Immer an der frischen Luft: Hamster zählen, Steine markieren

Wenn man bedenkt, wie manche Menschen ihre Zeit verbringen, da möchte man sich doch gleich anschließen. Zwei Beispiele: Die einen zählen die Feldhamster, die anderen zählen die Wackelsteine in der Stadt. Beide sind viel an der frischen Luft und dabei auch noch sportlich aktiv. Das erfüllt einen Menschen am Schreibtisch doch glatt mit Neid.

***

Um eine Übersicht über die Feldhamsterpopulation zu bekommen, wird es am Mittwoch, 20. März, ein Monitoring durch fachlich qualifizierte Personen geben, das die Flächen (zwischen Gewerbegebiet Avantis und Horbacher Straße sowie südlich des Silberpatwegs) komplett begeht. Dies übernimmt die NABU-Naturschutzstation Aachen in Absprache mit dem LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW) und der unteren Naturschutzbehörde der Stadt Aachen.

Die Verwaltung teilt mit: „Die Ergebnisse des Monitorings haben keine Auswirkung auf die Bewirtschaftung der Flächen durch die jeweiligen Landwirte, die bereits per Mail vom NABU informiert wurden. Landwirte haben aber die Möglichkeit, an einem Netzwerk mit einjährigen „Ernteverzichtsstreifen“ mitzuwirken.“ Infos bekommt ihr hier: info@naturschutzstation-aachen.de.

*

Damit die Fußwege in Aachen nicht zum gefährlichen Pflaster werden, ist Paul Schneider auf der Suche nach lockeren Pflastersteinen. Als einer von sechs Streckenkontrolleuren beim Stadtbetrieb sei er schon um 7 Uhr unterwegs und dokumentiere mit seinem Tablet Gefahrenstellen für seine Kolleg*innen aus der Arbeitsvorbereitung für Straßenunterhaltung und Brückenbau. Das schreibt die Pressestelle der Stadt.

Sieht ein Streckenkontrolleure einen losen Stein im Kopfsteinpflaster, „holt er seinen gelben Kreidemarker raus und kennzeichnet ihn“. Anschließend gibt er über das Tablet die Position des Schadens bekannt, hält die Echtzeit und Priorität der Reparatur fest. Bei Priorität drei muss sofort repariert werden. Bei zwei reicht es, den Belag innerhalb von ein paar Tagen instand zu setzen. Reparaturen der Priorität eins haben noch etwas Zeit oder müssen an Externe beauftragt werden. 

Bei einer Tour durch die Aachener Innenstadt „muss Paul Schneider acht Kilometer täglich zu Fuß absuchen“, so wird mitgeteilt. In den Außenbezirken könnten die Touren auch schonmal zwischen zehn und 15 Kilometern lang sein. Insgesamt kontrollieren die Streckenkontrolleure zu Fuß eine Strecke von 978 Kilometern Fahrbahn, Geh- und Radwegen. Weil die Strecken in beide Richtungen inspiziert werden, kommen dabei insgesamt rund 1950 Kilometer zusammen.

Zur Sicherheit: Streckenkontrolleur Paul Schneider markiert einen losen Pflasterstein. Foto: Stadt Aachen/Lena Hoof

Je nach Verkehrsbedeutung begutachten die Kontrolleure die Bereiche unterschiedlich häufig. Fußgängerzonen wie in der Innenstadt sind einmal in der Woche dran, die übrigen Straßen im Durchschnitt etwa alle drei Wochen. Hinzu kommen rund 100 Kilometer Wirtschafts- und Feldwege, die durchschnittlich einmal im Quartal kontrolliert werden. 

Veröffentlicht unter Uncategorized | 1 Kommentar

Wohnen, ohne sich zu ruinieren

Eine einigermaßen passende Wohnung zu finden, das ist in Aachen eine Aufgabe, die einen das ganze Leben lang begleitet. Viele müssen zuerst mal als Studierende eine billige Bude finden oder eine Wohngemeinschaft. Dann eine Wohnung mieten als junge Berufstätige, dann kommt ein Kind (oder zwei), und man ist wieder unterwegs und auf der Suche. 

