Wahlplakate und ihre Slogans. Heute: die SPD

Zwei Kanzlerkandidaten und eine -kandidatin haben jetzt den maximalen Stress. Sie stehen unter großem Beobachtungsdruck, können keinen Schritt machen, kein Eis essen, kein Wörtchen sagen, ohne dass sie verlacht oder beschimpft werden. Gnadenlos ist die Kritik und maßlos die Empörung über den geringsten Fehltritt. Die Kritik ist auch selbstgerecht. Es wird vernichtend kritisiert – in des Wortes wörtlicher Bedeutung. 

Bezüglich Laschet ist geradezu ein Schlachtfest im Gange. Ob die Leute doch den Markus Söder als Kanzlerkandidaten bevorzugen? Und wenn nicht den, wen sonst bei der CDU? Merz? Baerbock trifft es ebenfalls bei jeder kleinsten Gelegenheit hart. Nur Scholz wird geschont, er macht nichts, vor allem gerade keinen Fehler, genießt wohl Vizekanzler-Bonus

Wie dem auch sei. Zum Wahlkampf gehört die Wahlwerbung – in Form und Inhalt. Unentschiedene Wähler*innen sollen gewonnen werden. Deshalb müssen Themen und Ziele in kurzen Slogans zusammengefasst werden. Wir werfen einen Blick auf die Plakate. Heute: Ye-One Rhie.

Gesehen am Europaplatz. Ye-One Rhie ist Direktkandidatin im Wahlkreis 87, der genau die Stadt Aachen umfasst.

Die Plakate der SPD sind alle auffallend einheitlich gestylt. Wir sehen rot, ein lautes, leuchtendes Rot. Es dominiert ganz besonders, weil das Gesicht und die ganze Gestalt davor in Schwarz-Weiß gehalten ist. Das wirkt geradezu dreidimensional. Auf allen SPD-Plakaten steht – mal klein, mal groß – „für dich“ (man wird geduzt). Die SPD will Dienstleister sein und für die Wählerinnen und Wähler in Berlin etwas erledigen, erarbeiten, erreichen.

„Soziale Politik. Für Dich“. Die SPD betont ihren Markenkern, eindeutig das Soziale. Ein krasser Unterschied zur CDU zeichnet sich ab, und das macht die Entscheidung für die Wähler*innen leichter. Ye-One Rhie, die mit ihrer Wahlwerbung bei Weitem die Erste war im Straßenraum von Aachen, betont ihre Verbundenheit zu Aachen und nennt sich Öcherin. Noch mehr: Sie betont – indem sie die Silbe in unterstreicht – dass sie als Frau kandidiert. Das zu unterstreichen, wirkt unangenehm dick aufgetragen (konservative, ältere Männer wenden sich ab, das wird inkauf genommen).

Ye-One Rhie hat sichtbar einen Migrationshintergrund. Dass sie also im Fall des Falles für mehr Diversität (Vielfalt) im Bundestag sorgen würde, passt gut zur Sozialdemokratie. Die Sozialdemokratie sah sich ja nie an eine einzige Nation gebunden, sondern wollte immer eine internationale Bewegung sein. 

„Scholz packt das an“ . . . und die anderen reden nur drumherum, so soll man wohl automatisch denken (am Ludwig Forum gesehen). Das Plakat vom Kanzlerkandidaten ist nicht größer als das von der neuen Direktkandidatin. Ye-One Rhie ist in Aachen relativ unbekannt.

Ye-One Rhie (33) tritt in Aachen in die großen Fußstapfen von Ulla Schmidt. Geboren in Aachen, Abitur an der Viktoriaschule, Studium an der RWTH – sie kandidiert zum ersten Mal für den Bundestag. Sie hat sich bisher in der Kommunalpolitik engagiert, ist seit 7 Jahren Mitglied des Stadtrates.

Nächste Folge: die AfD (wird etwas dauern, denn es wurde bisher noch kein Plakat gesehen)

Vorige Folgen: die CDU, die Grünen, die FDP, Die Linke

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