Fruchtaroma

 

 

 

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Patenprojekt für junge Flüchtlinge, Folge IV

Das war ein Treffen von Gleichgesinnten: Paten-Stammtisch im Labyrinth in der Pontstraße. Etwa zwei Dutzend Erwachsene waren erschienen und tauschten sich aus. Ich konnte nicht alle Gespräche mithören, aber in der Ecke, wo ich saß, ging es um die schwierige Wohnungssuche.

„Schwarze nehmen wir nicht“ hatte ein Vermieter doch tatsächlich gesagt. Und andere erlebten, dass ein schönes Zimmer angeblich doch nicht leer war, dafür aber ein anderes, völlig unterwohntes (ohne Bad und Heizung) angeboten wurde. Was da an Behausungen auf dem Markt ist, das hätte ich nicht gedacht, dass es sowas in Aachen noch gibt. Einige Paten waren bereits leicht frustriert. Ja, hieß es, man hätte schon gewusst, dass die Wohnungssuche schwer wird. Aber so schwer??? Die Empörung über unverschämte Vermieter war groß.

Das Semester beginnt immer im Oktober. Und schon ein halbes Jahr später hat gewöhnlich ein Teil der Studenten gemerkt, dass sie im falschen Fach stecken oder dass studieren doch nicht so ihr Ding ist. Mehrere hundert Leute zieht es dann weg von Aachen, dann gibt es auch wieder bessere Chancen, ein Zimmer zu bekommen.

Die Paten wollen die Suche nicht aufgeben. Doch die Zeit drängt: Wenn jemand 18 Jahre alt und damit erwachsen wird, kann er nicht mehr im Kinderheim wohnen. Dann muss er raus. Und der  Vormund vom Jugendamt steht dann ebenfalls als Berater nicht mehr zur Verfügung.

Die Paten, so schien mir, sind ganz schön fit geworden, haben sich im Internet über das Land informiert, aus dem der Flüchtling kommt. Ihr Horizont wird sich kräftig weiten, das konnte man beim Stammtisch schon feststellen. In ihren Bekannten- und Freundeskreisen werden sie bewundert und unterstützt. Jeder staunt und sagt: „Find ich toll, dass du sowas machst.“ Das motiviert und tut gut.

Die beiden Sozialpädagoginnen vom katholischen Hilfsdienst (SkM), Carola Rodrigues und Sarah Ulbrich, waren ebenfalls beim Stammtisch zugegen. Sie werden die Organisation dieses Treffens in die Hand einer Patin geben. Die beiden sind mit der Vermittlungsarbeit ausgelastet.


Weiter geht es mit Folge V, und zwar hier.

Folge III der Serie findet ihr hier

 

 

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Mein Ende im Tourismus- und Kulturausschuss der StädteRegion

Das Jahr 2014 endet mit einer Enttäuschung: Meine Mitarbeit im Ausschuss für Tourismus- und Kultur der StädteRegion Aachen steht vor einem vorzeitigen Ende. Wie das kommt?

Ein Mitglied der bislang dreiköpfigen Fraktion PIRATEN/UFW in der StädteRegion ist mitsamt seinem Mandat zur CDU gewechselt. Dieser Wechsel zerstört vieles.

Die Fraktion PIRATEN/UFW ist mit dem Überlauf dieser einen Person hin zur politischen Konkurrenz am Ende, sie besteht nicht mehr. Drei Personen können nämlich einen Fraktion bilden, zwei aber nicht. Und nur Fraktionen dürfen auch sachkundige Bürger (also beispielsweise mich) in die Ausschüsse schicken.

Im Tourismus- und Kulturausschuss und in den anderen Ausschüssen kann man versuchen, die Politik der StädteRegion zu beeinflussen. In DIESEN Gremien wird nämlich die eigentliche Politik gemacht. Dort wird  vorentschieden, was im Städteregionstag am Ende final beschlossen wird. Wenn mich nicht total alles täuscht, bin ich demnächst in diesem Gremium nicht mehr dabei.

Es verbleiben allein Hans-Jürgen Fink (UFW) und Bertram Eckart (Piraten) als vermutlich wenig einflussreiche Mandatsträger im Städteregionstag. Ich nehme an, dass statt meiner ein anderer sachkundiger Mensch die Arbeit übernimmt. Mit dem Partnerschaftsausschuss verhält es sich womöglich ebenso. Allerdings hatte es dort ohnehin nie Kontroversen gegeben. Dass es sinnvoll ist, freundschaftliche Beziehungen zu einer Region in Polen zu pflegen, und wie dies geschehen soll, wurde dort nur in Harmonie besprochen.