Immer verfolgt einen der Konflikt mit dem Vermieter: Was ist er verpflichtet zu reparieren? Warum dürfen wir kein Haustier halten? Wird der Vermieter Eigenbedarf anmelden oder sonstwie kündigen? Wie leben wir mit den unfreundlichen Nachbarn unter einem Dach? Können wir uns finanziell extrem einschränken und eine Immobilie erwerben? 

Es hört nicht auf. Dabei ist eins klar: 

In einer Baugenossenschaft wohnt man sicher, ohne sich zu ruinieren. Eine selbstorganisierte Nachbarschaft mit gegenseitiger Unterstützung im Alltag ist eine zukunftsweisende Wohnform für alle Lebensphasen. Leider sind diese Modelle immer noch die absolute Ausnahme. (Auch Dienstwohnungen sind eine gute Lösung, werden auch sicher wieder vermehrt angeboten, wenn sich der Fachkräftemangel verschärft.

Die städtische Koordinierungsstelle „Bauen und Wohnen in Gemeinschaft“ bietet am Donnerstag, 21. März, um 19 Uhr eine digitale Informationsveranstaltung über Zoom zum Thema „Bauen und Wohnen in Gemeinschaft“ an. Die Veranstaltung richtet sich an Menschen, die sich für Wohnprojekte interessieren, aber noch nicht wissen, was es braucht, um ein Projekt selber zu starten und eine Gruppe oder ein Grundstück zu finden. Das teilte jetzt die Stadtverwaltung mit.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Allerdings wird um eine Anmeldung unter der Email-Adresse gemeinsambauen@mail.aachen.de  gebeten. Kurz vor der Veranstaltung werden die Zugangsdaten per Mail zugesandt. 

Wohnungen wurden gebaut (hier Tuchmacherviertel in Brand), aber es sind bei weitem nicht genug. 3000 Wohnungen fehlen in Aachen.  Foto: AachenNews Archiv

Wiesental und Branderhof

Im Rahmen des Tags des offenen Wohnprojekts stellt sich das Aachener Projekt „Miteinander im Wiesental“, ein gemeinschaftliches Wohnhaus in Holzbauweise, am Samstag, 16. März, von 15 bis 18 Uhr mit einer Führung und einem Infocafé im Gemeinschaftsraum in der Burggrafenstraße 21 vor. 

Am Sonntag, 17. März, von 14 bis 17 Uhr präsentiert sich am gleichen Ort die Aachener Genossenschaft „Gut!Zusammen Aachen eG“ mit ihrem Projekt am Branderhof. Hier werden fünf Baugruppen ungefähr 65 Wohnungen in Holzbauweise errichten – unter anderem geförderte Wohnungen für Menschen mit Wohnberechtigungsschein. Anmeldung unter gemeinsambauen@mail.aachen.de ist erforderlich.

Weitere Infos: www.aachen.de/gemeinsambauen

***

Der Buchautor und Journalist Nils Minkmar schreibt: „Die Suche nach der guten Wohnung, nach einer sicheren Adresse auf Erden ist einer der ganz großen Stressfaktoren in dieser Gesellschaft.“

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Vor 50 Jahren pompös eröffnet: das Aachener Spielcasino

Wieder ein interessantes Stück aus dem Aachener Stadtarchiv.

Das Archivale des Monats zeigt eine Mehrbild-Postkarte des Postkartenverlags Krapohl. Zu sehen ist in der Mitte das Neue Kurhaus, rund herum sind das Foyer sowie die Roulette-, Poker und Black-Jack-Tische des Spielcasinos im Jahr 1977 abgebildet.

Auf eine kleine Karte möglichst viele Bilder draufpacken, so dass man am Ende eigentlich nichts richtig erkennen konnte: so dachte man in den 1970er Jahren. Hauptsache effektiv und sparsam, niemals großzügig.

Vor 50 Jahren, am 8. März 1974, genehmigte der Landtag für Aachen eine von damals insgesamt vier Spielbanken für Nordrhein-Westfalen. Sie sollte im neuen Kurhaus angesiedelt werden.  Das Internationale Spielcasino Bad Aachen wurde am 2. Juli 1976 mit rund 1.000 Gästen eröffnet. Gerechnet wurde mit ungefähr 250.000 Besucher*innen pro Jahr. Es war nicht die erste Spielbank in Aachen, es hatte seit dem 18. Jahrhundert bis Mitte des 19. Jahrhunderts verschiedene Vorläufer gegeben.

Für das Spielcasino waren die Räume des neuen Kurhauses an der Monheimsallee vollkommen neugestaltet worden, die Westdeutsche Spielbanken-Gesellschaft hatte 12 Millionen DM investiert. Es entstanden 220 Arbeitsplätze, davon 150 allein für die Croupiers.

Der Abend erlebte auch Proteste: Vor dem Neuen Kurhaus pfiffen und buhten Jugendliche die ankommenden Feiergäste aus. „‘Bonzen‘ und ‚Jugendheime statt Casino‘ lauteten die Parolen. Die Protestierer harrten aus bis in die späten Abendstunden“, das wussten die Aachener Nachrichten damals zu berichten.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Radverkehr in Aachen: Hat sich da 2023 was entwickelt?

Stadt informiert über die Aktivitäten des vergangenen Jahres

Fahrradunterstand im Frankenberger Viertel. Ein ähnliches Teil steht jetzt in der unteren Jakobstraße, es ist aber noch nicht in Betrieb. Foto: AachenNews Archiv

Die Stadtverwaltung informiert am Dienstag, 19. März, über die Entwicklungen zur Förderung des Radverkehrs und der Radverkehrskultur in Aachen. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr im Depot, Talstraße 2, und endet gegen 19.30 Uhr. Parallel wird sie auf dem YouTube-Kanal der Stadt Aachen live ausgestrahlt: www.aachen.de/jahresdialog2023

Unterdessen meinen nicht wenige Aachener*innen, fahrradtechnisch habe sich 2023 ziemlich wenig getan. Der Ausbau sicherer Radwege scheint zu stagnieren, desgleichen der Ausbau der Unterstände, es läuft mit diesen schwarzen Kisten nicht wie erwartet. In der unteren Jakobstraße wurde jetzt wieder eine aufgestellt. Zuständig ist die APAG. Man bekommt einen Chip (Transponder) und kann dann sein Rad in allen diesen Boxen parken. Hier klicken.

Referat, Kurzfilm, Anmeldung

Am kommenden Dienstag im Depot wird Professor Helge Hillnhütter von der Universität Trondheim ein Einführungsreferat halten. Die Verwaltung wird einen speziell für den Jahresdialog produzierten Kurzfilm uraufführen. Zudem werden die Gäste dann erfahren, welche vom Radentscheid in Aachen geforderten Maßnahmen eigentlich inzwischen umgesetzt werden konnten. 

Wer an der Veranstaltung im Depot vor Ort oder auch digital teilnehmen möchte, kann sich per Mail anmelden: veranstaltungen-mobilitaet@mail.aachen.de Wer sich aber nicht anmeldet, wird vermutlich auch nicht weggeschickt. Das Programm des Jahresdialogs, den Radverkehrsbericht 2023 in digitaler Fassung sowie weitere Informationen unter: www.aachen.de/radverkehr.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Enkeltrick und kein Ende: Geld und Schmuck im Wert von 140.000 Euro umstandslos übergeben

Wenn man bedenkt, wie leicht man Menschen dazu bringen kann, ihr Hab und Gut Unbekannten auszuhändigen, dann wundert man sich gar nicht mehr, dass enorm viele Menschen sich von Putins Drohungen so sehr beeindrucken lassen. Sie hören die absurden Behauptungen dieses Russen und seiner Kumpane und Presseleuten, glauben alles und bekommen Angst.