Zur StädteRegion habe ich, weil ich in Monschau aufgewachsen bin und lange Jahre in Stolberg gearbeitet habe, eine besondere Beziehung. Und auch, wenn dort das piratige Element stark reduziert wird, bleibt der alte Kreis Aachen für mich interessant. Die Piraten selbst sind und bleiben für mich darüber hinaus der einzige Club, wo ich hingehöre. Angebote zu wechseln sind äußerst liebenswürdig gemeint und haben mich gefreut, doch kann ich sie nicht annehmen.

Mir ist klar, dass das Mandat frei ist. Gewählte können sich letztlich immer der Partei anschließen, die sie gerade attraktiv finden. Aber so ganz ohne Vorwarnung, Udo, hätte das nicht sein müssen. Da hättest du gern auch mal früher Bescheid geben können, dass du mit uns als Piraten so dermaßen massiv unzufrieden bist. Den Wechsel werde ich am Ende akzeptieren müssen, die Form kann ich nur höchst unelegant nennen.

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1. Auch Michael Sahm, sachkundiger Bürger im Schulausschuss, hat gebloggt:

http://msahm.piraten.ac/mein-sitz-im-schulausschuss-der-staedteregion-aachen/

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2. Zu Dokumentationszwecken:

Pressemeldung PIRATEN/UFW im Städteregionstag Aachen zum Wechsel von Udo Rüttgers zur CDU

Udo Rüttgers hat am 11.12.2014, unmittelbar im Anschluss an die denkbar knappe (36/35) Verabschiedung des umstrittenen Doppelhaushalts des Städteregionstags, seinen Austritt aus der Piratenpartei und sein Ausscheiden aus der Fraktion PIRATEN/UFW in der StädteRegion Aachen erklärt. Den nicht informierten Mitgliedern und den Mitarbeitern des Städteregionstags, war bereits aufgefallen, dass Rüttgers vor der geheimen Wahl mit der Mehrheit von CDU/GRÜNE gestimmt hatte.

Er wechselt zur CDU in der StädteRegion Aachen, wobei er sein Mandat behält. Das hat für die Arbeit der Fraktion PIRATEN/UFW weitreichende Folgen:
Die Fraktion Piraten/UFW verliert den Fraktionsstatus. Damit hat sie nicht mehr das Recht, in den Ausschüssen der StädteRegion vertreten zu sein. Mit Auflösung der Fraktion verlieren darüber hinaus der Fraktionsgeschäftsführer und die Fraktionssekretärin ihre Anstellung.

Bis heute hat die Piratenpartei versucht, Udo Rüttgers davon zu überzeugen, den Wählerwillen zu respektieren und auf die selbstsüchtige Mitnahme der Mandate zu verzichten.
Am Montagmorgen gegen 6:30 Uhr hatte Rüttgers eingelenkt und zumindest einen Verzicht auf sein Mandat im Städteregionstag erklärt, weil er sich der Tragweite seines Entschlusses erst zu diesem Zeitpunkt bewusst geworden sei. Gegen 19:00 hat er dann diese Entscheidung widerrufen, weil er telefonisch bedroht worden sei. Die PIRATEN/UFW weisen die Unterstellung von Udo Rüttgers entschieden zurück, dass dieser Anruf aus ihren Reihen gekommen sein soll. Dazu bestand deshalb keinerlei Anlass, weil sie seit dem frühen Morgen über sein Einlenken informiert waren.

Das Treffen zwischen Udo Rüttgers, Helmut Etschenberg, Klaus Dieter Wolf und Axel Wirtz, gibt innerhalb der virtuellen Realität des Städteregionstags sicherlich eine Erklärung, warum Rüttgers sich so geäußert hat. Die PIRATEN/UFW haben nun als Gruppe 5 1/2 Jahre Zeit, diese Realität zu verstehen und angemessen zu reflektieren. Die PIRATEN/UFW sehen darin den Ausdruck einer Politik nach Gutsherrenart.

Da Rüttgers auch im Stolberger Rat ein Mandat errungen hat, verlieren die Piraten dort ihren Sitz im Stadtrat. Dafür verfügt die CDU fortan über die Mehrheit von 22 Sitzen. Die Notwendigkeit einer Koalition entfällt.