Hunderte sitzen in Russland in Büros an Computern und verfassen Meldungen in den sozialen Medien um Menschen in Deutschland zu ängstigen, sie um die Orientierung zu bringen, Falschinformationen in die Welt zu setzen und vieles mehr. Wer sich oft im Internet tummelt merkt: Es wird immer mehr und immer schlimmer. Alles hat nur ein Ziel: Die Menschen in Deutschland zu verwirren.

Hier wieder mal ein Text über einen Enkeltrick, wobei AachenNews.org längst aufgehört hat, jede diesbezügliche Polizeimeldung zu übernehmen. Die Polizei teilt mit:

Eine Frau ist am Dienstag, 5. März, mittags Opfer des Enkeltricks geworden. Kurz nach 13 Uhr hatte ein Mann bei der Frau angerufen und sich als ihr Enkel ausgegeben. Schluchzend schilderte er, dass er einen schweren Verkehrsunfall verursacht habe und nun eine Kaution hinterlegen müsse.

Die 89-jährige Würselenerin glaubte diese Geschichte und übergab keine zwei Stunden später eine Tasche mit Geld, Schmuck und anderen Wertgegenständen an eine Frau, die sich als Anwältin des vermeintlichen Enkels ausgab.

Erst später bemerkte die Rentnerin, dass sie einem Betrug zum Opfer gefallen war. Der Schaden: fast 140.000 Euro.

Und wieder der Hinweis der Polizei: „Bitte sprechen Sie gerade mit Ihren älteren Bekannten, Verwandten und Freunden über die Betrugsmasche und warnen Sie sie. Sollten Sie einen solchen Anruf erhalten, versuchen Sie, ruhig zu bleiben, die Nerven zu bewahren und gehen Sie auf gar keinen Fall auf die Forderungen ein.“

Beenden Sie das Telefonat und informieren Sie umgehend die Leitstelle der Polizei Aachen unter der 110. (sk)

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

„Leih mich kostenlos aus“

In der Mataréstraße gibt es ab sofort ein Lastenrad, das wartet drauf, sich nützlich zu machen. Unter Aachen.de/lastenrad muss man sich anmelden, die Anmeldung hat es in sich. Man muss diverse Daten angeben und seinen Personalausweis bereithalten sowie die Personalausweis-Nummer eingeben und dann noch mehr.

Nach einem umfangreichen Anmeldeverfahren kann man losfahren. Wenn es nicht gerade regnet wie verrückt, macht das bestimmt Spaß.

Ein erster Versuch, sich anzumelden, provoziert folgende Reaktion: „Die Seite dazu ist leider grottenschlecht programmiert. Eine online-Verifizierung meines Ausweises hat nur zur Sperrung meines Accounts geführt, weil die Seite zur Verifikation es nicht geschafft hat, ein Bild aufzunehmen… Veraltete Infos gibt’s noch obendrauf. Sehr schade!“

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Drama im Luisenhospital. Schüsse fallen. Frau verletzt abtransportiert.

Eine 65-jährige Frau hat gestern am Abend viele Stunden lang die Polizei samt LKH aus Köln, die Feuerwehr und die Spitze der Aachener Stadtverwaltung in Atem gehalten. Die Frau hatte sich mit einer Schusswaffen-Attrappe im Luisenhospital am Aachener Boxgraben in einem Raum verschanzt. Sie soll versucht haben, in einem Bettenraum ein Feuer zu legen. Kurz nach 22.30 Uhr konnte sie überwältigt werden.

Einzelheiten wurden gestern Abend nicht bekannt, und auch heute ist das allermeiste unklar. Die Frau wurde mit Schüssen schließlich außer Gefecht gesetzt, sie soll danach schwer verletzt in einem Krankenwagen behandelt worden sein. Sie soll auch in Eschweiler in ihrer Wohnung versucht haben, ein Feuer zu legen.

Infos, die im Internet kursierten, dass es eine Geiselnahme gegeben habe, haben sich als falsch erwiesen.

Vor Ort waren selbstverständlich Journalist*innen der örtlichen Zeitung und des WDR präsent. Seriöse Infos bitte vorerst dort einsehen: Hier klicken.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Abschied vom Paradies

Kleingärtner*innen sind ganz besondere Zeitgenossen. Sie sind unendlich fleißig und können viel verkraften, nur eins darf man ihnen nie antun: Ihnen ihre Parzellen wegnehmen und alle Gärten planieren. Es ist wie eine Vertreibung aus dem Paradies. Aus dem Paradies der Herzen.

Genau das wird bald mit einer Kleingartenanlage in Forst geschehen. Ihr Ende ist besiegelt, das Gelände wird in ein Gewerbegebiet umgewandelt. Es geht hier um die Anlage Eifelbahn, das sind etwa 45 gepachtete Idyllen. Offenbar 1923 am Stadtrand errichtet, überstanden sie den Wahnsinn der Hitlerzeit, den 2. Weltkrieg, Nachkriegsnot, Wirtschaftswunder und Krisen ohne Ende. Das muss reichen, denn jetzt ist Schluss.

Ein Refugium für Menschen, die aus der Erde Lebensmittel ziehen können. Eine bewundernswerte Kunst, die dem Autor dieser Zeilen vollkommen abgeht.

In der Sonnenscheinstraße sollen (gerüchteweise) die Anwohner wenig erbaut sein von dem schon fest verabredeten Zuzug neuer Nachbarn. Vielleicht finden sich diese Personen ja am kommenden Dienstag im Bürgerforum in der 4. Gesamtschule zur Gesprächsrunde ein. Los geht es um 18 Uhr.

Etwa 35 Parzellen soll es in der Sonnenscheinstraße geben und einen Parkplatz, sofern diese Angaben noch aktuell sind. Die Stadt will kein neues Vereinsheim finanzieren, wohl aber eine Toilettenanlage. Ob das gutgeht? Eine Schrebergartenanlage ohne Vereinsheim? Schwer vorstellbar.

Foto: Das alte Vereinsheim der Anlage Eifelbahn, Brandenburgweg 11. Wird es nach dem Umzug kein neues Vereinsheim geben?

Die Lebenskünstler auf schmalem Grund wissen, dass Idyllen kein Geschenk, sondern ein Produkt menschlicher Arbeit sind. Sie seien stark verunsichert, sie würden einen Vertrauensverlust in alle bisherigen städtischen Ansprechpartner*innen beklagen (weil die Sache sich seit 2018 hinzieht) und „haben verständlicherweise große Sorgen um die zurückgehenden Mitgliedschaften, denn wer tritt einem Verein bei, dessen Anlage dem Erdboden gleich gemacht wird“.

Das steht so im Protokoll eine Versammlung der Kleingärtner mit Mathias Dopatka (SPD), die Anfang Dezember 2023 stattfand.

Vielleicht kommen schon Ende diesen Jahres die Bagger, vielleicht zieht sich der Abriss der Anlage Eifelbahn noch weiter hin. Wer weiß? Und was soll eigentlich auf diesem Flecken Erde einmal errichtet werden? Wird womöglich eine Kaltluftschneise zerstört?

***

UPDATE (08. 03.): Wie es beim Bürgerforum war, lest ihr hier.

Veröffentlicht unter Uncategorized | 1 Kommentar

Mit der Brücke auch 50 bis 60 Jahre Biotopentwicklung vernichtet. Und: Kahlschlag an der Bahn

Zu viele Menschen denken heute immer noch so: Hauptsache, wir haben schöne Brücken und breite Autobahnen. Und für ökonomisch und ökologisch nicht sinnvolle Einfamilienhäuser ( in späteren Zeiten dann jeweils zu groß) muss stets zuvor nicht versiegelte Fläche zur Verfügung stehen.