Die Städteregionstags-Mitglieder Bertram Eckert und Hans-Jürgen Fink äußern ihr Unverständnis über den Wechsel, zumal es zu keinem Zeitpunkt Meinungsverschiedenheiten mit Udo Rüttgers gab.

Die PIRATEN/UFW bedauern die Folgen für Wähler, Politik und Partei, die dieser Wechsel nach sich zieht.

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3. Was die Presse schreibt (heute, 16. Dezember, in den Stolberger Zeitungen):

Die Zeitungen in Stolberg räumen den Ereignissen den entsprechenden Platz ein.

Die Zeitungen in Stolberg räumen den Ereignissen den entsprechenden Platz ein.

 

 

 

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Das ist uns aufgefallen

Auf der Mauer, hinter dem Wagen, befindet sich eine Arbeit des Aachener Wandmalers Klaus Paier.

Auf der Mauer, hinter dem Wagen, befindet sich eine Arbeit des Aachener Wandmalers Klaus Paier.

In der sonst so properen Aachener Innenstadt gibt es eine Ecke, die uns dieser Tage erst richtig ins Auge gefallen ist. Da standen an der Wand noch vier mobile Toiletten, die sind jetzt weg. Oft wird das kleine Grundstück als Parkplatz genutzt, was verständlich ist bei all der Parkplatz-Not, besonders zur Weihnachtszeit. Schön ist das aber nicht.

Der wilde (im Sinne von unbefestigte) Parkplatz befindet sich an der Ecke Augustinerbach/Pontstraße. Zeitlebens habe ich gedacht, da sei noch die Straße „Anuntiatenbach“. Das war aber falsch: Der Annuntiatenbach ist mindestens 100 Meter weiter weg, mehr in Richtung Eilfschornsteinstraße.

Anders beschrieben: Die Ecke mit dem Wandbild „Der große Krieg“ von Klaus Paier ist gleich nebenan, wo das Café Kittel seine Terrasse hat. Und das Haus, an dessen Wand sich das Bild befindet, soll zur RWTH gehören. Vielen Dank bei der Gelegenheit allen, die helfen, Unklarheiten zu beseitigen und Fehler zu korrigieren.

Das Wandbild ist aber das, worum es hier eigentlich geht. Es geht hier nicht um Sauberkeit, oder dass eine Straße in Aachen eine Schickimicki-Straße werden soll. Da sympathisiere ich mit denen (in Berlin), die fordern #MeinKiezmussdreckigbleiben, weil ansonsten die Mieten bald nicht mehr zu bezahlen sind, alle Läden in Boutiquen mit unbezahlbar teuren Klamotten umgewandelt werden und es nach Seife riecht.

Mittlerweile kann es sein, dass die Aachener Bilder von Klaus Paier zumindest von einer Studentin wissenschaftlich untersucht wurden, angeblich unter Denkmalschutz-Aspekten. Wenn mir davon mehr bekannt wird, werde ich sofort berichten. Könnte es nun sein, dass der BLB als Eigentümer sich zu einer weiteren Bilderrettungs-Aktion bereitfindet? Nachdem diese Behörde bei „Zwischen den Tagen“ so hervorragende Arbeit geleistet hat, wüsste man damit auch das Wandbild vom großen Krieg in den besten Händen.

Wie schon oft erwähnt: Klaus Paier, der Aachener Wandler, hat in Aachen wirklich großartige Kunstwerke geschaffen. Allerdings vor etwa 30 Jahren, und viele Bilder sind für immer verloren. Die noch Erhaltenen sollten gerettet werden, weil sie zu Aachens Geschichte gehören. Weil sie Zeugnisse eine Zeit und einer Jugendkultur sind, die unwiederbringlich vorbei ist.

 

 

 

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Fringshaus im Winter

Fringshaus ist zwischen Aachen und Roetgen gelegen, genau auf der Grenze zu Belgien. Hier sollte eigentlich ein Kreisverkehr für einen besseren Verkehrsfluss und weniger Unfälle sorgen. Doch das Anliegen kommt nicht voran. Es sieht so aus, als müsste zum Umbau ein Streifen Land vom belgischen Staat gekauft werden. Das müssten dann Berlin und Brüssel bewerkstelligen. Und das dauert so lange, dass man es lieber gar nicht erst versucht. Gleichzeitig gibt es nicht wenige Roetgener, die meinen, ein Kreisverkehr würde die Situation auch nicht entschärfen.

Hier staut sich oft der Pkw-Verkehr. Und es gibt des öfteren Unfälle.

Hier staut sich oft der Pkw-Verkehr. Und es gibt des öfteren Unfälle.

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150 Meter vom Aachener Rathaus entfernt . . .

Ecke Pontstraße/Anuntiatenbach: Sah eigentlich noch nie besonders schön aus.

Ecke Pontstraße/Anuntiatenbach: Sah eigentlich noch nie besonders schön aus. Hier ein aktuelles Foto von Samstag, 6. Dezember.

150 Meter vom Aachener Rathaus und dem Weihnachtsmarkt entfernt stehen Einheimische und Touristen vor diesem Ensemble. Eine Schmuddelecke, die es in Aachen echt nicht geben muss. Die Innenstadt wird ansonsten nämlich schön in Schuss gehalten. Wem gehört eigentlich das Grundstück, und wie kann man da helfen? Was genau werden wir sehen, wenn das Wandbild von Klaus Paier (Der große Krieg) mal wieder zugänglich sein wird?

Unten sieht man die Szene mal von der Seite. Mich wundert, dass die Geschäftswelt noch nicht auf Veränderung der Situation gedrungen hat. Es könnte ein kleiner Platz entstehen, für den ein Café die Außengastronomie übernehmen könnte.

Update: Es tut sich was in der Ecke. Bitte auch Kommentar beachten.

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Patenprojekt für junge Flüchtlinge, Folge III

20 Patinnen und Paten haben jetzt ihr Patenkind kennengelernt. Das berichtete Projektreferentin und Sozialpädagogin Carla Rodrigues bei ihrem Besuch im Aachener Rathaus. Sie war von Kommunalpolitikern in den zuständigen Ausschuss eingeladen worden, um dort das Projekt „Aachener Hände“ einmal persönlich vorzustellen.

Carla Rodrigues berichtete mit spürbarer Begeisterung: Rund 80 Aachener (fast alle mit reichlich Lebenserfahrung) hatten sich vor einigen Monaten auf einen Aufruf hin gemeldet, um für einen jungen Flüchtling eine Patenschaft zu übernehmen. Sie wollen beim Deutschlernen, bei Behördengängen, bei der Arbeitssuche oder bei der Wohnungssuche helfen. Rodrigues ist Mitarbeiterin eines kirchlichen Sozialdienstes (SkM), sie sprach im Rathaus über das erste Treffen der Paten, über die Schulungen und die Flüchtlinge. Es sind alles junge Menschen, die in Aachen vorerst heimisch werden möchten.

Sie kamen als Minderjährige nach Aachen, wurden im Bahnhof aufgegriffen. Sie wollten Krieg, Verfolgung und Vertreibung in ihrer Heimat entkommen, haben Schreckliches erlebt, nicht zuletzt auf der Flucht. Fünf  minderjährige Flüchtlinge kommen zur Zeit im Durchschnitt täglich in Aachen an, berichtete Carla Rodrigues.  Ihr Vortrag im Rathaus war klar gegliedert, am Ende versuchte die Referentin, noch Fragen zu beantworten. Das war nicht einfach, denn einige Politiker hatten offenbar noch nie etwas von dem Projekt gehört. Es wurde aber zwischenzeitlich schon mehrfach in „Aachener Nachrichten“ und „Aachener Zeitung“ ausführlich vorgestellt.

Überhaupt geben sich alle möglichen Vereine in Aachen große Mühe, den Flüchtlingen zu helfen. Auch die Stadtverwaltung mit Oberbürgermeister Marcel Philipp an der Spitze ist sehr um eine Willkommenskultur bemüht.

Amnesty international, die Kirche im Bistum Aachen und weitere Veranstalter laden zum Beispiel am „Tag der Menschenrechte“ (Mittwoch, 10. Dezember) von 19.30 Uhr bis 22 Uhr unter dem Motto  „Asyl-Monologe“ in die Citykirche St. Nikolaus ein. Bei „Asyl-Monologe“ erzählen Schauspieler als „Ali aus Togo“ oder „Felleke aus Äthiopien“ usw. von Schritten hin zu Gerechtigkeit, von Trennungen und Koalitionen, von Fluchtursachen. Erfahrungen mit dem deutschen Asylsystem kommen zur Sprache.

Der Eintritt ist frei.

(wird fortgesetzt)

Folge II findet ihr hier

und Folge IV gibt es hier (für alle, die vorwärts lesen)

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