Aber in diesen Zeiten leben wir nun mal. Spektakulär war die Sprengung der Haarbachtalbrücke, viele hatten ihre Freude an den Bildern und Videos, die entstanden. Für Naturschützer stellen sich die Dinge etwas anders dar.

„Die Verwüstungen an der A544 sind viel größer als anfänglich gedacht“, teilte Hans Falk vom Aachener Baumschutzbund mit. Allerdings: Falk ist davon überzeugt, dass die Vernichtung sogar „viel größer als notwendig“ für eine neue Brücke ist. Die alte Brücke wurde am 30. Januar gesprengt. Dort wurden nun, weil die Autbahnbrücke erneuert werden muss, schätzungsweise 50 bis 60 Jahre Biotopentwicklung dem Erdboden gleichgemacht.

***

Von dem traurigen Ende der Baumhasel an der Lütticher Straße/Ecke Hohenstaufenallee wurde hier schon oft berichtet (s. Abschied von einem Prachtexemplar). Direkt am Tag der Fällung hat es eine Neupflanzung gegeben. Der neue Baum ist so klein, man sieht ihn kaum. Ehe er den alten Baum ersetzen kann, werden Jahrzehnte vergehen.

Der alte Baum hatte den Neubau des nebenstehenden Wohnblocks (ab April 2020) nicht überlebt. Jetzt darf ein neues Bäumchen wachsen. Alle Fotos: Hans Falk

***

Bei Spaziergängen steht man plötzlich vor kahlen Bahndämmen. Die Bahn hat in Aachen bis Ende Februar (ab März ist es verboten), noch gerodet. Nicht immer ist ersichtlich, wie die Bäume die Verkehrssicherheit hätten gefährden können.

Auf der Hüls gesehen.
Diesen Kahlschlag verantwortet die Deutschen Bahn.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Herbe Vorwürfe gegen Alemannia. Aufstieg ? Kannste den jetzt vergessen?

Überschrift geändert

Die Aachener Balltreter sind auf dem besten Weg, von der 4. in die 3. Liga aufzusteigen. Und während die anderen Mannschaften in der 4. Liga höchstens mal vor maximal 5000 oder 6000 Zuschauer*innen spielen, bringen die Aachener Kicker regelmäßig 20.000 Menschen in ihr Stadion. Darunter viele Kinder.

Letzten Samstag waren es sogar 20.800. Darunter soll eine beachtliche Anzahl Fans mit rechter Gesinnung sein. z. B. auf der Stehtribüne hinter einem der Tore.

Auf ZEIT-online haben sich aktuell – hinter einer Bezahlschranke – zwei Autoren die Alemannia vorgeknöpft. Was wird berichtet? Es geht um die rechtsradikale Szene von vor 10 Jahren, vor 20 Jahren und dass sich heute wieder Rechtsradikale im Stadion einfinden würden. Auf den Stehplätzen, in der Geschäftsstelle, sogar beim Training im türkischen Belek sollen sie dabei gewesen sein.

 „Wie Alemannia Aachen mit Rechtsextremen kooperiert“. Der Text beschreibt wahrscheinlich vieles korrekt, mit Sicherheit versaut er den Spielern die Stimmung. Das ist schade. Man könnte die Ansicht vertreten, dass allzu einfach von der Vergangenheit auf die Gegenwart geschlossen wird. Aber in der Gegenwart glänzte der Verein auch nicht gerade mit einem klaren Bekenntnis zur Demokratie.

Bundesweit machte die Vereinsspitze nämlich kürzlich Schlagzeilen, als man sich von einer Anti-Rechts-Demo in Aachen distanzierte. Das war voll daneben und brachte den Pennern bei der Alemannia-Spitze Beifall von der AfD ein. Image-mäßig war es eine Katastrophe.

Man gestand aber einen „Fehler“ ein, entschuldigte sich im Stadion und anhaltend in den Sozialen Medien.

„Gegen Rassismus, gegen Extremismus, Zesame.“

Vorwurf von ZEIT-online: Es seien drei altbekannte Hooligans im Stadion, und der  Vereinsvorstand arbeite sogar mit ihnen zusammen. In dem Zusammenhang wird der Umgang des Vereins mit rechter Gewalt in den Neunzigern kritisiert – also vor mehr als 20 Jahren. Ohne das alles hier nacherzählen zu wollen, sei nur erwähnt, dass damals Fans verprügelt wurden, die sich gegen Rassismus, Homophobie und Fremdenfeindlichkeit aussprachen.

Vor dem Spiel eine Choreo, die mancher Bundesliga-Verein so nicht zustande bringt. Nach einem gewonnen Spiel: Zuschauer und Spieler singen voller Freude zusammen.

Bei 20.800 Zuschauern haben jetzt also 200 oder 300 Hooligans dem großen Rest der Fans die Freude verdorben. Danke Hooligans.

Und das in einer Stadt, wo bei Demonstrationen einmal 10.000 Leute auf die Straße gingen und danach nochmal fast 20.000. Eine Stadt, wo bei einer fragwürdigen Abschiebung eines Asylbewerbers sofort 1000 Menschen vor dem Ausländeramt stehen und protestieren. Wo die AfD bei der Kommunalwahl deutlich unter 5 Prozent bleibt (und selbst in der StädteRegion implodiert ist). Wo es für Geflüchtete mehr Hilfseinrichtungen und Engagement gibt als in anderen Städten. (Und wo „Au Hur“ kein Schimpfwort ist.)

Nicht streng genug

„Laxer Umgang mit Problemfans“ und an den Eingängen würde nicht streng genug kontrolliert. Das werfen die beiden ZEIT-Online-Autoren Westerkamp und Fritsch dem Verein, der nach 10 Jahren endlich Chancen hat, aus der Regionalliga West rauszukommen, vor. Und: Bei jedem Spiel sei (seit Mai 2023) eine schwarze Fahne mit der Aufschrift „Boxstaffel Hooligans“ zu sehen. Diese Staffel treffe sich zu Prügeleien. Und auf Instagram sei auch was gefunden worden. Dazu Hakenkreuz-Tattoos und Reichsadler-Tattoos bei Fans.

Das mag alles stimmen. AachenNews.org (die letzten 7 Heimspiele immer im Stadion anwesend) hat alles, was vorgeworfen wird, dort noch nie gesehen und erlebt. Hat aber vielleicht auch keine Ahnung von der Fanszene, das kann tatsächlich sein. Deshalb gilt: Wer wissen will, was los ist bei der Alemannia, muss zum Tivoli gehen und sich selbst ein Bild machen. (Platz auf der Haupttribüne einnehmen, da kann man die Fans aus sicherem Abstand beobachten.) Die Stimmung ist einzigartig, und selbst bei Auswärtsspielen hat man das Gefühl, bei einem Heimspiel zu sein. So viele Fans fahren mit.

***

Der WDR berichtete hier: https://www1.wdr.de/lokalzeit/fernsehen/aachen/alemannia-aachen-verbindungen-zu-rechtsextremen-kreisen-100.html

Die Polizei hatte auf Nachfrage bis jetzt nichts zu beanstanden, will sich aber noch äußern.

Chemo berichtet über sich. Er wird in dem ZEIT-online Text genannt. Ein Podcast mit schwierigen Aussagen. Chemo verkörpert alles, was „normalen Menschen“ Angst macht.

Auf X Twitter zu sehen: Hier

Und nicht zuletzt: „Fußball philosphisch betrachtet“ aus 2014 auf AachenNews.org

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar